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Sonntag, 20. März 2016

„Opa war in Ordnung!“ – Funktionen rechtsextremistischer Geschichtsmanipulationen

Der von den Politikwissenschaftlern Hans-Peter Kilguss und Martin Langebach herausgegebene Sammelband „’Opa war in Ordnung!’ Erinnerungspolitik der extremen Rechten“ enthält Beiträge zu den unterschiedlichsten Aspekten rechtsextremistischer Geschichtsmanipulation. Dabei werden anschaulich die konkreten Funktionen aufgezeigt und Anregungen zum pädagogischen Umgang gegeben, womit man es mit einer „runden Sache“ zu tun hat.

Mittwoch, 30. Dezember 2015

NS-Propaganda im bundesdeutschen Rechtsextremismus

Der "Lassaner Bote" ist eine mehrmals im Jahr erscheinende Flugschrift örtlicher neonazistischer "freier Kameradschaften" in Mecklenburg-Vorpommern, die ihrerseits vielfältige Verbindungen zur dortigen NPD aufweisen. Das Blättchen wird kostenlos über Briefkästen verteilt. Es verbirgt seinen rechtsextremen Hintergrund nicht, ist aber auf Breitenwirkung angelegt und relativ seriös gestaltet. Das Sommerheft 2015 thematisiert fast ausschließlich das, was im neonazistischen und rechtsextremen Lager als "Überfremdung" und "Volkstod" bezeichnet wird. Der Politik wird in verschiedenen Beiträgen vorgeworfen, Deutsche zu vertreiben und deutschen Familien zu schaden, andererseits aber den Zuzug von Asylbewerbern und anderen Einwanderern zu befördern. Unter anderem wird ein Foto gezeigt, laut Bildunterschrift eine "Mauerparole in Berlin im Mai 1945" mit dem Text "Wir kämpfen für die Zukunft unserer Kinder!" Ein weiterer Beitrag thematisiert den Geburtenrückgang. Daneben steht ein Textkasten folgenden Inhalts: "Die Arbeit ehrt die Frau und den Mann. Das Kind adelt die Mutter."

Montag, 30. November 2015

Abgrenzung zu Gewalt: Rechtspopulisten betreiben „Augenwischerei“

Noch immer ist in vielen Medien im Zusammenhang mit den rassistischen Demonstrationen der Pegida-„Bewegung“, ihrer Ableger oder sonstiger vermeintlicher Bürgerinitiativen verharmlosend von „besorgten Bürgern“ die Rede. Dabei sind viele „Spaziergänger“ nicht besorgt, sondern wütend. Sie billigen Gewalt gegen Schwächere, insbesondere Flüchtlinge, tragen diese mit und befeuern sie, wie eine neue Studie belegt.

Samstag, 24. Oktober 2015

Publikation: Hitlers "Mein Kampf"

Nur ein kurzer Gang in ein Antiquariat, um eine gedruckte Ausgabe in der Hand zu halten: Hitlers Propagandaschrift "Mein Kampf" ist nicht verboten. Der bayerische Freistaat, nach 1945 Rechtsnachfolger des Eher-Verlages, verfügt über die Urheberrechte und kann Neuauflagen untersagen. Doch schon heute ist der Volltext leicht im Internet auffindbar. Und Ende 2015, 70 Jahre nach dem Todesjahr des Autors, wird der Text gemeinfrei. Anfang 2016 wird eine kommentierte Edition des Instituts für Zeitgeschichte vorliegen, die von der überwiegenden Mehrheit der publizistischen, wissenschaftlichen und politischen Öffentlichkeit im Vorfeld begrüßt worden ist. Dieses Projekt trifft aber auch auf Kritik. Einige argumentieren, dass Buch sei es nicht wert, in einem aufwändigen Verfahren ediert zu werden. Andere schrecken grundsätzlich vor der Vorstellung einer Neuveröffentlichung der antisemitischen Hetzschrift in Deutschland zurück. Die 48 Seiten umfassende Publikation der Bundeszentrale für politische Bildung kann kostenlos bestellt bzw. im PDF-Format heruntergeladen werden. InhaltNeil Gregor„Mein Kampf“ lesen, 70 Jahre später  Andreas Wirsching Hitler, Mein KampfEine kritische Edition des Instituts für Zeitgeschichte Barbara ZehnpfennigEin Buch mit Geschichte, ein Buch der Geschichte: Hitlers „Mein Kampf“ Hermann Glaser Zur Mentalitätsgeschichte des Nationalsozialismus – Ein Weg, um den Erfolg von „Mein Kampf“ zu verstehen Gideon Botsch · Christoph Kopke NS-Propaganda im bundesdeutschen Rechtsextremismus Thomas Sandkühler NS-Propaganda und historisches Lernen

Samstag, 08. Juni 2013

Gefahren einer Re-Biologisierung der Gesellschaft

In dem von Annett Schulze und Thorsten Schäfer herausgegebenen Sammelband „Zur Re-Biologisierung der Gesellschaft. Menschenfeindliche Konstruktionen im Ökologischen und im Sozialen“ zeigen die Autoren die Gefahren einer Renaissance biologistischer Deutungen auf. Dabei konzentrieren sich die Autoren auf eine kritische Auseinandersetzung mit einschlägigen Protagonisten von Konrad Lorenz bis Thilo Sarrazin, wobei man sich aber auch eine Differenzierung etwa zu Ansätzen aus der Evolutionsforschung und Soziobiologie gewünscht hätte.

Dienstag, 16. Februar 2010

Studie des Verdachts – Gideon Botsch/ Christoph Kopke „Die NPD und ihr Milieu“

Die NPD, das ist für Botsch und Kopke das „Flaggschiff“ des deutschen Rechtsextremismus. Immer wieder taucht diese Metapher in der jüngsten Veröffentlichung des Autorengespanns im kleinen Verlag „Klemm & Oelschläger“ auf. Einen roten Faden vermag diese Formulierung allerdings nicht zu ersetzen, dafür werden zu viele unterschiedliche Aspekte in dem 120 Seiten umfassenden Buch „Die NPD und ihr Milieu“ behandelt.

Sonntag, 31. Mai 2009

10 Jahre tolerantes Brandenburg – Über „Die Grenzen der Toleranz“ im Kampf gegen Rechtsextremismus

„Brandenburg hat ein Rechtsextremismus-Problem.“, diese Erkenntnis steht am Anfang eines Prozesses, der viele Jahre dauerte und am Ende Brandenburg als Modellfall eines erfolgreichen Kampfes gegen den Rechtsextremismus dastehen lässt. Das war das Thema einer Tagung unter dem Titel „Die Grenzen der Toleranz“, die vom Moses Mendelssohn Zentrum der Universität Potsdam am 27. und 28. Mai im Fraktionssaal der SPD im Brandenburger Landtag in Potsdam ausgerichtet wurde.