von Oliver Cruzcampo
   

Berlin: Kehrt Bräuniger (NPD) an alte Wirkungsstätte zurück?

Vor gut einem Monat verkündete der Noch-Vorsitzende der Berliner NPD, Jörg Hähnel, gegenüber der „dpa“ aufgrund von „persönlichen Gründen“ sein Amt so schnell wie möglich aufgeben zu wollen. Nun scheint offenbar die Rückkehr eines alten Bekannten bevorzustehen - Eckart Bräuniger – von dem Hähnel 2008 den Chefposten übernommen hatte. 

Bräuniger, der in der Partei und Szene mehr Respekt genießen soll als Hähnel, teilte dem „Tagesspiegel“ mit, dass er plane, sich in „verantwortungsvoller Funktion im Landesvorstand in die politische und organisatorische Leitung des Landesverbands einzubringen“. Sollte er wieder in Berlin mitmischen, geriete das ultrarechte Spektrum noch stärker in Bewegung. Im Jahr vor den Wahlen zu Abgeordnetenhaus und Bezirksverordnetenversammlungen zeichnen sich Umbrüche ab. Mit Bräuniger würde die NPD wieder an Kraft gewinnen.

Auch könnte Bräuniger die Neonazi-Szene wieder stärker an die Berliner NPD heranführen. So käme es ihm auch zugute, dass er die in der Szene als „verbonzt“ geltende Bundesführung der Partei im Frühjahr 2009 abrupt verließ. Nicht nur seinen Posten als Generalsekretär trat er nicht an, den Sitz in der Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick gab er ebenfalls auf.

Bräuniger stünde eine harte Aufgabe bevor, da dem „Tagesspiegel“ zufolge die Mitgliederzahl des Verbands von 330 Mitgliedern auf 250 geschrumpft sei.

Bräuniger war von 2005 bis 2008 Vorsitzender des Berliner NPD-Landesverbandes. Seit der Amtsübernahme durch Jörg Hähnel ist der Landesverband in eine Reihe von Skandalen und schweren Krisen geraten. In den letzten Monaten war Bräuniger in der Öffentlichkeit kaum noch erschienen. Beim „Rieger-Gedenkmarsch“ in Wunsiedel konnte Bräuniger eine Ansprache halten.

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