Mittwoch, den 12. Januar 2011 um 12:47 Uhr

Mehrfach vorbestrafter NPD-Mann saniert Amtsgericht

Verfasst von Oliver Cruzcampo
sven_kruegerSven Krüger sitzt für die NPD im Kreistag, seit Kurzem ist er auch im Landesvorstand der NPD M-V vertreten. Das mehrfach vorbestrafte NPD-Mitglied betreibt zudem ein Bauunternehmen, dass nun offenbar mit der Sanierung des Kieler Amtsgerichtes beauftragt wurde. Bezahlt wird der Auftrag aus öffentlichen Geldern.
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Krüger Abrissunternehmen, das mit dem Slogan „Die Jungs für's Grobe“ wirbt, soll einem Bericht des „blick nach rechts“ zufolge an der Fassade des Amtsgericht Kiels eingesetzt werden. Seit vergangenem Samstag soll Krügers Firma dort als Subunternehmer für das Land Schleswig-Holstein tätig sein. 

Der Auftrag in Kiel sei von der Firma BIK Uhr aus Harrislee gekommen. Diese hätte jedoch betont, nichts von Krügers politischem Hintergrund gewusst zu haben. Das Bauunternehmen wolle nun jedoch die Sachverhalte überprüfen und dann entscheiden, „ob und inwieweit eine zukünftige Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Krüger stattfinden kann oder nicht.“

Björn Thoroe, Abgeordneter der Linken im Landtag von Schleswig-Holstein geht noch einen Schritt weiter: „Es besteht für mich kein Zweifel, dass die Steuergelder für diesen Auftrag mittel- oder unmittelbar in Neonazi-Strukturen fließen.“ Weiterhin fordert Thoroe gegenüber der „taz“ die Landesregierung dazu auf, „alle bestehenden Möglichkeiten auszuschöpfen, um den Auftrag an einen seriösen nicht-kriminellen Unternehmer zu geben“.

In der Tat hat Sven Krüger schon so einige Straftaten auf dem Kerbholz. So soll er in den 1990er Jahren unter anderem wegen Landfriedensbruch, Überfall auf einen Dorfkrug und einer angezettelten Gefängnismeuterei verurteilt worden sein. 2004 verurteilte ihn das Amtsgericht Grevesmühlen einem Bericht der „Ostsee-Zeitung“ zufolge wegen versuchtem Diebstahl zu zehn Monaten Haft. Mehr als ein Dutzend Vorstrafen und unzählige Ermittlungsverfahren gehen auf das Konto des Abrissunternehmers.

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11 Kommentare

  • Kommentar Link Schwab Mittwoch, den 12. Januar 2011 um 13:22 Uhr veröffentlicht von Schwab

    Als nächstes lesen wir wohl auf ER über typische arbeitsscheue Hartz IV-ler im Nationalen Widerstand. Vielleicht sollten man in ER und ähnlichen Foren auch wirklich alle Arbeitsverhältnisse von dt. Nationalisten öffentlich machen, damit das Klischee des faulen Neonazis auch stimmt.


  • Kommentar Link Amtsträger Mittwoch, den 12. Januar 2011 um 13:32 Uhr veröffentlicht von Amtsträger

    Ein Unternehmer hat das Recht als Subunternehmer anzustellen, wen er für richtig hält. Sofern durch die Baumaßnahmen gegen keine Gesetze verstoßen wird, sehe ich kein Problem darin.
    Der Staat hat in seinen Entscheidungen neutral zu sein. Wenn also der Unternehmer das günstigste Angebot gemacht hat, so muss er den Auftrag auch erhalten. Nur Privatpersonen können nach eigenem Gusto Firmen auswählen.


  • Kommentar Link B.C. Mittwoch, den 12. Januar 2011 um 14:01 Uhr veröffentlicht von B.C.

    hallo herr schwab, diesmal habe ich ihren punkt nicht so ganz gefunden.


  • Kommentar Link Schwab Mittwoch, den 12. Januar 2011 um 17:19 Uhr veröffentlicht von Schwab

    Ich möchte daran erinnern, daß Michael Andrejewski mal im Schweriner Landtag als fauler (Ex-) Hartz IV-ler beschimpft wurde, von einem SPD-Politiker, wenn ich mich richtig erinnere. Dies wurde hier auf ER groß abgefeiert.
    Dann aber kam man nicht umhin, in einem anderen Artikel Andrejewski als fleißige "Arbeitsbiene" der NPD zu loben.
    Der Vergleich mit Andrejewski drängt sich auf. Als studiertem Juristen mit zig Einträgen als "Rechtsextremist" im Internet wird es ihm wohl schwergefallen sein, bei einer "normalen" Anwaltskanzlei eine Stelle zu bekommen. Als selbständiger Anwalt, nur mit Aufträgen aus dem NW-Spektrum, wird wohl wirtschaftlich ziemlich dünn sein.


  • Kommentar Link B.C. Mittwoch, den 12. Januar 2011 um 21:58 Uhr veröffentlicht von B.C.

    @schwab
    "Als studiertem Juristen mit zig Einträgen als "Rechtsextremist" im Internet wird es ihm wohl schwergefallen sein, bei einer "normalen" Anwaltskanzlei eine Stelle zu bekommen. Als selbständiger Anwalt, nur mit Aufträgen aus dem NW-Spektrum, wird wohl wirtschaftlich ziemlich dünn sein."

    wissen sie denn genau, ob er das eine oder das andere ueberhaupt will? darueberhinaus stehen einem juristen wesentlich mehr wege offen, als die aufgefuehrten - wenn es nicht sogar das universalverwertungsstudium schlechthin ist. bei den zweiten von ihnen beruecksichtigten weg hatte ich uebrigens einen gedankenimpuls mit voellig entgegengesetztem ergebnis. ich dachte dabei an die doch ueberdurchschnittlich hohe gesetzeskonfrontationsrate im NW-spektrum (um mich mal mit ihren vokabeln auszudruecken ;o) und dem damit verbundenen hoeheren arbeitsvolumen fuer juristen.
    last but not least ist adrejewskis eingeschlagener weg zum rechtsextremisten doch ein selbstgewaehlter - oder?


  • Kommentar Link U.R. Donnerstag, den 13. Januar 2011 um 10:22 Uhr veröffentlicht von U.R.

    @ Schwab. M. Andrej... ist bekennender Überzeugungstäter. Wer sich die Vita dieses Herrn genauer anschaut, kann das schnell erkennen. Ich persönlich würde mich sehr freuen, wenn er sich mal eine andere Region zum Lebensmittelpunkt wählen würde.
    Zum Artikel:
    Die Fragen in diesem Fall sind doch aber schnell zu beantworten:
    1. Ist die NPD verboten? Nein.
    2. Ist Unternehmer Krüger bei der Ausschreibung erfolgreich gewesen? Ja.
    3. Soll dem öffentlichen Vergaberecht eine "politische" Komponente hinzugefügt werden? Ich denke Nein. Wo kämem wir denn da hin.
    Was wären die Folgen? Korruption, Denunziation und Duchstechereien.
    Gegen kriminelles Handeln ist der Staatsanwalt zuständig. Für politisches Überzeugen ist die Debatte, der Wahlkampf und die Glaubwürdigkeit entscheidend.
    Dieses Beispiel ist mal wieder eine Einblick in die Denke verkrampfter Sucher nach dem neuesten Schlaglicht im Kampf gegen Rechts.
    Wieder mal eine gelungene indirekte Aufwertung der Nazis. Ich habe langsam das Gefühl, da steckt Methode drin.


  • Kommentar Link Paul.Pa Donnerstag, den 13. Januar 2011 um 17:01 Uhr veröffentlicht von Paul.Pa

    Das ist doch sehr schön. Dann ist der Herr Krüger doch voll und ganz resozialisiert und das ist doch Zahl des Strafvollzuges, oder ?
    Seine Steuerzahlungen wird das zuständige Finanzamt doch bestimmt auch annehmen?


  • Kommentar Link Schwab Donnerstag, den 13. Januar 2011 um 17:45 Uhr veröffentlicht von Schwab

    @U.R.

    Leute Ihres Schlags gibts auch bei den Rechtswählern: bitte keine Moschee in meinem Stadtteil. Aus den Augen, aus dem Sinn. Bei Ihnen: Nazis nicht bei uns im Dorf, die sollen in andere Regionen ziehen. Das meinte neulich auch ein Verdi-Funktionär, ich solle meine/seine Stadt verlassen. Am besten ich ziehe nach Rostock, dann werden Sie sagen, ich soll nach Hamburg ziehen, und dann gibts dort die Antifa, die sagt, ich soll nach Bremen ziehen ...

    @B.C.

    Genaueres über A.s Motive kenne ich nicht, würde ich auch nicht hier veröffentlichen. Aber die Sache ist doch klar. Wenn jemand einen Beruf erlernt hat oder Berufserfahrungen hat, dann kann er bzw. sie als Angestellter oder als Selbständiger arbeiten. In beiden Fällen ist man abhängig, vom Arbeitgeber, ob in ner Kanzlei oder in einem Wirtschaftskonzern, Agentur usw., oder von Kundenaufträgen. Genau darauf zielt doch Antifa-Arbeit ab, Nationalisten in ihrem Einkommensbereich zu schaden. Bei Gensing las ich vor einiger Zeit sogar, daß ein böser Neonazi einen Versand mittels Kleinkredit von der Arbeitsagentur gegründet hatte. Am besten noch ALG II für Nazis streichen, damit alle unter der Brücke campieren. Aber dann noch darüber herumheulen, daß die Leute gewalttätig gegen Linke gewalttätig werden ... Dabei sollte man dann Ursache und Wirkung erkennen!


  • Kommentar Link B.C. Donnerstag, den 13. Januar 2011 um 22:22 Uhr veröffentlicht von B.C.

    @schwab
    ich hab verstanden was sie meinen und da ist auch was dran. ich geh jetzt aber nicht ueber die bruecke, dass die gewalttaetigen neonazis wegen eines schlecht verwertbaren jurastudiums so geworden sind. ich stimme ihnen aber auch zu, dass jeder immer auch perspektiven braucht.


  • Kommentar Link U.R. Donnerstag, den 13. Januar 2011 um 22:37 Uhr veröffentlicht von U.R.

    @Schwab Ihre Form der Vereinfachung liegt mir nicht so. Wer weiß denn schon, wer oder was Leute "meines Schlages" so sind, wenn nicht Sie.


  • Kommentar Link Freiheitsverherrlicher Sonntag, den 16. Januar 2011 um 20:34 Uhr veröffentlicht von Freiheitsverherrlicher

    @Schwab
    Herr Schwab, möchten sie ernsthaft bestreiten dass der deutsche Staat monatlich Milliarden (!) € solchen Leuten zur Verfügung stellt, deren "Gegenleistung" darin besteht als echte doitsche Leistungsträger 12 bis 18 Stunden am Tag nichts anderes zu tun, als innerhalb und außerhalb des Internet eine Erhöhung ihrer Transferleistungssätze zu verlangen - und gleichzeitig einem großen Teil derer, die für die so verwendeten Steuergelder aufkommen müssen, die "Rückführung" anzudrohen? Tatsache ist: Auch Millionen bö-bö-böse "Fremdvölkische" schuften sich dumm und deppich damit die Helden des "Nationalen Widerstands" nicht ihrerseits den alltäglichen Sorgen des Broterwerbs nachgehen müssen.

    Von "Endstation Rechts" ist nichts weniger zu erwarten als das zu thematisieren. Wäre ja auch peinlich, wenn die SPD offen eingestehen würde, dass ihre radikaletatistischen Forderungen nach Erhöhung von AlgII usw. den von ihnen angeblich so verabscheuten Helden des "Nationalen Widerstands" zugute kommen. (Welch blöder arbeitender "Migrant", der SPD wählt und damit sicherstellt, dass diejenigen, die ihn bedrohen, in Zukunft noch bequemer auf seine Kosten ihrem "politischen Engagement" nachgehen können!)

    Da geht mir schon die Hutschnur hoch wenn die Truppe des von Transferleistungen lebenden Diplomphilosophen Brodkorb seinen Nazi-Kollegen Andrejewski, der 2006 durch den Einzug der NPD in den Landtag sozusagen eine astronomische AlgII-Erhöhung erfuhr, als "Arbeitsbiene" tituliert.

    Smash Etatism, kann ich da nur sagen, auf dass Brodkorb, Andrejewski et al. vielleicht irgendwann einmal wirklich in Erwägung ziehen FREISCHAFFENDE Arbeitsbienen zu werden. :-)


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