von Anna Müller
   

Großrazzia im Raum Chemnitz: Waffenfunde bei NPD-Mitglied

Am Dienstag wurde eine Razzia in den Wohnungen von drei Männern und in einem Proberaum einer rechtsextremen Band durchgeführt. Bei einem der Männer ist eine Schusswaffe gefunden worden. Er soll ein langjähriges NPD-Mitglied sein.

Razzia (Symbolfoto)

Ermittler des Operativen Abwehrzentrums und Beamte der Bereitschaftspolizei haben am Dienstagmorgen drei Wohnungen und einem Proberaum einer rechtsextremen Band in Chemnitz, Striegistal und Hainichen durchsucht.

In den Räumen sei eine nicht registrierte Schusswaffe sowie Munition für verschiedene Kaliber, verbotene Pyrotechnik und mehrere Datenträger sichergestellt worden. „Betroffen waren drei männliche Personen im Alter von 21, 34 und 40 Jahren, die im Verdacht stehen, gegen das Waffengesetz verstoßen zu haben“, sagte eine Polizeisprecherin der News aus Chemnitz. Zusätzlich werde den Männern die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen vorgeworfen.

Die Leipziger Volkszeitung vermutet hinter einem der Verdächtigen den 44-jährigen René B. aus dem Raum Mittweida. Bei dem langjährigen NPD-Mitglied sei die Schusswaffe und Munition sichergestellt worden. 2008 habe B. für den Kreistag des Landkreises Mittelsachsen und 2009 bei den Gemeinderatswahlen für die NPD kandidiert. Nachdem die Kreisverbände Mittweida, Döbeln und Freiberg 2008 zum neuen NPD-Kreisverband Mittelsachsen fusionierten, wurde René B. in den Kreisvorstand gewählt. „Szene-Kenner bringen René B. mit den Freien Kräften in Verbindung“, so die LVZ.

Zur der rechtsextremen Band, deren Proberaum durchsucht wurde, gibt es widersprüchliche Informationen. Laut LVZ sei eine „bislang nicht bekannte rechtsextremistische Gruppe“ entdeckt worden. Im Sachsen-Fernsehen sprach die Pressesprecherin des OAZ, Uta Barthel, von einer Untersuchung in einem Bandproberaum „einer verbotenen rechtsextremistischen Musikgruppe“. Der Name der Band wurde nicht veröffentlicht.

Auch weitere Details zum Ermittlungsverfahren behielten die Behörden aus ermittlungstaktischen Gründen für sich. Es wird gemutmaßt, dass sich die drei Männer nach wie vor auf freiem Fuß befinden. Bernd Merbitz, Chef des Operativen Abwehrzentrums, sprach gegenüber der LVZ von einem „nicht alltäglichem Fund“, der ein „großer Erfolg“ sei.   

Foto: Haskala Saalfeld, Lizenz: CC

Kommentare(1)

Dennis Freitag, 07.Februar 2014, 09:29 Uhr:
Wundert es hier irgendwen, dass bei Neonazis Waffen gefunden wurden???
Mich nicht.
Und die NPD ist die politische Heimat .....
Mehr muss man nicht sagen.
 

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