Sonntag, 22. November 2015

„Wir holen uns unser Land zurück“: AfD im Kampfmodus

Deutlich weniger Sympathisanten als zuletzt mobilisierte eine AfD-Demonstration gestern in Schwerin. Dafür wählten einige Redner harte Worte – sie sprachen von einer „Festung Europa“ oder davon, „das Land zurückzuholen“. Nicht nur die anwesenden Anhänger der rassistischen Gruppierung „Schwerin wehrt sich“ dürften sich darin wiedergefunden haben.

Fotogalerie der gestrigen AfD-Demonstration in Schwerin. Die Bilder 10, 11 und 12 stammen von Fabian Schumann, bei dem auch die Rechte liegen.
Fotogalerie der gestrigen AfD-Demonstration in Schwerin. Die Bilder 10, 11 und 12 stammen von Fabian Schumann, bei dem auch die Rechte liegen.
Fotogalerie der gestrigen AfD-Demonstration in Schwerin. Die Bilder 10, 11 und 12 stammen von Fabian Schumann, bei dem auch die Rechte liegen.
Fotogalerie der gestrigen AfD-Demonstration in Schwerin. Die Bilder 10, 11 und 12 stammen von Fabian Schumann, bei dem auch die Rechte liegen.
Fotogalerie der gestrigen AfD-Demonstration in Schwerin. Die Bilder 10, 11 und 12 stammen von Fabian Schumann, bei dem auch die Rechte liegen.
Fotogalerie der gestrigen AfD-Demonstration in Schwerin. Die Bilder 10, 11 und 12 stammen von Fabian Schumann, bei dem auch die Rechte liegen.
Fotogalerie der gestrigen AfD-Demonstration in Schwerin. Die Bilder 10, 11 und 12 stammen von Fabian Schumann, bei dem auch die Rechte liegen.
Fotogalerie der gestrigen AfD-Demonstration in Schwerin. Die Bilder 10, 11 und 12 stammen von Fabian Schumann, bei dem auch die Rechte liegen.
Fotogalerie der gestrigen AfD-Demonstration in Schwerin. Die Bilder 10, 11 und 12 stammen von Fabian Schumann, bei dem auch die Rechte liegen.
Fotogalerie der gestrigen AfD-Demonstration in Schwerin. Die Bilder 10, 11 und 12 stammen von Fabian Schumann, bei dem auch die Rechte liegen.
Fotogalerie der gestrigen AfD-Demonstration in Schwerin. Die Bilder 10, 11 und 12 stammen von Fabian Schumann, bei dem auch die Rechte liegen.

„Dienst nach Vorschrift“, dieses Motto passte wohl besser zu der gestrigen AfD-Demonstration in Schwerin als der eigentliche Slogan „Asylchaos stoppen“. Nachdem die Partei vor rund vier Wochen nach Polizeiangaben noch 1.800 Menschen in Rostock auf die Straße gebracht hatte, mussten sich die „Blauen“ in der Landeshauptstadt mit geschätzten 400 Anhängern begnügen. Die Atmosphäre war weitgehend den kalten Temperaturen angepasst, wenngleich die Redner mit Blick auf die Landtagswahl am 4. September nächsten Jahres Aufbruchstimmung zu verbreiten versuchten.

Insbesondere der Beitrag von Landessprecher Matthias Manthei stieß auf geringeres Interesse. Während der vordere Teil des Publikums den ersten Vortrag der Abschlusskundgebung hin und wieder mit Applaus bedachte, unterhielten sich weiter hinten die Sympathisanten der Rechtspopulisten in kleineren Gruppen. Die technokratischen Ausführungen des spröden Greifswalder Richters dürften ihren Nerv kaum getroffen haben. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Vertreter von „Schwerin wehrt sich“ um David Bühring, die sich zuvor im hinteren Teil des Aufmarsches eingereiht hatten, ihr Transparent bereits eingepackt. Sie verließen den Platz in Richtung Marienplatz-Galerie, wo es nach Darstellung der Polizei zu einer Konfrontation mit Gegendemonstranten kam, in deren Verlauf Platzverweise ausgesprochen wurden.

„Hoch die Fahnen, Mecklenburg-Vorpommern steht auf“

Eröffnet wurde die knapp zwei Stunden dauernde Veranstaltung von Mantheis Sprecherkollegen Leif-Erik Holm, der bereits durch die große AfD-Demonstration in Berlin geführt hatte. Ihm oblag auch die Schlussrede. Zuvor sprach der Schweriner Kreisvorsitzende und Landtagskandidat Thomas de Jesus Fernandes, dessen Steuerschulden jüngst Schlagzeilen machten. Der 41-Jährige warf der Bundesregierung eine „verfassungsfeindliche Politik“ vor und forderte eine „Festung Europa“. Fernandes kündigte an, man werde sich am 4. September „unser Land zurückholen“. Er schloss mit „Hoch die Fahnen, Mecklenburg-Vorpommern steht auf“ – eine NPD-Demonstration hätte kaum passender anfangen werden können.

Holm schlug dann in eine ähnliche Kerbe. Zunächst beklagte er den Umgang mit seiner Partei – der AfD gefällt ihre Opferrolle. Im weiteren Verlauf prophezeite der frühere Radiomoderator in einigen Jahren „25 Millionen Asylbewerber“. Wenn es so weitergehe, sei „dieses Land in ein, zwei Jahren Geschichte“. „Zuwanderung muss dort aufhören, wo die Identität eines Volkes gefährdet ist“, sagte er zur Freude der Anhänger, die mit Slogans wie „Volksverräter“ oder „die Presse lügt“ bekannte Losungen anstimmten.

Da es anderswo gelöscht wurde, hier das Video der AfD Demonstration. Wohlgemerkt, Kameradschaft Schwerin (man erkennt...

Posted by Schwerin wehrt sich total dolle on Samstag, 21. November 2015


Einmal um den Block

Die eigentliche Demonstration war kaum der Rede wert. Abseits der zentralen Innenstadt lief die AfD-Spitze und ihre Anhänger nur eine kurze Strecke. Den Zug führten am Frontbanner auch der erstinstanzlich wegen Volksverhetzung verurteilte Holger Arppe und die wegen ihrer umstrittenen Äußerungen bundesweit bekannte Landesgeschäftsführerin Petra Federau an. Torsten Schramke, wie Bühring Motor der rassistischen Proteste in Mecklenburg, reihte sich ebenfalls ein. Koordiniert wurde die Demonstration von Jens Schneider, der einst die CDU nach Teilnahmen an NPD-Kundgebungen verlassen hatte. Mit hasserfülltem Blick wandte er sich an die Presse: „Zischt ab.“

Zur externen Flickr-Galerie, weitere Fotos gibt es bei Fabian Schumann.