Samstag, den 13. März 2010 um 15:46 Uhr

"Freiheit statt BRD" - Nationale Szene ruft zur Mai-Demonstration nach Rostock

Verfasst von Mathias Brodkorb
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Mit dem 1. Mai 2006 hatte sich die NPD in Rostock mittels bundesweiter Großdemonstration auf den Einzug in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern vorbereitet. Während der "Kampf um die Straße" jedoch in den letzten Jahren vom "Kampf um die Parlamente" regelrecht geschluckt wurde, küsst die hiesige rechtsextreme Szene nun die Demonstrationsgeister wieder wach.
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Man wird diesen Vorgang wohl als das werten dürfen, was er ist: Während die Mitgliedszahlen der rechtsextremen NPD seit Jahren stagnieren und ein Großteil der politischen Aktivitäten durch das parlamentarische System absorbiert wird, wird es nun langsam wieder Zeit, sich auf den Landtagswahlkampf des Jahres 2011 vorzubereiten. Denn der Wiedereinzug in das Parlament ist nach dem deutlichen Rückgang an Zustimmung bei den Landtagswahlen in Sachsen sowie einer veränderten Gesamtsituation für die Rechtsextremisten alles andere als eine Selbstverständlichkeit.

Während die demokratischen Parteien ihre Themen und Anliegen zumindest zum Teil über die Kanäle der Medien verbreiten können, ist die rechtsextreme NPD in besonderer Weise auf eine aktive Basis angewiesen. Und diese soll nun wohl mit einer Demonstration aus dem aktionistischen Winterschlaf gerissen werden. Jedenfalls verbreiten derzeit verschiedene regionale rechtsextreme Medien Informationen über eine Demonstration am 1. Mai 2010, die unter dem Aufruf "Freiheit statt BRD" stattfinden und an besagtem Tage um 11 Uhr am S-Bahnhof Lütten-Klein in Rostock starten soll.

Die "nationalen Sozialisten" wollen mit dieser Demonstration, heißt es in einem Aufruf, "auf die gravierenden Fehler des kapitalistischen Systems" aufmerksam machen. Denn: "Zwanzig Jahre sind zuviel". Statt der Fortsetzung der bestehenden Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung wird ein "nationalistischer" und "sozialistischer" Staat gefordert, in dem sowohl das Recht auf Arbeit besteht wie die Pflicht dazu. Denn nur die Arbeit forme "den Menschen und seinen Charakter" und mache "ihn so erst zu einem schaffenden Teil der Gemeinschaft", werden Anleihen bei traditionell nationalsozialistischem Gedankengut genommen. Auch der "ewige Krieg zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern" muss nach Ansicht der Organisatoren der Demonstration beendet werden.

Die Demonstration ist dabei keinesfalls die einzige aktuell betriebene Maßnahme der hiesigen Neonaziszene zur Wiederbelebung ihrer Kampagnenfähigkeit. Jüngst wurde auch der bereits seit Jahren im Aufbau befindliche Informationsdienst "Bote" um Regionalausgaben für Demmin und Rostock erweitert.
Mathias Brodkorb

Mathias Brodkorb

Mitglied des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern für die SPD, Gräzist und Philosoph, Mitbegründer von www.endstation-rechts.de

Website: www.endstation-rechts.de

1 Kommentar

  • Kommentar Link L.B. Samstag, den 13. März 2010 um 19:36 Uhr veröffentlicht von L.B.

    Die "Lösungsvorschläge", die von der NPD Meck.-Pom. für die "Überwindung des Systems" genannt werden (http://www.npd-mv.de/index.php?com=maintopic&id=25&mid=1) - so platt und einfältig sie auch klingen mögen, laufen auf eine ziemlich bizarre Mischung aus Mussolinis faschistischem Staat, NS-Deutschland und der DDR hinaus: Ein bissschen Korporatimus hier, ein völkisch und nationalistisch orientierter Staatsgedanke da und dazu eine Prise altkommunistischem Vokabulars. Und das nennt man dann "Freiheit".

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