Wie übereinstimmende Medienberichte offenbaren, sind möglicherweise sensible Daten, die im Zuge des Ermittlungsverfahrens gegen die rechtsterroristische Gruppierung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) gesammelt wurden, auf Anweisung des Bundeskriminalamtes (BKA) gelöscht worden.
Nach Informationen der BILD am Sonntag handelt es sich um Informationen, die aus den Handys des mutmaßlichen NSU-Unterstützers André E. stammen sollen. E. wurde bereits Ende November verhaftet, dabei fielen den Behörden die beiden Mobiltelefone in die Hände. Diese wurden anschließend vom BKA zur weiteren Auswertung an Spezialisten der Bundespolizei weitergegeben.
Dieser Umstand dürfte den zahlreichen Verschwörungstheorien, die nicht nur in den Diskussionsbeiträgen auf ENDSTATION RECHTS. blühen, weitere Nahrung geben. Offenbar hatte das BKA die Bundespolizei angewiesen, die auf den Handys gespeicherten Daten zu löschen. „Ich habe die Daten auf unserer Seite gesichert, du kannst die bitte löschen“, zitiert die BILD am Sonntag den Mailverkehr der beiden Behörden. Deshalb tauchen sie auch nicht in den Ermittlungsakten des Verdächtigen auf.
Experten vermuten, das BKA könnte so versucht haben, eigene Informanten im NSU-Umfeld zu schützen. Normalerweise speichert die Bundespolizei ihre Ermittlungsergebnisse bis zum Ende eines Gerichtsverfahrens. Die Beamten können im Laufe des Verfahrens nämlich zu wichtigen Zeugen werden – und müssen dann genau belegen, woher die von ihnen gesicherten oder untersuchten Beweise stammen.
Die Berliner Politik regierte unterdessen entsetzt auf die Vorgehensweise des BKA. Der Staatssekretär im Bundesinnenministerium Klaus-Dieter Fritsche hat nach Angaben eines Sprechers „umfassende Erklärung durch die Amtsleitung des BKA angefordert“.
UPDATE:
Am späten Nachmittag dementierte das BKA den Bericht der Bild am Sonntag. BKA-Chef Jörg Ziercke sprach von „absurden Spekulationen“. Seine Behörde schütze weder Neonazis noch Informanten aus der rechten Szene. „Das BKA hat Beweismittel weder unterdrückt, noch manipuliert, noch vernichtet“, sagte er Tagesschau.de.






