Dienstag, 15. März 2016

Vermittlung für „Escort 4 You – German Beauties“? Vorwürfe gegen Schweriner AfD-Kandidatin

Recherchen der Schweriner Volkszeitung (SVZ) werfen ein pikantes Licht auf die Vergangenheit von AfD-Landtagskandidatin Petra Federau. Der Zeitung zufolge habe die Schweriner Stadtvertreterin für eine in Abu Dhabi ansässige Escort-Agentur junge Frauen angeworben und teilweise in den arabischen Raum begleitet. Federau schweigt zu den Vorwürfen.

Petra Federau, hier bei ihrer Rede auf dem AfD-Landesparteitag

Delikat an der Sache: Federau wird nicht müde, gegen den Islam und seine vermeintlichen Folgen zu wettern. Erst in der Vorwoche hat sie auf Facebook eine Grafik geteilt, in der beklagt wird, die „Misere“, die der Islam in islamischen Ländern angerichtet habe, hätte nun Europa erreicht. Der Bericht der Schweriner Volkszeitung über ihre Rolle als mutmaßliche Vermittlerin für den Escort-Service „Beauty Escort 4 You – German Beauties“ wirft vor allem die Frage auf, wie Federaus vor Monaten geäußerte Warnung vor „Krankheiten aus aller Welt“ zu verstehen ist, die sich Deutschland insbesondere mit Flüchtlingen ins Land hole.

Petra Federau, die für die AfD zur Landtagswahl im Herbst in Mecklenburg-Vorpommern auf Listenplatz 3 kandidiert, soll Frauen aus der Region unter dem Namen „Pia Sommer“ kontaktiert und angeworben haben. Spätere Verträge habe sie dann aber mit ihrem richtigen Namen unterschrieben, wie die SVZ berichtet. Interessentinnen wären über Anzeigen in Anzeigenblättern oder dem Internet geworben worden. Die Escort-Agentur habe von den vermittelten Frauen rund ein Drittel der Einkünfte als Provision behalten. Der Stundensatz lag nach Recherchen der Lokalzeitung bei umgerechnet 150 Euro. Für eine Woche Einsatz in Dubai oder Abu Dhabi lag das Honorar der vermittelten Frauen bei 2.500 Euro – abzüglich der Provision der Agentur. Wie die SVZ berichtet, hätten die angeworbenen Frauen insbesondere bei der Einreise Angst gehabt, kontrolliert und verhaftet zu werden.

Federau selbst hat sich zu den Vorwürfen bisher nicht geäußert. Dies dürfte aber wohl nur eine Frage der Zeit sein. Ihr Anwalt habe gegenüber der SVZ eingeräumt, seine Mandantin habe „nicht das geringste einzuwenden gegen sorgfältig recherchierte Zeitungsartikel“, so das Blatt. Was zunächst also bleibt sind Kratzer am selbst gewählten Image als „Sauberfrau“, zumal auf dem kürzlich durchgeführten AfD-Landesparteitag diese Episode ihrer Vergangenheit kein Thema war. Wenngleich die Parteispitze dort andere Vorwürfe – das Wort „Datenmissbrauch“ stand im Raum – gegen die ehemalige Geschäftsführerin des AfD-Landesverbandes und heutige Geschäftsführerin der Schweriner AfD-Stadtratsfraktion erhob.