Sonntag, 19. März 2017

Leipzig: Nur 120 Neonazis folgen Demo-Aufruf

Eine gestern durch Leipzig durchgeführte Neonazi-Demonstration bleib weit hinter den Erwartungen zurück. Gerade einmal 120 Teilnehmer fanden sich ein – Tausende Gegendemonstranten stellten sich ihnen entgegen. Der angekündigte Marsch durch den linksalternativen Stadtteil Connewitz hatte im Vorfeld großes Aufsehen erregt.

Fotogalerie der gestrigen Demo
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Der Bahnhof MDR im Leipziger Süden fungierte am Samstagnachmittag als Treffpunkt der Neonazi-Demonstration der Splitterpartei die Rechte. Ursprünglich wollte Anmelder Christian Worch, der auch Bundesvorsitzender ist, weiter südlich durch den Stadttteil Connewitz marschieren, doch der 61-Jährige scheiterte an allen Instanzen. Erst Freitagabend entschied auch das Oberverwaltungsgericht Bautzen, dass die von Worch gewünschte Route nicht gelaufen werden kann.

Räumfahrzeuge, Wasserwerfer, Helikopter

Gerade diese Strecke war jedoch Aufhänger der Neonazi-Mobilisierung. Bereits Anfang der 2000er-Jahre zog Christian Worch mehrfach nach Leipzig, die Demos liefen als Kampf um die Frontstadt, zuletzt gab es am 12. Dezember 2015 einen Aufmarsch, der jedoch ebenfalls nicht durch Connewitz ging. Am Rande der Demo kam es zu heftigen Ausschreitungen zwischen der linken Szene und der Polizei. Rund einen Monat später zogen 200 Neonazis randalierend durch Connewitz.

Die Stimmung war dementsprechend aufgeladen am gestrigen Sonnabend, die Polizei veröffentlichte Pressemitteilungen, die von Beobachtern als subtile Drohung an die linke Szene verstanden wurden. Zudem wurde mit einem massiven Polizeiaufgebot gerechnet, am Ende waren rund 2.500 Beamte im Einsatz, dazu kreisten mehrere Helikopter am Himmel, auf den Straßen sah man etliche Räumfahrzeuge und Wasserwerfer.

Als sich dann gegen Mittag lediglich 120 Neonazis eingefunden hatten, stellte sich unweigerlich die Frage der Verhältnismäßigkeit. Vorab war mit 300 bis 400 Teilnehmern gerechnet worden. Die Rechte um Christian Worch kommt bundesweit auf gerade einmal 650 Mitglieder, doch viele parteifreie Gruppierungen hatten seit Wochen ebenfalls nach Leipzig mobilisiert.

Schaulaufen der Landeschefs

Nach einem kurzen Schauer setzen sich die Anhänger der Minipartei in Bewegung, über die Semmelweisstraße und die Straße des 18. Oktober konnte auf einer Distanz von lediglich zwei Kilometern „Nie wieder Israel“ oder „Frei, sozial und national“ skandiert werden. Auf einer Zwischenkundgebung und wenig später finalen Ansprache durften sich etliche Landesvorsitzende an ihre Anhänger richten: Uli Carsten Bayer (Sachsen), Philipp Hasselbach (Bayern), Sascha Krolzig (Nordrhein-Westfalten), Holger Niemann (Niedersachsen), sowie Michel Fischer und Christian Worch. Es zeigt, wie dünn die Personaldecke der Partei Die Rechte ist.

Auf der Route Richtung Bayerischer Bahnhof mussten die 120 Rechtsextremen an Hunderten Gegendemonstranten vorbei, Proteste in Hör- und Sichtweite ermöglichte die Polizei an dem Tag. Auch vor der Abschlusskundgebung warteten bereits über 1.000 Neonazi-Gegner. Am Ende verlief das Demonstrationsgeschehen ruhig, es kam zu keinen nennenswerten Vorfällen.

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