Dienstag, 12. August 2014

Chemnitzer FC-Fans zeigen vermeintliche Palästina-Solidarität in schwarz-weiß-rot

Im Zuge des Gaza-Krieges missbrauchten Rechtsextremisten in den letzten Wochen Fußballspiele zur politischen Agitation. So störten Neonazis am 22. Juli 2014 in Dortmund den Gastauftritt von Maccabi Netanya, indem sie antiisraelische Parolen skandierten und nebeneinander die palästinensische sowie die schwarz-weiß-rote Reichsfahne zeigten. Eine politische Agitation erfolgte nun auch im Auswärtsblock des Chemnitzer FC.

Die Reichsflagge im Chemnitzer Auswärtsblock (Foto: Elmar Vieregge)

Am 10. August 2014 kam es in der 3. Liga bei einem Auswärtsspiel des Traditionsvereins ebenfalls zu einer Fahnenaktion. Während das sächsische Team einen Sieg bei Fortuna Köln errang, war am Zaun des Auswärtsblocks die Fahne Palästinas neben der in der rechtsextremistischen Szene üblichen Reichsfahne zu sehen. Die Maßnahme wurde zwar nicht von den Spielbetrieb beeinträchtigenden Aktivitäten begleitet, doch hingen die Fahnen über den Verlauf der gesamten Spielzeit unbeanstandet in der Nähe der am Berührungspunkt von Gästeblock und Haupttribüne befindlichen Eckfahne.

Dabei schien es sich um eine Solidaritätsbekundung mit den von den Angriffen der israelischen Armee betroffenen Bewohnern des Gaza-Streifens zu handeln. Dies war jedoch nur der vordergründige Hintergrund, denn es war nicht erkennbar, woher sich ein spezieller Bezug zwischen dem Chemitzer FC und Palästina ergab. Stattdessen deutete der Einsatz der Reichsfahne darauf, dass es sich nicht um eine aufrichtige Solidaritätsbekundung mit den Palästinensern, sondern um eine gegen das Judentum gerichtete Agitation handelte. Somit wurde in einem weiteren Fall der Fußballsport als Bühne für eine politische Agitation missbraucht.

Zuletzt hatten Anhänger der Neonazi-Partei Die Rechte ein lokales Testspiel mit antidemitischen Provokationen gestört.