Bei dem Hack am Rande des 28. Chaos Communication Congress (28C3), der heute in Berlin endete, wurde offenbar ein Leck in der Programmierung ausgenutzt. Wie „Heise“ berichtet, hätten sich die Hacker dabei Zugang zu den Datenbanken zahlreicher NPD-Landesverbände, sowie einiger Parteifunktionäre verschafft.
Gelistet wurden auf der Seite des „28C3“ vor allem Internetseiten der NPD, für die die Firma „naweko - Agentur für Neue Medien“ verantwortlich zeichnet. Chef des Unternehmens ist Frank Franz, Vorsitzender des NPD-Landesverbandes Saarland und seit einigen Wochen Pressesprecher der Bundes-NPD.
Zuletzt wurde im Mai ein NPD-Server von einer Gruppe namens „n0-N4m3 Cr3w“ gehackt, der ebenfalls auf Franz registriert war. Kurze Zeit später stellten Aktivisten der Gruppe eine NPD-Spenderliste online, die offenbar auf dem Server nicht ausreichend gesichert war.
Auch diesmal waren vor allem sächsische Websites betroffen. So konnten sich die ungebetenen Gäste Zugriff zu den Datenbanken des sächsisches Landesverbandes, der sächsischen NPD-Fraktion oder auch der persönlichen Online-Präsenz des neuen NPD-Vorsitzenden Holger Apfel verschaffen. Sensible Daten fanden die Hacker auf den Seiten jedoch offenbar nicht.
Wesentlich problematischer gestaltet sich der Hack der Internetseite des „Nationales Versandhauses“. Bei dem Online-Shop können neben bei Rechtsextremen beliebte Kleidung auch Schlagstöcke oder Quarz-Handschuhe erworben werden. In dem Fall wurden die Inhalte der Datenbank veröffentlicht, in der Name, Anschrift, E-Mail-Adresse und Telefonnummer der Kunden gelistet sind. Zudem wurde eine Karte (PDF) erstellt, an der man deutlich erkennen kann, dass der Großteil der Kunden aus dem ostdeutschen Bundesländern stammt.
Die Betreiber haben mittlerweile Anzeige erstattet und sich bei den betroffenen Kunden für den Vorfall entschuldigt. „Wir möchten uns hiermit bei den Betroffenen endschuldigen [sic!]! Es wurde bereits von unserer Seite aus Anzeige wegen Datenklau, der Veröffentlichung von Privatdaten und unerlaubten Zugriff auf unseren Server erstattet“, heißt es in einer ersten Stellungnahme.
Aber auch Online-Aktivisten der Gruppe Anonymous scheinen die Weihnachtszeit für einige Hacks rechtsextremer Seiten zu nutzen. Im Rahmen einer „Operation Blitzkrieg“ werden seit einigen Tagen Online-Shops angegriffen, die dann oft für einige Stunden schwer oder gar nicht erreichbar sind. Aktuell läuft offenbar eine Denial-of-Service-(DDoS)-Attacke gegen die Internetseiten des NPD-Parteiorgans „Deutsche Stimme“ und das Online-Versandhaus „NS-Versand“. Nach eigenen Angaben haben sich die Hacker auch Altermedia vorgenommen, doch die Seite scheint dem Angriff – zumindest momentan – noch trotzen zu können.
Bereits seit Mittwoch ist auch das NPD-nahe Portal „Deutschlandecho“ nicht mehr zu erreichen. Selbst die für die Seite verantwortlichen Personen sprechen von einem „Rätsel“ und scheinen sich nicht sicher zu sein, wieso die Seite nicht wie gewünscht funktioniert. Das Portal hatte in der Vergangenheit bereits des Öfteren mit technischen Problemen zu kämpfen und scheint der Komplikationen auch in diesem Fall nicht Herr werden zu können.






