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Dienstag, 13. Dezember 2016

Über 600 Verfahren gegen ehemalige Mitglieder verbotener rechtsextremer Vereinigungen

In der Antwort auf eine Kleine Anfrage gab der sĂ€chsische Justizminister bekannt, dass ĂŒber 600 Strafverfahren gegen ehemalige Mitglieder inzwischen verbotener Gruppierungen eingeleitet wurden. Die meisten Verfahren wurden wegen Körperverletzung, Diebstahls und Betruges eingeleitet. In der Folge fordert ein Landtagsabgeordneter der GrĂŒnen die Erhöhung des Verfolgungsdrucks auch nach einem Vereinigungsverbot.

Donnerstag, 09. Januar 2014

NPD-Kommunalpolitik: Wenn der Hass am Gartenzaun kurzzeitig endet

Die Kommunalwahlen in elf BundeslĂ€ndern werfen ihre Schatten voraus. Im strategischen Konzept der NPD bilden sie einen wichtigen Baustein – nach eigenen Worten das „Fundament der politischen Arbeit“. Den Sinn kommunaler Mandate sehen die braunen Lokalpolitiker nicht in der konstruktiven Mitarbeit im Rat oder in den AusschĂŒssen, sondern im gesteigerten Bekanntheitsgrad ihrer FunktionstrĂ€ger, wodurch weitere Wahlerfolge vorbereitet werden sollen. DafĂŒr fressen sie auch Kreide.

Freitag, 01. Juni 2012

Extremismuskonferenz in Riesa: SPD-Landesvorsitzender Dulig sagt seine Teilnahme aus Protest ab

Am 20. Juni findet auf Einladung des sĂ€chsischen MinisterprĂ€sidenten Stanislaw Tillich (CDU) in Riesa eine Extremismuskonferenz statt. Da Martin Dulig von der Veranstaltung erwartet, dass die „bisherige UntĂ€tigkeit und Konzeptionslosigkeit der Staatsregierung“ nicht kritisch hinterfragt werde, sagte er am Freitag seine Teilnahme ab.

Montag, 05. Oktober 2009

Ehemalige NPD-Abgeordnete

Uwe LeichsenringDer gelernte Maschinenbauer und ehemalige Fahrlehrer Uwe Leichsenring wurde 1967 in Sebnitz (Sachsen) geboren. 1990 trat er in die NPD ein und wurde noch im selben Jahr zum stellvertretenden NPD-Landesvorsitzender in Sachsen gewĂ€hlt. Er verblieb in diesem Amt bis 1991. Zwischen 1991 und 2004 war er GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Kreisverbandes SĂ€chsische Schweiz. 1999 zog Leichsenring in den Stadtrat von Königstein ein. Von 2002 bis 2004 war er Mitglied des NPD-Parteivorstandes. Ab 2004 war Leichsenring stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Kreistag der SĂ€chsischen Schweiz.Bei der Landtagswahl 2004 kandidierte er auf Listenplatz 3 und zog ĂŒber die NPD-Landesliste ein. Von 2004 bis 2006 war er parlamentarischer GeschĂ€ftsfĂŒhrer der NPD-Landtagsfraktion.Leichsenring gab sich immer besonders volksnah und hatte durch seine Arbeit als Fahrlehrer viele Kontakte in die Bevölkerung. FĂŒr rechtliche Ermittlungen sorgte seine UnterstĂŒtzung der „Skinheads SĂ€chsische Schweiz“ (SSS). die 2001 verboten wurden. Unter anderem wurden VorwĂŒrfe gegen ihn laut weil er dem SSS mit neuen Computern aushalf, nachdem ihre von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt wurden. Die Ermittlung gegen ihn wegen UnterstĂŒtzung einer kriminellen Vereinigung wurde fallen gelassen, nachdem er eine Geldstrafe gezahlt hatte. Im Mai 2006 wurde Leichsenring aufgrund des Verdachts volksverhetzender Rede fĂŒr drei Tage von allen Sitzungen des Landtags ausgeschlossen. Anlass waren seine Äußerungen bei der Debatte zum Thema „Linke Gewalt am 1. Mai“. Leichsenring sprach unter anderem von „SonderzĂŒgen“ fĂŒr die AbfĂŒhrung linksextremistischen TĂ€ter. Auf kritische Nachfrage hin ergĂ€nzte Leichsenring seine Meinung mit der Aussage, dass er sich diese manchmal wieder wĂŒnschen wĂŒrde. Die Äußerung des rechtsextremen Politikers wurde als BefĂŒrwortung und Billigung der DeportationszĂŒge in die NS-Konzentrationslager ausgelegt, was letztlich zu dem befristeten Ausschluss aus dem Landtag fĂŒhrte. Derartige Äußerungen waren bei ihm keine Ausnahme, wie eine ErklĂ€rung Leichsenrings zu einem seiner Interviews zeigt. So sagte Leichsenring wĂ€hrend dessen aus: „Das Dritte Reich war eine WohlfĂŒhldiktatur mit 95 Prozent Zustimmung.“ NachtrĂ€glich stellte er seine Aussage wie folgt richtig: „Ich habe erklĂ€rt, dass das ‚Dritte Reich’ fĂŒr mich eine abgeschlossene historische Epoche ist. Bewertungen ĂŒber diese Zeit sollen diejenigen vornehmen, die davon etwas verstehen, vor allem natĂŒrlich die Historiker. Ein bekannter Vertreter seines Fachs, der aus der 68er Bewegung stammende Götz Aly, bezeichnete in seinem vielbeachteten Buch ‚Hitlers Volksstaat’ den Nationalsozialismus als ‚WohlfĂŒhldiktatur’. Darauf bezog sich meine Äußerung im Interview mit dem ‚Vogtlandanzeiger’.“ Nicht immer drĂŒckte Leichsenring seine Ideologie derart direkt aus, wie AuszĂŒge aus einem Interview mit dem "Vogtlandanzeiger" vom 17. Mai 2006 beweisen. Auf die Frage nach der systematischen Vernichtung der Juden im 2. Weltkrieg antwortete Leichsenring wie folgt: „Ein Totschlagargument gegen alles, was Recht ist. Ich habe dazu keine Meinung, weil ichÂŽs nicht weiß. Ich darf es nicht leugnen, also tu ich es nicht. Wer es bezweifelt, geht ins GefĂ€ngnis – wie David Irving, Ernst ZĂŒndel oder GĂŒnther Deckert. Leute, die sagen, was der offiziellen Rechtsprechung nicht passt. Weil man in diesem Land eingesperrt wird, wenn man seine Meinung sagt, ist die BRD nicht mein Land.“Frage: „Der Bundesverfassungschutz stellt zunehmende Gewalt von rechts fest. GewaltĂ€tige Skinheads erledigen auch das GeschĂ€ft der NPD, ja?“Leichsenring: „PubertĂ€res MĂ€nnlichkeitsgehabe ist doch nicht gleich eine Straftat, und wenn ein MĂ€dchen ein Hakenkreuz in eine SchultĂŒr ritzt, ist das auch keine. Die SPD hat die Jusos in ihrem Vorgarten, bei uns sind es eben die Skinheads.“Uwe Leichsenring starb am 30. August 2006 bei einem Verkehrsunfall. Laut Polizeiangaben stieß er bei einem Überholmanöver frontal mit einem entgegenkommenden Lastkraftwagen zusammen und erlag noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen. Nach Leichsenrings Tod rĂŒckte Rene Despang in den SĂ€chsischen Landtag nach. Leichenrings Amt als Parlamentarischer GeschĂ€ftsfĂŒhrer der NPD wurde Johannes MĂŒller ĂŒbertragen.RenĂ© DespangDer gelernte Maler RenĂ© Despang wurde 1972 in Dresden geboren. Despang war ab den 1990er Jahren aktiv in der rechtsextremistischen Szene Dresdens. So nahm er unter anderem an Demonstrationen der NPD, der Freien Kameradschaften und der „Jungen Landsmannschaft Ostpreußen“ teil. 1996 trat Desprang der NPD bei. Im FrĂŒhjahr 2004 kandidierte er erfolglos auf der Liste des „Nationalen BĂŒndnis‘ Dresden“ fĂŒr den Stadtrat. Mit dem Einzug der NPD in den SĂ€chsischen Landtag 2004 erhielt er eine Anstellung als Sachbearbeiter fĂŒr Öffentlichkeitsarbeit. Nachdem Unfalltod von Uwe Leichsenring rĂŒckte Desprang als NPD-Abgeordneter in den Landtag nach. Bei der Landtagswahl in Sachsen 2009 verpasste er auf Listenplatz 13 den Wiedereinzug in den Landtag.Despang ist gegenwĂ€rtig NPD-Kreisvorsitzender in Dresden und Beisitzer im „Nationalen BĂŒndnis Dresden“.Klaus BaierDer gelernte Fahrzeugmechaniker und Rettungsassistent Klaus Baier wurde 1960 in Annaberg-Buchholz geboren. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.  Baier trat 1998 in die NPD ein und wurde, noch im folgenden Jahr Mitglied im NPD-Landesvorstand Sachsen. 1999 war Baier einer der MitbegrĂŒnder des NPD-Kreisverband Annaberg-Buchholz, dessen Kreisvorsitzender er wurde. 2002 kandidierte Baier im Wahlkreis Annaberg – Aue-Schwarzenberg fĂŒr den Deutschen Bundestag. Er erhielt 3,3% der Erststimmen. 2004 zog Baier in den Stadtrat von Annaberg-Buchholz ein und wurde Vorsitzender der NPD-Stadtratsfraktion. Im selben Jahr zog er ĂŒber die NPD-Landesliste in den SĂ€chsischen Landtag ein.Im Dezember 2005 trat Baier, einige Tage nach seinem Fraktionskollegen Marko Schmidt, aus der NPD-Fraktion und der NPD aus. Als BegrĂŒndung gab er an, dass die EnttĂ€uschung ĂŒber die Parteientwicklung zu groß sei und das die NPD nicht lĂ€nger das Interesse der WĂ€hler vertrete. Baier gehörte als fraktionsloser Abgeordneter weiter dem Landtag an. Seinem Ausscheiden aus der NPD folgten Beschimpfungen, anonyme Drohungen und VorwĂŒrfe, heimlich mit dem Verfassungsschutz zusammen gearbeitet zu haben. Baier beantragte als Folge dieser Entwicklung Hilfe des Verfassungsschutzes, der ihm darauf auch Personenschutz gewĂ€hrte. 2006 trat Baier in die Deutsche Soziale Union ein und kandidierte erneut bei der Landtagswahl 2009, erhielt jedoch kein Mandat und schied aus dem Landtag aus. JĂŒrgen Rainer SchönDer gelernte Schriftsetzer JĂŒrgen Rainer Schön wurde 1948 in Leipzig geboren.  Schön trat 1990 in die NPD ein und gehörte damit zu den GrĂŒndungsmitgliedern der NPD Sachsen. Auf dem GrĂŒndungsparteitag wurde er fĂŒr zwei Jahre zum ersten Landesvorsitzenden gewĂ€hlt. Bis zu seinem Ausscheiden aus der NPD 2005 blieb er stellvertretender Landesvorsitzender.Von 1996 bis 2004 war Schön zudem stellvertretender Bundesvorsitzender der NPD. Im Dezember 2005 trat Schön aus der NPD-Fraktion und Partei aus, unter anderem wegen seiner Unzufriedenheit mit dem Fraktionsvorsitzenden und weil er sich als bekennender Christ in der NPD nicht mehr wohlfĂŒhlte. Schön war der Ansicht, dass es in der NPD keinen Platz mehr fĂŒr gemĂ€ĂŸigte Einstellungen gebe, außerdem kritisierte er die offene Bekenntnis von Parteimitgliedern zum Dritten Reich. Anfang 2006 trat Schön der Freicheitlichen Partei Deutschlands bei und wurde dort zum Bundesschatzmeister ernannt. Sein Austritt erfolgte aufgrund inhaltlicher Differenzen noch im selben Jahr. Von da an blieb Schön als fraktionsloses Mitglied im sĂ€chsischen Landtag. 2009 schied er aus dem Landtag aus. Als GrĂŒndungsmitglied hat Schön die NPD in Sachsen zentral mitgeprĂ€gt. Unter seiner Anleitung versuchte er, die NPD stĂ€rker in der Mitte der Gesellschaft zu verankern und ein neues Image der Partei zu etablieren. Schön setzte sich zum einen dafĂŒr ein, die Anzahl der AufmĂ€rsche wegen der negativen Schlagzeilen, die damit einhergingen, zu reduzieren. Zum anderen vermochte er es, gemĂ€ĂŸigte Skinheads, „schwierige“ Jugendliche, Arbeitslose und national gesinnte Ex-SED-Mitglieder an die Partei zu binden. So verhalf Schön, den NPD-Kreisverband Sachsen mit seinen damals rund 200 Mitgliedern zum grĂ¶ĂŸten Kreisverband in Deutschland auszubauen.Mirko SchmidtDer gelernte Anlagentechniker Mirko Schmidt wurde 1966 in Meißen geboren. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.  Schmidt trat 1997 in die NPD ein. Bereits zwei Jahre spĂ€ter war er Stadtrat der NPD in Meißen. 2000 wurde Schmidt Kreisvorsitzender im NPD-Kreisverband Meißen und Mitglied im Landesvorstand der NPD in Sachsen. 2003 erfolgte seine Wahl zum stellvertretenden Bundesvorsitzender der kommunalpolitischen Vereinigung der NPD. Schmidt behielt dieses Amt bis 2005. 2004 wurde Schmidt erneut in den Stadtrat von Meißen gewĂ€hlt und zog im selben Jahr ĂŒber die NPD-Landesliste in den SĂ€chsischen Landtag ein. Nach dem Einzug schlug seine Fraktion ihn fĂŒr den Posten des AuslĂ€nderbeauftragten vor. Schmidt erhielt 14 Stimmen. Die FraktionsstĂ€rke der NPD betrug zu der Zeit allerdings lediglich zwölf Mitglieder. Am 17. Dezember 2005 trat Schmidt aus der Fraktion und der Partei aus, verblieb danach jedoch als fraktionsloses Mitglied im SĂ€chsischen Landtag. Er rechtfertigte seinen Austritt mit dem mittlerweile offenen Bekenntnis der NPD zum Nationalsozialismus, welcher fĂŒr ihn nicht mehr akzeptabel war. Im MĂ€rz 2006 grĂŒndete Schmidt die SĂ€chsische Volkspartei, dessen Vorsitzender er wurde. Nach dem Scheitern seiner Partei bei der Meißner Stadtratswahl, bei der die SVP 0,9 % der Stimmen erhielt, und der sĂ€chsischen Landtagswahl, bei der die SVP 0,2 % der Stimmen errang, gab Schmidt seine Position auf. Anfang 2011 trat er wieder in Erscheinung diesmal als stellvertretender Vorsitzender von „Pro Sachsen“.Klaus-JĂŒrgen MenzelDer gelernte Landwirt und zurzeit ledige Klaus-JĂŒrgen Menzel wurde 1940 in Bernsdorf geboren.  Menzel trat 1959 der rechtsextremen Deutsche Reichspartei (DRP) bei, welcher er bis 1964 angehörte. 1967 erfolgte sein Beitritt in die NPD. Diese verließ Menzel 1973. In den folgenden Jahren blieb Menzel parteilos und betĂ€tigte sich als „Lehrer“ fĂŒr Geschichte, Religion und Kunst bei der „Kameradschaft Bremerhaven“, bis er schließlich 2002 wieder in die NPD eintrat. 2004 zog Menzel in den SĂ€chsischen Landtag ein. Bis 2007 bekleidete Er das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden der NPD Sachsen. Menzel war in dieser Zeit ebenfalls Mitglied der „IWG“, der Interessengemeinschaft fĂŒr die Wiedervereinigung Gesamtdeutschlands, welche vom Verfassungsschutz bis heute beobachtet wird.Menzel wurde am 14. November 2006 wegen finanzieller UnregelmĂ€ĂŸigkeiten aus der NPD-Fraktion ausgeschlossen. Als offiziellen Grund gab die Fraktion das Strafverfahren wegen uneidlicher Falschaussage und Strafvereitelung an. Dem vorausgegangen war unter anderem Menzels Steuerhinterziehung, weil er landwirtschaftliche FlĂ€chen zur Stilllegung angemeldet hatte, welche aber nach wie vor weiter bewirtschaftet wurden, wobei Menzel selbst weder PĂ€chter noch Bewirtschafter dieser FlĂ€chen war. Im Oktober 2006 hob das Plenum des sĂ€chsischen Landtages die ImmunitĂ€t von Menzel auf. Er wurde durch das Amtsgericht Weißwasser dazu verurteilt eine RĂŒckzahlung der zu Unrecht kassierten FlĂ€chenstillegungsprĂ€mie in Höhe von 15.900 Euro an das niedersĂ€chsische Landwirtschaftsministerium zu leisten. Einem Parteiausschlussverfahren gegen ihn kam Menzel mit seinem Parteiaustritt am 24. Januar 2007 zuvor.Menzels rassistische Aussagen in der Öffentlichkeit dĂŒrften allerdings als der Hauptgrund fĂŒr seinen Austritt gesehen werden. Immer wieder musste sich die NPD-Fraktion fĂŒr sein Verhalten entschuldigen und sich von seiner vorgebrachten Meinung distanzieren. So verkĂŒndete der damalige Pressesprecher der Fraktion Johannes MĂŒller in einer öffentlichen Stellungnahm, nach einem weitere Eklat seitens Menzels im Oktober 2008, dass die NPD den Aufruf zur Gewalt und die Verbreitung von inhaltlich unsinnigen und politisch schĂ€dlichen Parolen ausdrĂŒcklich missbilligt. Außerdem lehne die NPD Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele ausdrĂŒcklich ab.Kurz nach seinem Ausschluss machte Menzel Schlagzeilen, indem er am 12. Dezember 2006 einen Revolver in den Landtag schmuggeln ließ. Ein Besucher hatte eine Tasche von Menzel erhalten, in welcher der Revolver bei einer Kontrolle am Eingang gefunden wurde. Daraufhin erhielt Menzel, der sich zu der Tat bekannte, unbefristetes Hausverbot. Die folgende Verurteilung wegen unerlaubten Waffenbesitzes zu neun Monaten GefĂ€ngnis wurde wegen formaler Fehler aufgehoben.Bis 2009 war Menzel weiterhin fraktionsloses Mitglied im SĂ€chsischen Landtag. Er schaffte bei der Landtagswahl 2009 nicht den Wiedereinzug.Beweise fĂŒr Menzels offene Lobpreisungen fĂŒr das Dritte Reich und ihre rassistische Politik finden sich entsprechend hĂ€ufig in den Mendien. So verkĂŒndete Menzel am 8. Mai 2004 dem Jahrestag der Kapitulation der deutschen Wehrmacht: "Die Geschichte hat ihr Urteil bereits gesprochen, und das lautet: Freispruch fĂŒr unser Volk, Freispruch fĂŒr die Reichsregierung, Freispruch fĂŒr die Großdeutsche Wehrmacht. Wir sind heute wieder hier, und keine Macht der Welt bringt uns weg."Menzel bekrĂ€ftigte seine positive Haltung zum dritten Reich u.a. in einer Folge von Kontraste vom 22.9.2005: "Ich halte den FĂŒhrer nach wie vor fĂŒr einen großen Staatsmann, vielleicht einen der der grĂ¶ĂŸten, den wir je gehabt haben." Und weiter sagte Menzel: "Wenn schon an ein Datum gebunden, dann möchte ich gerne die Grenzen vom 1. September ÂŽ39, mit Einschluss von Sudetenland und Österreich."FĂŒr einen weiteren Eklat sorgte Menzel mit seiner Äußerung wĂ€hrend einer Landtagsdebatte am 17. Oktober 2008, die von der NPD zum Thema „Das DemokratieverstĂ€ndnis der sĂ€chsischen Blockparteien nach den Kreistagswahlen“ beantragt worden war. Menzel rief in seiner Rede zu Gewalt gegen einzelne Personengruppen auf: „Sie brauchen ihre HĂ€nde nicht zu heben, die können sie am 30. August nĂ€chsten Jahres heben, dann werden sie nicht mehr hier sein. [...] Gegen Zionisten, Freimaurer, Kriegstreiber und andere Psychopathen helfen keine langen Reden, nur noch Handgranaten. Wo aber Rotfront und Antifa haust, da helfen keine SprĂŒche, nur die Panzerfaust.“ Matthias PaulDer gelernte Stahlbetonbauer und zurzeit ledige Matthias Paul wurde 1977 in Meißen geboren. Paul trat 1994 in die NPD ein. In den nĂ€chsten Jahren wurde Paul Mitglied des NPD-Landesvorstandes und NPD-Kreisvorsitzender in Meißen und Dresden. Ende der 1990er wurde Paul zum Pressesprecher des NPD-Landesverbandes sowie stellvertretender Kreisvorsitzender der NPD in Meißen-Radebeul.2004 zog er in den SĂ€chsischen Landtag ein und gehörte dort dem Fraktionsvorstand an. Er ĂŒbernahm den Vorsitz im Umwelt- und Landwirtschaftsausschuss, den er jedoch nach der zahlenmĂ€ĂŸigen Dezimierung der NPD wieder aufgeben musste.Im November 2006 sah sich Paul mit dem Verdacht des Besitzes von kinderpornografischen Schriften konfrontiert, in Folge dessen sowohl seine privaten RĂ€ume als auch sein LandtagsbĂŒro durchsucht wurden. Aufgrund der Anschuldigungen und dem Wunsch, der Partei keinen weiteren Schaden zuzufĂŒgen, legte Paul sein Mandat nieder und trat von seinen ParteiĂ€mtern zurĂŒck. 2009 wurde das Verfahren vom Amtsgericht Meißen gegen eine Zahlung von 1000 Euro eingestellt. Das Gericht konnte ihm keine eindeutige Schuld nachweisen. FĂŒr Paul rĂŒckte der Vorsitzende des Zwickauer NPD-Kreisverbandes Peter Klose in den Landtag nach.Peter KloseDer gelernte Keramwerker Peter Klose wurde 1953 in Rodewisch geboren.  Seine Laufbahn in der rechtsextremen Szene begann Klose bei der Partei Die Republikaner, deren stellvertretender Landesvorsitzender er 1993 wurde. Nur ein Jahr darauf folgte sein Ausschluss aus der Partei. Klose wechselte zur NPD. 1995 wurde er Kreisvorsitzender der NPD in Zwickau. 1998 und erneut seit 2002 war Klose im Landesvorstand der NPD Sachsen. Zwischen 2006 und 2009 war er Abgeordneter im Landtag von Sachsen.Klose kandidierte stets auf einem der letzteren PlĂ€tze der NPD-Landesliste zur Wahl. So war es auch bei der Landtagswahl 2004. Als letztes Mitglied der NPD-Landesliste rĂŒckte Klose am 5. Dezember 2006 in den SĂ€chsischen Landtag fĂŒr Matthias Paul nach.Mehrmals wurde er in den vergangenen Jahren wegen Volksverhetzung belangt, unter anderem wegen seinen HassausbrĂŒche gegen Sinti und Roma auf der Website des Kreisverbands 2001. Allerdings wurde Klose nie verurteilt. Durch seinen ungezwungen-derben Stil und seine beispiellos vulgĂ€re Ausdrucksweise fĂ€llt Klose schnell negativ auf und gilt unter NPD-AnhĂ€ngern als wenig geeignet fĂŒr das Amt eines Landtagsabgeordneten.

Montag, 05. Oktober 2009

Rechte Szene - Kameradschaften

Die Gesamtzahl der AnhĂ€nger rechtextremistischer Parteien (NPD, DVU, REP) oder anderen rechtsextremer Gruppierungen (Kameradschaften, „Freie KrĂ€fte“) betrug 2006 in Sachsen rund 3200. Im Gegensatz zu BundeslĂ€ndern, wo die Tendenz fallend ist, bleibt die Zahl der AnhĂ€nger in Sachsen konstant. KameradschaftenKameradschaften veranstalten neben politischen Aktionen vorrangig FreizeitaktivitĂ€ten wie Partys und Konzerte. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene fĂŒhlen sich von diesem AktivitĂ€ten angezogen. Gemeinsam treten Kameradschaften und die NPD bĂŒrgernah auf und machen Angebote, die die Jugend ansprechen. Kameradschaften sind vor allem im lĂ€ndlichen Bereich aktiv, denn der Kontakt kann im lĂ€ndlichen Raum schneller z. B durch Nachhilfe, Sport geknĂŒpft werden. Wenn die Jugendlichen in die rechtsextremistischen Strukturen eingefĂŒhrt sind, ist es leichter neue Mitglieder zu rekrutieren. Daher organisieren/organisierten sich Kameradschaften, wie die SSS, Nationaler Jugendblock Zittau, Sturm 34, Sturm 24, die Schlesischen Jungs, die Kameradschaft Niederschlesien, Freie KrĂ€fte Lausitz in eher lĂ€ndlichen Gebieten. Ihre Bedingungen sind die Anerkennung von FĂŒhrerprinzip, völkische und rassistische Überzeugung, Gewaltbereitschaft. In Sachsen arbeiten sie flĂ€chendeckend, Schwerpunkte bilden sie jedoch in der SĂ€chsischen Schweiz und in der Oberlausitz.Kameradschaften in Sachsen:„Kameradschaft Beiersdorf“„Odins Legion“ in Glossen/Kittlitz„Kameradschaft Oberlausitz e.V.“, Seifhennersdorf„Reichsfront Rennersdorf“„Kameradschaft Hirschfelde“„Kameradschaft Olbersdorf“„NJB Zittau e.V.“Nationale Jugend Oderwitz (NJO)„Schlesische Jungs“ aus NieskySteel Boots OppachJungsturm Bellwitz (NOL)Furchtlos und Treu HoyerswerdaFreie Aktivisten HoyerswerdaFreie Aktivisten BernsdorfSturm 24 BautzenKameradschaft Schlesien/Junges Nationales Spektrum (JNS), WeißwasserBĂŒndnis Rechts SchlesienBoot Boys GörlitzBoot Boys RiesaKameradschaft Reinholdshain/DippoldiswaldeBrauner Sturm OsterzgebirgeWindbergsturmFreie KrĂ€fte FreitalNationales JugendbĂŒndnis, Dresden (Jugendorganisation des NBD)Kameradschaft T.H.O.R., FreibergGlauchauer JungsKameradschaft Erzgebirge (Raum Annaberg)Patriotisch sozialistische Jugend, AnnabergInitiative Heimatschutz (Raum Annaberg)Weiße Bruderschaft ErzgebirgeKameradschaft DelitzschKameradschaft BornaKameradschaft Bad Laußig„Freie KrĂ€fte“ MuldentalkreisKS TrebsensUmfeld/Auffanggruppierungen der verbotenen Skinheads SĂ€chsische Schweiz (SSS): „White Warrior Crew“, Sebnitz; „Alpha Team“, Sebnitz; „Jung Sturm“, Pirna; White Wenndy, Pirna; „Jung Sturm“, Struppen; „Hohnsteiner Jungs“; „Sturmtrupp“ Heidenau; KS Stolpen; KS EhrenbergEs entwickelt sich der Trend, dass sich immer mehr Rechtsextreme den sog. “Freien KrĂ€ften“ zuwenden. Sie handeln außerhalb von festen Strukturen wie Partei oder Kameradschaft stĂ€rker in losen Organisationsstrukturen. Ein Auftritt in der Öffentlichkeit erfolgt nicht mehr als Mitglied einer Partei oder Kameradschaft. Der Nationalismus verbindet nicht mehr in Organisationen, sondern erfolgt unorganisiert.Besonderheit: FrauenAuch junge Frauen wenden sich verstĂ€rkt der Rechte Szene zu. Der Trend geht dabei zu GrĂŒndungen von Frauenorganisationen aus der rechten Szene heraus. Beispiele sind die Gemeinschaft Deutscher Frauen (GdF), die die Frauen in der rechten Szene vernetzen und animieren will, die traditionelle Rolle als Mutter und Hausfrau anzunehmen. Hinzu kommt der Ring nationaler Frauen (RNF), der rechte Frauen fĂŒr die NPD organisieren und auf die Übernahme von ParteiĂ€mtern vorbereiten soll. Rechtsextreme Frauen treten weniger aggressiv und laut auf, sind aber nicht weniger politisch aktiv als MĂ€nner. Sie werden sowohl als Beteiligte an Gewalttaten als auch als politische Akteurinnen hĂ€ufig ĂŒbersehen. Rechte Frauen treten vor allem in der traditionellen Rolle als Mutter und Hausfrau auf. HĂ€ufig engagieren sich dann ehrenamtlich in Kitas, Schulen und Vereinen. Dabei verbreiten sie dort ihr rechtesextremes Gedankengut. Neben dem traditionellen nationalsozialistischen Frauenbild entwickelt sich ein neues Selbstbewusstsein als ‚Aktivistin'.