von Redaktion
   

„East Coast Corner“ / „Dickkoepp“ – eine Retrospektive auf den Rostocker Szeneladen

Heute vor fünf Jahren eröffnete im alternativ geprägten Rostocker Stadtteil KTV der Neonazi-Laden „East Coast Corner“ (später „Dickkoepp“). In den darauffolgenden drei Jahren kam es zu etlichen friedlichen Demonstrationen und Gegenaktionen, jedoch auch mehreren Brandanschlägen. Ein Rückblick.

Torben Klebe, ehemaliges Mitglied der verbotenen Organisation „Blood and Honour“, eröffnete damals den Szeneladen „East Coast Corner“ (ECC) in der KTV, einem alternativ geprägten Rostocker Stadtteil, um sich dort „persönlich und geschäftlich“ selbst zu verwirklichen. Das Motto des Ladens lautete: „Von der Bewegung für die Bewegung“. Viele empfanden die Eröffnung des Ladens als reine Provokation und es dauerte nicht lange, bis die ersten Proteste Fahrt aufnahmen. Nur wenige Tage nach Eröffnung gründete sich das Bürgerbündnis „Schöner leben ohne Naziläden“, das in den vergangenen Jahren neben vielen friedlichen Mahnwachen und Demonstrationen auch verschiedene Musikveranstaltungen gegen den Szeneladen organisierte.

Auch die „Front Deutscher Äpfel“ fehlte nicht, um mit ihren satirischen Darbietungen auf das Thema Rechtsextremismus aufmerksam zu machen. Zu einer der originellsten und sicherlich auch erinnerungswürdigsten Art des Widerstands kann das Rostocker Hochzeitspaar gezählt werden, das mit internationalen Hochzeitsgästen vor dem damaligen Laden für mehr Toleranz und Vielfalt protestierte.

Nicht alle Auseinandersetzungen um das Geschäft verliefen jedoch auf friedliche Art und Weise. Bei einem Buttersäure-Anschlag wurde auch der damalige Geschäftsführer Thorsten de Vries verletzt, zudem gab es mehrere Brandanschläge auf den Laden.

Im Folgenden ein Überblick der Ereignisse von der Eröffnung 2007 bis zur Schließung drei Jahre später:

An einem Freitag, dem 15. Juni 2007, öffnet das „ECC“ in der Doberaner Straße seine Pforten. Auch der damalige NPD-Landtagsabgeordnete Birger Lüssow ist vor Ort, der später nicht nur sein Wahlkreisbüro in demselben Gebäude eröffnen, sondern auch den Laden übernehmen würde. Ebenfalls dabei: David Petereit, der stellvertretende NPD-Landesvorsitzende. Als eine Demonstration gegen die Ladeneröffnung die Nähe des Geschäftes erreicht, schnappt sich unter anderem Petereit eine Metallstange und postiert sich vor dem Eingang. Glücklicherweise kommt es jedoch zu keinen gewaltsamen Auseinandersetzungen mit den Demonstranten.

Nur eine Woche nach Eröffnung des rechten Szeneladens versuchen 40-50 Autonome, das Geschäft aufzubrechen.

Die NPD-Fraktion M-V kündigt für den 26. Juni 2007 vollmundig den Besuch des „East Coast Corner“ an, drei der sechs Abgeordneten fehlen jedoch. Etwa 150 Gegendemonstranten bekunden spontan ihren Unmut.

Am 30. Juni 2007 ruft das neu gegründete Bürgerbündnis „Schöner leben ohne Naziläden“ zur ersten Mahnwache auf. Etwa 750 Personen beteiligen sich daran. Zeitgleich findet in Rostock auch eine NPD-Demo statt, die jedoch erst mit mehrstündiger Verspätung starten kann. Hintergrund: Neonazis treffen im Zug auf Linke und prügeln auf diese ein. Der Zwischenfall endet im sogenannten Pölchow-Prozess.

Nur eine Woche später kommt es erneut zu einer NPD-Demo in Rostock. Dem Auruf des Bündnisses „Schöner leben ohne Nazi-Läden“ folgen etwa 1.000 Menschen und somit doppelt so viele wie der Neonazi-Demo.

Dann tauchen in der Rostocker Innenstadt plötzlich Plakate verschiedener rechtsextremer Kameradschaften auf, die ihren ganz eigenen Protest gegen den Neonazi-Laden zum Ausdruck bringen: „Rostocker wehrt euch! Kauft nicht bei Hamburgern!“. Gemeint sind die Hamburger Ladenbesitzer Torben Klebe und Thorsten de Vries.

Am letzten Julitag gibt es die nächste Mahnwache vor dem „ECC“. Dutzende Bürgerinnen und Bürger verteilen Flugblätter und machen deutlich, dass Rechtsextremismus in Rostock nicht toleriert wird.

Am 8. August kommt es zu einem friedlichen Flashmob vor dem Laden, die Neonazis warten erneut mit Knüppeln und Eisenstangen; auch Inhaber Klebe ist dabei.

Die nächste Mahnwache findet am 17. August statt und etwa 80 Bürgerinnen und Bürger versammeln sich vor dem ECC.

Nur einen Tag später, am 18. August 2007, protestiert ein Brautpaar aus der Rostocker KTV nach der Trauung mit Plakaten wie „Lieber Gatte als Nazi-Ratte“ oder „Braut statt Braun“ gegen das Neonazi-Geschäft in Rostock.

Am 7. September 2007 eröffnet der damalige Rostocker NPD-Landtagsabgeordnete Birger Lüssow ein Wahlkreisbüro im selben Gebäude wie das „ECC“. Er habe sein Büro ganz gezielt in den alternativen Rostocker Stadtteil KTV gelegt, erklärt Lüssow auf der Website der NPD-Landtagsfraktion. Er wolle somit seine Solidarität mit den Betreibern des ECC bekunden.

Am vorletzten Septemberwochenende des Jahres 2007 kommt es zu einer der größten Demonstrationen gegen den Neonazi-Laden. „Schöner leben ohne Naziläden“ lädt anschließend zum Fest „Stadt der Kulturen"“ in den Stadthafen ein. Knapp 2.000 Menschen nehmen an den Protesten teil.

Als der verheerendste Anschlag auf das „ECC“ kann sicherlich die Buttersäure-Attacke vom 15. Januar 2008 betrachtet werden. Mehrere Vermummte dringen in das Geschäft ein und verteilen eine größere Menge Buttersäure in den Geschäftsräumen. Thorsten de Vries würde laut Augenzeugenberichten später in der Notaufnahme der Universitätsklinik behandelt werden müssen. Nach dem Vorfall bleibt der Laden über mehrere Wochen hinweg geschlossen.

Im Mai 2008 trennt sich Inhaber Torben Klebe von Geschäftsführer de Vries offenbar aufgrund dessen gewaltbereiten Umfeldes.

Am 3. Juni schmeißt schließlich auch Klebe hin und schließt das Geschäft. Allerdings übernimmt Lüssow, der schon seit Längerem seit Wahlkreisbüro in dem Gebäude hat, den Laden kurze Zeit später und benennt ihn in „Dickkoepp“ um.

Ende Juli berichtet das rechtsextreme Internet-Portal „Altermedia“, dass der Mitarbeiter des „Dickkoepp“ Cliff Drewes über mehrere Monate hinweg insgesamt mehr als 3.000 Euro unterschlagen haben soll.

Mit Blick auf das Wahljahr 2009 ruft das Rostocker Bündnis „Schöner leben ohne Naziläden“ Ende November unter dem Motto „Schöner leben ohne Nazis im Rathaus“ zu einer Demonstration in Rostock auf. Anschließend gibt die Band „Jennifer Rostock“ ein kostenloses Open-Air-Konzert.

In der Nacht zu Heiligabend verüben Unbekannte einen erneuten Anschlag auf den nationalen Szeneladen. Die Schutzjalousien des Geschäftes werden aufgehebelt, die Schaufensterscheibe eingeschlagen und es wird rote Farbe in den Laden geworfen.

Im Frühjahr 2009 beginnt Inhaber Birger Lüssow über die Internetseite neben einschlägigen CDs auch Schlagstöcke, Sturmhauben und Mundschutze zu verkaufen. Des Weiteren steht Lüssow im Verdacht, Mittel seines Bürgerbüros zweckentfremdet zu haben.

Am zweiten Aprilwochenende 2009 wehrt die Polizei einen Angriff von 20 Personen auf das Bekleidungsgeschäft ab. Bei dem Angriff wird eine Außenjalousie beschädigt.

Am Sonntagmorgen des 19. Juli versuchen zwei 22-Jährige an dem Geschäft offenbar ein Feuer zu entfachen, drei Zeugen können das Feuer jedoch löschen. Die Polizei nimmt die beiden vermeintlichen Brandstifter fest.

Drei Monate später ruft das Bündnis „Schöner leben ohne Naziläden“ erneut zu einer Demonstration auf, dem rund 500 Personen folgen. Am Stadthafen gibt es abschließend ein buntes musikalisches Programm mit mehreren Bands.

Am 21. Oktober wird erneut ein Brandanschlag auf das „Dickkoepp“ verübt. Nach Polizeiangaben dringen mehrere Vermummte während der Öffnungszeiten in das Geschäft ein und werfen einen Brandsatz hinein. Die sich in dem Laden befindlichen Personen können fliehen, so dass niemand verletzt wird. Der Sachschaden fällt gering aus.

Die folgenden Monate verlaufen eher ruhig. Im Februar dieses Jahres bekommt der Szeneladen dann plötzlich Konkurrenz. Im Rostocker Stadtteil Dierkow eröffnet ein neuer „Thor Steinar“-Laden namens „Haugésund“ seine Pforten. Zu der Zeit war der Online-Shop von Lüssows „Dickkoepp“ bereits offline, man konnte nur noch vor Ort Waren kaufen.

Wenig später überschlagen sich dann die Meldungen. Auch wenn es die „Ostsee-Zeitung“ am 1. April berichtet, ein Aprilscherz ist es nicht. Das „Dickkoepp“ soll dichtmachen, Lüssow soll sich in finanziellen Schwierigkeiten befinden. Außerdem soll beim Rostocker Amtsgericht eine Haftanordnung gegen den Politiker vorliegen. Einen Tag zuvor versuchten zwei Personen erneut, ein Feuer vor dem Laden zu legen, indem sie eine Mülltonne anzündeten.

Etwas mehr als eine Woche später kommt dann auch die offizielle Bestätigung von der NPD. Natürlich will man sich keine Blöße geben, von finanziellen Problemen kein Wort, Lüssow mache den Laden dicht, um die anderen Mieter von weiteren Angriffen zu schützen.

Die letzte Meldung datiert von Mitte Mai 2010. Es wird bekanntgegeben, dass der Mietvertrag gekündigt wird, somit handelt es sich offenbar um keinen freiwilligen Rückzug Lüssows. Auch sein Wahlkreisbüro in dem Gebäude wird der Landtagsabgeordnete der NPD aufgeben. Am 31. Mai ist Übergabe.

Seit 1. Juni 2010 ist die Rostocker Innenstadt somit wieder nazifrei.

Kommentare(18)

Bundesbürger Donnerstag, 03.Juni 2010, 08:38 Uhr:
... bei dem Lesen dieser Zusammenfassung drängt sich mir die Frage auf, warum neben den friedlichen Aktionen Brandanschläge mit Personengefährdung in Kauf genommen werden. Ich glaube sowas gab es in Rostock schon einmal ... da war das Entsetzen zu Recht groß.

Sind die sogenannten "Nazis" als Menschen weniger wert?
 
bc Freitag, 15.Juni 2012, 13:07 Uhr:
"Seit 1. Juni 2010 ist die Rostocker Innenstadt somit wieder nazifrei."

da hat es sich der autor aber nun doch ein bisschen einfach gemacht.
 
Berti Freitag, 15.Juni 2012, 13:37 Uhr:
Eine Frage. Warum setzt du Nazis in Anführungszeichen ? Diese Typen gehen richtig auf in ihrem Hass. Teilweise offen, teilweise subtiler wird Gewalt, Völkermord, ethnische Säuberungen, widerwärtiger Rassismus und so weiter propagiert. Da wird nichts unversucht gelassen um Menschen zu diesem irren Wahn zu verleiten. Schulhof-CDs mit Mucke die echt böse ist. Das Bedienen an anderen Subkulturen (die sie ja eigentlich so verachten) die Kinderschänder Nummer. Nebenbei werden Menschen die sich engagieren gegen diesen Horror oder Feindbild sind bedroht, verletzt, beleidigt und ermordet. Dann wird für Nazipropaganda immer diese Meinungsfreiheit zu Felde gezogen ? HÄ ?? Das ist kein Spass mehr und es ärgert mich maßlos wenn sowas immer relativiert wird oder sogar noch für Toleranz oder Mitleid für diese Unsympathen gefordert wird. Letztens wurde meine Frau einfach so von so einem als "Scheiß Neger" beschimpft als sie auf dem Fahhrad fuhr. Tut mir leid ich bin da echt im Zwiespalt mittlerweile hab ich echt auch einen totalen Hass auf diese sogenannten Nazis. Und immer nur "ein Zeichen setzen" ich weiß nicht. Es hätten auch Anwohner verletzt werden können. Aber schau dir die Fotos an. Rudolf Hess Gedenkwochen und Hatecore ... Sowas muss weg !!!
 
Björn Freitag, 15.Juni 2012, 14:00 Uhr:
Wie kommt es, dass ihr bei eurer Aufzählung den gefährlichsten, antirechten Brandanschlag "vergessen" habt? Am 30. März 2010 zerrten zwei couragierte Antirechtskämpfer eine Mülltonne in den Keller des Hauses unter eine Holztreppe und zünden diese an. Aufgrund der vielen, vorherigen gewaltätigen und überaus zivilcouragierten Gewalttaten der Kämpfer gegen Rechts, waren Polizeibeamte in der Nähe und konnten das Feuer löschen. Durch diesen glücklichen Zufall sind die über dem Laden wohnenden Familien mit dem Leben davon gekommen. Aber was solls. Der Kampf gegen Rechts hat immer Recht.

Kurz danach schließt Birger Lüssow den Laden um die Bewohner nicht weiter dem lebensgefährlichen Kampf gegen Rechts auszusetzen.

Für Endstation Rechts ist die Flucht vor der Gewalt scheinbar etwas Gutes.

"Seit 1. Juni 2010 ist die Rostocker Innenstadt somit wieder nazifrei."

Früher meldete man Städte im Übrigen "judenfrei". Nicht nur das Vokabular ähnelt sich, auch die Ideologie, die dahinter steht. Faschistisch, antidemokratisch.

Im Übrigen, wie kommt ihr darauf, dass die Rostocker Innenstadt "nazifrei" wäre? ;-)
 
Chewie Freitag, 15.Juni 2012, 15:03 Uhr:
"... bei dem Lesen dieser Zusammenfassung drängt sich mir die Frage auf, warum neben den friedlichen Aktionen Brandanschläge mit Personengefährdung in Kauf genommen werden."

Wer nimmt das denn hier in Kauf?
 
E.S. Freitag, 15.Juni 2012, 16:34 Uhr:
Brandanschläge auf wen oder was auch immer sind - um es mal ganz kurz und knapp zu sagen - immer scheiße, egal welche Ideologie dahintersteht und wer davon getroffen wird.

Da hilft auch kein Verweis auf eine "höhere Moral" und die Notwendigkeit, Extremisten zu bekämpfen.

Es gibt immer andere Möglichkeiten. Erst recht in einem demokratischen Staatswesen.
 
Schantall Freitag, 15.Juni 2012, 19:28 Uhr:
@E.S.

Die BRD ist aber kein demokratisches Staatswesen. Das wird nur vorgegeben.
 
WW Freitag, 15.Juni 2012, 21:31 Uhr:
Bürger...

"Sind die sogenannten "Nazis" als Menschen weniger wert?"

Nein, aber selbst schuld.
 
WW Freitag, 15.Juni 2012, 21:34 Uhr:
Björn...

"Für Endstation Rechts ist die Flucht vor der Gewalt scheinbar etwas Gutes."

So wie für Nazis bei "Kinderschändern".

"Früher meldete man Städte im Übrigen "judenfrei". Nicht nur das Vokabular ähnelt sich, auch die Ideologie, die dahinter steht. Faschistisch, antidemokratisch."

Dito.
 
Roichi Samstag, 16.Juni 2012, 10:13 Uhr:
@ Björn

"Früher meldete man Städte im Übrigen "judenfrei". Nicht nur das Vokabular ähnelt sich, auch die Ideologie, die dahinter steht. Faschistisch, antidemokratisch."

Undwiedereinmal zeigst du, wie wenig du mit Gegenmeinungen umgehen kannst.
Solche eine lahme Retourkutsche.


@ Schantall

"Die BRD ist aber kein demokratisches Staatswesen. Das wird nur vorgegeben."

Das wird von Rechter Seite zwar immerwieder und mit Vehemenz behauptet.
Es konnte aber noch nie mit Argumenten untermauert werden.
 
Anwohner KTV Samstag, 16.Juni 2012, 13:15 Uhr:
Als Anwohner der KTV ist man schockiert, wenn man sich die Chronologie der Ereignisse durchliest.

Leider Gottes ist die Meinung von Bewohnern auf dieser Seite nicht wirklich geschätzt wie ich anno dazumal feststellen musste.

Es bleibt trotzdem dabei - die alteingesessene Anwohnerschaft der KTV hätte sich mit diesem Laden arrangieren können. Die Betreiber waren zumeist unauffällig und haben auch sonst niemandem etwas getan. Dass ein solcher Laden jedoch nicht Bestand haben würde, war vielen klar. Dass die Existenz jedoch durch massive Gewaltausbrüche beendet werden würde statt durch den finanziellen Ruin, war unerwartet.

Ich denke vielen von ihnen werden jetzt mit dem Kopf schütteln und das Geschreibe als Spinnerei abtun. Ich habe bis zum letzten Jahr in der Budapester Straße 80 gewohnt - gefühlte 30 Meter Luftlinie bis zum Naziladen. Ich möchte nicht wissen wieviele Nächte ich aus dem Schlaf gerissen wurde, weil mal wieder irgendwelche Rowdies randaliert haben. Und dann erklären sie mal ihren Kindern von 6 Jahren, warum auf Straße vermummte Menschen mit Knüppeln, Steinen und Flaschen in der Hand stehen. Wie oft hat man gehofft, dass die Polizei gleich einschreitet und wurde enttäuscht, dass die Beamten wieder mal just in diesem Moment um die Ecke gebogen kamen als auch der letzte Unruhestifter dann endlich weg war. Es kursierte nicht erst seit diesem Tage das Gerücht, dass die alternativen Räumlichkeiten in der Nilkotstraße als Rückzugsort für so manchen Protestler dienen und die Polizei Order hat dort nicht einzuschreiten.

Natürlich gab es auch bunten, kreativen und friedlichen Protest für den man auch gerne mal auf die Straße gegangen ist. Das was jedoch nach Eintreten der Dunkelheit passiert ist, treibt einem den Angstschweiß ins Gesicht. Die KTV ist ein kleiner Ausdruck dessen wie sich die Gesellschaft verändert hat. Die weltoffene KTV ist einfach nur noch ein Sammelbecken für all diejenigen, die einen tollen alternativen Lifestyle ausleben wollen wie sie ihn aus Berin kennen. Für alle die, die nachts gerne Leute verprügeln, weil sie vielleicht das falsche Hemd anhaben. Für alle die, die ihr Revoluzzertum am liebsten nach Studienschluss im eigenen Stadtviertel ausleben, den Thor Steinar-Laden am anderen Ende der Stadt aber lieber nicht mit Protest bedenken.

Das was sich in der KTV über Monate abgespielt hat, war alles andere als astrein. Dabei gibt es für mich klare Täter. Es bleibt nun mal der fade Beigeschmack, dass hier einige und dabei nicht die Mehrheit, ihren Willen mit illegitimen Mitteln Nachdruck verschafft haben. Wer nur ein wenig Arsch in der Hose hat, der sollte sich einfach mal eingestehen, dass der Widerstand gegen einen Laden vollends aus dem Ruder gelaufen ist. Stattdessen wird hier von allen Seiten relativiert und Schmutz mit Schmutz aufgewertet - das gilt sowohl für Rechts als auch für Links. (Unterhaltsam sind die kindischen Zankereien leider absolut nicht. Deswegen lässt sich die Zahl der Stammschreiber hier anscheind an 2 Händen abzählen.)

Ich freue mich natürlich über Kommentare zu meinem Beitrag. Da der Hauptteil der hier anwesenden Schreiber scheinbar keine direkte Bindung zu der KTV und dem Thema hat, könnte die Diskussion sogar fruchtbar werden.
 
Schantall Samstag, 16.Juni 2012, 14:30 Uhr:
@Roichi:

Von Ihnen habe ich bisher nur Polemik gelesen. Argumente? Fehlanzeige!
Dass die BRD ein demokratisches Staatswesen ist, wird von linker Seite auch immer nur behauptet, aber nie bewiesen.
 
Chewie Samstag, 16.Juni 2012, 16:18 Uhr:
@ "Schantall":

Dein Pseudonym ist doch jetzt n schlechter Witz, oder? Unter welchem schreibst Du als nächstes? Schackeline? Klo-eh? Lüßie?
 
Roichi Samstag, 16.Juni 2012, 23:21 Uhr:
Tja Schantall,

lern Lesen.
Ich verweise für das Thema zuerst einmal auf die bekannte Plattform Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Demokratie
http://de.wikipedia.org/wiki/Repr%C3%A4sentative_Demokratie
Für einen Einstieg in die Regierungsform und deren Hintergründe und Ausprägungen.

Weiterhin auf das Grundgesetz:
http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_20.html
Dieses benennt sogar die Regierungsform explizit.

Das sollte fürs Erste reichen.

Jetzt kommst du.

Ach, und die Polemik kannst du dir sparen. Genauso wie die Parolen.
Das machen Björn, Franz und Karl schon.
 
WW Sonntag, 17.Juni 2012, 02:16 Uhr:
"Dass die BRD ein demokratisches Staatswesen ist, wird von linker Seite auch immer nur behauptet, aber nie bewiesen."

Ein Blick in die Verfassung genügt. Die gibt es aber nicht in rechten Internetversänden zu kaufen, daher habe ich Verständnis, dass Sie sie nicht kennen.
Im übrigen werden an die eigene und fremde Aussagen wieder einmal unterschiedliche Anforderungen hinsichtlich Beweisführung gestellt.
 
Amtsträger Sonntag, 17.Juni 2012, 08:02 Uhr:
Als nächstes wird Sie behaupten Deutschland habe keine Verfassung...
 
neickie Sonntag, 17.Juni 2012, 10:01 Uhr:
Richtig, Amtsträger. Das Deutschland in seinen heutigen Grenzen hat keine Verfassung. Sie hat "nur" ein sogenanntes "Grundgesetz", das, beeinflusst durch die Besatzungsmächte, von einem nicht durch demokratischen Wahlen legitimierten parlamentarischen Rat unter Ausschluss der Bevölkerung verfasst und für gültig erklärt wurde. Eine Verfassung tritt erst in Kraft, wenn sie „ von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.”. (Artikel 146 GG)
 
Zipfelmütz Sonntag, 17.Juni 2012, 19:16 Uhr:
Schöne Chronologie, schade nur dass einige Videos nicht mehr funktionieren.

@Björn
"Kurz danach schließt Birger Lüssow den Laden um die Bewohner nicht weiter dem lebensgefährlichen Kampf gegen Rechts auszusetzen."
Waren nicht eher unbezahlte Rechnungen im Spiel die ein Weiterbetreiben unmöglich gemacht haben?

@Schantall
"...Von Ihnen habe ich bisher nur Polemik gelesen. Argumente? Fehlanzeige"
Sehr gute Selbstkritik!
 

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