90. Landtagssitzung – NPD fordert Gleichstellung von Müttern mit Prostituierten
Verfasst von Robert Scholz-
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Wenn die demokratischen Fraktionen einen gemeinsamen Antrag zur Gleichberechtigung von Frau und Mann einbringen, dann ist der Widerspruch der NPD sicher. Die NPD blieb ihrer Protesthaltung treu und verstieg sich zu der Forderung nach Gleichstellung von Prostituierten und Müttern.
Die parlamentarische Staatssekretärin Margret Seemann (SPD), die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Landesregierung, zog zunächst eine positive Bilanz in der Gleichstellungspolitik. So belege M-V im Bundesvergleich Spitzenpositionen was den Frauenanteil in Spitzenpositionen betrifft. Den absoluten Spitzenplatz nehme das Bundesland bei der Erwerbstätigkeit der Frauen mit Kindern unter drei Jahren ein – 40 Prozent dieser Frauen arbeiten.
Die Statistiken würden allerdings auch eine Handlungsaufforderung sein. So wird in dem gemeinsamen Antrag der Fraktionen von CDU, SPD, Linkspartei und FDP gefordert, eine Studie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds in Auftrag zu geben, die untersuchen soll, welche Hemmnisse insbesondere für junge Mütter und junge Väter bestehen, um gleichberechtigt am Erwerbsleben teilzuhaben und einer existenzsichernden Beschäftigung nachzugehen.
Als einzige Fraktion widersprach die NPD diesem Antrag. In Person von Stefan Köster, der auch schon mal für eine „handfeste Frauenpolitik“ einsteht, bezeichnete sie die Gleichstellung von Frau und Mann als „viel heiße Luft“. Köster zielte als Höhepunkt seiner "Argumentation" auf die Gleichstellung von Prostituierten und Müttern ab, indem er einerseits erklärte, dass die „Tätigkeit einer Prostituierten seit Jahren anerkannt“ sei und andererseits fragte, „wann dies auch bei der Tätigkeit der Mütter der Fall sein“ werde? Köster wollte damit seine Forderung nach einem Müttergehalt unterstreichen, für das er aber auch dieses Mal keinen Vorschlag zur Finanzierung vorlegen konnte. (zum Video)
Die parlamentarische Staatssekretärin wies den Redebeitrag Kösters so auch zurück: „Junge Frauen wollen ihren qualifikatorischen Vorsprung nutzen“ und sich nicht der „kruden Mutterkreuzideologie der NPD“ unterwerfen.
Das Letzte
Der NPD-Fraktionsvorsitzende Udo Pastörs ist bereits ohne Rederecht. Schon im ersten Tagesordnungspunkt, der aktuellen Stunde, sammelte er zwei Ordnungsrufe und wurde verwarnt. In der Debatte um den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan (TOP 9) war dann endgültig Schluss. Stefan Köster erhielt einen Ordnungsruf, als er die SPD-Abgeordnete Margret Seemann in der Gender-Debatte niederschrie. Nach dem Wortentzug des NPD-Abgeordneten Pastörs zog die gesamte Fraktion aus dem Landtag aus. Gino Leonhard (FDP) erhielt ebenfalls einen Ordnungsruf.
6 Kommentare
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Mittwoch, den 10. März 2010 um 17:36 Uhr
veröffentlicht von dorr Olli
.. und ich dachte schon sonst was, als ich die Überschrift laß.
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Na dann ist ja alles klar.. bei euch ja manchmal schwer zu erkennen wann ihr versucht seriöse Artikel rauszubringen und wann ihr euch einfach nur mal auf Kosten von den bösen Nazis lächerlich machen wollt.
(PS: Natürlich habe ich nun verstanden, daß Kösters natürlich NICHT die Gleichstellung von Mutter und Prostituierte forderte.. geschweige denn, die Wertigkeit beider "Tätigkeiten" gleichsetzt .. verrückt! ^^)
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Mittwoch, den 10. März 2010 um 18:06 Uhr
veröffentlicht von Robert
Köster fordert nichtsdestotrotz eine Gleichstellung in Hinsicht auf die Akzeptanz der Tätigkeit als Beschäftigung. Warum er sich dabei ausgerechnet Prostituierte gewählt hat und nicht jede andere "freiberufliche" Tätigkeit, das wird er wohl nur alleine wissen. Einigermaßen kurios ist das schon.
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Mittwoch, den 10. März 2010 um 21:56 Uhr
veröffentlicht von dorr Olli
@ Robert:
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So schwer ist das eigentlich nicht nachzuvollziehen.. es sei denn man versucht durch sein gespieltes Unverständnis dem einfachen Leser eine vermeintliche Dummheit Köster's zu suggerieren.
Der Vergleich bezog sich darauf, daß es logisch gesehen ein Unding ist, daß soetwas wie eine Prostituierte offiziell als berufliche Tätigkeit anerkannt wird.. aber die Aufgabe einer Mutter, die Erziehung des Kindes als eines der wichtigsten Tätigkeiten dieser Gesellschaft und im Leben eines jeden Menschen, nicht den gesellschaftlichen und vielleicht auch beruflichen Wert erhält den es verdient.
Köster's hat also nicht Mutter und Prostituierte verglichen bzw auf eine Stufe gestellt, sondern den Wahnwitz der gegenwärtigen Situation beispielshaft dargestellt.
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Mittwoch, den 10. März 2010 um 23:09 Uhr
veröffentlicht von Birgit Kramp
Sehr geehrter Herr Köster,
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ich weiß nicht wie viele Kinder Sie haben, aber ich bin Mutter von drei Kindern und habe es immer allein geschafft, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Wann lernt die NPD eigentlich, dass Mütter in diesem Land überhaupt keinen Wert darauf legen, dass ein verurteilter Frauenschläger sich vermeintlich für ihre "Sorgen" stark macht.
Meine Oma hat während des dritten Reiches vier Kinder allein durch diesen erbarmungslosen Krieg gebracht, ohne denn Mann, denn sie über alles liebte an ihrer Seite zu wissen. Und wissen Sie warum? Weil er den Nazis widersprochen hat und deshalb von ihnen erschossen wurde, noch bevor mein Vater das Licht der Welt erblicken konnte. Sie hatte bereits ihren ersten Mann verloren und mit dem zweiten Mann, dem Vater meines Vaters, doch noch ein Glück für sich und ihre drei Kinder gefunden und auf ein besseres Leben gehofft. Sie konnte diese große Liebe nicht mehr heiraten, weil die Nazis keinen Widerspruch geduldet haben, statt dessen haben sie meiner Oma angeboten, am Grab während der Beerdigung die Ehe zu schließen, damit mein Vater nicht unehelich zur Welt kommen muss. Meine Oma hat das abgelehnt, verständlicher Weise.
Auch von mir haben Sie und Ihre Partei nur Widerspruch zu erwarten und ich lege ebenso wenig Wert darauf, von Ihnen oder Ihren Parteigenossen "vertreten" zu werden, wie meine Oma keinen Wert auf den Zuspruch der Nazis gelegt hat. Das lieber Herr Köster ist die Wahrheit, der Sie einmal ins Auge sehen sollten. Und fangen Sie bloß nicht wieder an von den "Ungerechtigkeiten" in der ehemaligen DDR zu reden, denn die waren auch eine Folge der Naziherrschaft und des zweiten Weltkrieges.
Sie müssen nicht für uns Mütter sprechen, denn wir haben selber einen Mund und Mut genug diesen auch zu benutzen, verlassen Sie sich drauf! Da helfen Ihnen auch keine Schlägertrupps, die haben den Nazis damals am Ende auch nicht wirklich geholfen, denken Sie mal drüber nach und lassen Sie uns Mütter gefälligst aus Ihren hirnverbrannten Ideen raus. Wir haben eigene Ideen und sowohl das Wissen als auch die Fähigkeiten, diese in die Tat umzusetzen, was man von Ihnen und der NPD nicht behaupten kann. Sie haben nichts, absolut gar nichts was wir Mütter gern hätten, also lassen Sie uns endlich in Ruhe!
Freundliche Grüße,
Birgit Kramp
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Donnerstag, den 11. März 2010 um 10:36 Uhr
veröffentlicht von Robert
@ dorr Olli
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Es gibt doch nur zwei Interpretationen: 1. Die Tätigkeit von Prostituierten soll nicht anerkannt sein, weil es die Tätigkeit von Müttern auch nicht ist. oder
2. Die Tätigkeit von Müttern soll als Tätigkeit anerkannt werden, weil es die Tätigkeit von Prostituierten auch ist.
Beides läuft auf die Forderung nach einer Gleichstellung hinaus. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Wenn sie das als "vermeintliche Dummheit" Kösters interpretieren, will ich ihnen nicht widersprechen.
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Donnerstag, den 11. März 2010 um 14:43 Uhr
veröffentlicht von Birgit Kramp
"Der Vergleich bezog sich darauf, daß es logisch gesehen ein Unding ist, daß soetwas wie eine Prostituierte offiziell als berufliche Tätigkeit anerkannt wird.. aber die Aufgabe einer Mutter, die Erziehung des Kindes als eines der wichtigsten Tätigkeiten dieser Gesellschaft und im Leben eines jeden Menschen, nicht den gesellschaftlichen und vielleicht auch beruflichen Wert erhält den es verdient."
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Eine Diskussion darüber, dass Mütter mehr Anerkennung finden sollten, oder man Müttern ein Gehalt zahlen sollte, die gab es schon als ich knapp 10 Jahre alt gewesen bin. Es ging damals und es geht auch heute nicht darum ob Mütter besser oder schlechter gestellt sind, als andere Menschen in der Gesellschaft, sondern es geht um mehr Gleichstellung zwischen Mann und Frau. Um echte Chancengleichheit. Es geht im Kern darum dass Männer von ihren Vorstellungen in der Rolle als Mann "mehr" zu sagen zu haben zugunsten der Frauen etwas Abstand nehmen, also dass sie Frauen freiwillig ein wenig mehr als gleichwertige Partnerin und weniger als "Untergebene oder Erziehungsbedürftige" betrachten.
Ich möchte mich von dieser Thematik nicht durch Herrn Köster ablenken lassen, denn ich empfinde seinen Vergleich als bodenlose Anmaßung und ein plumpes Ablenkungsmanöver. In diesem Fall kann mich nur den Worten von Herrn Scholz anschließen: Ein solcher Vergleich ist eine "Dummheit", weil er die Wirklichkeit verkennt, alles wieder einmal versucht auf Teelöffelgröße zu reduzieren und weil Herr Köster weder die Mütter noch die Prostituierten (die übrigens auch selber Mütter sein können) überhaupt zu Wort kommen lassen würde, sondern ganz im NPD Stil versucht mal eben für alle Mütter der Bundesrepublik Deutschland "zu denken". Typisch NPD eben: blanker Unfug, einfach nur pure Diskriminierung!
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