Dienstag, den 09. März 2010 um 12:16 Uhr
"Volksaufklärung" – Birger Lüssow (NPD) verantwortet „Rostocker Boten“
Verfasst von Robert Scholz-
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Bereits seit dem Jahr 2004 bringt der Verein „Initiative für Volksaufklärung“ unter wesentlicher Beteiligung des NPD-Wahlkreismitarbeiters Enrico Hamisch im Osten Mecklenburg-Vorpommerns "Boten" zur Massenagitation und -propaganda heraus. Nun soll es erstmals auch einen „Boten“ in Rostock geben. Als Presserechtsverantwortlicher tritt der NPD-Landtagsabgeordnete Birger Lüssow auf.
Pünktlich zum Weihnachtsfest des Jahres 2004 erschien die erste Ausgabe des "Inselboten". Seinerzeit begann der 1974 geborene Koch und Konditor Hamisch, ausgehend von seinem Wohnort Bansin auf Usedom, Schritt für Schritt ein Netz kostenloser Informationsblätter mit kommunalem Bezug auf die Beine zu stellen. Es gab Ableger des „Inselboten“ für Uecker-Randow, Anklam, Greifswald, Stralsund und Lassan.
Mitte Februar gab es erstmals auch einen „Demminer-Boten“ und in Rostock stellte Hamisch am vergangenen Freitag in seinem Vortrag „Weg, Kampf und Wirkung“ das jüngste Propagandawerk, den „Rostocker Boten“ vor. Er soll „qualitativ eine Besonderheit“ sein, da er der erste Regionalbote sei, der in „Vollfarbe“ erscheint. Eine flächendeckende Verteilung werde man in Rostock nicht leisten können, gesteht man ein. Nichtsdestotrotz formulieren die Macher das Ziel, „das etablierte Zeitungskartell um eine unabhängige und nicht käufliche Stimme zu erweitern“ (!). Nicht käuflich stimmt nicht ganz, für fünf Euro könne man sich alle Ausgaben eines Jahres sichern. Der Gewinn soll in die Auflagensteigerung investiert werden.
Inhaltlich kommt das Blatt mit seinen vier Seiten recht mager daher. In den namentlich nicht gekennzeichneten Beiträgen wird der Regierung Versagen beim Umgang mit der Werftenkrise vorgeworfen, vor türkischen Birnen gewarnt, der Aufstand gegen die „Diktatur der Demokraten“ und die „Hartz IV-Erpressung“ gefordert, die Umbenennung des Ostseestadions kritisiert und Zuwanderung sowie Programme für Demokratie und Toleranz als Kostenfallen bezeichnet. Eine Hartz-IV-Sprechstunde wird ausnahmsweise nicht in dem neuen „Boten“ angekündigt. Vielleicht auch nicht das Fachgebiet Lüssows. Aber wie wäre es denn ersatzweise mit einer Stilberatung?
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