von Redaktion
   

Ehemaliger hessischer NPD-Schatzmeister prellt Partei um 13.000 Euro

Mit Bedacht pflegt die NPD ihr Image als „Law and order“-Partei. Die schwarzen Schafe in den eigenen Reihen möchten die Parteistrategen zu gerne unter den Teppich kehren. Schlagzeilen machen meist aber nicht szenetypische Straftaten, sondern andere Delikte. Wie ein ehemaliger hessischer Schatzmeister der Partei, der über Jahre in die Kasse griff und die NPD um 13.000 Euro prellte.

Handschellen (Foto: shivaelektra)

Der Finanzskandal um den ehemaligen NPD-Bundesschatzmeister und langjährigen Weggefährten des Ex-Vorsitzenden Udo Voigt, Erwin Kemna, stürzte die NPD in eine tiefe Krise. Das Partei-Urgestein hatte mehr als 700.000 Euro veruntreut, um mit dieser Finanzspritze seinen maroden Betrieb am Leben zu erhalten. Voigt stolperte schließlich über den Vorfall, der einen langwierigen Machtkampf auslöste.

Nun wiederholte sich die „Affäre Kemna“ im Kleinen. Der einstige Schatzmeister des hessischen NPD-Landesverbandes wurde gestern von Amtsgericht Groß-Gerau zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt – er hatte zwischen September 2011 und Dezember 2012 13.000 Euro an NPD-Geldern abgezweigt.

Das 46-jährige Ex-NPD-Landesvorstandsmitglied zeigte sich vor Gericht geständig. Der Rüsselsheimer habe eingeräumt, in 26 Fällen Geld von Konten der NPD auf seine eigenen umgeleitet zu haben. Um die Transaktionen zu verschleiern, habe der Angeklagte sechs Anwaltsrechnungen gefälscht.

Alle Versuche der NPD, die veruntreuten Mittel zurückzubekommen, seien gescheitert, teilte eine Sprecherin des Amtsgerichts der dpa mit. Der 46-Jährige lebe heute von Sozialhilfe, er habe „keinen Penny“ von dem Geld mehr.

Foto: shivaelektra, Lizenz: CC

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