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Donnerstag, 20. April 2017

Zur Aktualität der identitären Ideologie

Rechtspopulistische Bewegungen machen sich zur Zeit in vielen westlichen Staaten zum Sprachrohr angeblich bisher unterdrückter Bevölkerungsgruppen und Meinungen. Die identitäre Bewegung entwickelt diesen Ansatz weiter zu einem Projekt der autoritären Staatlichkeit gegen Multikulturalismus, Islam und Einwanderung. Dabei verbindet sie ihre Kampagne für einen ethnisch geschlossenen Nationalstaat mit der Kritik an der kapitalistischen Globalisierung. Mit einem Sprachduktus, der Politik emotionalisiert, wird durch «geistige Verschärfung» das Programm eines defensiven Ethnonationalismus entfaltet. Dieser beruft sich auf Traditionsbestandteile eines völkischen Antimodernismus und eine von dem russischen Philosophen Alexander Dugin entworfene eurasische Geopolitik.

Donnerstag, 22. Januar 2015

Migrationsbericht 2013 – Kaum passende Zahlen für Pegida-Jünger dabei

Jährlich im Januar veröffentlicht das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im Auftrag der Bundesregierung den Migrationsbericht für Deutschland. Aktuell dürfte die Aufmerksamkeit für den Bericht durch die fremdenfeindlichen Pegida-Demonstrationen und durch die insgesamt steigenden Zuzugszahlen deutlich höher ausfallen als in anderen Jahren. Dabei liefert die Publikation eher Zahlen, die gegen die Aktivitäten der Pegida sprechen.

Montag, 07. April 2014

Parlamentswahl in Ungarn: Ein Fünftel der Wähler stimmt für rechtsextremistische Jobbik-Partei

Bei den ungarischen Parlamentswahlen legte die rechtsextremistische Jobbik rund fünf Prozentpunkte zu und wird damit drittstärkste Kraft. Im neuen, nun 199 Mitglieder umfassenden Abgeordnetenhaus, werden die Antisemiten mit 23 Anhängern vertreten sein. Klarer Wahlsieger ist Ministerpräsident Viktor Orban, der sich mit seiner rechtsnationalen Fidesz-Partei eine Zwei-Drittel-Mehrheit sicherte.

Sonntag, 02. März 2014

Zwischen Antisemitismus und „Judenemanzipation“ – ein Sammelband zum Thema

Die Historiker Guido Hausmann, Manfred Hettling und Michael G. Müller präsentieren in ihrem Sammelband „Die ‚Judenfrage’ – ein europäisches Phänomen?“ 13 Fallstudien zum Bild von und Umgang mit den Juden in europäischen Ländern zwischen Ende des 18. und Beginn des 20. Jahrhunderts. Es handelt sich um gut belegte und recherchierte Fallstudien, wobei die vergleichende Betrachtung leider nur auf die allerdings sehr reflexionswürdige Einleitung beschränkt bleib.

Sonntag, 17. November 2013

Neonazi-Aufmarsch in Wunsiedel – Rechte Szene findet in Priebke Stellvertreter für den „Stellvertreter“

Etwa 220 Neonazis demonstrierten am Samstag durch die oberfränkische Stadt Wunsiedel – Anlass war ein sogenanntes Heldengedenken. In dem kürzlich verstorbenen Kriegsverbrecher Erich Priebke fand die Szene eine Figur, auf die sich zahlreiche Aspekte des üblichen Heß-Gedenkens übertragen ließen. Ein direkter Bezug auf den „Stellvertreter Hitlers“ war laut Auflagenbescheid ausgeschlossen.