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Mittwoch, 30. Dezember 2015

NS-Propaganda im bundesdeutschen Rechtsextremismus

Der "Lassaner Bote" ist eine mehrmals im Jahr erscheinende Flugschrift örtlicher neonazistischer "freier Kameradschaften" in Mecklenburg-Vorpommern, die ihrerseits vielfältige Verbindungen zur dortigen NPD aufweisen. Das Blättchen wird kostenlos über Briefkästen verteilt. Es verbirgt seinen rechtsextremen Hintergrund nicht, ist aber auf Breitenwirkung angelegt und relativ seriös gestaltet. Das Sommerheft 2015 thematisiert fast ausschließlich das, was im neonazistischen und rechtsextremen Lager als "Überfremdung" und "Volkstod" bezeichnet wird. Der Politik wird in verschiedenen Beiträgen vorgeworfen, Deutsche zu vertreiben und deutschen Familien zu schaden, andererseits aber den Zuzug von Asylbewerbern und anderen Einwanderern zu befördern. Unter anderem wird ein Foto gezeigt, laut Bildunterschrift eine "Mauerparole in Berlin im Mai 1945" mit dem Text "Wir kämpfen für die Zukunft unserer Kinder!" Ein weiterer Beitrag thematisiert den Geburtenrückgang. Daneben steht ein Textkasten folgenden Inhalts: "Die Arbeit ehrt die Frau und den Mann. Das Kind adelt die Mutter."

Donnerstag, 12. November 2015

Zäsur? Politische Bildung nach dem NSU

Zehn Morde, drei Bombenanschläge, fünfzehn Banküberfälle – soll das die politische Bildung interessieren? "Terrorbekämpfung" ist nicht ihr Metier, doch der Untersuchungsausschuss zur "Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund" des Deutschen Bundestags sieht die Profession in der Pflicht. Die sorgsame Betrachtung der Biografien der mutmaßlichen Mitglieder sowie der Unterstützerinnen und Unterstützer des NSU, die Analyse der Hintergründe von Ermittlungspannen und die kritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Dimension des NSU-Komplexes eröffnen tatsächlich Fragestellungen und Herausforderungen, denen sich die politische Bildung sehr wohl stellen kann. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kultur, Wissenschaft, politischer Bildung sowie von zivilgesellschaftlichen Initiativen erörtern, ob der NSU eine Zäsur für die politische Bildung darstellt – und kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Einig sind sich aber alle: Die Aufdeckung der Terrorgruppe und die damit offenbarte Dimension des Rassismus und Rechtsextremismus in Deutschland kann und darf nicht folgenlos bleiben. Das 260 Seiten starke Buch kann bei der Bundeszentrale für politische Bildung kostenlos (zzgl. Versandkosten) bestellt werden.

Samstag, 24. Oktober 2015

Publikation: Hitlers "Mein Kampf"

Nur ein kurzer Gang in ein Antiquariat, um eine gedruckte Ausgabe in der Hand zu halten: Hitlers Propagandaschrift "Mein Kampf" ist nicht verboten. Der bayerische Freistaat, nach 1945 Rechtsnachfolger des Eher-Verlages, verfügt über die Urheberrechte und kann Neuauflagen untersagen. Doch schon heute ist der Volltext leicht im Internet auffindbar. Und Ende 2015, 70 Jahre nach dem Todesjahr des Autors, wird der Text gemeinfrei. Anfang 2016 wird eine kommentierte Edition des Instituts für Zeitgeschichte vorliegen, die von der überwiegenden Mehrheit der publizistischen, wissenschaftlichen und politischen Öffentlichkeit im Vorfeld begrüßt worden ist. Dieses Projekt trifft aber auch auf Kritik. Einige argumentieren, dass Buch sei es nicht wert, in einem aufwändigen Verfahren ediert zu werden. Andere schrecken grundsätzlich vor der Vorstellung einer Neuveröffentlichung der antisemitischen Hetzschrift in Deutschland zurück. Die 48 Seiten umfassende Publikation der Bundeszentrale für politische Bildung kann kostenlos bestellt bzw. im PDF-Format heruntergeladen werden. InhaltNeil Gregor„Mein Kampf“ lesen, 70 Jahre später  Andreas Wirsching Hitler, Mein KampfEine kritische Edition des Instituts für Zeitgeschichte Barbara ZehnpfennigEin Buch mit Geschichte, ein Buch der Geschichte: Hitlers „Mein Kampf“ Hermann Glaser Zur Mentalitätsgeschichte des Nationalsozialismus – Ein Weg, um den Erfolg von „Mein Kampf“ zu verstehen Gideon Botsch · Christoph Kopke NS-Propaganda im bundesdeutschen Rechtsextremismus Thomas Sandkühler NS-Propaganda und historisches Lernen

Mittwoch, 30. September 2015

Publikation: Rechts in der Mitte?

Dass sich antidemokratisches Gedankengut nicht nur an den Rändern der Gesellschaft, sondern auch in ihrer Mitte findet, ist keine neue Erkenntnis. Bereits 1959 schrieb der Soziologe Seymour Martin Lipset über einen "Extremismus der Mitte". In jüngster Zeit mehren sich jedoch die Anlässe, um erneut darüber nachzudenken: vom Erstarken rechtspopulistischer Parteien in vielen Ländern Europas über die "Abendspaziergänge" der Pegida und ihrer Ableger bis hin zu den Anschlägen und Protesten gegen Asylbewerberheime. Wie weit antidemokratische Einstellungen in "die Mitte" reichen und wie sehr diese Rechtsextremisten ein Umfeld bietet, sind daher berechtigte Fragen. Die 56 Seiten umfassende Publikation der Bundeszentrale für politische Bildung kann im PDF-Format heruntergeladen bzw. kostenlos bestellt werden.

Donnerstag, 06. November 2014

Politische Bildung nach dem NSU

Am vergangenen Montag und Dienstag trafen sich auf Einladung der Bundeszentrale für politische Bildung und der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt Experten in Magdeburg, um über neue Herausforderungen in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus zu diskutieren. Einen nachhaltigen Eindruck hinterließen vor allem die beiden Vorträge der Sprecherin der SPD-Fraktion im NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages, Eva Högl, und die Ombudsfrau der Bundesregierung für die Opfer und Hinterbliebenen der Morde und Anschläge des NSU, Barbara John, die beide die tiefe Verwurzelung rassistischer Einstellungen in der Bevölkerung herausstrichen.

Dienstag, 02. September 2014

Urheberrechtswegfall – Können oder dürfen wir Hitlers „Mein Kampf“ veröffentlichen?

Das politisch-ideologische Hasspamphlet „Mein Kampf“ von Adolf Hitler entstand während seiner Haftzeit im Jahr 1924 und wurde erstmals 1925 veröffentlicht. Es erschien in zwei Bänden. Inhaltlich beschreibt es einen Gegenentwurf zum marxistischen System. Darüber hinaus sollte es die Bürger der Weimarer Republik auf die nationalsozialistische Ideologie einschwören und das Feindbild vom Judentum transportieren. Ende 2015 laufen die Urheberrechte des Buches aus. Ist es nun möglich, das Werk zu veröffentlichen und wenn ja, in welchem Umfang und in welchem rechtlichen Rahmen?