Sonntag, 05. Juni 2016

Nach Demo in Dortmund: Neonazis attackieren Polizei

Alljährlich mobilisiert die rechtsextreme Szene zum „Tag der deutschen Zukunft“. Dieses Jahr folgten dem Aufruf rund 900 Neonazis – dies stellt die bislang größte Demonstration des Jahres dar. Am Abend attackierten Rechtsextreme mehrere Polizeibeamte mit Pfefferspray und Feuerlöschern.

Bildergalerie des Aufmarsches in Dortmund
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Bereits im Vorfeld sorgte der „Tag der deutschen Zukunft“ (TddZ) für allerlei Trubel. So wollte die Dortmunder Polizei den geplanten Streckenverlauf nicht publik machen, ein Journalist klagte gar gegen die Entscheidung der Behörde. Auch mit der Partei Die Rechte lieferte sich die Polizei juristische Auseinandersetzungen. So wurde ein Rechtsstreit gewonnen, der es der Polizei erlauben würde, Redner auszuschließen, die bereits wegen Volksverhetzung im Rahmen von öffentlichen Versammlungen verurteilt oder vorbestraft worden sind.

Vom Dortmunder Hauptbahnhof wurden Samstagmittag Hunderte Neonazis zum Sammelpunkt am S-Bahnhof Dorstfeld geleitet. Auch bei der vom Anmelder, dem Rechte-Kader Michael Brück, gewünschten Route durch die Innenstadt ging die Polizei als Sieger hervor. Die Strecke verlief schließlich gen Norden Richtung Huckarde.

Erst gegen 15 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung. 900 Neonazis hatten sich zu dem Zeitpunkt vor Ort eingefunden – der bislang größte Aufmarsch der Szene würde in diesem Jahr in Dortmund stattfinden. Organisiert wurde die Demo in diesem Jahr unter maßgeblicher Regie zahlreicher Kader der Splitterpartei Die Rechte. So verwunderte es kaum, dass die NPD kaum mit Funktionären vertreten war.

Demo wegen Vermummung zwischenzeitlich gestoppt

Claus Cremer, Landeschef aus Nordrhein-Westfalen gesellte sich am Sonnabend dazu, aus dem Süden war der rheinland-pfälzische Landesvorsitzende Markus Walter zusammen mit Ricarda Riefling, der Vorsitzenden des „Rings Nationaler Frauen“ angereist. Aus Thüringen war Landesvize Thorsten Heise vertreten, der später auch als Redner auftreten würde. Während im vergangenen Jahr, als in Neuruppin erstmals eine Blockade des TddZ gelang, Landeschef Stefan Köster noch eine Rede beisteuerte, unterstützten diesmal keine Parteikader aus dem Nordosten die Demonstration. Dafür reihten sich – wenig überraschend – mehrere Kader der Rechten in den Aufmarsch ein. In erster Reihe Michel Fischer und Dan Eising, weiter hinten Philipp Hasselbach, Bundeschef Christian Worch beschränkte sich auf das Fahren des Transporters.

Bereits nach wenigen Hundert Metern wurde der Demozug das erste Mal gestoppt, da die Polizei mehrere vermummte Personen ausgemacht hatte. Andere Entscheidungen der Sicherheitsbehörde waren hingegen schwer nachzuvollziehen. „Warum mit Christoph Drewer, dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Partei `Die Rechte´ ein vorbestrafter Neonazi, der kurz vor dem Antritt einer zweijährigen Haftstrafe steht, als Ordner genehmigt wurde, konnte die Polizei auf Nachfrage der `Welt´ nicht erklären. Stefan Laurin wundert sich zurecht. Parolen wie „Kriminelle Ausländer raus – und der Rest auch“ schienen ebenso kein Problem darzustellen.


Teilnehmer des "Tag der deutschen Zukunft"

Auf der Zwischenkundgebung in der Urbanusstraße wurde schließlich Thorsten Heise ans Mikrofon geschickt. In seiner Rede sagte der NPD-Mann: „Heinrich George, umgekommen in einem bolschewistischen Hungerlager. 1946 im KZ Buchenwald, wo nach dem Kriege mehr Menschen umgekommen sind als zur Zeit der Nationalsozialisten.“ Aufgrund dieser Aussage sei bei der Polizei bereits eine Strafanzeige wegen Volksverhetzung gestellt worden.

Am Endpunkt Huckarde angekommen, durfte schließlich ein „Aktivist“ für den TddZ im kommenden Jahr werben, der dann in Karlsruhe stattfinden soll. Beendet wurde die Demonstration gegen 18.30 Uhr – doch Dutzende Neonazis wollten den Abend offenbar im „Kiez“ in Dorstfeld ausklingen lassen. Nachdem diese Pyrotechnik zündeten, griff die Polizei ein. Die Beamten wurden jedoch mit Pfefferspray und Feuerlöschern attackiert, ein Polizist wurde verletzt. Auf einer Neonazi-Seite heißt es verächtlich: „In der Sportsprache betrachtet [seien die Polizisten, Anm. der Red.] – sicherlich nicht als Sieger vom Platz gegangen.

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