Donnerstag, 20. März 2014

NPD erklärt Ex-Porno-Darstellerin „Kitty Blair“ zur „unerwünschten Person“

Lange hatten die NPD-Anhänger darauf gewartet, nun ist es da: Ein Statement der Parteiführung zu den Aktivitäten der früheren Porno-Darstellerin Ina Groll alias Georgina Groll alias „Kitty Blair“, die sich in den letzten Wochen und Monaten im Umfeld der Rechtsextremisten bewegte. Und das hat es in sich: Die junge Frau wird zur „unerwünschten Person“ erklärt und ihr wird Hausverbot erteilt.

Vergangene Zeiten? Ina Groll mit Ex-NPD-Chef Udo Voigt (Foto: Screenshot Facebook)

Die nationale Karriere der früheren Pornodarstellerin „Kitty Blair“ hat einen schweren Rückschlag erlitten. Zuletzt hatte sich die junge Frau im Umfeld der NPD bewegt, für die Partei im knappen Kostüm einer Weihnachtsfrau Werbematerial in Duisburg verteilt oder am politischen Aschermittwoch der Rechtsextremisten im Saarland teilgenommen. Dort hatte sie sich mit dem NPD-Spitzenkandidaten zur Europawahl, Udo Voigt, ablichten lassen und das Foto später voller Stolz auf Facebook gestellt. Seit einigen Wochen wohnt Groll in der Südwestpfalz und möchte dort für die Bürgerinitiative „Gegen Einwanderung ins soziale Netz“ ein Mandat im Kreistag unter dem Motto „Nationalismus darf auch sexy sein“ erringen.

Vielen NPD-Sympathisanten stieß allerdings der frühere Job von Ina Groll, die sich zeitweise auch Georgina Groll nennt, auf. Über die Aktivistin, die gerne in Kleidungsstücken der umstrittenen Hooligan-Band „Kategorie C“ posiert, brach ein „nationaler Shitstorm“ herein, der seinesgleichen sucht. Einige Neonazis warfen ihr „Rassenschande“ vor, da sie in Filmen mit farbigen Darstellern gearbeitet habe. Andere wiederum kritisierten die fatale Außenwirkung ihres parteipolitischen Engagements und sahen die Wahlchancen schwinden. Eine eigens eingerichtete Facebook-Seite fuhr permanent Attacken gegen Groll, außerdem sammelten ihre Gegner Unterschriften gegen sie. Die „Petition“ sollte dem NPD-Parteivorstand vorgelegt werden.

NPD-Parteiführung reagiert auf „Shitstorm“

Doch soweit muss es eventuell gar nicht kommen. Die braune Hetzseite „Altermedia“ verbreitet einen Beschluss des NPD-Parteipräsidiums, der vom „Amtsleiter Recht“, Frank Schwerdt, der u. a. wegen Volksverhetzung hinter Gittern saß, unterzeichnet ist. Zuvor hatte dessen Vorstandskollege, der Bundesgeschäftsführer Frank Pühse, nur betont, Groll sei kein Parteimitglied.

Hier noch für die NPD im Einsatz: Ina Groll (Foto: Screenshot Facebook)

Schenkt man der „Altermedia“-Meldung Glauben, hat die NPD „Kitty Blair“ zur „unerwünschten Person“ erklärt. „Sie darf in keinem Fall zu NPD-Veranstaltungen und sonstigen Aktivitäten aller Art zugelassen werden“, heißt es weiter. Außerdem sei Groll Hausverbot erteilt worden. „Alle Zuwiderhandlungen“, nimmt die NPD-Spitze ihre Anhänger ins Gebet, seien „parteischädigend im Sinne des §9 der NPD-Satzung“.

Damit dürfte der NPD-Rückenwind für ihre kommunalpolitischen Aktivitäten ausbleiben. Interessant wird die Reaktion des saarländischen NPD-Verbandes. Wird sich die Truppe um den NPD-Generalsekretär Peter Marx, der zuletzt gemeinsam mit Groll den Geburtstag einer „Kameradin“ feierte, dem Druck aus Berlin beugen und seine neue „Hoffnungsträgerin“ aufs Abstellgleis schieben?