In der Nacht zu Mittwoch stellte „Darkhammer“, der sich selbst als Head-Leader der Hackergruppe „No Name Crew“ bezeichnet, eine mehrere Tausend Seiten umfassende Datenbank des gehackten Servers zum Download bereit. Zudem kündigte er an, sämtliche Dateien des Servers ebenfalls zur Verfügung zu stellen. Die Rede ist von 5 GB Daten.
Zudem hat die „No Name Crew“ eine Liste von angeblichen NPD-Spendern veröffentlicht. Darin werden über 400 Personen mit Namen und Adresse gelistet, die der rechtsextremen Partei in einem nicht genannten Zeitraum Geld gespendet haben sollen.
Die NPD hat zwar mittlerweile den Angriff bestätigt, versucht nun aber offenbar, die für sie äußerst unangenehme Situation herunterzuspielen. Die Daten, die die Online-Aktivisten entwendeten, seien „veraltet“. Die Spender werden trotzdem wenig darüber erfreut sein, dass ihre Namen nun veröffentlicht wurden.
Auf der Spender-Liste tauchen auch mehrere NPD-Funktionäre auf, die ihrer chronisch klammen Partei finanziell unter die Arme greifen wollten. So findet sich dort die sächsische NPD-Landtagsabgeordnete Gitta Schüßler wieder und auch mehrere Mitarbeiter der NPD-Fraktion aus Mecklenburg-Vorpommern. David Böttcher, Bodyguard des Fraktionsvorsitzenden Udo Pastörs, oder auch Torgai Klingebiel, Wahlkreismitarbeiter des NPD-Landesvorsitzenden Stefan Köster. Auch Pastörs´ Ehefrau Marianne ließ ihrer Partei einige Euro zukommen. Der in Spanien lebende Alt-Nazi Rolf Hanno ist mittlerweile zu einer festen Größe in der Liste der NPD-Spender geworden und findet sich so auch in der von der „No Name Crew“ veröffentlichten Tabelle wieder.
Auf ihrer Website hat der Chef der „No Name Crew“ ein Statement zu seinem Angriff veröffentlicht, in dem er den Angriff auf die NPD-Seiten begründet: „Ich bin ein stolzer Deutscher, ich liebe Deutschland über alles und ich tue alles in meiner Macht stehende um das Bild Deutschlands zu verbessern“, schreibt „Darkhammer“ dort. Solche Aussagen ist man für gewöhnlich eher von Personen des rechten Spektrums gewöhnt. Zudem distanzierte sich die Hackergruppe von der Antifa und den Aktivisten der Gruppe „Anonymous“, nachdem berichtet worden war, dass die „Angreifer aus dem Umfeld antifaschistischer Gruppen“ kommen würden.
Auch um Publicity scheint es der „No Name Crew“ zu einem nicht geringen Grad zu gehen. Die Gruppe scheint über einen längeren Zeitraum inaktiv gewesen zu sein und tritt nun wieder in Erscheinung. „Ich weiß, dass ich mit meiner Aktion auf ein breites Interesse der Öffentlichkeit stoßen werde. Genau das ist mein Ziel“, erklärt der Anführer der Truppe. In der Tat scheint ihm das gelungen zu sein. Alle großen Medien berichteten über seine „Crew“ und verlinkten auf die Website, u.a. „Spiegel Online“, die „Sueddeutsche“ oder auch „Welt Online“.
Die NPD scheint das technische Problem unterdessen nicht in den Griff zu bekommen. Die betroffenen Internetseiten liegen allesamt auf einem Server der Firma „naweko - Agentur für Neue Medien“. Inhaber der Firma ist Frank Franz, Landesvorsitzender der NPD Saarland. Zwar machte man sich seitens der NPD daran, die Seiten wieder neu aufzusetzen, mittlerweile sind sie jedoch wieder offline. Betroffen sind vor allem sächsische Websites, u.a. die der NPD-Kreisverbände aus Leipzig und Dresden.






