Dienstag, den 09. März 2010 um 18:00 Uhr

Interview in der National-Zeitung – NPD freut sich über Pressepolitik der CDU-Fraktion in Sachsen

Verfasst von Robert Scholz
National-Zeitung
Dirk Reelfs ist der Pressesprecher der CDU-Fraktion in Sachsen und über seine Auskunftsfreudigkeit freut sich zurzeit auch die NPD. Der Grund: Reelfs beantwortete der rechtsextremen National-Zeitung des ehemaligen DVU-Patriarchen Gerhard Frey zwei Anfragen. Die NPD unkt nun, Reelfs unterstütze die Redaktion bei einer „publizistischen Darstellung auf Augenhöhe“. Der Pressesprecher weist dies gegenüber ENDSTATION RECHTS. zurück, er stufe lediglich das Recht der Presse auf Information sehr hoch ein.
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Inhaltlich ist das Interview mit Reelfs, das in der aktuellen Ausgabe der National-Zeitung auf Seite 9 erschienen ist, weniger interessant als dessen Ort. Denn als größte wöchentlich erscheinende Publikation des deutschen Rechtsextremismus genießt das Frey-Blatt einen zweifelhaften Ruf.  Das wusste auch der Pressesprecher der CDU-Fraktion im sächsischen Landtag. Man habe aber eben auch mit „Medien zu sprechen, die man verachtet“, so Reelfs auf Anfrage von ENDSTATION RECHTS..

Der Pressesprecher mit langjähriger Berufserfahrung zeigte sich allerdings auch überrascht, dass die National-Zeitung aus zwei von ihm beantworteten Anfragen gleich ein ganzes Interview gemacht hat. „Das war mir nicht klar“, so Reelfs. Der Umgang mit den Anfragen sei ein „Abwägungsprozess“ gewesen, erläutert Reelfs, dabei habe er das „Recht der Presse auf Information“ so hoch eingestuft, dass er sie letztlich beantwortet habe. Als Pressesprecher sei er mithin kein Politiker.

In den anderen Fraktionen des sächsischen Landtags scheint das Recht der Presse auf Information hingegen anders eingestuft worden zu sein, denn neben Reelfs kommt nur noch der NPD-Fraktionsvorsitzende Holger Apfel zu Wort. Dabei will die National-Zeitung nach eigenen Angaben alle „Fraktionen der im sächsischen Landtag vertretenen Parteien befragt“ haben. 

Nicht uninteressant, dass es ausgerechnet die NPD war, die auf das „Interview“ Reelfs' hinwies. In einer Presseerklärung fragte Apfel: „Neue Pressepolitik der CDU-Fraktion?“ und nannte es „erfreulich, daß bei der CDU-Fraktion offenbar keine Scheuklappen mehr existieren, wenn von der Redaktion einer ausgesprochen nationalen Wochenzeitung wie der ‚National-Zeitung’ Anfragen gestellt werden.“

Letztlich gewinnt man so den Eindruck, als suchte die NPD hier gezielt einen Eklat, den sie anschließend wieder bedauern kann.

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