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Zur Aktualität der identitären Ideologie

Rechtspopulistische Bewegungen machen sich zur Zeit in vielen westlichen Staaten zum Sprachrohr angeblich bisher unterdrückter Bevölkerungsgruppen und Meinungen. Die identitäre Bewegung entwickelt diesen Ansatz weiter zu einem Projekt der autoritären Staatlichkeit gegen Multikulturalismus, Islam und Einwanderung. Dabei verbindet sie ihre Kampagne für einen ethnisch geschlossenen Nationalstaat mit der Kritik an der kapitalistischen Globalisierung. Mit einem Sprachduktus, der Politik emotionalisiert, wird durch «geistige Verschärfung» das Programm eines defensiven Ethnonationalismus entfaltet. Dieser beruft sich auf Traditionsbestandteile eines völkischen Antimodernismus und eine von dem russischen Philosophen Alexander Dugin entworfene eurasische Geopolitik.

Nach Ausstieg: Andreas Molau als neuer Prügelknabe der Szene

Das „Aussteiger-Thema“ bestimmt weiter die politische Agenda. In rechten und rechtsextremen Kreisen stößt die schwierige Situation einiger Aussteiger, die oft weiterhin mit einer Ablehnung der Gesellschaft konfrontiert sind, auf Genugtuung. Dort wird die gesellschaftliche Skepsis in eine Bestätigung der eigenen Weltanschauung umgedeutet, wie jüngst in einem offenen Brief der „Jungen Freiheit“ geschehen, der sich an Andreas Molau richtet. Auch die NPD tritt kräftig nach. 

"Das linke Netz": „Junge Freiheit“ (JF) baut Satire-Segment aus

Bisher hatte sich die umstrittene „Junge Freiheit“ (JF) mit durchaus niveauvoller Publizistik als Flaggschiff des bundesdeutschen Konservativismus einen Namen gemacht. Ihr allzu ernster Ton brachte ihr dabei auch im eigenen Milieu regelmäßig Kritik und Spott ein: Als „Zentralorgan rechter Pensionäre“ oder „betagter Jammerlappen“ wurde und wird sie mitunter verunglimpft. Doch damit ist jetzt wohl Schluss. Mit einem publizistischen Meisterwerk erobert sie eindrucksvoll den Satiremarkt.

Prekäre Partystimmung bei der Jungen Freiheit

Als Ende August die Debatte um Thilo Sarrazins Buch "Deutschland schafft sich ab" ihren Anfang nahm, war erwartungsgemäß sofort die rechte Zeitung Junge Freiheit (JF) zur Stelle, um den Thesen des damaligen Bundesbankers voller Begeisterung zuzustimmen. Auch in den folgenden Wochen berauschte sich die JF freudetrunken an Sarrazins nationalistischen und sozialdarwinistischen Einlassungen. Dabei versäumte es das Blatt freilich nicht, durch allerlei groteske Deutungsversuche ihr Scherflein zur Sarrazin-Debatte beizutragen. Unter anderem träumte die Zeitung wieder einmal ihren Traum von einer neuen Partei rechts von der Union. Auch weil es mit der Verwirklichung dieses Traums bislang nicht so richtig vorangeht, droht dem Blatt nach der Party der Absturz in die Katerstimmung. Beitrag nach CC-Lizenz übernommen von redok.de