Donnerstag, 21. Juli 2016

AfD M-V eröffnet Wahlkampf mit Frauke Petry

Zum Wahlkampfauftakt führte die AfD Mecklenburg-Vorpommern am Mittwochabend eine Demonstration in Rostock durch – eingeladen wurde die Bundesvorsitzende Frauke Petry. Mit 500 Teilnehmern war die Veranstaltung jedoch nur mäßig besucht, an der Gegendemo beteiligten sich genauso viele Personen.

Fotogalerie der AfD-Demonstration in Rostock
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Bereits seit einigen Wochen hat der Landesverband die Schlagzahl öffentlicher Auftritte sichtlich erhöht. Nach Kundgebungen in Stralsund, Güstrow und Pasewalk sollte der offizielle Wahlkampfauftakt nun in der größten Stadt des Bundeslandes stattfinden. Die bislang größte Veranstaltung der Alternative für Deutschland, die im vergangenen Oktober ebenfalls auf dem Bahnhofsvorplatz in Rostock stattfand, lockte seinerzeit laut Polizeiangaben 1.800 Teilnehmer an. Auf dem nur wenige Hundert Meter langen Demozug gelang dem NPD-Politiker eine kleinere Aktion, zudem kam es zu Ausschreitungen, an denen auch Neonazis beteiligt waren. Wohl auch, um solche Bilder zu unterbinden, finden seitdem sämtliche Auftritte der AfD nur noch stationär statt.


Luftaufnahme der AfD-Demo am Hauptbahnhof

Am Mittwochabend mobilisierten die Rechtspopulisten erneut auf den Konrad-Adenauer-Platz in Rostock. Zu größeren Vorfällen, die für die wahlkämpfende AfD negativ ausgelegt werden könnten, kam es diesmal nicht. Direkt neben der Bühne musste während der Veranstaltung ein Sympathisant der Partei festgenommen werden, der Widerstand gegen die Polizei leistete, auch Alkohol sei im Spiel gewesen. Unter das Publikum mischten sich auch einige Anhänger der „Patrioten Rostock“ und der „Identitären Bewegung“, gingen jedoch in der Masse unter.

Rund 500 AfD-Mitglieder und Sympathisanten – und somit deutlich weniger gegenüber der letzten Demonstration – waren dem Aufruf gefolgt, unter den Teilnehmern befanden sich etliche Parteifunktionäre und Kandidaten für die Landtagswahl. Den Reigen eröffnete der Rostocker Bürgerschaftsabgeordnete Holger Arppe. „Holen wir uns unser Land zurück“, forderte der 43-Jährige. Anschließend brachte Johannes Salomon, der von sich angibt als Bäckerei-Betriebsleiter tätig gewesen zu sein, einen Brötchen-Vergleich an. Das letzte gezeigte Exemplar stünde für die AfD – „frisch, voller Tatendrang und gehört auf dem schnellsten Weg in den Landtag“.

„Fischköppe schreiben Geschichte“, so eröffnete Frauke Petry ihre anschließende Rede und übernahm damit den Tenor der gebetsmühlenartig vorgetragenen Parole, stärkste Partei bei der Wahl zu werden. Die letzten beiden Umfragen sehen die AfD hingegen nur an dritter Stelle hinter CDU und SPD. Auch an die Journalistin Andrea Röpke richtete die Parteivorsitzende einen „Gruß“. Die „Antifa-Fotografin“ würde Fotos von Demonstranten ins Internet stellen. Beendet wurde die Demonstration mit einem etwas holprigen Absingen der deutschen Nationalhymne.

Gegen den Auftritt der AfD hatte das Bündnis „Rostock nazifrei“ aufgerufen, das an zwei Kundgebungen laut Polizei ebenfalls rund 500 Anhänger mobilisieren konnte. Das Bündnis, das in einer Pressemitteilung von 750 Unterstützern spricht, wollte ein Zeichen setzen „gegen Rassismus, Homophobie und für ein solidarisches Miteinander in Rostock“.