Sonntag, 31. Juli 2016

Vereint im Hass

Nach den letzten Anschlägen in Süddeutschland wurde über einen möglichen Zulauf zur dritten „Merkel muss weg“-Demo am Samstag in Berlin spekuliert. Doch mit lediglich 1.300 Personen sind die Zahlen weiter rückläufig. Die Teilnehmer setzten sich aus aufgebrachten Wutbürgern, Flüchtlingsfeinden, Hooligans und Neonazis zusammen.

Fotogalerie der Demo in Berlin
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Direkt vor dem Hauptbahnhof in Berlin versammelten sich am Samstagnachmittag mehrere Hundert Personen zur „Großdemo: Merkel muss weg“, zu der seit etlichen Wochen mobilisiert wurde. Später gab die Polizei 1.350 Teilnehmer zu Protokoll. Gegenüber der ersten Demo mit 3.000 und der zweiten im März mit 1.800 Personen gehen auch im dritten Anlauf die Zahlen kontinuierlich zurück. Von einer „Großdemo“ kann kaum noch die Rede sein. Vorab hatten Beobachter vermutet, dass sich die zurückliegenden Terrorattacken positiv auf die Mobilisierung auswirken könnte – doch dazu kam es nicht.

Verantwortlich für die Demonstration zeichneten Funktionäre der Splitterpartei „Pro Deutschland“, die im September auch zur Abgeordnetenhauswahl kandidieren. Als Versammlungsleiter wird Enrico Stubbe genannt, auf der Bühne und später prominent am Fronttransparent tauchte Manfred Rouhs auf, Bundesvorsitzender und Spitzenkandidat der Partei.

Die Teilnehmer setzten sich aus verschiedenen Spektren zusammen, am ehesten erinnerte die Veranstaltung an die Dresdner Pegida-Märsche. Der mehrheitlich bürgerliche Teil wurde ergänzt von zahlreichen Hooligans und Neonazis, die aus angrenzenden Bundesländern angereist waren. Vereint sind sie in ihrem Hass auf Angela Merkel und Flüchtlinge, die dominierenden Themen der Veranstaltung.

Die Rechtsextremen sorgten immer wieder dafür, dass die Demonstration unweigerlich an Szene-Aufmärsche erinnerte. Direkt hinter dem Fronttransparent und Manfred Rouhs, der dort zunehmend deplatziert wirkte, gaben Neonazis immer wieder Parolen durch wie „Antifa-Hurensöhne“ oder „Nationaler Sozialismus – jetzt, jetzt, jetzt“. Der Redner Sascha Perschke vom „Bürgerprotest Hannover“ ging gar einen Schritt weiter und appellierte an die Demonstranten: „Wollt ihr das System zum Einsturz bringen?" - Dutzende skandieren: „Ja“.

Das Mikrofon durften am Samstagnachmittag etliche Personen ergreifen, allen voran der Schweizer Ignaz Bearth, der auch schon auf den Pegida-Demos in Dresden gesprochen hat. Zum Ende versagte dem Präsident der Kleinstpartei „Direktdemokratische Partei Schweiz“ allerdings die Stimme. Unterstützung bekam der Mann neben Rouhs auch von Viktor Seibel, Eric Graziani Grünwald, Ester Seitz und Alexander Kurth. Der Rechtsextreme wurde vorab als Mitglied der „Bürgerinitiative wir lieben Sachsen & Thügida“ angekündigt, dass Kurth sächsischer Landesvorsitzender der Neonazi-Partei Die Rechte ist, wird geflissentlich übergangen.

Vereinzelt reihten sich auch NPD-Kader in den Demozug ein. Ganz am Ende tauchte der Berliner NPD-Mann Jan Sturm auf, der auf Platz 7 der Landesliste kandidiert. Auch Antje Mentzel, Landesvorsitzende der NPD-Unterorganisation „Ring Nationaler Frauen“ aus Mecklenburg-Vorpommern lief am Samstag mit. Zudem reiste knapp ein Dutzend Anhänger der „Patrioten Rostock“ an, aus Schwerin war Torsten Schramke, Organisator etlicher rechte Aufmärsche in Schwerin unter dem Label „Dachverband Deutschland wehrt sich“ mit einigen Anhängern dabei und gab die Schlagwörter per Megafon vor; genauso wie Stefanie Karsten, die für Die Rechte bereits mehrfach als Rednerin aufgetreten ist.

Auf dem Rückweg Richtung Hauptbahnhof gab Ignaz Bearth folgende Parole an seine Anhänger durch: „Heute sind wir Tausende, bald werden wir Hunderttausende sein.“ Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

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