Freitag, den 12. März 2010 um 14:00 Uhr

1. Mai in Berlin: drei rechtsextreme Demos - Ausschreitungen erwartet

Verfasst von Oliver Cruzcampo
demoEine Kundgebung zum 1. Mai reicht der Neonazi-Szene in diesem Jahr offenbar nicht aus. Laut Polizei sind bereits drei Demonstrationen in Berlin für den diesjährigen Tag der Arbeit angemeldet - eine vom NPD-Landesverband, zwei weitere von Privatpersonen. Denen stehen 18 Gegenkundgebungen gegenüber.
reloaded

Laut Innensenator Ehrhart Körting (SPD) plant die NPD eine Demonstration oder Kundgebung am Mandrellaplatz in Köpenick. Eine zweite Demonstration sei von den sogenannten „freien Kräften des nationalen Widerstands“ geplant, die aus den mittlerweile zum Großteil verbotenen Kameradschaften hervorgegangen sind. Über den Anmelder der dritten Demo ist bisher nichts bekannt. Körting rechnet mit vielen Gegendemonstranten und befürchtet zudem Ausschreitungen von gewaltbereiten Demonstranten: „Bei rechtsextremistischen Veranstaltungen haben wir immer das Risiko der Eskalation“, so der Innensenator.

Einem Bericht der „taz“ zufolge lässt sich eine Konkurrenz zwischen parteigebundenen Rechtsextremisten und autonomen Nationalisten aus den zeitgleich geplanten Demos nicht ablesen. NPD und „freie Kräfte“ würden sogar eng zusammen arbeiten. Der Exkameradschaftler Sebastian Schmidtke ist seit Anfang Februar stellvertretender Landesvorsitzender der NPD. Die Demonstration seiner „freien Kräfte“ werde nun auch vom NPD-Landesverband sowie von der NPD-Jugend unterstützt.

Ohne weiteres werden die Nazis am 1. Mai nicht durch die Stadt demonstrieren können. Obwohl die Routen noch nicht feststehen, wurden laut Polizei von SPD, Grünen, Linken und Einzelpersonen insgesamt schon 18 Gegenkundgebungen angemeldet. Laut „Welt“ gibt es insgesamt bereits rund 27 Veranstaltungen an dem Tag. Auch die Antifa bereitet sich vor. Tim Laumeyer, Sprecher der Antifaschistischen Linken Berlin, vermutet, dass die „freien Kräfte“ durch Mitte oder Prenzlauer Berg ziehen wollen. Für den Gegenprotest habe ein Bündnis bereits ein klares Ziel verabredet, sagte Laumeyer: „Blockieren!“

Möglicherweise versuchen die Rechtsextremisten auch aus den Geschehnissen in Dresden zu lernen. Dort gab es nur einen angemeldeten Aufmarsch, wodurch sich die Gegendemonstranten gut darauf vorbereiten konnten und die Blockaden letztendlich erfolgreich waren. Aus dem Marsch wurde nichts. Der Versuch, alle drei Märsche zu blockieren, dürfte wesentlich schwerer umzusetzen zu sein.

Nicht nur in Berlin haben Rechtsextremisten für den Tag der Arbeit Demonstrationen beziehungsweise Kundgebungen angemeldet. In den ostdeutschen Bundesländern wollen sie in Erfurt und Zwickau marschieren. Zudem soll es eine Veranstaltung in den bayerischen Städten Schweinfurt und Würzburg geben. Ein in Nürnberg/Fürth geplanter Aufmarsch wird hingegen nicht stattfinden. Es soll Reibereien innerhalb der Bayern-NPD geben, was wohl zu der Absage der Veranstaltung führte. Zudem rufen sie dort Gleichgesinnte dazu auf, nach Zwickau bzw. Erfurt zu fahren, anstatt die näher liegenden Aufmärsche in Bayern zu unterstützen.

1 Kommentar

  • Kommentar Link Paul.Pa Sonntag, den 14. März 2010 um 14:56 Uhr veröffentlicht von Paul.Pa

    Seit Jahren kommen die Ausschreitungen zum 1.Mai mit z.T. hunderten verletzter Polizisten aber eher vom linken politischen Spektrum. Oder sollte ich mich irren und die Berichte der Medien falsch verstanden haben?

    Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Kommentar hinzufügen


Nachrichten

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5

Nach Bundesländern

Thueringen Schleswig-Holstein Sachsen-Anhalt Sachsen Saarland Rheinland-Pfalz Nordrhein-Westfalen Mecklenburg-Vorpommern Hessen Hamburg Bremen Berlin Bayern Baden-Wuertemberg Niedersachsen Brandenburg
buy cheap software