Um so kurioser mutet allerdings die Tatsache an, dass ausgerechnet der Historiker Prof. Dr. Michael Wolffsohn von der Bundeswehruniversität München in einem Interview zu Wort kommt. Wolffsohn war nämlich, offenbar ohne sein Wissen, im Jahr 1991 einmal zu der Ehre gekommen, mit einem Interview in der JF vertreten zu sein. Seinerzeit argumentierte der in Tel Aviv geborene Wolffsohn für eine wehrhafte Bundeswehr und gegen den "amtlich verordnete(n) und geschützte(n) Philosemitismus" in Deutschland.
Als die JF mit ihm allerdings auch noch Werbebroschüren verzierte, wurde es Wolffsohn zu bunt. "Wir hatten ihn in einer Imagebroschüre als Interviewpartner erwähnt. Er hat uns die Verbreitung anwaltlich/gerichtlich untersagen lassen", so JF-Chefredakteur Dieter Stein. Dies hatte offenbar den Hintergrund, dass Wolffsohns Interviewpartner diesen im Unklaren darüber ließ, in welcher Zeitung das Interview abgedruckt würde. Mit ihm sprachen seinerzeit ausgerechnet Ulrich Fröschle und Michael Paulwitz.
Und so entsteht die kuriose Situation, dass selbst Deutschlands konservative Rechte mit dem neuen Schmuddelkind "Zuerst!" nichts zu tun haben will, während Wolffsohn, der seinerseits mit der JF nichts zu tun haben wollte, in der aktuellen Ausgabe munter über die DDR plaudert. Hat Wolffsohn auch diesmal nicht gefragt? Wir wissen es nicht. (NACHTRAG: Wir wissen es nun doch.)
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