Donnerstag, den 04. März 2010 um 15:48 Uhr

„Dickkoepp“ bekommt Gesellschaft: Neuer „Thor Steinar“-Laden in Rostock

Verfasst von Oliver Cruzcampo
haugesundRostock hat einen neuen „Thor Steinar“-Laden: Bereits vor zwei Wochen eröffnete das „Haugésund“ im Stadtteil Dierkow seine Pforten. NPD-Landtagsabgeordneter Birger Lüssow, der sich in der Rostocker Innenstadt mit seinem Szeneladen den selben Kundenkreis ansprechen dürfte, wird von der Neueröffnung sicher kaum begeistert sein.
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Der Laden im Kurt-Schumacher-Ring befindet sich in einem leicht marode wirkenden Flachbau zusammen mit „Ute‘s Bierstube“ und der Videothek „Movie Star“. Die Tür ist zu, nur wer klingelt, wird eingelassen und in den Laden in der oberen Etage geführt. Hier wird das komplette Thor-Steinar-Sortiment angeboten, wohl sortiert in Regalen und auf Tischen, berichtet die „Ostsee-Zeitung“(OZ).

Eine Verkäuferin fragt nach den Wünschen der Kunden. Für Informationen zum Laden ist der Chef zuständig, doch der habe laut OZ gegenüber der Presse keinen Gesprächsbedarf, weist die für ihn ungebetenen Gäste zur Tür.

Der Besitzer des Objektes soll froh gewesen sein, die Räume wieder vermieten zu können. Erst vor eineinhalb Jahren hat der Rostocker das Haus vom Rostock „TLG“-Immobilienunternehmen erworben. Die freien Verkaufsflächen habe er im Internet ausgeschrieben. „Diese Textilfirma hat sich gemeldet, ihr Modelabel beschrieben, mir eine Gewerbegenehmigung vorgelegt“, berichtet er. Erst nach der Eröffnung am 18. Februar sei ihm aufgegangen, dass Thor Steinar eindeutig rechter Lifestyle sei. „Ich möchte mit der rechten Szene nichts zu tun haben“, betont der Geschäftsmann. „Mit jetzigem Wissen hätte ich anders gehandelt, aber nun bin ich an den Mietvertrag gebunden.“

„Es ist eine sehr unangenehme Zeiterscheinung“, kommentiert SPD-Landtagsabgeordneter Mathias Brodkorb den neuen Laden in Dierkow. „Wir haben Gewerbefreiheit in Deutschland und können in diesem Fall nur erneut aufklären, dass mit dem Verkauf dieser Sachen die rechte Szene mitfinanziert wird.“ Brodkorb will sich nun mit Schulen in Dierkow und Toitenwinkel in Verbindung setzen, um über die Marke Thor Steinar aufzuklären.

Bleibt abzuwarten, wie Birger Lüssow, Betreiber des Szeneladens „Dickkoepp“ auf die neue entstandene Konkurrenz reagiert. Gibt er womöglich auf? Zumindest der digitale Verkauf ist bereits zum Erliegen gekommen: Auf der Internetseite des „Dickkoepp“ gibt es keine Möglichkeit mehr, sich mit „Thor Steinar“ & Co. einzudecken.

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