von Redaktion
   

Geprügelt und gewürgt: NPD-Funktionär wegen Misshandlung seiner Stieftöchter vor Gericht

+ + Mit Nachtrag + + Vor dem Pirmasenser Amtsgericht muss sich derzeit der NPD-Funktionär Sascha Wagner verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 41-Jährigen vierfache Körperverletzung vor – begangen an seinen heute 15 und 17 Jahre alten Stieftöchtern. Dabei blickt das ältere der beiden Mädchen auf eine schwere Kindheit zurück. Im Alter von 13 Jahren zeugte sie mit einem NPD-Wahlkampfhelfer ein Kind, der dafür 32 Monate hinter Schloss und Riegel wanderte.

Transparent auf einer NPD-Demo in Schwerin (Foto: ENDSTATION RECHTS.)

Den Beginn seiner vierten oder fünften politischen Karriere hatte sich der NPD-Aktivist eigentlich anderes vorgestellt. Vor wenigen Wochen war der frühere Vorsitzende der NPD Westpfalz als Beisitzer in den saarländischen Landesvorstand gewählt worden. Warum der 41-Jährige das Bundesland und die Funktion gewechselt hatte, darüber schwieg er sich aus. Auf diversen Neonazi-Seiten wurde ihm gegenüber allerdings der Vorwurf erhoben, eine für den Wahlkampf bestimmte Spende in Höhe von 1.000 Euro unterschlagen zu haben.

Die Anschuldigungen blieben folgenlos. Möglicherweise, weil einige Spitzenkader der Partei ihre schützende Hand über den einstigen Geschäftsführer der rheinland-pfälzischen NPD hielten, wie das Vorstandsmitglied Ricarda Riefling vermutete. Der umtriebige frühere Organisator von Rechtsrock-Konzerten gehörte laut NIP Sachsen seinerzeit zum ersten Mitarbeiterstab der sächsischen NPD-Fraktion. Dieses Netzwerk dürfte dem nach Informationen des BNR u. a. wegen Körperverletzung und Beleidigung verurteilten Ex-JN-Spitzenaktivisten bis heute hilfreich sein. Enge Seilschaften bestanden besonders zu Peter Marx. 

Vielleicht auch deswegen schaffte es Wagner in den NPD-Vorstand – die Personaldecke ist im kleinsten Bundesland besonders dünn. Allerdings dürfte der Mannschaft um den Landesvorsitzenden Marx, der nach der Absage des geplanten NPD-Bundesparteitages in Saarbrücken in der Partei unter Druck geraten ist, und seines Vize Peter Richter langsam dämmern, dass sie mit Wagner eine tickende Zeitbombe in dem Gremium platziert haben. Denn das frühere Kreistagsmitglied – sein Mandat soll er mittlerweile niedergelegt haben – muss derzeit auf den harten Anklagebänken im Pirmasenser Amtsgericht Platz nehmen. Vertreten wird er von der Anwältin des mutmaßlichen NSU-Unterstützers, Ralf Wohlleben, Nicole Schneiders. An acht Sitzungstagen möchte die Kammer herausfinden, ob der Angeklagte für vier Körperverletzungen verantwortlich ist. Dabei soll er nicht fremde Personen angegangen haben, sondern die beiden heute 15 und 17 Jahre alten Töchter seiner Ehefrau.

Die Printausgabe der Pirmasenser Zeitung berichtet, Wagner habe laut Anklage die beiden Mädchen beschimpft, geschlagen, getreten und gewürgt. Außerdem soll er seine Opfer gegen eine Tür gestoßen oder an den Haaren durch das Zimmer geschleift haben. Später wurden sie vom Jugendamt aus der Familie geholt. Der Maßnahme vorausgegangen war eine weitere Straftat. Die Ältere hatte mit einem mindestens zehn Jahre älteren ehemaligen NPD-Wahlkampfhelfer ein Kind gezeugt. Zum Tatzeitpunkt hatte der einschlägig vorbestrafte Neonazi auf die beiden Stiefkinder von Wagner aufgepasst. Erst im November hatte das Landgericht Zweibrücken seine Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs zu zwei Jahren und acht Monaten bestätigt.

Die gestrige Verhandlung gegen Wagner jedenfalls musste nach rund sieben Stunden, in denen zahlreiche Zeugen befragt wurden, abgebrochen werden. Der NPD-Funktionär, der krankheitsbedingt auf Hartz IV angewiesen sein soll, konnte der Verhandlung aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr folgen. Die Verhandlung wird am 20. Januar fortgesetzt; ein Urteil wird für den 14. März erwartet.

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Nachtrag vom 3.7.2015:

Wie der ENDSTATION RECHTS.-Redaktion zwischenzeitlich bekannt wurde, ist das Strafverfahren gegen Sascha Wagner wegen des Verdachts der Körperverletzung zum Nachteil seiner Stieftöchter gegen Zahlung einer Geldauflage endgültig eingestellt worden.

Kommentare(11)

Hotte Mittwoch, 15.Januar 2014, 12:04 Uhr:
Und? Todesstrafe?
 
Ego Mittwoch, 15.Januar 2014, 13:23 Uhr:
Hmmm. Also Unterschlagung, ein Kind mit Kind, Kind verprügelt und nicht nur auf Hartz IV, sondern so arbeitsunfähig, dass er nicht mal einen eigenen Prozess verfolgen kann.

Was mit denen wohl im Dritten Reich passiert wäre?
 
L.B. Mittwoch, 15.Januar 2014, 16:53 Uhr:
"Hmmm. Also Unterschlagung, ein Kind mit Kind, Kind verprügelt und nicht nur auf Hartz IV, sondern so arbeitsunfähig, dass er nicht mal einen eigenen Prozess verfolgen kann.

Was mit denen wohl im Dritten Reich passiert wäre?"

Solche Leute haben im "Dritten Reich" Konzentrationslager kommandiert.
 
Ich Mittwoch, 15.Januar 2014, 20:48 Uhr:
Und das würden sie heute auch noch. Wagner ist bereits seit Jahren umstritten und gehört aus der Partei geschmissen. Daß der politische Gegner so etwas aufgreift, ist nicht einmal verwerflich...
 
Balou Mittwoch, 15.Januar 2014, 21:17 Uhr:
Asoziale Verhältnisse wie aus dem Bilderbuch im Lager der Nazis? Quelle Surprise! Das gabs noch nie XD
Naja, aber es ist schon sinnvoll, darüber zu berichten. Die Kinder können ja nichts dafür, obwohl sie wohl leider selbst die nächste Generation mit dem Gedankengut ihrer bildungsfernen und perversen Eltern "beglücken" werden. Denn wenn es eine politische Tendenz gibt, dann rückt sie von Bildung und sozialer Integration heute so weit weg wie lange nicht mehr.
 
sasfra77 Donnerstag, 16.Januar 2014, 08:39 Uhr:
Das hier noch über "Herrn Wagner" ...

Quelle: wikipedia

"Für Aufsehen in der Presse und Unruhe unter Fans von Alemannia Aachen sorgte seine Teilnahme an einem „Rudolf-Heß-Gedenkmarsch“ im Trikot des Fußballvereins. Seinem Sohn gab er den Zweitnamen Rudolf."

Gott sei dank hat er dafür lebenslanges Stadion und Hausverbot seitens des Vereins bekommen....
 
Nationalist wird aus Selbsthass und Minderwertigkeitskomplexen Donnerstag, 16.Januar 2014, 12:10 Uhr:
Nazis sind eben Nazis.Wer sich daran aufgeilt in einer bestimmten Zone der erde zu Leben bei dem geht doch geistig eh nichts mehr.Aber sie werden aussterben zum Glück.
 
nur ein Volksverräter wählt Köster den Frauentreter Donnerstag, 16.Januar 2014, 17:32 Uhr:
Ihr nationalen Spinner habt doch nur angst das ihr dann anstatt mit 40 eure Jungfräulichkeit niemals verliert.Ihr habt so ne mega Paranoia nur weil ihr keine Frauen abkriegt.Tipp:Sätze wie "ihr nehmt uns die Frauen weg"schreckt die anderen Frauen nur noch mehr ab da es sofort offenlegt das ihr Selbstzweifel geplagte loser seit.Frauen wollen keine frustrierten Männer.Erfreut euch des lebens und lasst die Leute mit sonem Schwachsinn wie"Wir wollen uns nicht mit euch vermischen"in ruhe.Denn der Rest der bevölkerung in diesem Land sieht das anders.Ihr müsst euch nicht vermischen aber ihr könnt es auch keiner und keinem Deutschen verbieten.
 
John Freitag, 17.Januar 2014, 09:14 Uhr:
Interessant ist in dem Fall, wie der Umgang in der "Szene" gepflegt wird. Kaum überhörbar sind in den zahlreichen Foren die Hinweise darauf, dass Wagner durch sein "Wissen" eine eklatante Gefahr für die NPD darstellt. Was immer das heißt....
 
Michael Karstens Freitag, 17.Januar 2014, 11:24 Uhr:
@John
Warum beantwortest du nicht meine Frage ?
 
John Freitag, 17.Januar 2014, 12:24 Uhr:
Welche Frage? Oder ist unser Ober-Schreiber hier wieder durcheinander gekommen ;)
 

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