Montag, 28. Oktober 2013

Die Rechte macht „Vollblutpolitiker“ zum sächsischen Landeschef

Christian Worch hatte sich erst gar nicht auf den Weg gemacht. Womöglich maß der Bundeschef und Gründer der Neonazi-Splitterorganisation Die Rechte (DR) der Gründung des nun siebten Landesverbandes nur eine geringe Bedeutung bei. Dass die DR der NPD in ihrem Stammland Sachsen Konkurrenz machen könnte, scheint mit dieser Truppe ohnehin ausgeschlossen.

Sebastian-Daniel Risse (Foto: Screenshot Facebook)

Das Facebookprofil des frischgebackenen sächsischen Landeschefs der Neonazi-Partei Die Rechte (DR) ist ein wenig anders gestaltet, als dies die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes von einem ernstzunehmenden Politiker vermuten würden. Sebastian-Daniel Risse zeigt sich dort nämlich in feuchtfröhlicher Pose, gemeinsam mit einem Gesinnungsgenossen. Beide prosten sich mit einem Bier zu, dabei ist auf Risses Unterarm die „Schwarze Sonne“ zu erkennen. Ein Symbol, auf das die SS gerne zurückgriff.

Risse jedenfalls wurde am Samstag zum ersten Vorsitzenden des neuen DR-Landesverbandes Sachsen gewählt. Vertreten wird er durch „Kameradin Susann Sommerer“, die der Einfachheit halber gleich den Posten der Schatzmeisterin mitübernimmt. Komplettiert wird der Vorstand laut Parteiangaben durch einen „48-jährigen Kameraden aus Hoyerswerda und eine Kameradin aus Wurzen“. Maik Teich fungiert fortan als Landesschiedsrichter.

In gerade einmal 60 Minuten peitschte der als Versammlungsleiter gewählte stellvertretende Bundesvorsitzende Pierre Levien die Gründungsveranstaltung durch. Dass Levien, zugleich Landeschef der hessischen Rechten, diesen Part übernahm, ist nur logisch. Fand das Treffen doch offenbar nicht in Sachsen, sondern in Hessen statt. Der Vorsitzende und Gründer der Splitterpartei, die bundesweit rund 400 Mitglieder zählen dürfte, Christian Worch, machte sich erst gar nicht auf den Weg. Auf dem anschließenden Interessenstammtisch wurde dann vermutlich mit „Gästen aus Sachsen und Thüringen sowie Mitgliedern des Wiederbelebten Freien Widerstandes Main-Kinzig“ [sic!] auf die Neugründung angestoßen.

Der Parteitag war bereits der zweite Anlauf zur Gründung der sächsischen Gliederung. Einen ersten Versuch hatten die Organisatoren aus Angst vor „unwillkommen Gästen“ und „Störversuchen“ am 12. Oktober platzen lassen, berichtet der Blick nach Rechts. Die NPD, Platzhirsch unter den rechtsextremen Parteien in Sachsen, ließ die Neugründung bislang unkommentiert. Sorgen, dass mit der DR eine ernsthafte Konkurrenz in ihrer Hochburg erwächst, werden sich Holger Apfel und sein farbloser Landesvorsitzender Holger Szymanski angesichts dieser Truppe kaum machen.