Mittwoch, 26. April 2017

Statement von AfD-Politiker: Universität spricht von „unsäglichen Äußerungen“

Nach umstrittenen Aussagen des AfD-Abgeordneten Ralph Weber reagierte nun die Universität Greifswald, an der der Professor derzeit beurlaubt ist. In einer Pressemitteilung distanziert sich die Einrichtung von seinen „unsäglichen Äußerungen“. Weber selbst löschte auf Facebook einige Phrasen, inhaltlich stünde er jedoch weiterhin dazu.

Derzeit ist Ralph Weber an der Universität Greifswald beurlaubt

Die Universität Greifswald hat auf die Veröffentlichung eines Textes des AfD-Landtagsabgeordnete Ralph Weber reagiert. In einer Pressemitteilung distanziert sie sich davon und spricht von „unsäglichen Äußerungen“. Weber müsse sich dafür „als Privatperson und als Abgeordneter verantworten“. Zudem fordert die Alma Mater die Mitglieder des Landtages Mecklenburg-Vorpommern auf, sich „nachdrücklich den Äußerungen von Ralph Weber entgegenzutreten.“ Seit dem Einzug des 56-Jährigen in den Landtag ist Weber an der Universität beurlaubt.

Laut Thomas Krüger, SPD-Fraktionschef im Schweriner Landtag, würden Webers Aussagen „unmissverständlich an den Sprachgebrauch der NPD“ erinnern. Zudem wundere ihn „die Zurückhaltung der AfD-Fraktion gegenüber diesen nicht hinnehmbaren Äußerungen“. In der Tat scheint es keine öffentliche Reaktion seitens der AfD zu geben; der Merkur schreibt lediglich, dass die AfD-Landesvorsitzenden Leif-Erik-Holm und Bernhard Wildt in einer gemeinsamen Erklärung betont hätten, dass Weber nicht für die Partei spreche.

Keine „Abstandnahme von politischen Inhalten“

Der dem völkischen Lager zuzuordnende AfD-Politiker veröffentlichte am Mittwoch eine Stellungnahme, in der er auf seine Äußerungen einging. Darin spricht er von „böswilligen Fehldeutungen“ durch die Presse. So sei die Aussage „Deutschland den Deutschen“ nach dem Ende des Ersten Weltkrieges entstanden und hätte keinen „nationalsozialistischen Hintergrund“. Dass die Aussage in den rund 100 Jahren, die seitdem vergangen sind, eine andere Konnotation entwickelt haben könnte, scheint dem AfD-Mann nicht in den Sinn gekommen zu sein. Heute findet die Phrase vor allem in rechtsextremen Kreisen Verwendung.

„AfD-Rechtsprofessor fordert arische Leitkultur“, titelte der Nordkurier als Reaktion auf Webers erste Veröffentlichung. In seinem ursprünglichen Text war die Rede von „`Biodeutschen´ mit zwei deutschen Eltern und vier deutschen Großeltern“, eine „deutschen Leitkultur“ müsse erhalten und der „Große Austausch“ verhindert werden. Das taktische Zurückrudern kommt nicht unerwartet, zudem stellt er klar: Es handele sich um keine „Abstandnahme von irgendwelchen politischen Inhalten, sondern nur um eine sprachliche Klarstellung.“