Mittwoch, 01. Juni 2011

Nach NPD-Hack: Spenderliste und interne Daten veröffentlicht

von 
npd-server-hack
Die Hackergruppe „No Name Crew“ legt nach. Nachdem sie Anfang der Woche über 20 NPD-Websites lahmlegte, wurden nun interne Daten veröffentlicht. Darunter befindet sich auch eine Liste mit Spendern. Die NPD bestätigte zwar den Angriff, hält sich aber weiter bedeckt.
Storch Heinar

In der Nacht zu Mittwoch stellte „Darkhammer“, der sich selbst als Head-Leader der Hackergruppe „No Name Crew“ bezeichnet, eine mehrere Tausend Seiten umfassende Datenbank des gehackten Servers zum Download bereit. Zudem kündigte er an, sämtliche Dateien des Servers ebenfalls zur Verfügung zu stellen. Die Rede ist von 5 GB Daten.

Zudem hat die „No Name Crew“ eine Liste von angeblichen NPD-Spendern veröffentlicht. Darin werden über 400 Personen mit Namen und Adresse gelistet, die der rechtsextremen Partei in einem nicht genannten Zeitraum Geld gespendet haben sollen. 

Die NPD hat zwar mittlerweile den Angriff bestätigt, versucht nun aber offenbar, die für sie äußerst unangenehme Situation herunterzuspielen. Die Daten, die die Online-Aktivisten entwendeten, seien „veraltet“. Die Spender werden trotzdem wenig darüber erfreut sein, dass ihre Namen nun veröffentlicht wurden.

Auf der Spender-Liste tauchen auch mehrere NPD-Funktionäre auf, die ihrer chronisch klammen Partei finanziell unter die Arme greifen wollten. So findet sich dort die sächsische NPD-Landtagsabgeordnete Gitta Schüßler wieder und auch mehrere Mitarbeiter der NPD-Fraktion aus Mecklenburg-Vorpommern. David Böttcher, Bodyguard des Fraktionsvorsitzenden Udo Pastörs, oder auch Torgai Klingebiel, Wahlkreismitarbeiter des NPD-Landesvorsitzenden Stefan Köster. Auch Pastörs´ Ehefrau Marianne ließ ihrer Partei einige Euro zukommen. Der in Spanien lebende Alt-Nazi Rolf Hanno ist mittlerweile zu einer festen Größe in der Liste der NPD-Spender geworden und findet sich so auch in der von der „No Name Crew“ veröffentlichten Tabelle wieder. 

Auf ihrer Website hat der Chef der „No Name Crew“ ein Statement zu seinem Angriff veröffentlicht, in dem er den Angriff auf die NPD-Seiten begründet: „Ich bin ein stolzer Deutscher, ich liebe Deutschland über alles und ich tue alles in meiner Macht stehende um das Bild Deutschlands zu verbessern“, schreibt „Darkhammer“ dort. Solche Aussagen ist man für gewöhnlich eher von Personen des rechten Spektrums gewöhnt. Zudem distanzierte sich die Hackergruppe von der Antifa und den Aktivisten der Gruppe „Anonymous“, nachdem berichtet worden war, dass die „Angreifer aus dem Umfeld antifaschistischer Gruppen“ kommen würden.

Auch um Publicity scheint es der „No Name Crew“ zu einem nicht geringen Grad zu gehen. Die Gruppe scheint über einen längeren Zeitraum inaktiv gewesen zu sein und tritt nun wieder in Erscheinung. „Ich weiß, dass ich mit meiner Aktion auf ein breites Interesse der Öffentlichkeit stoßen werde. Genau das ist mein Ziel“, erklärt der Anführer der Truppe. In der Tat scheint ihm das gelungen zu sein. Alle großen Medien berichteten über seine „Crew“ und verlinkten auf die Website, u.a. „Spiegel Online“, die „Sueddeutsche“ oder auch „Welt Online“.

Die NPD scheint das technische Problem unterdessen nicht in den Griff zu bekommen. Die betroffenen Internetseiten liegen allesamt auf einem Server der Firma „naweko - Agentur für Neue Medien“. Inhaber der Firma ist Frank Franz, Landesvorsitzender der NPD Saarland. Zwar machte man sich seitens der NPD daran, die Seiten wieder neu aufzusetzen, mittlerweile sind sie jedoch wieder offline. Betroffen sind vor allem sächsische Websites, u.a. die der NPD-Kreisverbände aus Leipzig und Dresden. 
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15 Kommentare

  • Kommentar-Link Paul.Pa Donnerstag, 02. Juni 2011 gepostet von Paul.Pa

    Ich finde diese Aktionen mehr als schäbig.

  • Kommentar-Link Faxe Freitag, 03. Juni 2011 gepostet von Faxe

    Ich finde diese Aktionen mehr als Klasse.

  • Kommentar-Link Paul.pa Freitag, 03. Juni 2011 gepostet von Paul.pa

    Na ja, Faxe,
    die Bewertung eines solchen Aktion ist wohl eine Frage von Anstand und Charakter.
    Beides ist augenscheinlich nicht an bestimmte politische Einstellungen gebunden.

  • Kommentar-Link Amtsträger Freitag, 03. Juni 2011 gepostet von Amtsträger

    Ich denke, es ist eine Straftat nach §202a StGB (Ausspähen von Daten) und wird mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe bestraft.

  • Kommentar-Link Peter Panda Samstag, 04. Juni 2011 gepostet von Peter Panda

    klar ist das eine straftat. und der NPD mit sowas zu schaden halte ich für mehr als fragwürdig....
    es ist auch vollkommen überflüssig, da sich die NPD sowieso selbst am meisten steine in den weg legt.

  • Kommentar-Link Aktionsbündis Courage Sonntag, 05. Juni 2011 gepostet von Aktionsbündis Courage

    Die Aktion legt offen, dass Neonazis in Deutschland offenbar die Kohle haben, um eigene Server zu horten!

    Firma „naweko - Agentur für Neue Medien“!?

    Kein Server für Nazis!

  • Kommentar-Link Björn Sonntag, 05. Juni 2011 gepostet von Björn

    Aktuell scheint die Liste zumindest nicht zu sein. Ich steh jedenfalls nicht drauf. Naja, vielleicht nächstes mal.

    "Kein Server für Nazis!"

    Wieso nicht? Und wer ist für sie alles ein "Nazi"?

  • Kommentar-Link Stoch Hofnarr Dienstag, 07. Juni 2011 gepostet von Stoch Hofnarr

    Mit kriminellen Aktionen gegen Rechts.
    Das macht den Widerstand echt glaubwürdig...
    mal sehen wer alles gehackt wird, wenn der Kampf gegen Rechts gewonnen ist.
    Wohl jede Website auf der eine eigene Meinung vertreten wird, nur nicht die "demokratische" von Endstation Rechts.
    Schon gemerk, ihr werdet langsam faschistischer als die Faschisten selber...

  • Kommentar-Link Roichi Dienstag, 07. Juni 2011 gepostet von Roichi

    @ Stoch

    Du bist dir sicher, dass du den Artikel auch gelesen hast?
    Wenn ja, solltest du ihn noch einmal lesen. Und diesmal die Augen auf machen.

  • Kommentar-Link Ausländer?!?! Dienstag, 03. Januar 2012 gepostet von Ausländer?!?!

    Ihr solltet Patriotismus(o.k) und Faschismus( ganz ganz böse, pfuiii!!! ) unterscheiden doch wohl unterscheiden können.
    Wie kann man einfach nur so dumm sein und aus der Geschichte nichts lernen? Achja, hätte fast eure Bildzeitungsmeinung vergessen. Ach, die bösen Ausländer :D klauen euch eure Arbeit? wie bitte ?..,wenn der größte Teil der Arbeitslosen Migranten sind? xD Ja, manchmal sollte man einfach länger zur Schule gehen.
    Also mein Appell an euch BITTE besucht doch 1 oder 2 Jahre länger die Schule.

    Gruß Der böse bböseee Ausländer!!! oh nein!!!

  • Kommentar-Link flight93 Dienstag, 03. Januar 2012 gepostet von flight93

    @Ausländer?!?!
    Auch in meinen Ort ist es so:
    Viele Nazis schaffen nicht die 10.Klasse,gehen meistens aus der 8.Klasse mit Ach und Krach ab.
    Wenn sie eine Lehrstelle bekommen brechen sie die Lehre aus vielen Gründen wieder ab,entweder sie haben keine Lust früh aufzustehen,mögen längere Anfahrtswege zur Berufsschule und Lehrstelle nicht,oder die Nazis sind den Anforderungen nicht gewachsen weil sie eben in der Schule schon schlecht waren.
    Viele,zwar nicht alle Nazis sind der Meinung das sie nicht für das "System" arbeiten wollen und somit mehr Zeit für ihre "Sache" haben und auch von Hartz 4.ganz gut leben können.
    Aus diesen Grund können sie Patriotismus=Liebe zu seinen Land und Faschismus= Verbrechen gegen die Menschlichkeit,Rassenhass,Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus nicht unterscheiden,das wollen sie auch gar nicht,weil ihr völlig verzerrtes Weltbild ins Wanken kommen würde.

  • Kommentar-Link citoyenne malicieux Dienstag, 03. Januar 2012 gepostet von citoyenne malicieux

    Unmoralische Menschen wird man nie allein mit Moral beikommen können. Sondern auch damit, dass man sie ihre Unmoral am eigenen Leib spüren lässt. Da sind sie am empfindlichsten! Intriganten und deren mehr oder weniger willigen Werkzeuge bekämpft man am wirksamsten, indem man sie ans Licht zerrt und somit die Intrige aufdeckt.
    Mit Nazis und deren Unterstützern (die aus der Deckung lauern, dass der Umsturz kommt, um mal wieder so richtig Herrenmensch zu sein) verhält es sich ebenso.
    Interessant, welche moralischen Reaktionen, ein wenig "Licht der Öffentlichkeit" bewirken kann.
    Ich find die Aktion unter dem Motto "Gesicht zeigen - mal anders" war schon längst überfällig. :-)))

  • Kommentar-Link citoyenne malicieux Dienstag, 03. Januar 2012 gepostet von citoyenne malicieux

    Sind Parteien nicht grundsätzlich verpflichtet, ihre Spenden offen zu legen? Ist das bei der NPD anders?
    Ich möchte wissen, welcher "braune Schläfer" in meiner Nähe wohnt und unter dem Mäntelchen der Meinungsfreiheit Menschen mit angeblich neurechten Denkschemen (Hitler war zwar scheiße aber die Idee war gut) agitiert und heimlich DOCH an die NPD spendet.
    DAS zu wissen ist auch ein Recht der Öffentlichkeit.

  • Kommentar-Link Amtsträger Dienstag, 03. Januar 2012 gepostet von Amtsträger

    Spenden müssen erst ab einer gewissen Höhe mit dem Spender veröffentlicht werden.

  • Kommentar-Link citoyenne malicieux Dienstag, 03. Januar 2012 gepostet von citoyenne malicieux

    Bei Leuten die von Patriotismus salbadern und Deutschtum und Nationalsozialismus meinen, ist schon allein die Spende an die NPD die wissenswerte "Höhe".
    Allerdings ist es wirklich schade, dass man in den Listen nichts zur Spendenhöhe erfahren kann. ;)

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