von Elmar Vieregge
   

Dortmunder Neonazis stören Fußballspiel mit antisemitischer Provokation

Der im Gaza-Streifen ausgetragene Krieg zwischen der terroristischen Hamas und der israelischen Armee führte in verschiedenen europäischen Ländern zu antisemitischen Ausschreitungen. So stürmten während einer in Österreich ausgetragenen Fußballpartie zwischen Maccabi Haifa und dem französischen Klub OSC Lille augenscheinlich arabischstämmige Gewalttäter mit einer palästinensischen Fahne auf das Spielfeld und griffen die israelischen Sportler an. In Deutschland hingegen nutzten Dortmunder Neonazis ein an sich wenig bedeutendes Jugendspiel für ihre Agitation.

Provozierende Neonazis (Foto: Screenshot DortmundEcho)

Am 22. Juli absolvierte in Dortmund eine U19-Stadtteilauswahl ein Freundschaftsspiel gegen Maccabi Netanya. Den Hintergrund bildete unter anderem eine seit 1981 bestehende Städtepartnerschaft mit der israelischen Arbeiterstadt Netanya. Zur Sportveranstaltung fanden sich auch etwa anderthalb Dutzend Rechtsextremisten ein, um zwei palästinensische Fahnen sowie die schwarz-weiß-rote Fahne des 1918 untergegangenen Kaiserreichs zu zeigen. Dabei riefen sie Parolen wie „Nie wieder Israel“ und „Solidarität mit Palästina“, bevor sie nach längerem Zögern von anwesenden Polizisten vom Spielgelände entfernt wurden.

Noch am selben Tag bekannte sich die neonazistische, im Kommunalparlament vertretene Partei Die Rechte auf der einer der Organisation nahestehenden Webseite zu diesem Auftritt, dokumentierte ihn durch Fotos und gab eine Erklärung ab. Darin stellte sie die Aktion als Protest „gegen die Politik des Weltbrandstifters Israel“ dar. Während die Partei weder auf den terroristischen Charakter der Hamas noch auf deren massive Raketenangriffe einging, verurteilte sie das Handeln Israels als „Staatsterrorismus“ und erklärte ihre „Solidarität mit dem Freiheitskampf des palästinensischen Volkes“. Die Entfernung ihrer Aktivisten von der Spielstätte stellten sie als sinnlos dar, da „Öffentlichkeit … ohnehin hergestellt“ worden sei und durch den Rauswurf „die Proteste noch deutlicher wahrgenommen werden (konnten)“.

Die Rechte instrumentalisiert den Fußball

Die Aktion und die Erklärung entsprechen dem Stil der in der Partei Die Rechte organisierten Dortmunder Neonazis. Zudem zeigen sich an ihnen drei Aspekte der lokalen Szene. Hinsichtlich ihrer ideologischen Ausrichtung belegt sich ihr Antisemitismus anhand von Äußerungen wie „Weltbrandstifter Israel“ in Verbindung mit der Verklärung der Hamas-Terrorakte als „Freiheitskampf“ und der völlig einseitigen Anprangerung des jüdischen Staates. Dabei fällt auf, dass eine Solidaritätserklärung mit den Palästinensern erfolgt, während die Partei ansonsten Muslime aufgrund einer fremdenfeindlichen Grundhaltung vehement ablehnt.

Hinsichtlich ihres taktischen Vorgehens zeigt sich die Methode des propagandistischen Missbrauchs von Fußballspielen. Den Hintergrund dafür bildet die enorme gesellschaftliche Bedeutung des Großvereins Borussia Dortmund für die Einwohner der Stadt. Zudem ist der führende Neonazi Siegfried Borchardt seit den 1980er Jahren für sein Engagement innerhalb der Fanszene des BVB bekannt und zog für Die Rechte in das Stadtparlament ein, nachdem er den jüngsten Kommunalwahlkampf auch mit Bezügen zum Fußball geführt hatte. Wenig später legte Borchardt sein Mandat für den Kopf der lokalen Szene, Dennis Giemsch, nieder. Eine weitere für die Rechtsextremisten der Ruhrmetropole erprobte Vorgehensweise ist es, durch Provokationen Öffentlichkeit herzustellen. Da dabei Reaktionen der Medien wahrscheinlich sind, dürfte der aktuelle Fall motivierend für weitere skandalträchtige Auftritte wirken.

Kommentare(5)

Mert Mittwoch, 30.Juli 2014, 16:59 Uhr:
Sehr geehrte Damen und Herren, sie können das Hamas Regime als Terroristen betiteln keine Frage jedem die seine Meinung, allerdings ist die Meldung über das Spiel zwischen dem OSC Lille und Maccabi Haifa falsch, bzw. zum Teil richtig. In diesem Spiel haben zwar Pro Palästinenser das Spielfeld gestürmt, allerdings sieht mal klar und deutlich bei einer Fankamera aus der Tribüne, dass der angegriffene israelische Spieler zu erst zugeschlagen hat. Die Fans haben nur das Feld gestürmt, allerdings hat der Spieler den laufenden Fan getreten sodass er abgestürzt ist. Das war der Auslöser der Eskalation.
 
Warheit Mittwoch, 30.Juli 2014, 19:36 Uhr:
"Terroristischen Hamas und der Israelischen Armee"... Wie wäre es mit: "die Terrorgruppe Hamas und dem Terrorstaat Israel" ? Wäre doch viel besser oder etwa nicht?
Ausserdem muss ich Mert recht geben. Wenn man schon einen Artikel verfasst, dann sollte man auch RECHERCHIEREN und die WARHEIT ans Licht bringen. Ich bedanke mich für das durchlesen und hoffe auf eine Warheitsgemässe Berichterstattung. Sie können es ja noch einmal probieren.
Gruss die Warheit
 
Roichi Donnerstag, 31.Juli 2014, 09:33 Uhr:
@ Warhead

Leicht konfus dein Kommentar.
Aber nur leicht. Der Axel Stoll Gedächtnis-Kommentar, oder wie?
 
Elmar Vieregge Donnerstag, 31.Juli 2014, 20:05 Uhr:
Guten Tag Mert,

es ist nicht einfach, einen Vorfall einzuschätzen der nicht lückenlos durch Filmaufnahmen oder andere Quellen dokumentiert ist (was auf die meisten sich schnell entwickelnden Handlungen zutrifft). Im vorliegenden Fall machen Sie jedoch Täter zu Opfern (und dadurch Opfer zu Tätern). Zudem verharmlosen Sie die Täter, indem Sie diese lediglich als "Fans" bezeichnen, die "nur das Feld gestürmt (haben)".

Zur Bewertung verweise ich neben auf ein unter anderem von der Zeitung "Die Welt" veröffentlichtes Foto ( http://img.welt.de/img/ausland/crop130507119/4310309319-ci3x2s-w540/Supporters-turques-Palestiniens-attaquent-les-joueurs-Israeliens-Testspiel-OSC-L.jpg ). Es zeigt den Moment, als ein Störer einen Spieler mit einem kickbox-artigen Tritt niederstreckt. Ferner sind zwei seiner Begleiter zu sehen. Keine der drei Personen weist fanttypische Erkennungsmerkmale Kleidung auf (Schal, Trikot, Vereinsabzeichen). Stattdessen tragen alle schwarze Kapuzensweatshirts (sog. Hoodies) mit Aufdrucken. Auf dem Shirt der tretenden Person ist das Wort "Ghetto" erkennbar. Auf dem Rücken des Hoodies eines Begleiters sind zwei gekreuzte Krummschwerter zu sehen. Der zweite Begleiter hält eine offenbar palästinensische Fahne, die keinen Fanbezug zu einer beteiligten Mannschaften hat, und trägt ein Hoodie mit dem Schrftzug "Ich bleib Ghetto". Dabei handelt es sich um ein Merchandiseprodukt des kurdisch/irakischstämmigen Gangsta-Rappers "Kurdo".
 
Elmar Vieregge Donnerstag, 31.Juli 2014, 20:32 Uhr:
Somit handelte es sich nicht um Fußballfans. Die Störer dürften eher dem gewaltbereiten Gangsta-Ghetto-Milieu angehören, das verstärkt von männlichen Personen mit einem nahöstlich-kleinasiatischen Migrationshintergrund gebildet wird.

Mit ihrem unter der palästinensischen Fahne erfolgten Platzsturm haben sie eine aggressive Handlung begangen. Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen antisemitischen Ausschreitungen in mehreren europäischen Ländern und dem erst im Mai erfolgten Mordanschlag auf Besucher des jüdischen Museums in Brüssel mussten die Spieler von Maccabi Haifa diesen nicht fußballbezogenen Platzsturm als gegen sie gerichteten Angriff einschätzen. In dem unter anderem auf Youtube verbreiten Film ist nicht erkennbar, ob ein Spieler den späteren Treter geschlagen hat ( http://www.youtube.com/watch?v=j-q5-szbDeM ). Am Rande deutet sich aber an, dass dieser zu Fall gebracht wurde. Unabhängig davon, ob der israelische Spieler den Störer durch einen Schlag oder sonstwie zu Fall brachte, handelte er zur Selbstverteidigung gegen einen gegenwärtigen Angriff, also in Notwehr.

Um es noch einmal klarzustellen:
Die Täter waren die unter der Fahne der Palästinenser vorgehenden Störer.
Die Oper waren die israelischen Fußballer.
 

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