Die Rechte wirbt für Hool-Demo

Rund 70 Neonazis kamen am Dienstagabend zu einer von der Partei die Rechte organisierten „Mahnwache“ in Dortmund. Unterdessen bereitet sich die Polizei auf eine weitere rechtsextreme Aktion in der Ruhrgebietsstadt vor, die deutlich größer ausfallen dürfte.

Seine Partei wirbt für eine Hooligan-Demonstration: Der die Rechte-Vize in NRW, Michael Brück (Foto: Oliver Cruzcampo, Archiv)

Die Kundgebung vom Dienstag fand auf den Tag genau vier Jahre nach dem Verbot von drei nordrhein-westfälischen Neonazi-Gruppierungen statt, deren Nachfolge die Rechte angetreten hat. (bnr.de berichtete) Während an diesem Abend die Außenwirkung dürftig ausfiel, soll das Anfang Oktober anders aussehen.

Für Samstag, 8. Oktober, hat die Hooligan-Organisation „Gemeinsam-Stark Deutschland“ (GSD) unter dem Motto „Schicht im Schacht – Gemeinsam gegen den Terror“ eine Demonstration in Dortmund angemeldet, für die die Rechte bereits fleißig wirbt.

Die GSD-Organisatoren hoffen offenbar auf eine möglichst starke Beteiligung von Hooligans aus dem gesamten Ruhrgebiet. Und das ungeachtet der Frage, zu welchem Verein die Hools zu stehen behaupten, und ganz nach dem GSD-Motto „In den Farben getrennt – in der Sache vereint!“ Nicht zufällig hat man ein Wochenende gewählt, an dem wegen eines Länderspiels keine Erst- und Zweitliga-Begegnungen ausgetragen werden.

Verbindung zu den „Freunden der dritten Halbzeit“

Für den Veranstaltungsort Dortmund sprach auch die starke braune Szene in der Region. Vor allem die Rechte-Ratsmitglied Michael Brück und der Kreisvorsitzende der Neonazi-Partei und Alt-Hooligan Siegfried („SS-Siggi“) Borchardt halten die Verbindung zu den „Freunden der dritten Halbzeit“.

Von einer Abgrenzung zur Neonazi-Szene hält GSD – eine Abspaltung der „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) – ohnehin nichts. „Wir sind Patrioten, auf unseren Demonstrationen ist jeder Mensch willkommen der Deutschland und Europa liebt und sich um unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder sorgt“, heißt es in dem Aufruf zu der Dortmunder Aktion. Auch der zuletzt von GSD organisierte Aufmarsch Anfang April in Magdeburg war zum Stelldichein der unterschiedlichsten Neonazi-Fraktionen geraten. Zu den rund 700 Teilnehmern zählten unter anderem Thomas Wulff und Torben Klebe von der NPD, Alexander Kurth und Siegfried Borchardt von der Rechten sowie Vertreter „parteifreier“ Neonazi-Kameradschaften.

Der Bremer Marcel Kuschela, in der Szene „Captain Flubber“ genannt und nach eigenen Angaben einer der HoGeSa-Gründer, gehört wie bereits in Magdeburg auch bei der Dortmunder Aktion zu den Hauptdrahtziehern. Geht es nach ihm, soll die Demonstration durch die östliche Innenstadt führen. Enden würde sie am Gerichtsplatz, wo unter anderem das Amtsgericht seinen Sitz hat. Die Adresse dürfte dem einen oder anderen Demo-Teilnehmer aus ganz anderen Zusammenhängen bereits bekannt sein (ts).

Artikel mit freundlicher Genehmigung des Blick nach Rechts übernommen. 

Keine Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen