Mittwoch, 15. Februar 2012

Hausaufgabenhilfe von Frau Apfel

von 
Hausaufgaben
„Der sächsische Weg“: Wie Neonazis versuchen, Schulen und Kindertageseinrichtungen für ihre Ziele zu instrumentalisieren.
Storch Heinar

Für die Sommerferien will Ines Schreiber ihre Söhne erneut zum Zeltlager auf Gut Göhlis bei Riesa anmelden. Eine Woche lang können Hagen und Toralf (Namen geändert) dann wieder mit anderen Kindern aus der größten Stadt im sächsischen Landkreis Meißen in den Elbauen übernachten, spielen und lernen.

„Ja, die Natur liegt mir sehr am Herzen, in der neumodischen Erziehung kommt sie ja zu kurz“, sagt die freundliche Frau Ende 30, die sich darüber aufregt, dass die meisten Kinder nur vor dem Computer hockten. Schon das Wort! Ines Schreiber deutscht auch selbstverständliche Fremdwörter ein: Aus der E-mail wird die E-post, aus dem T-Shirt das T-Hemd. So bringt sie es ihren Söhnen bei. Das „Völkische Deutsche“ spielt in der Erziehung von Hagen und Toralf eine zentrale Rolle. Ihre Mutter spricht von der „Linde als Mutterbaum“ und hat ihnen früh die Geschichte vom Donnergott Thor erzählt. „Deshalb haben sie auch keine Angst vor dem Gewitter.“

Ines Schreiber trägt das freundliche Gesicht der rechtsextremen NPD spazieren. Sie läuft in einem naturfarbenen knöchellangen Kleid aus grobem Leinen umher. Ein CDU-Funktionär aus der Gegend sagt: „Wenn ich es nicht anders wüsste, würde ich sagen, die ist bei den Grünen.“ Ihr Gatte Peter ist Berufsfunktionär der NPD. In Sachsen wird diese oft mit den demokratischen Parteien gleichgesetzt. Der Bielefelder Gewaltforscher Wilhelm Heitmeyer spricht deshalb von einem „Normalisierungseffekt“, den die Schreibers durch ihre „offene Art“ vorantreiben. „Überall dort, wo die NPD schon mal in ein Parlament eingezogen ist, normalisiert sich das Verhältnis der Bevölkerung zu dieser Partei“, stellt Heitmeyer fest. Seit acht Jahren sitzt die NPD im sächsischen Landtag. Dank ihrer Verbürgerlichungsstrategie.

Holger Apfel, der NPD-Bundesvorsitzende und Vorsitzende der hiesigen Landtagsfraktion, ein enger Freund der Schreibers, nennt das den „sächsischen Weg“. Ihm entlang versuchen die Neonazis, Schulen, Einrichtungen der Kinder- und Jugendbetreuung sowie Sportvereine für ihre Propaganda zu instrumentalisieren. Begonnen hatte diese Strategie 1999 – in Riesa mit der Ansiedlung des Verlags „Deutsche Stimme“, dem Verlagshaus der NPD, in dem auch die gleichnamige Mitgliederzeitung der Partei erscheint. Holger Apfel, gelernter Verlagskaufmann, etablierte den Laden in einer weiß getünchten Lagerhalle mitten in einem gediegenen Wohngebiet. Peter Schreiber, gelernter Finanzwirt, wird zu Apfels wichtigstem Mann im Verlag. Zuletzt hat in der Geschäftsführung auch ein Neonazi des ehemaligen „Thüringer Heimatschutzes“ mitgewirkt, aus dem sich der terroristische Nationalsozialistische Untergrund (NSU) gründete. Zwar versammelt Schreibers Partei zahlreiche junge gewaltbereite Aktivisten, aber auf der öffentlichen Bühne präsentiert sie in Sachsen nur vermeintlich bürgerliche Familienmenschen. Im Riesaer NPD-Verlag gehört das Thema Kindererziehung zum Teil ihrer völkischen Ideologie: „Wir dürfen nicht weiterhin die Bereiche Bildung und Erziehung den Etablierten überlassen. Unser Ziel muss es sein, einer charakterfesten, gesunden und allgemeingebildeten deutschen Jugend Raum zur Entfaltung ihrer Potenziale zum Wohle des gesamten Volkes zu geben“, heißt es in einem Artikel der „Deutsche Stimme“. Mütter wie Ines Schreiber, die im Ring Nationaler Frauen (RNF) aktiv ist, der Frauenorganisation der NPD, stehen dafür ein.

Nazi-Geselligkeit

Die NPD-Aktivistin sitzt an einem Holztisch im Kameradschaftsraum des Verlags. Ein schaler Biergeruch hängt in der Luft. „Tja, so sind eben Jungs“, sagt sie entschuldigend zu den Spuren eines Kameradschaftsabends vom Vortag. Hier werden Neonazis aus der Region gesellig. Hierher laden die Schreibers und die Apfels auch Menschen ein, die sie über ihre Kinder kennenlernen. Zum zwanglosen Fußballgucken. Außer dem verschütteten Bier prangt eine „Schwarze Sonne“ auf dem Fußboden – ein Symbol für die SS. Auf der ostwestfälischen Wewelsburg, dem Hauptkultplatz der SS im Dritten Reich, ist sie als Bodenrelief zu sehen. Frau Schreiber schaut ihrem Gesprächspartner oft ins Gesicht, aus braunen Augen, die mit Lachfältchen gerahmt sind. Die gelernte Krankenschwester ist eine selbstbewusste Frau. Die Erziehung ihrer Kinder sei ihr Herzenssache, sagt sie. Das sagen aber auch jene, denen die völkischen Ideale von Frau Schreiber Angst machen.

Stimmung kippte spät

Zum Beispiel Andreas Näther. Der Sozialarbeiter ist Geschäftsführer des Riesaer Trägervereins „Sprungbrett“, dem das Gut Göhlis, ebenso einige Kinder- und Jugendtreffs angehören: „Die Nazi-Eltern versuchen, das Umfeld ihrer Kinder und die Sportvereine als Kontaktfläche zu nutzen“, so Näther. Die Schreibers agitierten nicht offen in den Schulen ihrer Söhne. „Aber sie versuchen, sich beliebt zu machen, wollen ihren Namen positiv besetzen“, sagt Näther. Deshalb war Ines Schreiber im Elternbeirat der Grundschule ihrer Jungs tätig und hat Projekttage mit organisiert. Dass sie sich offen zum Rechtsextremismus bekannte, in einer Partei aktiv ist, die eine völkische Gesellschaftsordnung errichten will, störte die übrigen Eltern zunächst nicht. Erst als die Zeitung darüber berichtete und Andreas Näther mit einigen anderen den „Riesaer Appell“ ausrief, kippte die Stimmung zu Ungunsten der Rechtsextremisten. Der Appell richtet sich offen gegen den sächsischen Weg und das Einsickern der Rechtsextremisten in die Mitte der Gesellschaft. 1000 Menschen haben ihn bereits unterzeichnet. Seinen Initiatoren geht es darum, die Menschen vor Ort für die perfide Strategie der Neonazis zu sensibilisieren. Näther legt aber Wert darauf, nicht deren Kinder verdammen zu wollen. So wird er es auch in diesem Jahr wieder zulassen, dass Hagen und Toralf am Sommercamp teilnehmen. „Aber wir wissen natürlich, dass Frau Schreiber jede Gelegenheit nutzt, um auf diese Weise mit anderen Eltern ins Gespräch zu kommen.“

Unter Nachbarn

Wie die dreifache Mutter Jasmin Apfel. Die Ehefrau des NPD-Chefs und Bundesgeschäftsführerin des RNF ist Stammkundin in der „Kaufhalle“. Das „Familienhaus“, eine Art familiäre Begegnungsstätte in der Freitaler Straße, behielt den Namen aus DDR-Zeiten, als die heute lindgrün überstrichene Betonbaracke noch eine wirkliche Kaufhalle und kein Hort war. Seit der Wende arbeitet Heike Schreiber dort – die nicht mit der NPD-Frau Ines verwandt ist. Sie kümmert sich um Säuglinge, Kinder und Jugendliche. Ab mittags trudeln sie hier ein; von den Kleinsten bis hin zu den 20-Jährigen. Dazu 20 bis 30 Eltern, und fast täglich ist Jasmin Apfel mit dabei. Seit fast vier Jahren verbringt sie den Großteil ihrer Freizeit mitten unter Nachbarn. So wie es die Parteistrategie vorsieht. Die 28-jährige Neonazistin ist selbst Erzieherin, nach eigenen Angaben studiert sie zusätzlich Bildungswissenschaften.

„Die Familienbeteiligung ist Teil unseres Konzeptes“, erklärt Heike Schreiber. Das will sie nicht aufgeben, nur weil eine der Mütter die Ehefrau des NPD-Chefs ist. Sie setzt auf Gespräche statt Ausgrenzung. Erst einmal habe eine Familie die „Kaufhalle“ wegen der Apfels verlassen. Oberstes Gebot sei natürlich, dass die Rechtsextreme Apfel den Ort nicht zur politischen Agitation nutze. „Darüber spreche ich regelmäßig mit ihr.“ Seit der „Riesaer Appell“ veröffentlicht ist, haben alle drei hauptamtlichen Mitarbeiter eine Weiterbildung zum Thema „Rechtsextremismus“ absolviert. Sie wissen, was der „sächsische Weg“ ist. Heike Schreiber fühlt sich gewappnet, weiß aber auch, dass ihre Arbeit von der Stadt und der Landesregierung kritisch beäugt wird. „Das ist ein ziemlicher Druck, den wir hier aushalten müssen. Stets haben wir darauf zu achten, was Frau Apfel so treibt“, beklagt sie. Und: Dass es mit ihr schon eine verrückte Geschichte sei: „Stellen Sie sich vor, die macht auch Hausaufgaben mit türkischstämmigen Mädchen!“

Der Artikel erschien zuerst in E & W 02/2012, Schwerpunkt Rechtsextremismus. Mit freundlicher Genehmigung der E & W-Redaktion.
Foto: Justine Dressel, Lizenz: CC
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Olaf Sundermeyer

Olaf Sundermeyer arbeitet als Journalist und Buchautor in Berlin. Für den Verlag C.H.Beck hat er (gemeinsam mit Christoph Ruf) das Buch "In der NPD - Reisen in die National Befreite Zone" geschrieben, vor kurzem veröffentlichte er zudem mit "Der Pott: Warum das Ruhrgebiet den Bundeskanzler bestimmt und Schalke ganz sicher Deutscher Meister wird" seinen ganz persönlichen Blick auf das Ruhrgebiet.

Webseite: www.olaf-sundermeyer.com

114 Kommentare

  • Kommentar-Link Lehnert, Johannes Mittwoch, 15. Februar 2012 gepostet von Lehnert, Johannes

    Bitte an Andreas Näther weiterleiten:

    Hallo Andreas, wo kann ich den Riesaer Appell unterschreiben?

    Herzliche Grüße von Johannes Lehnert

  • Kommentar-Link Stochenei Mittwoch, 15. Februar 2012 gepostet von Stochenei

    „Aber sie versuchen, sich beliebt zu machen, wollen ihren Namen positiv besetzen..."

    Die Methoden der Nazis werden immer teuflischer! Da muss man doch was tun! Ich schlage vor, alle Menschen in Deutschland dem Heitmeyer-Test zu unterziehen und auffällige oder verdächtige Personen zu kennzeichnen, damit man sie von normalen Menschen unterscheiden kann.

  • Kommentar-Link Peter Mittwoch, 15. Februar 2012 gepostet von Peter

    Was will Frau Apfel denn noch in der NPD? Wenn man im Beruf mit nicht Deutschen zusammenarbeitet, ist es was ganz anderes. Aber in der Freizeit mit Kindern ausländischer Herkunft Haushaufgaben machen ist schon krass.

  • Kommentar-Link Karl_Murx Mittwoch, 15. Februar 2012 gepostet von Karl_Murx

    @Olaf Sundermeyer:
    "Heike Schreiber fühlt sich gewappnet, weiß aber auch, dass ihre Arbeit von der Stadt und der Landesregierung kritisch beäugt wird. „Das ist ein ziemlicher Druck, den wir hier aushalten müssen. Stets haben wir darauf zu achten, was Frau Apfel so treibt“, beklagt sie. Und: Dass es mit ihr schon eine verrückte Geschichte sei: „Stellen Sie sich vor, die macht auch Hausaufgaben mit türkischstämmigen Mädchen!“"

    Eieieieiei ... mit türkischstämmigen Mädchen? Wie pommt denn das? Wo doch NPD-Leute zähnefletschende Naziglatzen mit Baseballschlägern sind, die sich Adolf-Hitler-Bilder auf Altäre stellen und dort herum Schwarze Messen veranstalten, wo kleine Kinder geschlachtet und geopfert werden?

    "Dass sie sich offen zum Rechtsextremismus bekannte, in einer Partei aktiv ist, die eine völkische Gesellschaftsordnung errichten will, störte die übrigen Eltern zunächst nicht. Erst als die Zeitung darüber berichtete und Andreas Näther mit einigen anderen den „Riesaer Appell“ ausrief, kippte die Stimmung zu Ungunsten der Rechtsextremisten. Der Appell richtet sich offen gegen den sächsischen Weg und das Einsickern der Rechtsextremisten in die Mitte der Gesellschaft. 1000 Menschen haben ihn bereits unterzeichnet. Seinen Initiatoren geht es darum, die Menschen vor Ort für die perfide Strategie der Neonazis zu sensibilisieren."

    Wo anders nennt man so etwas gesteuerte Kampagnen, wo bestimmten Menschengruppen ausgegrenzt und stigmatisiert werden nicht wegen dem, was sie tun und wie sie sich verhalten, sondern nach dem was sie sind bzw. was für eine Meinung sie haben. Auf diese Menschengruppe kann man dann gezielt und ohne Angst vor Strafe seinen ganzen Haß und seine Aggressionen richten. Das hatten wir wirklich schon mal von 1933-45.

    Der Faschismus, liebe Kämpfer gegen Rechts und Nazismus hier im Forum, hat viele Facetten, und er tarnt sich heutzutage gern in bunten Farben als Kämpfer für Multikulturalismus und gegen das Böse auf der Erde. Aber seine Methode und seine Vorgehensweise sind zu allen Zeiten die gleichen und genauso totalitär wie der braune Faschismus. Wie lange dauert es, bis der erste fordert, daß NPD-Leute nur noch bestimmte Geschäfte betreten dürfen und sich äußerlich mit einer Binde kennzeichen müssen? Losungen wie "Dresden nazifrei" ("judenfrei") oder "Kauft nicht beim Nazi! ("beim Juden") gibt es schon zuhauf. Auch wenn die ersten hirntoten Antifa-Propagandisten jetzt aufkreischen werden wie eine Katze, der man auf den Schwanz getreten ist.

    "Menschenrechtsverletzungen, so der neue Katechismus, sind dringend geboten zum Schutz der Menschenrechte."

    Michael Klonovsky

  • Kommentar-Link Marco Mittwoch, 15. Februar 2012 gepostet von Marco

    Das gibts ja nicht!
    Ihr Ziel ist doch tatsächlich "eine charakterfeste, gesunde und allgemeingebildete deutsche Jugend" - das geht ja nun mal gar nicht!
    Das läuft der Staatsdoktrin zuwider!
    Bunt statt braun! Und natürlich Toleranz!
    Ganz viel Toleranz brauchen wir da.
    Ich bin erschüttert über solche Ziele.
    Selten, also wirklich selten, habe ich so herzhaftg gelacht beim Lesen eines solch dünnen Unfugs.
    Dass das mit normalem Brauchtum zu tun haben könnte, kommt dem Journalisten Sundermeyer nicht in den Sinn, richtig?
    Merke: teuflische NPD - ganz, ganz böse!
    Schaut euch nochmal Schindlers Liste an und fang an, euch wohlzufühlen, wenn ihr euch in eurem eigenen Sut der Schuldgefühle wälzt.

  • Kommentar-Link Peter Schreiber Mittwoch, 15. Februar 2012 gepostet von Peter Schreiber

    @sundermeyer
    Danke, Herr Sundermeyer, daß Sie die Anmeldung zum Sommercamp für unsere Söhne gleich auf diesem Wege weitergeben. Darf ich auf das Anmeldeformular dann vereinfachend "Hagen" und "Toralf" schreiben?

    Spaß beiseite: Haben Sie auch einmal darüber nachgedacht, daß auch NPD-Aktivisten ganz normale Eltern sein könnten, die einfach nur wollen, daß ihre Kinder am Gemeinschaftsleben teilnehmen und Spaß in der Gesellschaft anderer Kinder und in der Natur haben?

    Könnten Sie sich vielleicht auch vorstellen, daß Frau Apfel einfach nur ein Mensch mit Herz und Verstand ist, eine Mutter, die sich natürlich nicht abweisend verhält, wenn sie auf "türkischstämmige Mädchen" trifft, sondern eben normal menschlich?

    Darf man verlangen, als Mensch anerkannt zu werden, wenn man gleichzeitig national eingestellt ist, also für die Bewahrung der Identität und das Überleben des eigenen Volkes eintritt?

    Können Sie sich vorstellen, daß wir - dort wo wir anderen sympathisch erscheinen und somit Ihre geliebten Klischeevorstellungen nicht erfüllen - ganz einfach so sind und es keiner Schauspielkunst bedarf, um anständig zu erscheinen? Oder geht das über ihren Horizont?

    Oder wollten Sie mit dem x-ten Aufguß ihrer unzähligen Reportagen zu ein und demselben Thema sich einfach nur mal wieder zu Wort melden, damit sie als "Rechtsextremismus"-Experte nicht ganz in Vergessenheit geraten?

    Der Erkenntniswert Ihres Artikels, das haben ja auch einige vorangehende Kommentatoren so gesehen, geht jedenfalls gegen Null.

    Sie können sich bei den "Schreibers" wieder melden, wenn Sie vorhaben, etwas Substanzielles zu schreiben.

    Beste Grüße, Peter Schreiber

  • Kommentar-Link Amtsträger Mittwoch, 15. Februar 2012 gepostet von Amtsträger

    Wie schnell sich hier alle Mitläufer mit umfangreichen Kommentaren melden ;)

    Natürlich ist die Frau nur am wohlergehen der Kinder bemüht. Ich bin von dem Umgang von Pfarrer Kauder gegenüber Jasmin Apfel ziemlich beeindruckt.

    Besonders schön finde ich diese Textstelle:

    "Die eine Frage, sagt Kauder, habe er den Apfels schon öfter gestellt: »Eure Ideologie ist menschenverachtend. Wie kriegt ihr das mit dem Glauben zusammen?« Eine Antwort hätten sie nicht gefunden. »Sie fingen an, zu lavieren."

    Woher kenne ich dieses Verhalten bloß? Keine konkrete Antwort finden und deshalb rumsabbeln... Ach ja. Björn, Franz, Peter, Marco, der alte Fritz und die ganzen anderen Pseudonyme.

  • Kommentar-Link Marco 2 Mittwoch, 15. Februar 2012 gepostet von Marco 2

    @Amtsträger
    Ich finde es schlicht albern, dass Deutschland jetzt auch an der Keksfront gegen den Faschismus verteidigt werden soll, und dass hinter jedem banal-normalem Verhalten ("wollen ihren Namen positiv besetzen") eine politische Strategie vermutet wird.

    Gibt es eine Möglichkeit, in Ihrer politischen Welt Kritik zu üben, ohne direkt als Feind eingestuft zu werden?

  • Kommentar-Link Petra Mittwoch, 15. Februar 2012 gepostet von Petra

    @ Peter Schreiber

    Sicherlich ist Frau Apfel ein Mensch, denn ein Tier ist sie ja wohl nicht.
    Aber ihre Verhaltensweise entspricht nicht ihrer und dessen Mannes politischen Auffassung. Ein Kind aus einer nationalen Familie kann mit deutschen Kindern spielen, es kann Spaß an der Natur haben, es kann positive Eindrücke an der Gesellschaft finden, zu alldem bedarf es keine ausländischen Kinder.

  • Kommentar-Link Stefan Mittwoch, 15. Februar 2012 gepostet von Stefan

    Alle anderen Parteien instrumentalisieren ebenso oder noch in viel extremerer Form, eure Einheitssprache geht mir auf die Nerven - haltlose Floskeln die der Vollständigkeit halber immer mit hinzugenommen werden.

  • Kommentar-Link Amtsträger Mittwoch, 15. Februar 2012 gepostet von Amtsträger

    Lieber Marco,

    "Gibt es eine Möglichkeit, in Ihrer politischen Welt Kritik zu üben, ohne direkt als Feind eingestuft zu werden?"

    Aber hallo! Sie brauchen sich nur auf dem Boden der freiheitlich demokratischen Grundordnung bewegen. Für einige ist das eine unbezwingbare Herausforderung.

  • Kommentar-Link Karl_Murx Mittwoch, 15. Februar 2012 gepostet von Karl_Murx

    @Petra:
    "Sicherlich ist Frau Apfel ein Mensch, denn ein Tier ist sie ja wohl nicht."

    Welch ein Zugeständnis.

    "Aber ihre Verhaltensweise entspricht nicht ihrer und dessen Mannes politischen Auffassung. Ein Kind aus einer nationalen Familie kann mit deutschen Kindern spielen, es kann Spaß an der Natur haben, es kann positive Eindrücke an der Gesellschaft finden, zu alldem bedarf es keine ausländischen Kinder."

    Eh was. Ich bin zwar weder NPD-Anhänger noch Wähler, aber diese Einschätzung der Meinungen einer Ines Schreiber, die Sie so wenig kennen wie ich, auf Grund Ihrer politischen Kategorisierung und dieses Artikels hier scheint mir eine Ferndiagnose, die mehr Ihrer Polemik gegen die NPD als der Realität zu entstammen scheint. Denn offenkundig gehen die "nationale Gesinnung" und die Erziehung "türkischstämmiger Mädchen" in der Praxis zusammen, wie selbst diesem Bericht zu entnehmen ist, dem man Sympathien für die NPD und Ines Schreiber nun mit Sicherheit nicht nachzusagen braucht.

  • Kommentar-Link Karl_Murx Mittwoch, 15. Februar 2012 gepostet von Karl_Murx

    @Amtsträger:
    "Die eine Frage, sagt Kauder, habe er den Apfels schon öfter gestellt: »Eure Ideologie ist menschenverachtend. Wie kriegt ihr das mit dem Glauben zusammen?« Eine Antwort hätten sie nicht gefunden. »Sie fingen an, zu lavieren."

    Wäre es nicht besser und vor allem informativer gewesen, im Artikel wiederzugeben, was Apfel und seine Frau tatsächlich gesagt haben, anstatt deren Antwort mit diesen Invektiven zu umschreiben? Oder hat man darauf ganz bewußt verzichtet, um sie weiterhin in dem beabsichtigten negativen Bild darstellen zu können?

    Ich bin mir übrigens vollkommen im klaren darüber, daß jetzt die Ideologen und Propagandisten in diesem Forum diese Einschätzung von mir als heimliche Sympathie oder gar Unterstützung für Apfel, seine Frau und die NPD deuten werden, frei nach dem Goebbels-Motto, wer nicht für mich ist, ist gegen mich. Aber einer muß anfangen, dieses Schwarz-Weiß-Denken zu durchbrechen, und dieses haßerfüllte, propagandistische Zerrbild von Artikeln wie in dem besprochenen sind das genaue Gegenteil davon.

  • Kommentar-Link Kabal Mittwoch, 15. Februar 2012 gepostet von Kabal

    Wahrscheinlich gibt es Rechtsextreme, die ihre berufliche Tätigkeit oder eigentlich politikfernes gesellschaftliches Engagement instrumentalisieren, um ihre Gesinnung zu verbreiten. Konkrete Beispiele kennt man ja auch von der Gegenseite: Linksdrehende Erzieher, die die Kinder nötigen "geschlechtsneutrale", neu erdachte Personalpronomen zu benutzen und den Eltern aufdrücken, Joghurt nur in "neutraler" Verpackung mitzugeben, damit Kinder, deren Eltern nur den Aldi-Joghurt bezahlen können, nicht diskriminiert werden. Sozialistische Indoktrination der Kleinsten. Der Schwachsinn tobt eben überall.

    Das ist aber noch lange kein Grund für diese haltlosen Pauschalisierungen. Die Identifizierung von "Nazis" erinnert zunehmend an die von Hexen in der frühen Neuzeit. Wenn Frau Apfel den Arm hochreißt und "Heil Hitler!" schreit, ist sie ein Nazi. Wenn Frau Apfel das nicht tut, ist sie ein Nazi, der geschickt taktiert. Und wenn sie "türkischstämmigen Mädchen" Nachhilfe gibt, ist das der Gipfel der Perfidie. Vielleicht könnte man sie ja mal zehn Minuten unter Wasser tauchen und schauen, ob sie ihre Nazi-Superkräfte benutzt, um sich Kiemen wachsen zu lassen?

    Tatsächlich perfide ist das mit diesem "Risaer Appell". Eine Frau, deren schlimmstes Vergehen darin besteht, dass sie versucht, sich "beliebt zu machen" - der man zumindest von Seiten der andern Eltern jahrelang nichts anderes vorwerfen konnte - auf diese Weise anzuprangern, ist wirklich abstoßend.

    Ich habe keinerlei Sympathie für die NPD, die in meinen Augen größtenteils ein NS-Nostalgieverein ist. Aber: Bei der vorliegenden Geschichte bekomme ich Angst vor ganz anderen Dingen als braunen Kohorten, die mit Fackeln durchs Brandenburger Tor ziehen.

  • Kommentar-Link Roichi Mittwoch, 15. Februar 2012 gepostet von Roichi

    @ Peter

    "Darf man verlangen, als Mensch anerkannt zu werden, wenn man gleichzeitig national eingestellt ist, also für die Bewahrung der Identität und das Überleben des eigenen Volkes eintritt?"

    Na aber. Und ob. Das wirst du ja auch.
    Auch, wenn du das anderen nicht zugestehst.
    Das ist der Vorteil der Grundrechte.

  • Kommentar-Link Amtsträger Mittwoch, 15. Februar 2012 gepostet von Amtsträger

    "Bei der vorliegenden Geschichte bekomme ich Angst vor ganz anderen Dingen als braunen Kohorten, die mit Fackeln durchs Brandenburger Tor ziehen."

    Rechtsextremisten können sich über mangelnden Grundrechtsschutz in Deutschland nicht beklagen.

  • Kommentar-Link Roichi Mittwoch, 15. Februar 2012 gepostet von Roichi

    @ Karl

    "Wäre es nicht besser und vor allem informativer gewesen, im Artikel wiederzugeben, was Apfel und seine Frau tatsächlich gesagt haben, anstatt deren Antwort mit diesen Invektiven zu umschreiben?"

    Das wäre mit Sicherheit ein längerer Text mit wenig Aussagekraft gewesen.
    Du kannst das Wort "lavieren" ja nochmal nachschlagen.
    So ist es schon anschaulich und treffend.

    "Aber einer muß anfangen, dieses Schwarz-Weiß-Denken zu durchbrechen,"

    Mein Held der Karl.
    Bitteschön, du darfst dir einen Orden aus dem Regal nehmen.

    @ Kabal

    Eine Sache ist noch beachtenswert.
    Das von dir angesprochene Beliebtmachen etc. zur politischen Beeinflussung ist bewusst als offizielle Strategie der NPD ausgegeben worden.
    Daher muss man eben schon drauf achten, wer dort was macht.
    Auch wenn deine Bedenken zum Teil berechtigt sind.

  • Kommentar-Link Karl_Murx Donnerstag, 16. Februar 2012 gepostet von Karl_Murx

    @Kabal:
    "Das ist aber noch lange kein Grund für diese haltlosen Pauschalisierungen. Die Identifizierung von "Nazis" erinnert zunehmend an die von Hexen in der frühen Neuzeit. Wenn Frau Apfel den Arm hochreißt und "Heil Hitler!" schreit, ist sie ein Nazi. Wenn Frau Apfel das nicht tut, ist sie ein Nazi, der geschickt taktiert. Und wenn sie "türkischstämmigen Mädchen" Nachhilfe gibt, ist das der Gipfel der Perfidie. Vielleicht könnte man sie ja mal zehn Minuten unter Wasser tauchen und schauen, ob sie ihre Nazi-Superkräfte benutzt, um sich Kiemen wachsen zu lassen?"

    Hexenverfolgung ist genau das richtige Stichwort. Der Exorzismus des Ewigen Nazis in uns Deutschen muß betrieben werden, koste es, was es wolle, und dazu muß eben ab und an eine Hexe brennen. Dazu braucht man heute keinen Scheiterhaufen mehr; Leute wie Sundermeyer bekommen das medial ganz prima genauso gut hin.

    "Ich habe keinerlei Sympathie für die NPD, die in meinen Augen größtenteils ein NS-Nostalgieverein ist."

    Je länger und öfter man mir das einhämmert, desto mehr bin ich geneigt, dieses Axiom zu hinterfragen. Ich bin eben auch ein Ketzer.

    "Aber: Bei der vorliegenden Geschichte bekomme ich Angst vor ganz anderen Dingen als braunen Kohorten, die mit Fackeln durchs Brandenburger Tor ziehen."

    Da geht es Ihnen wie mir. Dieser neudeutsche McCarthyismus mit umgekehrten Vorzeichen ist, neben dem politischen Islam, heute die größte Bedrohung der freiheitlichen Demokratie im Land.

  • Kommentar-Link Roichi Donnerstag, 16. Februar 2012 gepostet von Roichi

    @ Karl

    "Dieser neudeutsche McCarthyismus mit umgekehrten Vorzeichen ist, neben dem politischen Islam, heute die größte Bedrohung der freiheitlichen Demokratie im Land."

    Hauptsache gegen die Roten und die Moslems.
    Jawoll!

    Dass du bisher keine deiner diesbezüglichen Thesen irgendwie belegen konntest ist auch Wurscht.
    Es sagt sich so schön am Stammtisch und auf PI.

  • Kommentar-Link Björn Donnerstag, 16. Februar 2012 gepostet von Björn

    @Roichi

    "Auch, wenn du das anderen nicht zugestehst.
    Das ist der Vorteil der Grundrechte."

    Und das machst du woran fest? Oder wiedermal einfach etwas hingerotzt um mal endlich ein wenig Aufmerksamkeit zu erheischen? Du kannst dich freuen. Es ist dir gelungen. Nur zur Errinnerung. Du warst derjenige, der anderen die Grundrechte verwehren wollte und aktiv gegen deren Inanspruchnahme kämpfte. Du errinnerst dich an Dresden letztes Jahr? Kannst du deine Heuchelei nicht etwas mehr kaschieren?

    "Hauptsache gegen die Roten und die Moslems.
    Jawoll!"

    Hauptsache gegen die Rechten. Jawoll!

    Zum Text.

    „Stellen Sie sich vor, die macht auch Hausaufgaben mit türkischstämmigen Mädchen!“

    Kommt es euch nicht langsam merkwürdig vor, dass die "Rechten" einfach in keine eurer Schubladen passen? Natürlich nicht. Das Problem muss bei den Anderen liegen, nicht bei euch Unfehlbaren.

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