von Redaktion
   

Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen – NPD spricht von „Lügen“

Ausgerechnet NPD-Kandidat Andrejewski verzerrt in einem Wahlkampfvideo die Geschichte des Pogroms von Rostock-Lichtenhagen. Galt er doch mit als einer der Einheizer der brandgefährlichen Stimmung von 1992. Übernommen mit freundlicher Genehmigung des „blick nach rechts“

Das Video der NPD ist eine unsägliche Provokation. Auch ein erneuter Versuch der Geschichtsklitterung. Ausgerechnet vor dem bevorstehenden Jahrestag des Pogroms von Rostock-Lichtenhagen vom August 1992 – „als der Mob die Herrschaft übernahm“ („Der Spiegel“) – postieren sich die Spitzen der Neonazi-Partei vor dem elfstöckigen Plattenbau in der Mecklenburger Allee 18. Direkt vor dem so genannten Sonnenblumenhaus stehen sie und verkünden mit einer abgestimmten Wahlkampfinszenierung apologetisch neue „bürgerkriegsähnliche Zustände“. Die Todesangst vieler Menschen damals wird ignoriert. Opfer werden zu Schuldigen. Es wirkt, als wolle die NPD versuchen, die brandgefährliche Stimmung neu zu entfachen. Dabei hätten die Ausschreitungen 1992 fast zur Katastrophe geführt. Darüber wird natürlich geschwiegen, im neuen Propagandaclip für das Internet.

Der NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt ist aus Berlin angereist. Ins Mikrophon sagt er, er stehe an einem „historisch bedeutenden Ort“ an dem sich „der Protest einmal gezeigt“ habe. Doch auch heute sei „das Boot voll“, so Voigt, es würde reichen. Denn „Mecklenburg und Pommern“ sollen „deutsch bleiben“. In reißerischer Manier schließt sich der NPD-Fraktionsvorsitzende Pastörs an, wettert gegen die „korrupte Clique der etablierten Parteien“ und lobt den eigenen „lautstarken aber sachlich fundierten“ Kampf.

Einer der geistigen Brandstifter

Dann wird ein Redner angekündigt, der die wahren „Schuldigen von damals“ enttarnen soll: Es ist ausgerechnet Michael Andrejewski. Wohlweislich präsentiert die NPD ihn nur als „Zeitzeugen“. Als sei er gar nicht dabei gewesen. 1992 in Rostock-Lichtenhagen, als alles begann. Im Nachhinein betrachtet, sehen viele in dem heutigen NPD-Landtagsabgeordneten Andrejewski einen der geistigen Brandstifter für die Mobbildung. Im Vorfeld der Krawalle waren fast 100.000 Flugblätter mit der Überschrift „Widerstand gegen die Ausländerflut“ von einer Aktion „Rostock bleibt deutsch“ verteilt worden. Die Schreiben heizten ein. Die Aggressivität wuchs. Verantwortlich dafür zeichnete Michael Andrejewski.

An diesem 3. August haben sich einige jüngere Neonazis in einheitlichen Shirts mit der Aufschrift „Unsere Heimat unser Auftrag“ am Wahlkampfstand aufgebaut. Schnell stellt der Berliner Rechtsextremist Jörg Hähnel ein Foto mit dem Kommentar „An historisch bedeutsamem Ort...“ bei Facebook ein.

Tatsächlich inszeniert sich die Neonazi-Partei ungeniert direkt vor dem Ort, wo viele Menschen nur knapp mit dem Leben davon kamen. Im August 1992 befand sich im Sonnenblumenhaus die Zentrale Anlaufstelle des Landes für Asylbewerber. Das Gebäude war hoffnungslos überbelegt, viele Flüchtlinge krochen unter die Balkone im Erdgeschoss, hausten dort unter menschenunwürdigen Zuständen. In der Nachbarschaft regte sich kaum Mitleid. Im Gegenteil, es schwelte die Aggression.

Die Zeit des offenen Hasses

Die Katastrophe begann mit kleinen Schlägereien, dann flogen die ersten Steine. Brandsätze und Molotows folgten. Menschen schleppten „kanisterweise Benzin herbei“, wurde berichtet. Behörden und Polizeiführung zeigten sich hoffnungslos überfordert. Eine Panne jagte die nächste. Viele Neonazis auch aus anderen Bundesländern schlossen sich eilig dem Mob an. Es war die Zeit des offenen Hasses, vor den tödlichen Brandstiftungen von Mölln und Solingen.

Zeitweilig sollen 800 Polizisten mehr als 1200 Rechten und Sympathisanten gegenüber gestanden haben. Die Menschen im Sonnenblumenhaus lebten tagelang in Todesangst. Erst am dritten Tag wurden rund 200 Flüchtlinge in Sicherheit gebracht. Die Polizei rückte ab – zurück blieben 3000 aufgebrachte, aggressive Menschen. Sie feierten den Abzug, dann griffen einige das Nachbarhaus Nr. 19 an. Darin befanden sich zu dem Zeitpunkt etwa 150 Vietnamesen, überwiegend ehemalige DDR-Vertragsarbeiter, und 30 Deutsche. Erneut flogen Brandsätze. Radikale stürmten das Gebäude, Balkone und Wohnungen standen in Flammen. Die eingeschlossenen Menschen flüchteten völlig verängstigt auf das Dach des Hochhauses. Randalierer und Neonazis hinderten die Feuerwehr mit Steinwürfen an den Löscharbeiten. Es galt als ein Wunder, dass niemand getötet wurde. Den Horror von 1992 haben viele der Opfer und betroffenen Helfer bis heute nicht verwunden – das Datum jährt sich 2011 zum 19. Mal.

Demnächst „bürgerkriegsähnliche Zustände“

Jetzt liefert der studierte Jurist Andrejewski einen Videoauftritt, der sprachlos macht. „Die Menschen waren damals nicht gewohnt, von Ausländern insbesondere von kriminellen Ausländern überschwemmt zu werden“, beginnt der Anklamer NPD-Politiker in die Kamera zu sprechen und zeigt auf das Haus. Dann lobt der Rechtsextremist die „vernünftige Ausländerpolitik“ bis zur Wende. Denn „in der DDR“ hätten sich „Gastarbeiter an die Gesetze zu halten“, wenn nicht, „flogen sie achtkantig raus“. Er prangert das damalige „totale Staatsversagen“ an und verkündet, nicht „irgendwelche bösen Rechtsextremisten“ seien schuld gewesen. Dann zündelt er wieder: „Was in Lichtenhagen 1992 passiert ist“, das sei nur „ein schwacher Vorbote von dem, was noch folgen“ werde. Denn es würden zur Zeit „fremde Volksstämme importiert, darunter kriminelle Großclans ... alle schwer bewaffnet“ und die Verantwortlichen hätten demnächst mit „bürgerkriegsähnlichen Zuständen“ zu rechnen.

Während seiner aufstachelnden Reden lässt der 51-jährige aus Baden-Baden stammende Rechtsextremist alle Zurückhaltung und Schüchternheit fallen. Für die fürchterlichen Folgen von Rostock-Lichtenhagen will Michael Andrejewski aber nicht verantwortlich sein. Im „Deutschland Radio“ erklärte er 2007 zu seinem damaligen Flugblatt ausweichend: „Da wird kein Bezug genommen auf dieses Asylbewerberheim, es wird nur generell von Ausländern gesprochen, es wird zur Gründung einer Bürgerinitiative aufgerufen, es wird überhaupt nicht zur Gewalt aufgerufen.“

Ähnlich agiert die NPD heute, wenn sie einen verurteilten Angreifer von damals sogar im Landtag empfängt. Der musste sich als einer der Wenigen wegen Mordversuchs und Brandstiftung vor Gericht verantworten. Die NPD lud den heutigen Fanbeauftragten des SV Dynamo Schwerin ein – als „hilfesuchenden Bürger“.

Kommentare(21)

Björn Freitag, 05.August 2011, 20:46 Uhr:
Man sieht mal wieder, dass die Wessis vom BNR keine Ahnung von den damaligen Zuständen in Rostock-Lichtenhagen hatten.
Erst massenhaft europäische Flüchtlinge in ein überbelegtes Haus pferchen und dann die immer stärker werdende Wut der Einheimischen gegen die oftmals kriminellen Ausländer ignorieren. Ihnen ist das Versagen des Staates egal. Der hat einfach zugesehen wie sich die Auusländerkriminalität auf der einen Seite und die Wut der Einheimischen auf der anderen Seite immer mehr aufschaukelten. Solange kein Ausländer im eigenen Villenviertel lebt war unseren Polit-Bonzen schon immer egal mit welchen Problemen sich Einheimische und Ausländer rumschlagen müssen. Nun versuchen sie tatsächlich das eigene Versagen zu vertuschen indem man die Reaktionen der Einheimischen auf die alltägliche Gewalt und Kriminalität skandalisiert. Die Warnungen, auch von Herrn Andrejewskie, wurden natürlich nicht erhört. Stattdessen versucht man heute diejenigen, die davor gewarnt haben als "geistige Brandstifter" zu verleumden. Dabei waren diejenigen Brandstifter, die sehenden Auges eine katastrophale Situation haben entstehen lassen und nichts dagegen taten. Jetzt versucht man die Schuld auf "den Mob" abzuwelzen, ungeachtet der Tatsache, dass sich das gemeine Volk und keine brutalen Neonazis gegen diese unmenschlichen Mißstände gestellt haben. Zum Glück wurde damals niemand ernsthaft verletzt. Aber nun den Einheimischen die Schuld für die Versagerpolitik der Parteien zu geben ist einfach nur schäbig. Es ist nicht ein hasserfüllter Mob auf die Straße gegangen, sondern die Einheimischen haben diese untragbare Situation nicht mehr ausgehalten. Da man die Verantwortlichen nicht zur Verantwortung ziehen konnte, hat man sich gegen das Symtom gestellt. Und das war die ZAST. Wenn jetzt die damals verantwortlichen Politiker die Schuld auf die sich wehrende Bevölkerung schiebt und nicht sehen will, dass sie selbst durch ihre untragbaren Handlungen die Eskalation auslösten, dann zeigt das einmal mehr die überhebliche, arrogante Art unserer selbstverliebten Politiker.

Nicht die Rostocker haben die Ausschreitungen in Lichtenhagen zu verantworten, sondern die Politiker, die diese gefährliche Situation entstehen lassen haben und trotz vielfältiger Warnungen nichts gegen diese Zustände taten.
 
Roichi Samstag, 06.August 2011, 11:06 Uhr:
@Björn

Du willst hier allen Ernstes versuchten Mord, schwere Brandstiftung, Lynchjustiz etc. als gesundes Volksempfinden darstellen?
Wir leben doch nicht mehr im Mittelalter oder 1938.
Und Schuld sind natürlich nicht die Brandstifter, versuchten Mörder und deren Anstifter, sondern die Politiker.
Was soll man dazu noch sagen.
 
blubHal Samstag, 06.August 2011, 12:32 Uhr:
Ein sehr interessanter Film dazu:
"The truth lies in Rostock".

Einfach unglaublich - aber leider muss man so etwas (und Kommentare wie den von Björn) in einer Demokratie auch aushalten. Menschen, die Brandsätze auf ein Haus werfen, in denen wehrlose Menschen hocken. Schuld sind die anderen - natürlich. Politiker, Demokraten, Bonzen, Asylanten, Kommunisten, Juden, Migranten - hier kann beliebig ausgewählt werden.
Irgendeiner aus dieser Gruppe ist sicherlich dafür verantwortlich, dass ein braver, tapferer Rostocker Bürger mit Pflastersteienen Scheiben einwirft und randaliert. Denn das sind die wahren Deutschen.
Dass es in Rostock - genau wie in Ostdeutschland allgemein - sehr wenige Ausländer gibt, spielt dabei keine Rolle (da sollte man als NPDler auch garnicht genau drüber nachdenken).

Da kann man sich nur an den Kopf fassen und wundern. Aber eigentlich auch gut so. Denn würde die NPD auf einmal propagieren:
"Kameraden! Lasst die Pflastersteine und Schlagringe liegen! Geht zur Schule, macht einen guten Abschluss, geht studieren, werdet Akademiker" - ja dann wären diese Leute wirklich eine Konkurrenz um gutbezahlte Jobs oder um wichtige Positionen in der Gesellschaft.
Da ist es doch besser, wenn sie weiter gegen Ausländer, Gutmenschen, Demokraten, Migranten, [Liste kann nahezu beliebig fortgesetzt werden] hetzen, ihre Dorffeste veranstalten, auf denen sie sich besaufen können. Dann ab und zu noch ein paar Schlägereien - mehr braucht man in der Regel nicht. Wem dann noch langweilig ist, der legt sich einen kleinen Waffenvorrat an oder hängt sich eine Reichskriegsflagge ins Zimmer. Finanziell passt meistens auch alles - das Amt zahlt notfalls ja.

Leid tut es mir nur für die anderen Leute, die in Ostdeutschland auf dem Land leben.
 
Björn Sonntag, 07.August 2011, 19:34 Uhr:
@Roichi/blubHal

Man sieht schon, du kommst nicht aus Rostock und hast keine Ahnung von den damaligen Geschehnissen.

Erstens war die ZAST einen Tag vorher geräumt worden, weshalb auch niemand wußte, dass noch Vietnamnesen in dem Block waren, mit denen die Rostocker keine Probleme hatten. Diese zu verurteilenden Gewalttaten waren leider schlimme Auswüchse aus der berechtigten Wut der Einheimischen. Und genau das haben die damals zuständigen Politiker zu verantworten. Denn die haben diese unhaltbaren Zustände herbeigeführt und seelenruhig zu geschaut, wie das Pulverfass langsam anfing zu explodieren.

"Leid tut es mir nur für die anderen Leute, die in Ostdeutschland auf dem Land leben."

Hast du die Leute auch gefragt ob sie sich denn Unwohl fühlen? Verrückterweise haben die Leute auf dem Land keine Probleme mit Nationalisten. Die Einzigen Probleme die sie haben sind Arbeitslosigkeit, Vergreisung, Abwanderung und Armut. Genau die Dinge, die unsere hohen Volksvertreter zu verantworten haben.

Mir tun die ganzen Menschen leid, die in Westdeutschland in den Großstädten leben und tagtäglich die Ausländergewalt am eigenen Leib spüren.
Ja es gibt noch relativ wenige Ausländer im Osten. Und genau so soll es bleiben. Denn Zustände wie in westdeutschen Ballungsgebieten möchten die Leute, die in "Ostdeutschland auf dem Land leben" nicht.
 
Roichi Sonntag, 07.August 2011, 21:10 Uhr:
@Björn

Du kannst mich ruhig wie gewöhnlich ansprechen.
Sonst weiß ich ja nicht, ob ich angesprochen bin, oder wer anders.

"Diese zu verurteilenden Gewalttaten waren leider schlimme Auswüchse aus der berechtigten Wut der Einheimischen. Und genau das haben die damals zuständigen Politiker zu verantworten. Denn die haben diese unhaltbaren Zustände herbeigeführt und seelenruhig zu geschaut, wie das Pulverfass langsam anfing zu explodieren."

Und die Leute, die die Lunte legten, sind natürlich ganz unschuldig.

"Mir tun die ganzen Menschen leid, die in Westdeutschland in den Großstädten leben und tagtäglich die Ausländergewalt am eigenen Leib spüren."

Tu doch nicht so scheinheilig. Als ob dich die Leute jucken würden. Dir geht es doch nur um die Bewegung. Die Leute sind nur Mittel zum Zweck.

Übrigens, die Leute die dort wohnen, in den Großstädten wollen dein Mitleid gar nicht. Die finden es nämlich gut, in einer offenen und bunten Gesellschaft zu leben. Aber das kommt natürlich auf dem Land nicht so recht an.
 
Daniel D. Sonntag, 07.August 2011, 21:32 Uhr:
@Björn

Hör endlich auf zu flennen, Björn. Das Versagen der Behörden bestand auch darin, nichts gegen die Hetzpropaganda von Nazis wie Andrejewskie unternommen zu haben. CDU-Politiker haben sich in dieser Zeit häufig der rassistischen und fremdenfeindlichen Propaganda der rechtsaußen Parteien bedient. Es gibt keine Entschuldigung oder Berechtigung für den Pogrom von Rostock-Lichtenhagen. Der Mob hätte sich auch mit den Asylbewerbern solidarisieren können, um gemeinsam gegen die schlechten Lebensbedingungen zu protestieren. Es hätte viele andere Möglichkeiten gegeben, diese Probleme zu bewältigen. Dieses völkisch-chauvinistische Delirium in dem sich der Mob befand, ist nicht allein aus sozialen Problemen oder einer spezifischen Ostsozialisation ableitbar. Es ist selber Teil des Problems gewesen.
Ich weis, ihr Neonazis haltet euch gerne für nonkonformistisch, rebellisch und staatsfeindlich. Aber mit deiner Forderung "Ausländer Raus", bist du dann wieder ganz nah, bei der damaligen Bundesregierung.
 
Björn Montag, 08.August 2011, 06:43 Uhr:
@Roichi

"Und die Leute, die die Lunte legten, sind natürlich ganz unschuldig."

Die Leute, die die Lunte legten waren die verantwortlichen Politiker.

"Als ob dich die Leute jucken würden. Dir geht es doch nur um die Bewegung. Die Leute sind nur Mittel zum Zweck."

Da das deutsche Volk der Mittelpunkt unserer Weltanschuung ist, sind natürlich auch die Deutschen kein Mittel zum Zweck. Zu welchem auch? Der Zweck oder besser das Ziel ist doch ein freies und souveränes Volk. Ich sehe schon, du kennst dich nicht aus mit der Materie.
Im Gegensatz zu euch geht es uns um die Menschen, nicht um das politische System.

"Die finden es nämlich gut, in einer offenen und bunten Gesellschaft zu leben."

Frag doch mal die Hinterbliebenen ausländischer Gewaltopfer ob sie die multikulturelle Gesellschaft, aus der die Gewalttaten heraus ausgeführt werden, "gut finden".

"Aber das kommt natürlich auf dem Land nicht so recht an."

Richtig. Auf eine "offene und bunte Gesellschaft", die immer wieder durch Gewaltexzesse an Deutschen auffällt, können wir hier getrost verzichten.
Wir haben hier nämlich noch halbwegs funkionierende Gemeinschaften und ein friedlichen Alltag. All das macht Multi-Kulti kaputt.

Nur weil du Verbrechen und Untergang wohlklingende Namen wie "bunt" und "offen" gibst, verändert sich ja nicht der Inhalt.
 
Roichi Montag, 08.August 2011, 16:42 Uhr:
@ Björn

"Die Leute, die die Lunte legten waren die verantwortlichen Politiker. "

Genau. Die Verantwortlichen. Andrejewski und Co. Diese waren dafür verantwortlich, dass es zu diesen Ausschreitungen kam.

"Da das deutsche Volk der Mittelpunkt unserer Weltanschuung ist"

Danke für dieses offene, wenn auch unerwartete Bekenntnis.
Dein deutsches Volk ist der Nabel der Welt. Um euch dreht sich alles. Der Rest drumherum ist nur Randerscheinung oder Gedöns, und absolut nebensächlich. So offen hast du das hier noch nicht ausgesprochen.
Ein wenig größenwahnsinnig, nicht. Aber hey, da bist du in guter Tradition. Die meisten Nazis sind das.

"Zu welchem auch? Der Zweck oder besser das Ziel ist doch ein freies und souveränes Volk."

Deine Freiheit möchte ich nicht haben. Dann lieber Menschenrechte, Demokratie und Grundgesetz.

"Im Gegensatz zu euch geht es uns um die Menschen, nicht um das politische System."

Die Dinger heißen nicht umsonst Menschenrechte und nicht Politikrechte.
Schon der Name verrät, worum es geht.

"
"Die finden es nämlich gut, in einer offenen und bunten Gesellschaft zu leben."

Frag doch mal die Hinterbliebenen ausländischer Gewaltopfer ob sie die multikulturelle Gesellschaft, aus der die Gewalttaten heraus ausgeführt werden, "gut finden"."

Erst mal Hinterbliebene finden. Soviele, wie du hier behauptest gibt es nämlich gar nicht. Es sind keinesfalls Massen von Opfern der "Ausländergewalt" einer "Multikulti-Gesellschaft". Das suggerierst du ganz gerne. Mehr aber auch nicht.

"Richtig. Auf eine "offene und bunte Gesellschaft", die immer wieder durch Gewaltexzesse an Deutschen auffällt, können wir hier getrost verzichten.
Wir haben hier nämlich noch halbwegs funkionierende Gemeinschaften und ein friedlichen Alltag. All das macht Multi-Kulti kaputt."

Du warst nie in Neukölln, oder Wedding. Dort gibt es genau diese offenen Gesellschaften. Und du kannst dort nachts halb drei ohne Schwierigkeiten auf die Straße gehen. Naja, du eher nicht, du traust dich ja dort nicht hin.
In Marzahn oder Schöneweide kann das anders ausgehen. Merkste was?

"Nur weil du Verbrechen und Untergang wohlklingende Namen wie "bunt" und "offen" gibst, verändert sich ja nicht der Inhalt."

Nur, weil du etwas dir genehmes in diese Worte hereininterpretierst, heißt das noch nicht, dass sich deren Bedeutung deinen Phantasien anpasst.
Offenheit solltest du vielleicht mal erleben. Auch wenn eher unwahrscheinlich ist, dass du das erleben kannst. Du bist so in deiner Welt gefangen, dass du es nicht einmal mitbekommen würdest.
Schade für dich.
 
Björn Montag, 08.August 2011, 18:17 Uhr:
@Roichi

"Genau. Die Verantwortlichen. Andrejewski und Co. Diese waren dafür verantwortlich, dass es zu diesen Ausschreitungen kam."

Wer hat denn die Situation geschaffen? Wer hat denn hunderte Ausländer in einen Block gepfercht inmitten der Wohnblöcke der Einheimischen und dann zugeschaut wie das Pulverfass explodiert? Andrejewski und Co. haben rechtzeitig darauf aufmerksam gemacht und davor gewarnt. Aber die Politik meinte mit den Ossis können sie es ja machen. Was können die schon dagegen tun?

Du hast zu der Zeit nicht in unmittelbarer Nähe gelebt und weißt daher nicht wie es ist, wenn man seine Kinder nicht mehr vor die Tür lassen kann, beraubt und angepöbelt wird. Das ist kein Dauerzustand. Irgendann ist den Menschen der Kragen geplatzt. Und das irgendwann etwas passiert darüber waren sich die Verantwortlichen im klaren. Aber sie taten nichts. Sie dachten sich die Ostdeutschen haben gefälligst das zu tun was wir Wessis denen befehlen. Sollen sich die Ossis doch mit den Ausländern rumärgern.

Genau diese Leute waren die Luntenleger.

"Dein deutsches Volk ist der Nabel der Welt. Um euch dreht sich alles. Der Rest drumherum ist nur Randerscheinung oder Gedöns, und absolut nebensächlich. So offen hast du das hier noch nicht ausgesprochen."

Ne? Jetzt schon. Ja, das deutsche Volk ist der Mittelpunkt meiner Weltanschauung. Sein Fortbestand und der seiner Kultur. Erst dann interessieren mich die anderen Krisen und Ausseinandersetzungen auf der Welt.

"Ein wenig größenwahnsinnig, nicht."

Nö.

"Deine Freiheit möchte ich nicht haben. Dann lieber Menschenrechte, Demokratie und Grundgesetz."

Aber natürlich nur für Menschen die so denken wie du. Wehe es bekennt sich einer zu seinem Volk und Land. Dann sind Grundrechte auf einmal sehr entbehrlich.

"Die Dinger heißen nicht umsonst Menschenrechte und nicht Politikrechte."

Dir geht es um die Aufrechtherhaltung dieses Systems, nicht darum was gut für die Menschen ist. Du nennst dich ja nicht umsonst "Demokrat", was ein politisches System ist, und ich nenne mich einen "Völkischen Nationalist". Und das Volk sind die Menschen. Mal ganz davon abgesehen, dass unsere Vorstellung einer solidarischen Volksgemeinschaft bedeutend demokratischer ist als dein jetziges System, da dort die wichtigen Fragen direkt vom Volk entschieden werden.

"Erst mal Hinterbliebene finden. Soviele, wie du hier behauptest gibt es nämlich gar nicht."

Über dreihundert Tatverdächtige von Morde und Mordversuche ausländischer Gewalttäter wurden vom BKA 2008 gezählt. In nur einem Jahr. Und da sind eingebürgerte Ausländer, die einen Großteil der Multi-kulti-Verbrecher ausmachen noch gar nicht mitgezählt. Rechne das mal auf die letzten 20 Jahre hoch. Über 6000 Tatverdächtige ausländischer Morde und Mordversuche. Die eingebürgerten Mörder wieder nicht mitgerechnet. Und du verhöhnst die Opfer indem du einfach behauptest es würde kaum welche geben.
Ist klar. Du und deine Menschenrechte. Aber nicht für Deutsche oder wie?

"Du warst nie in Neukölln, oder Wedding. Dort gibt es genau diese offenen Gesellschaften."

Allerdings war ich in Wilhelmsburg, Steilshoop und Harburg. Und ich kenne Leute die da wohnen und einem raten Nachts lieber nicht unbewaffnet und alleine durch den Stadtteil zu laufen.
Die Kriminalitätsrate gibt ihnen Recht.

"In Marzahn oder Schöneweide kann das anders ausgehen. Merkste was?"

Man sieht mal wieder wie deine selektive Wahrnehmung mit der Wirklichkeit kollidiert.

Straftaten 2009
Wedding: 15050
Mahrzahn: 11664
schwere Körperverletzungen:
Neukölln:889
Mahrzahn:344
Und das obwohl Neukölln nur ein Drittel mehr Einwohner hat. Das macht in Neukölln 592 schwere Körperverletzungen pro 100000 Einwohner. In Mahrzahn 334.

Merkste was?

"Nur, weil du etwas dir genehmes in diese Worte hereininterpretierst, heißt das noch nicht, dass sich deren Bedeutung deinen Phantasien anpasst."

Nur das die Zahlen mir Recht geben.

"Offenheit solltest du vielleicht mal erleben."

Och bei uns im Osten gibt es viel Offenheit. Nur nicht zu Verbrechern und Menschen, die denken sie können sich hier als Gäste benehmen wie die Axt im Walde. Zu Touristen sind wir sehr offen. Denn auch bei uns gibt es viele Ausländer. Aber die meisten kommen als Touristen und benehmen sich in diesem Land.

"Du bist so in deiner Welt gefangen, dass du es nicht einmal mitbekommen würdest. Schade für dich."

Das ist ja nett, dass du dich um mich sorgst. Dabei hab ich wahrscheinlich schon mehr von Detschland und der Welt gesehen als du. Gegen Offenheit habe ich nichts. Aber gegen Kriminalität, Verbrechen und Überfremdung.
 
Daniel D. Montag, 08.August 2011, 19:57 Uhr:
@Björn

Andrejewski hat nicht vor einer gefährlichen Situation gewarnt. Er hat mit zur Eskalation beigetragen. Die Neonazis und der aufgestachelte Mob haben nur wie Marionetten die verfehlte Politik der Regierung und ihrer Behörden fortgeführt. Unter den Verantwortlichen und Tätern befanden sich sowohl "Ossis" als auch "Wessis". Diese Ost-West Kiste, die du hier aufmachst, zeigt nur das du keine Ahnung von den damaligen Geschehnissen hast. Zu deinen Ausführungen über Ausländerkriminalität in den Städten, lässt sich feststellen: Völkischer Nationalismus ist etwas für Weicheier und Hinterwälder, denen das Leben zu hart und kompliziert ist. Ich verteile Sympathiepunkte nicht gemäß der Abstammung und mir ist es relativ egal welchen ethnischen Hintergrund ein Straftäter hat.
 
Björn Dienstag, 09.August 2011, 15:40 Uhr:
@Daniel

"Andrejewski hat nicht vor einer gefährlichen Situation gewarnt. Er hat mit zur Eskalation beigetragen."

Blödsinn. Der Grund der Eskalation waren die vielen Verbrechen und die unmenschlichen Zustände in und um die ZAST. In eurer merkwürdigen Wahrnehmung denkt ihr wahrscheinlich das Deutsche und Ausländer friedlich zusammenlebten bis irgendwelche fiesen "Rechten" kamen und sie gegeneinander aufgehetzt haben. Das die Wirklichkeit ganz anders aussah interessiert dich nicht. Nicht umsonst hat da kein "rechter Mob" gewütet, sondern sind die Anwohner und die Einheimischen auf die Straßen gegangen. Die unterträgliche Situation hat das Fass zum explodiern gebracht, keine Flugblätter in denen darüber informiert wurde.

"Unter den Verantwortlichen und Tätern befanden sich sowohl "Ossis" als auch "Wessis"."

Die politisch Verantwortlichen waren allerdings fast nur Wessis.

"Diese Ost-West Kiste, die du hier aufmachst, zeigt nur das du keine Ahnung von den damaligen Geschehnissen hast."

Da ich daher komme und auch die Zeit miterlebt habe, habe ich davon bedeutend mehr Ahnung als du. Und natürlich hat es schon was mit Ost und West zu tun. Denn die Entscheidung die vielen Ausländer nach Rostock zu schicken trafen West-Politiker. Da diese die Ostdeutschen sowieso als Menschen zweiter Klasse angesehen haben, haben sie sich auch nicht darum gekümmert was das unausweichliche Resultat ihrer katastrophalen Ausländerpolitik war.

"Völkischer Nationalismus ist etwas für Weicheier und Hinterwälder, denen das Leben zu hart und kompliziert ist."

Huuuiii...
Was für eine stichhaltige Argumentation.

"...mir ist es relativ egal welchen ethnischen Hintergrund ein Straftäter hat."

Mir ist es nicht egal ob jemand, der hier in Deutschland aufgenommen wird auf einmal anfängt seine Gastgeber zu berauben oder zu ermorden. Wer so etwas macht muss damit rechnen wieder nach Hause geschickt zu werden. Außerdem sind die vielen Verbrechen Nicht-Deutscher eine Beleg für das Scheitern eures Mutlikultitraumes. Weswegen ihr auch die Hintergründe der Taten versucht zu verdrängen.
 
Daniel D. Dienstag, 09.August 2011, 19:34 Uhr:
@Björn

Der "Wessi" Andrejewski hat nichts getan, um die Lebensbedingungen der Anwohner zu verbessern. Sein Handeln beschränkte sich auf das Verteilen von Flugblättern mit rassistischen und fremdenfeindlichen Parolen, die in dieser Zeit von vielen rechtskonservativen Politikern und den Medien bedient wurden. Der damalige Oberbürgermeister von Rostock Klaus Kilimann war ein "Ossi", ebenso wie der Innenminister Lothar Kupfer. Laut Wikipedia, befanden sich unter den Festgenommenen Randalierern immerhin 110 Personen aus den alten Bundesländern, 217 aus MV und 37 aus anderen neuen Ländern. Zitiert wird aus dem "Zwischenbericht des Untersuchungsausschusses des Landtages Mecklenburg-Vorpommern", 16. Juni 1993.
(siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Ausschreitungen_von_Rostock-Lichtenhagen )
Dass dir die "die unmenschlichen Zustände in und um die ZAST" egal sind, zeigt sich daran, dass du den Ausschreitungen Legitimität zu sprichst. Wie bereits erwähnt. Es hätte in dieser Situation viele andere Möglichkeiten gegeben, die Probleme zu lösen. Ich verdränge nicht "die Hintergründe der Taten", eben weil ich deine völkische Sichtweise nicht teile. Ich bezweifele auch, dass eine ethnisch homogene Volksgemeinschaft, eine friedlichere und menschlichere Ordnung ermöglicht.
 
Amtsträger Mittwoch, 10.August 2011, 18:41 Uhr:
Bei den Ausschreitungen haben verschiedene Personen ein Haus angezündet, in dem eine Vielzahl von Menschen zugegen war. Dies haben die Täter gewußt.

Das ist Tötungsabsicht. Die ist mit keiner Wut zu rechtfertigen!
 
Björn Donnerstag, 11.August 2011, 15:04 Uhr:
@Daniel

"Der "Wessi" Andrejewski hat nichts getan, um die Lebensbedingungen der Anwohner zu verbessern."

Das ist ja auch ein Argument. Was hast du getan um die Lebensbedingungen der Anwohner zu verbessern? Die einzigen, die etwas hätten tun können waren die verantwortlichen Politiker. Aber die schauten nur zu wie das Pulverfass langsam explodierte. Und genau darum tragen die politisch Verantwortlichen die Schuld, dass die Lage so eskaliert ist. Und natürlich auch der einzelne Mollotowcocktailwerfer. Allerdings nicht derjenige, der lediglich mit Worten die Rostocker über die unhaltbaren Zustände der direkten Anwohner informierte. Aber für euch war ja schon immer derjenige der Feind der Probleme anspricht, nicht derjenige, der sie verursacht. Das war auch bei Sarrazin deutlich zu sehen.

"Der damalige Oberbürgermeister von Rostock Klaus Kilimann war ein "Ossi", ebenso wie der Innenminister Lothar Kupfer."

Nur haben die keine Entscheidungsgewalt gehabt wie viele Ausländer nach Mecklenburg kommen. Die Vorgabe kam aus dem Westen. Sollen sich doch die Ossis mit den Ausländern rumärgern.

"Laut Wikipedia, befanden sich unter den Festgenommenen Randalierern immerhin 110 Personen aus den alten Bundesländern, 217 aus MV und 37 aus anderen neuen Ländern."

Die Ausschreitungen wurden ja auch zum Groß-Event für allerlei merkwürdige Gestalten die sich auch von außerhalb der Region Rostock nach Lichtenhagen aufmachten und sich dann besonders beim randalieren hervortaten.
Besonders am letzten Tag waren kaum noch Rostocker da, sondern "Schlachtenbummler" aus ganz Deutschland.

"Dass dir die "die unmenschlichen Zustände in und um die ZAST" egal sind, zeigt sich daran, dass du den Ausschreitungen Legitimität zu sprichst."

Ich habe gesagt, dass die Ausschreitungen die absehbare Konsequenz aus dem Verhalten der verantwortlichen Politiker waren. Nicht das sie legitim waren.

"Es hätte in dieser Situation viele andere Möglichkeiten gegeben, die Probleme zu lösen."

Leider nicht. Die Verantwortlichen haben monatelang alle Warnungen und Beschwerden ignoriert. Wenn die Verantwortlichen nichts tun, wie soll sich dann eine untragbare Situation ändern? Irgendwann halten es die Anwohner nicht mehr aus. Diese vorhersehbare Reaktion haben die Verantwortlichen einfach ignoriert. Bis es zu spät war. Und dann haben sich später eben auch "erlebnisorientierte" Gewalttäter dazu gesellt als die Bewohner der ZAST schon längst weg waren.

"Ich bezweifele auch, dass eine ethnisch homogene Volksgemeinschaft, eine friedlichere und menschlichere Ordnung ermöglicht."

Sie wird nicht komplett friedlich sein. Dafür sind wir alle Menschen. Aber die hundertausenden Straftaten von Migranten würden dann schonmal wegfallen. Wir hätten also ca ein drittel weniger Kriminalität. Und natürlich würde es dann auch keine Gewalttaten mehr geben, die ihren Hintergrund in der Einwanderung haben. Ausseinandersetzungen zwischen Türken und Kurden z.B. Oder die sattsam bekannte "südländische Mentalität" mit der unsere Multikultifreunde die dauernden Gewalttaten südländischer Straftäter relativieren.

Oder willst du behaupten, dass wenn sich aufeinmal fast alle Ausländer entscheiden würden nach Hause zu fahren, nicht weniger Gewalt und Kriminalität herrschen würde?
 
Daniel D. Donnerstag, 11.August 2011, 22:05 Uhr:
@Björn

Parolen wie "Widerstand gegen die Ausländerflut", "Rostock bleibt deutsch" oder "Grenzen dichtmachen" sind für dich also "Aufklärung". Ich muss dich noch einmal darauf hinweisen, dass solche Sprüche zum politischen und medialen Mainstream gehören. Es weder besonders mutig noch originell, sich damit auf die Straße zu stellen. Andrejewski hätte doch auch versuchen können zwischen Anwohnern und Asylbewerbern zu vermitteln oder auf die Stadtverwaltung einzuwirken, um eine Verbesserung der Situation zu erreichen. Letztendlich haben Andrejewski und die anderen Nazis mit ihrer Agitation, diese für alle Seiten schwierige Situation nur noch verschlimmert. Die Landesregierung und vor allem die Stadtverwaltung waren für die ZAST in Rostock-Lichtenhagen verantwortlich. In deinem Versuch der Migrationspolitik der Bundesregierung und der Ausländerkriminalität die Alleinschuld zu geben, bist du übrigens ganz nah beim damaligen Rostocker Innensenator Peter Magdanz (SPD). Überhaupt gibst du dich auffällig Staatstreu, wenn du schreibst:

"Wenn die Verantwortlichen nichts tun, wie soll sich dann eine untragbare Situation ändern? Irgendwann halten es die Anwohner nicht mehr aus. Diese vorhersehbare Reaktion haben die Verantwortlichen einfach ignoriert. Bis es zu spät war."

Dein Weg zur "nationalen Revolution" ist es also darauf zu warten, dass der Staat das "Richtige" tut und bei Bedarf auszurasten, Menschen zu attackieren, die per völkischer Definition keine Deutschen sind. Dümmer und einfältiger geht es wirklich nicht mehr.
Was du als "erlebnisorientierte" Gewalttäter“ bezeichnest, waren überzeugte Neonazis und Rassisten.
Die ethnisch homogene Volksgemeinschaft wäre nur durch ein großes Verbrechen erreichbar, der Abschiebung aller Menschen, die nach völkischen Kriterien keine Deutschen sind. Gesellschaften, die zu solchen Taten fähig sind, können auch noch mehr Unheil anrichten. Deshalb ist sie auch nicht wünschenswert.
 
B.C. Freitag, 12.August 2011, 10:31 Uhr:
@bjoern
soso, gewalttaten haetten die asylsuchenden veruebt? diese aussage ist allein auf ihrem mist gewachsen. mein bester freund hat damals in dem hochhaus gewohnt. ich war oft da. bestimmt wurde in der kaufhalle geklaut und die notdurft in aller oeffentlichkeit verrichtet, weil die leute schlicht keine andere moeglichkeit hatten. an diesen zustaenden waren nicht sie schuld.

"Die Ausseinandersetzungen der ersten Tage an denen nur Einheimische beteiligt waren, wurden später zum Anlass für "erlebnisorientierte" Gewalttäter"

wie kommt es, dass es zahlreiches bildmaterial von NPD-kadern vor den ausschreitungen vor dem haus gibt? alles leute, die dort nicht gewohnt haben.
 
Amtsträger Freitag, 12.August 2011, 11:06 Uhr:
"Auch die Belegungen der Gefängnisse sprechen Bände."

Das überproportional viele Ausländer im Gefängnis sitzen liegt an §112 II Nr. 2 StPO. Wer keinen ordentlichen Wohnsitz in Deutschland hat, für den besteht prinzipiell Fluchtgefahr und er wird inhaftiert.

Da Ausländer in der Regel keinen ordentlichen Wohnsitz in Deutschland haben, werden sie viel eher inhaftiert.

Aus der erhöhten Rate andere Schlussfolgerungen zu ziehen ist nicht möglich.

Aber das stört die "klugen" Rechtsextremisten natürlich nicht...

Auf solhen falschen Schlussfolgerunen zu argumentieren ist für Björn schon symptomatisch!
 
B.C. Freitag, 12.August 2011, 11:26 Uhr:
und heute gehen verurteilte brandsetzer von damals in der schweriner NPD-landtagsfraktion ein und aus. wie sagen die oesterreicher so schoen: s passt scho!
 
Björn Dienstag, 16.August 2011, 20:08 Uhr:
@Daniel

"Parolen wie "Widerstand gegen die Ausländerflut", "Rostock bleibt deutsch" oder "Grenzen dichtmachen" sind für dich also "Aufklärung"."

Das war das Empfinden der Einheimischen. Und das kam nicht von ungefähr.

"Andrejewski hätte doch auch versuchen können zwischen Anwohnern und Asylbewerbern zu vermitteln..."

Was hätte er sagen sollen? "Hört bitte auf die Anwohner zu tyranisieren. Und bitte raubt sie nicht mehr aus oder verprügelt sie weiterhin. Das wäre echt Dufte von euch." Oder wie? Und auf welcher Sprache? Glaubst du echt die Zustände hätten sich durch reden verändern können? Das war nur durch eine Auflösung der ZAST möglich. Und das taten die Verantwortlichen nicht.

"Letztendlich haben Andrejewski und die anderen Nazis mit ihrer Agitation, diese für alle Seiten schwierige Situation nur noch verschlimmert."

Wenn man die Ist-Zustände beschreibt dann verschlimmert man nichts, sondern hilft eher dabei, dass auch mal die Verantwortlichen die Augen auf machen.

"In deinem Versuch der Migrationspolitik der Bundesregierung und der Ausländerkriminalität die Alleinschuld zu geben, bist du übrigens ganz nah beim damaligen Rostocker Innensenator Peter Magdanz (SPD)."

Die waren für die ZAST verantwortlich aber nicht dafür wie viele Ausländer sie unterbringen mußten. Das wurde in Bonn entschieden.
Wer soll denn sonst noch dafür verantwortlich gewesen sein? Ohne die ZAST und die daraus resultierenden Probleme hätte es auch keine Ausschreitungen gegeben. Oder sind Rostocker für dich besonders gewalttätig? Mit den Vietnamnesen kamen die Rostocker vorher ja auch gut klar.
Das es unschön wird wenn sich die Wut der Anwohner erstmal entlädt und das das auch auswärtige Gewalttäter anzieht war ja leider abzusehen. Aber auch da versagten die Verantwortlichen.

"Dein Weg zur "nationalen Revolution" ist es also darauf zu warten, dass der Staat das "Richtige" tut und bei Bedarf auszurasten, Menschen zu attackieren, die per völkischer Definition keine Deutschen sind."

Mein Ziel ist es vorher etwas gegen untragbare Zustände zu tun bevor etwas passiert und nicht dabei zuzugucken wie ein Pulverfass explodiert. Und natürlich sollte das der Staat regeln, also das richtige tun. Sonst wäre es ja Selbstjustiz. Ihr könnt ja von der NPD halten was ihr wollt aber ihr müßt zugeben, wenn die NPD damals Verantwortung getragen hätte, dann wäre es gar nicht zu diesen Ausschreitungen gekommen, weil die Wirtschaftsflüchtlinge, die den Großteil der ZAST-Bewohner stellten, längst wieder zu Hause gewesen wären.

"Was du als "erlebnisorientierte" Gewalttäter“ bezeichnest, waren überzeugte Neonazis und Rassisten."

Ohja. Das waren die totalen Ideologen. Die waren natürlich alle total politisch aktiv und hatten ein geschlossenes Weltbild. Du baust dir auch die Welt wie sie dir gefällt was. Die meisten hatten einfach Lust zu randalieren und Ausländer mochte damals ja eh keiner. Was das mit Politik zu tun haben soll oder gar mit unserer völkischen Weltanschauung weißt du mal wieder nicht.
Sechzehnjährige Glatzköpfe mit Springerstiefeln und amerikanischer! Bomberjacke handeln in der Regel nicht aus politischen Überzeugungen, sondern aus Lust an Randale.

"Die ethnisch homogene Volksgemeinschaft wäre nur durch ein großes Verbrechen erreichbar, der Abschiebung aller Menschen, die nach völkischen Kriterien keine Deutschen sind."

Falsch. Eine Volksgemeinschaft ist eine solidarische Gemeinschaft von Mitgliedern eines Volkes. Da ist es irrelevant ob in der Nachbarschaft auch noch Mitglieder anderer Volksgemeinschaften leben. Eine Volksgemeinschaft könnte man auch in der jetzigen BRD mit jetzigem Ausländerstand erreichen. Volksgemeinschaft ist eine emotionale Bindung zwischen Mitgliedern eines Volkes. Ob der Nachbar Türke ist, ist da völlig egal. Trotzdem sind wir natürlich für die Abschiebung von kriminellen Ausländern und für eine strengere Regelung der Einwanderung. Nur hat das nichts mit der Volksgemeinschaft zu tun, sondern mit einem sicheren Leben und Selbstbestimmung. Ich bin sehr dafür das wir eine gewisse Zahl an Ausländern hier behalten. Nur muss die Zahl und auch die Auswahl der Ausländer so beschaffen sein, dass wir uns als Volk frei entfalten können, keine Parallelgesellschaften entstehen und der Überfremdung ein Riegel vorgeschoben wird.

@bc

"soso, gewalttaten haetten die asylsuchenden veruebt?"

Ja.

"mein bester freund hat damals in dem hochhaus gewohnt. ich war oft da."

Dann weißt du ja, dass sich die Leute kaum noch vor die Tür wagten, Angestellte des Supermarktes angegriffen wurden und die Menschen ihre Kinder nicht mehr vor dir Tür ließen. Sind das Zustände in denen du leben willst? In deiner Heimat, in deinem zu Hause?

"an diesen zustaenden waren nicht sie schuld."

Zum Großteil nicht. Richtig. Ich habe auch nie den Ausländern die Schuld für die Ausschreitungen gegeben, sondern den politisch Verantwortlichen.

"wie kommt es, dass es zahlreiches bildmaterial von NPD-kadern vor den ausschreitungen vor dem haus gibt? "

Wahrscheinlich weil sie die Stimmung spürten und sich mit den Einheimischen solidarisierten. An den Ausschreitungen haben sie nicht Teil genommen.

@bc

"und heute gehen verurteilte brandsetzer von damals in der schweriner NPD-landtagsfraktion ein und aus"

Ach, ja? Wieviele sind es denn? Du tust so als ob es mehrere sind. Und wie oft kommen sie in der Woche? Wenn sie doch angeblich ein und ausgehen.
Das einer vor zwanzig Jahren ne Straftat verübte und sich heute gegen Gewalt einsetzt reicht dir tatsächlich um dein ekelhaftes Anti-Rechts Süppchen zu kochen. Während es dich nicht stört, dass die Nachfolgepartei der SED noch heute mit verurteilten RAF-Terroristen packtiert, die noch heute zur Gewalt aufrufen.

wie sagen die oesterreicher so schoen: s passt scho!
 
Roichi Mittwoch, 17.August 2011, 10:50 Uhr:
@ Björn

Schon interessant, wie du hier mal wieder versuchst Gewalt zu verharmlosen, und die Anstifter zu Heiligen zu erklären.
Von wegen, es war ja "unschön" und Schuld sind natürlich die in Bonn. Bloß keine Verantwortung übernehmen, wenn es mal "unschön" wird.
Das sind doch Politiker, die man sich wünscht.

"Was das mit Politik zu tun haben soll oder gar mit unserer völkischen Weltanschauung weißt du mal wieder nicht."

Die völkische Weltanschauung basiert auf der Ungleichheit der Menschen und daher kann man "niedrigere", Schwächere, in diesem Fall die Ausländer auch ruhig angreifen, verletzen, ausweisen....
Ich weiß, das würdest su nie öffentlich zugeben. Musst du auch nicht.

"Wahrscheinlich weil sie die Stimmung spürten und sich mit den Einheimischen solidarisierten. An den Ausschreitungen haben sie nicht Teil genommen."

Sicher? Ganz sicher?
Oder wussten sie einfach, wann es Zeit zum verschwinden ist, damit man nicht erwischt wird.
 
Björn Freitag, 19.August 2011, 13:21 Uhr:
@Roichi

"Schon interessant, wie du hier mal wieder versuchst Gewalt zu verharmlosen, und die Anstifter zu Heiligen zu erklären."

Weil ich für die Eskalation der Gewalt die politisch Verantwortlichen verantwortlich mache? Ich kann nichts dafür, dass sie diese Situation geschaffen haben, die zwangsläufig zur Eskalation führen mußte. Die Gewalttaten an isch habe ich schon öfter verurteilt. Also ging dein billiger Verleumdungsversuch mal wieder komplett daneben.

"Von wegen, es war ja "unschön" und Schuld sind natürlich die in Bonn."

Fandest du es denn schön? Die Verantwortlichen saßen damals in Bonn. Auch wenn natürlich die Unfähigkeit der Polizei noch mit rein spielte.

"Bloß keine Verantwortung übernehmen, wenn es mal "unschön" wird."

Genau das taten sie ja nicht. Du gibst mir also in meiner Kritik an den politisch Verantworlichen recht? Stattdessen versuchten sie die Schuld an die Anwohner abzuwälzen, die wochenlang unter der Situation zu leiden hatten. Das ist mal wieder typisch für BRD-Politiker. Erst Mist bauen und dann den schwarzen Peter auf das Volk abwälzen.

"Die völkische Weltanschauung basiert auf der Ungleichheit der Menschen und daher kann man "niedrigere", Schwächere, in diesem Fall die Ausländer auch ruhig angreifen, verletzen, ausweisen...."

Hast du fein auswendiggelernt. Ein Lob an deinen KGR-Führer. Völkischer Nationalismus ist nicht auf unser Volk beschränkt, sondern ist die Forderung nach freien, selbstbestimmten Völkern und das Überlebensrecht eines jeden Volkes. Egal ob Deutsch, Kenianer oder Han-Chinese.
Du kommst einfach nicht aus deinem Vorurteilsghetto raus. Dabei ist dir schon klar, dass völkische nationalisten nichts von der Ungleichwertigkeit der menschen halten. Aber wenn man wie du keine Argumente hat, dann muss man irgendwie versuchen unpolitische Jugendliche, die keine Ausländer mögen zu politischen Aktivisten zu stilisieren um sie und ihre Taten im Krampf gegen Rechts instrumentalisieren zu können. Du hast dich in dem ganzen Jahr in dem wir schon miteinander diskutieren nicht ein Stück weiterentwickelt. Du wiederkäust deine Jahrzehnte alten Vorurteile um so deine primitives schwarz-weißes Weltbild vor Kritik zu schützen. Du schaffst es mal wieder ein 30-Zeiligen Kommentar zu schreiben ohne auch nur ein einziges Argument zu bringen. Aber wenn du willst dann können wir uns auf deinem Niveau weiterunterhalten. Antifaschismus basiert auf der Ungleichheit der Menschen und daher kann man Menschen, die man nicht mag angreifen, verletzen und einsperren. Ich weiß, das würdest du nie öffentlich zugeben. Musst du auch nicht. Wollen wir uns auf diesem Niveau weierbewegen oder springst du mal über deinen Schatten und versuchst es ausnahmsweise mal mit Argumenten?

"Sicher? Ganz sicher?"

Ja. Schau dir doch sonst die Videos an und versuch einen NPD-Politiker bei den Ausschreitungen auszumachen. Viel Spass dabei. Das Resultat kann ich dir jetzt schon sagen.

"Oder wussten sie einfach, wann es Zeit zum verschwinden ist, damit man nicht erwischt wird."

Du wirst immer billiger. Vielleicht warst du ja auch dabei aber du wußtest wann es Zeit wird zu verschwinden damit du nicht erwischt wirst. Wenn etwas nicht in dein Weltbild passt dann biegst du solange daran umher bis es wieder passt. Fühlt sich das eigentlich blöd an, wenn die Realität immer wieder aufs neue sich dagegen streubt in dein Weltbild zu passen?
Du hättest mal damals da wohnen sollen dann würdest du heute wissen wer das ganze zu verantworten hat. Aber du schaffst es nicht tiefer in eine Thematik einzutauchen, sondern kratzt höchstens an der Oberfläche. Für dich war natürlich "der deutsche Mob" schuld an der Eskalation. Wie es dazu kam interessiert dich hingegen nicht.
 

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