von Torsten Sohn
   

Holm ohne Chance auf Spitzenteam

Der AfD-Bundesparteitag in Köln verlief aus Sicht des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern durchwachsen. Landeschef findet sich nach vorherigen Ambitionen nicht im Spitzenteam wieder, der Landespressesprecher schmiss aufgrund von Hardlinern in seinem Verband hin.

Fraktions- und Landeschef Leif-Erik Holm zieht es zurück nach Berlin

Vielleicht hatten sich die AfD-Delegierten aus dem Nordosten mit besonders großen Hoffnungen auf den Weg in die linksrheinische Metropole gemacht. Schließlich hat der Fraktionsvorsitzende der AfD im Schweriner Landtag, Leif-Erik Holm, nach gerade einmal etwas über 100 Tagen seine Kandidatur um einen Sitz im Bundestag bekanntgegeben und Kritikern Auftrieb gegeben, die seine Ambitionen im Schweriner Landtag als wenig glaubhaft betrachteten.

Pressesprecher tritt zurück

Holm hatte aufgrund seiner Überlegungen für das AfD-Spitzenteam zur Bundestagswahl endgültig einen Schlussstrich unter die kurze Liason im Schweriner Landtag gezogen. Einen Schlussstrich zog auch ein anderes Mitglied der AfD im Bundesland. Lars Löwe, Beisitzer des Landesvorstandes in M-V und Direktkandidat zur Landtagswahl im Wismarer Wahlkreis trat noch am Samstagabend von seinem Amt als Pressesprecher des Landesverbandes und Direktkandidat zur Bundestagswahl zurück.

Als Gründe nannte er „das Auftreten mehrerer Repräsentanten meiner Partei und der Anhänger dieser Personen“, die „verbalen Grenzüberschreitungen“, wie die als „Mahnmal der Schande“ bekanntgewordene Rede des thüringischen AfD-Vorsitzenden Björn Höcke, „dem Mitgröhlen auf einer NPD-Demo“ und „Relativierung der Verbrechen des Anders Breivik“, womit wohl der Dresdner Richter und Bundestagskandidat Jens Maier gemeint sein dürfte.

Verband gibt sich karg

Vorwürfe macht Lars Löwe auch der hiesigen Landtagsfraktion, die vor allem Unterstützer Höckes auf die Landesliste gewählt hätten. Dass die Einigkeit in dieser Personalie doch nicht so eindeutig ist, davon berichten Beobachter vor Ort: Landtagsmitglied Dirk Lerche und seine Mitarbeiterin Petra Federau sollen verzückt von den Stühlen aufgesprungen sein, als es thematisch um den Nicht-Ausschluss von Björn Höcke ging. Die übrigen Delegierten aus Mecklenburg-Vorpommern seien da zurückhaltender aufgetreten.

Das zeigte auch die Öffentlichkeitsarbeit bezüglich des Parteitages. Der sonst auf Facebook omnipräsente Landesverband veröffentlichte vorab lediglich die Videobotschaft von Frauke Petry, einzelne Delegierte später einige Fotos von der Veranstaltung in Köln. Der nun nicht ins Spitzenteam gewählte Leif-Erik Holm ging auf Facebook hingegen gar nicht auf den Bundesparteitag ein.

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