Insgesamt 1.000 Personen wurden in einer vom NDR in Auftrag gegebenen Umfrage des Instituts Infratest dimap befragt. In der vierten Umfrage in diesem Jahr zur Landtagswahl am 4. September bleibt die SPD mit 34 Prozent weiterhin stärkste Kraft in Mecklenburg-Vorpommern, gefolgt von der CDU (30 Prozent) und den Linken (17 Prozent). Die Grünen kommen aktuell auf acht Prozent, die FDP würde mit vier Prozentpunkten am Wiedereinzug scheitern.
Der rechtsextremen NPD würden dabei vier Prozent der Befragten ihre Stimme geben – das wäre ein Prozentpunkt mehr gegenüber der letzten Umfrage vom April. Aufgrund der Fünf-Prozent-Hürde würde der NPD somit der Wiedereinzug misslingen.
Zusätzlich fragte das Institut, wie sicher die Personen bezüglich ihrer Stimme für die NPD seien. Zwei Prozent hätten demnach mit „Ja, sicher“ geantwortet, was ein Prozent mehr gegenüber der letzten Umfrage ist. Vier Prozent der Befragten antworteten mit „vielleicht“, während weitere vier Prozent ihre Stimme „wahrscheinlich nicht“ den Rechtsextremisten geben würden.
Auch zu den Parteikompetenzen äußerten sich die 1.000 Personen gegenüber dem Institut Infratest dimap. Dabei ging es um die Themenfelder „die Wirtschaft im Osten voranbringen“, „für soziale Gerechtigkeit sorgen“ und „eine gute Energiepolitik“. Während immerhin zwei Prozent den Grünen zutrauen, die Wirtschaft voranzubringen und ein Prozent der Meinung sind, dass die FDP für soziale Gerechtigkeit sorgen würde, taucht die NPD in keiner der drei Rubriken auf.
Dennoch sollten solche Umfragen nicht überbewertet werden. Im Januar mahnte Manfred Güllner, Leiter des damals beauftragten Umfrageinstituts Forsa, dass längst nicht jeder der Befragten sich offen zu einer rechtsextremen Gesinnung bekennen würde. Der Anteil der NPD könnte folglich höher liegen, als es die Umfrage widerspiegelt.
Das scheint auch die NPD so zu sehen und bezeichnet ihre aktuelle Situation als „ausgezeichnet“. Der Fraktionsvorsitzende Udo Pastörs geht sogar noch weiter und spricht von „mindestens […] 8 Prozent plus x“, was mehr als einer Verdoppelung der Stimmen entspräche.
Zum Stolperstein könnte für die Mannen der NPD jedoch noch die Anklage gegen Udo Pastörs werden. Prozessbeginn wird voraussichtlich im Sommer sein und somit wenige Wochen vor der Landtagswahl. Die Staatsanwaltschaft Schwerin wirft dem Fraktionsvorsitzenden Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener und Verleumdung vor. Dies könnte potentielle Wähler abschrecken und ruft gleichzeitig Erinnerungen an die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wach. Auch aufgrund der sogenannten Junker-Jörg-Affäre scheiterte die NPD dort knapp am Einzug in den Landtag, was selbst NPD-Funktionäre nach der Wahl bestätigten.






