Freitag, 22. November 2013

340.000 Euro Schadensersatz: Teure Hakenkreuzflagge

Neue Landser-CD unter dem Ladentisch: 50 Euro. Neue Thor Steinar-Winterjacke: 189,99 Euro. Zeigen einer Hakenkreuzflagge in einem russischen Fußballstadion während eines Pokalspiels: 340.000 Euro. Schadenfreude: unbezahlbar.

Euro Münzen und Scheine (Foto: JT)

Das Pokalspiel zwischen Schinnik Jaroslawl und Spartak Moskau am 30. Oktober wurde von unschönen Szenen überschattet. Während der zweiten Halbzeit kam es zu Ausschreitungen auf den Rängen, die Partie musste für rund 30 Minuten unterbrochen werden. Im Block der Spartak-Anhänger demonstrierte ein „Fan“ seine Gesinnung, indem er eine Hakenkreuzflagge entrollte und in die Luft hielt. Ob einer solchen neonationalsozialistischen Provokation geriet das Ergebnis des Spiels, 1:0 für Spartak, in den Hintergrund.

Die russische Fußballverband griff angesichts der Auseinandersetzung mit harter Hand durch, berichtet die russische Nachrichtenagentur „Ria Novosti“ auf ihrer deutschsprachigen Seite. Während Spartak bei zwei Spielen auf Zuschauer verzichten muss, wurde Schinnik sogar mit einem drei Partien dauernden Zuschauerausschluss bestraft. Dem die Hakenkreuzfahne schwingenden „Fußball-Anhänger“ sei ein Administrativarrest von sieben Tagen aufgebrummt worden, schreibt die Agentur weiter.

Für die entgangenen Einnahmen möchte Spartak Moskau den Neonazi nun kräftig zur Kasse bitten. „Der Klub hat tatsächlich vor, ihm eine Klage auf 15 Millionen Rubel vorzulegen“, bestätigte der Spartak-Presse-Attaché. Sofern die Schuld des Fahnenschwingers vor Gericht festgestellt werde, soll ihm eine Schadensersatzklage in Höhe von umgerechnet 340.000 Euro zugestellt werden.

Foto: JT, Lizenz: CC