Seit der Kommunalwahl 2009 sitzt Christian Deichen in der Gemeindevertretung Wolgast für die NPD, deren Parole „Sozial geht nur national“ soll er allerdings etwas eigennützig ausgelegt haben. Wie die Ostseezeitung berichtet, erhob die Staatsanwaltschaft Stralsund Anklage gegen den 28-Jährigen. Der Vorwurf: Betrug und falsche Versicherung an Eides statt.
In nur drei Jahren soll Deichen Sozialleistungen in einer Gesamthöhe von rund 18.000 Euro erschlichen haben. Dieser Tatvorwurf wurde der Zeitung vom stellvertretenden Sprecher der Staatsanwaltschaft Stralsund bestätigt. Demnach habe der NPD-Politiker über einen längeren Zeitraum falsche Angaben über seine persönlichen Einnahmen gemacht und Einnahmen aus einer unternehmerischen Tätigkeit verschwiegen. Spätere Nacherklärungen hätte es nicht gegeben. Zudem soll Deichen im September 2009 die Existenz eines Kontos verschwiegen haben, auf dem sich womöglich noch Vermögen befand.
Dem Angeklagten drohe nun eine Strafe, die zwischen einer Geldstrafe und einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren (Betrug) bzw. bis zu drei Jahren (falsche Versicherung) liegt.
Zurzeit läuft bereits ein Gerichtsverfahren gegen den NPD-Stadtvertreter wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen: So soll er auf einer Internetplattform Aufnäher und Anstecker mit Parteiabzeichen, Hakenkreuzen und SS-Runen angeboten haben.
Zu einer Geldstrafe in Höhe von 660 Euro ist Deichen Anfang 2007 als Verantwortlicher der Internetseite der NPD Ostvorpommern verurteilt worden. Von der Parteiseite ist auf eine andere Internetseite verwiesen worden, auf der der Holocaust geleugnet wurde.





