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Donnerstag, 21. Juli 2011

Wippermann: Flaigs Argumente sind "gescheitert"

In einem Beitrag in der linken Wochenzeitung "Der Freitag" kritisiert der Historiker Wolfgang Wippermann Egon Flaigs Polemik gegen Habermas aus der FAZ. Zwar wäre der Historikerstreit seinerzeit "zugunsten Noltes entschiedenen" worden, allerdings überzeuge Flaigs These, die europäische und damit auch deutsche Kultur und Geschichte reiche zurück bis ins antike Griechenland, nicht: "Flaigs Versuch der „Renormalisierung des (deutschen) Geschichtsbewusstseins“ durch Rekurs auf die „griechische Klassik“ ist gescheitert und musste scheitern, weil „Schoah“ und „athenische Demokratie“ auch nichts miteinander gemein haben und das eine nicht durch das andere erklärt oder gar entschuldet werden kann. Die nationalsozialistische ist und bleibt eine Vergangenheit, die nicht vergangen ist und auch nicht vergehen darf. Man muss sie aufarbeiten. Doch wie?"

Freitag, 15. Juli 2011

Es wird noch immer scharf geschossen: Brumlik contra Flaig

Auch nach 25 Jahren bleibt der Ton unerbittlich: Micha Brumlik, seinerseits aktiver Teilnehmer am damaligen Historikerstreit auf Seiten der Habermas-Verteidiger, meldet sich in der "taz" mit dem Beitrag "Hellenische Übermenschen" zu Wort und wirft Flaig vor, mit seiner Polemik "Die Habermasmethode" in der FAZ "Elemente eines nationalsozialistischen 'Dritten Humanismus', der die Griechenlandsehnsucht der Weimarer Klassik missbrauchte, um die Hellenen der klassischen Zeit zu arischen Übermenschen zu machen", zu beerben. Mit seiner Polemik gegen Habermas habe er für die Debatte die "nationalistische Begleitmusik" geliefert. Brumlik reagiert damit seinerseits polemisch auf die These Flaigs, dass Habermas 1986 mit Rationalitätsstandards gebrochen habe, die für die Aufklärung maßgeblich seien und deren Ursprünge bis in das antike Europa zurückreichen. Ein Rückgriff auf die nationalsozialistiche Pervertierung des Griechentums durch Flaig? Geht es eigentlich auch eine Nummer kleiner? Es sei in diesem Zusammenhang der Hinweis erlaubt, dass Flaigs FAZ-Beitrag die Kurzfassung eines Aufsatzes ist, der im Original nahezu das Zehnfache an Länge umfasst. Darin finden sich unter anderem die Sätze: "Die Sieger hätten den deutschen Staat mitsamt dem deutschen Volk auflösen müssen. Mit der Auflösung des deutschen Staates und der deutschen Nation wären alle Untaten gesühnt worden. Denn gerechte Sühne kann es niemals auf Erden geben, da es auf Erden niemals Äquivalenzen gibt. Gäbe es kein deutsches Volk und keinen deutschen Staat mehr, bräuchte niemand mehr an der Last einer solchen Verantwortung zu tragen. Es wäre die beste Lösung für alle Beteiligten gewesen." Nationalismus sieht jedenfalls anders aus. Brumliks Beitrag jedoch ist dennoch erhellend, zeigt er doch, dass sich offenbar nicht viel geändert hat. Man fühlt sich wie im Jahre 1986 und als wäre zwischendurch nichts gewesen.

Donnerstag, 14. Juli 2011

Die Habermas-Methode: Reaktionen

Erste Reaktionen auf den Abdruck einer gekürzten Fassung eines Aufsatzes des Althistorikers Egon Flaig aus dem Band "Singuläres Auschwitz" ließen nicht lange auf sich warten. Spiegel-online brachte einen kurzen Hinweis, die taz gar eine Replik. Der Autor Rudolf Walther wirft Flaig darin vor, nicht in der Sache zu argumentieren, sondern sich einer bildungsbürgerlichen "Dünkelhaftigkeit" hinzugeben und "grobianisch" zu attackieren. Flaig, der nebenbei gesagt kein "Lateinlehrer", sondern Althistoriker ist, wird von Walther allerdings auch nicht gerade mit Samthandschuhen angefasst: "Von welchem intellektuellen Zuschnitt Flaig ist, verrät er mit unbedarft gräkoromanischem Abendländertum: 'Die athenische Demokratie ist für mich bedeutsamer als die Schoa. Und wer kann mir verbieten, ihr diese Bedeutsamkeit zu verleihen?' Niemand, denn es herrscht Meinungsfreiheit - auch für Kretins und idiotes (Stümper)." Da sei nur der Hinweis erlaubt, dass "idiotes" aus dem Griechischen kommt und keinesfalls in erster Linie "Stümper", sondern "Privatmann" heißt. Aber mit der "Marotte", auf solche Kleinigkeiten Rücksicht nehmen zu müssen, "wurde nach 68 aufgeräumt", meint Rudolf Walther in der taz. In ein ganz ähnliches Horn stößt die zumindest teilweise dem linksextremisischen Spektrum zugeordnete Tageszeitung "Junge Welt". Sie wirft Flaig "Hetze" vor. In der "Welt" hingegen springt Henryk M. Broder Flaig zumindest dahingehend bei, dass die These von der Singularität von Auschwitz nicht sehr viel Sinn ergebe.

Mittwoch, 13. Juli 2011

Wolfgang Wippermann: "Die Singularität von Auschwitz ist ein unhaltbares Dogma" - Teil 2

Der renommierte linke Kritiker von Totalitarismus- und Extremismustheorien, Wolfgang Wippermann, ist ein Schüler Ernst Noltes und zugleich einer seiner größten Kritiker. Im Gespräch mit Mathias Brodkorb bezeichnet er die These von der Singularität des Vernichtungslagers Auschwitz, um die sich der "Historikerstreit" des Jahres 1986 drehte, dennoch als ein "unhaltbares Dogma". Das Interview ist ein Abdruck aus dem Band "Singuläres Auschwitz".

Mittwoch, 13. Juli 2011

Egon Flaig: Die Habermasmethode

Anlässlich des 25. Jahrestages des Historikerstreits veröffentlicht die FAZ heute mit "Die Habermasmethode" eine Polemik des Althistorikers Egon Flaig. Der Text stellt eine stark gekürzte Fassung des Aufsatzes Flaigs aus dem Buch "Singuläres Auschwitz" dar. Mathias Brodkorb (Hrsg.): Singuläres Auschwitz? Ernst Nolte, Jürgen Habermas und 25 Jahre „Historikerstreit“ (Adebor Verlag) ISBN: 978-3-9809375-9-7 Paperback ca. 180 S. - 19,0 x 12,0 cm Preis: 14,90 Euro

Dienstag, 12. Juli 2011

Wolfgang Wippermann: „Ernst Nolte ist mein missratener Lehrer“ - Teil 1

Der renommierte linke Kritiker von Totalitarismus- und Extremismustheorien, Wolfgang Wippermann, ist ein Schüler Ernst Noltes und zugleich einer seiner größten Kritiker. Im Gespräch mit Mathias Brodkorb bezeichnet er die These von der Singularität des Vernichtungslagers Auschwitz, um die sich der "Historikerstreit" des Jahres 1986 drehte, dennoch als ein "unhaltbares Dogma". Das Interview ist ein Abdruck aus dem Band "Singuläres Auschwitz".

Sonntag, 10. Juli 2011

Habermas gegen Habermas verteidigen! - 25 Jahre Historikerstreit

Man möchte es kaum glauben: Vor 25 Jahren stritten sich der Historiker Ernst Nolte und der Philosoph Jürgen Habermas im "Historikerstreit" erbittert über die Singularität von Auschwitz. Das in akademischen Kreisen Selbstverständlichste der Welt, ein Diskurs über die strittigen Fragen von Angesicht zu Angesicht, hat es zwischen beiden dennoch seit 25 Jahren nicht gegeben. Wir wollten das ändern - und sind mit diesem Versuch gescheitert. Warum, kann man dem Vorwort zum morgen erscheinenden Buch "Singuläres Auschwitz?" entnehmen.

Dienstag, 14. Juni 2011

Faschismus und Radikalfaschismus III - Ein Streitgespräch über Ernst Nolte

Vor 25 Jahren tobte in Deutschland der so genannte "Historikerstreit" zwischen dem Historiker Ernst Nolte und dem Philosophen Jürgen Habermas über die Singularität von Auschwitz. Der Historiker Frank Sobich und Mathias Brodkorb führten unlängst ein Streitgespräch über zentrale Thesen Noltes, das aus diesem aktuellen Anlass in mehreren Teilen veröffentlicht wird. (Teil 3)