Samstag, den 30. Januar 2010 um 07:41 Uhr

Von "Singularität" und "Judenhass": In der Sparring-Arena von Henryk M. Broder

Verfasst von Mathias Brodkorb
henryk_m_broderKennen Sie Broders "Sparring-Arena"? Da darf man Fragen stellen und wird dann zünftig rhetorisch verdroschen. Ich fragte Broder nichts, sondern er mich. Veröffentlicht hat er ihn trotzdem, diesen nicht zur Veröffentlichung angezeigten Kontakt - und natürlich, um mich zu verdreschen. Aber selber schuld, man hätte es ahnen müssen.
reloaded

Worum geht's? Broder hatte, nicht zum ersten Mal, den Antisemitismusforscher Benz hart attackiert. Er warf ihm, weil er Strukturähnlichkeiten zwischen Antisemitismus und Antiislamismus betonte, einen "Paradigmenwechsel" vor. Was dieser "Paradigmenwechsel" genau sein soll, von welchem Paradigma zu welchem da gewechselt wird, sagte Broder allerdings nicht. Man muss ihn sich erschließen. Z.B über folgende Aussage: "Praktisch läuft der Vergleich – ausgesprochen oder insinuiert – darauf hinaus, dass die Moslems die Juden von heute sind und die so genannte Islamophobie 'strukturell' dem Antisemitismus verwandt ist. Was auch nicht ganz falsch ist, wenn man bedenkt, dass ein Nilpferd mit einem Menschen einiges gemeinsam hat: Es isst, schläft, verdaut und pflanzt sich heterosexuell fort."

Broder weist Benz' Vergleich damit als illegitim oder zumindest sachlich falsch zurück. Er sieht in genau dem Punkt, in dem Benz Ähnlichkeiten erblickt, fundamentale Unterschiede zwischen Antisemitismus und Antiislamismus. Ich habe mich daher zu der Interpretation hinreißen lassen, dass es in der Debatte am Ende um die Singularität der Shoah gehe: "Anders jedenfalls sind Broders Angriffe in der "Welt" kaum zu erklären. 'Praktisch läuft der Vergleich - ausgesprochen oder insinuiert - darauf hinaus, dass die Muslime die Juden von heute sind', wirft er Benz vor. Broder gibt damit zu erkennen, dass es ihm am Ende um nichts anderes geht als einen Sonderstatus für Auschwitz und dessen Opfer."

Broder fragte dann per mail, wo und wann er denn "einen sonderstatus für auschwitz gefordert bzw. die 'singularitätsthese' vertreten" hätte. In der entsprechenden Antwort wies ich darauf hin, dass meine Darstellung eine Interpretation sei, die ohne Zweifel zu so mancher Äußerung Broders aus der Vergangenheit in Konflikt steht. So zum Beispiel zum Text "Dem Uwe sein Holocaust oder: Die Singularität des Kretinismus". Broder schreibt dort unmissverständlich: "Nun kann man über die 'Singularität' von Auschwitz nachdenken, ohne gleich zum Revisionisten zu werden. Über eine Million Armenier, rund drei Millionen Kambodschaner, fast eine Million Ruander sind ja auch nicht bei Verkehrsunfällen oder beim Bungee-Jumping ums Leben gekommen. Warum deren Tod weniger 'singular' sein soll, ist eine Frage, die man stellen darf."

Und dennoch bleibt unklar, was Broder Benz eigentlich anderes als die Einebnung der Singularität vorwerfen will, wenn er - den von Benz unternommenen Vergleich zurückweisend - schreibt: "'Praktisch läuft der Vergleich - ausgesprochen oder insinuiert - darauf hinaus, dass die Muslime die Juden von heute sind'". Meine einzige Frage an Broder war daher: "Was sonst soll der 'Paradigmenwechsel' bedeuten?" Ich konnte mir das nur so erklären, dass - für Broder - mit einem Vergleich zwischen Antisemitismus und Antiislamismus der singuläre Status der Shoah in Frage gestellt und so ein Wechsel vom Singularitätsparadigma zum Pluralitätsparadigma der Barbarei vollzogen wird - eine Perspektive, die sich immerhin auf die "Kritische Theorie" berufen könnte.

Und diese einzige Frage, die ich Broder tatsächlich gestellt habe, hat er nicht beantwortet, sondern sich sein Späßchen daraus gemacht: "ich will sie, weil sie aus der DDR kommen und sicher eine schwere und bananenlose kindheit hatten, nicht unnötig kränken. (...) während handwerker wie ich eher zu der ansicht neigen, die welt sei von philosophen wie ihnen schon genug verhunzt worden, jetzt komme es darauf an, sie wieder richtig zu beschreiben." Ein echter Broder eben. Das Angebot zu einem Interview lehnte er ebenso ab wie das einer argumentativen Erwiderung auf unserer Seite - was natürlich insofern bemerkenswert ist, als er einst selbst der rechten Jugendzeitschrift "Blaue Narzisse" (BN) ein Interview gegeben hatte, die von seinem Chefsekundaten Clemens Heni wohl - fälschlicherweise übrigens - in die rechtsextreme Ecke gestellt würde. Denn für Heni muss die gesamte "Neue Rechte", zu der zweifellos auch die "Blaue Narzisse" gehört, "von Auschwitz her" analysiert werden.

Und dennoch werde ich mich wohl korrigieren müssen - aber auch dies ist wieder nur eine Interpretation, weil die Frage danach, was denn nun dieser ominöse "Paradigmenwechsel" sei, welche zwei Paradigmen denn da im Widerstreite miteinander lägen, von Broder unbeantwortet blieb. Zu verdanken habe ich diesen Hinweis Prof. Micha Brumlik, den Broder in gleicher Sache bereits einmal ausschließlich ad hominem verspottet hatte. Brumlik jedenfalls verteidigte Benz' Thesen jüngst erneut in einem Interview mit dem Deutschland-Radio und führte eine neue Kategorie der Singularität ein. Er sprach aber nicht über die Singularität der Shoah, sondern über die des Judenhasses:
"Britta Bürger: Werden in dieser Debatte vor allem jüdische Empfindlichkeiten berührt?

Micha Brumlik: Da bin ich mir nicht so sicher. Es mag sein, dass es jüdische Vertreterinnen und Vertreter gibt, die der Meinung sind, dass Judenhass eine ganz einmalige Form vorurteilsbeladenen, fremdenfeindlichen Verhaltens ist - und das ist historisch insofern richtig, als bisher nur diese Vorurteilsstruktur zu den Gaskammern von Auschwitz und Treblinka geführt hat. Aber sozialpsychologisch und von der inneren Struktur solcher Ideologien her gibt es da doch viele Gemeinsamkeiten. Ich darf darauf hinweisen, dass dem Judentum im 19. Jahrhundert ganz ähnliche Vorurteile entgegenschlugen, dass es nämlich eine harte, kalte, auf Herrschaft und Rache gegründete Unterwerfungsreligion gewesen sei. Man könnte zeigen, dass die damalige sogenannte Kritik nicht zuletzt protestantischer Theologen am Judentum sich zum Teil bis aufs Wort mit dem schneidet, was man heute glaubt, über den Islam sagen zu können."
Und vielleicht ist das auch eher der Kern der Sache: Es geht in der Debatte gar nicht um die Singularität eines historischen Ereignisses, also der Shoah, sondern um die Singularität einer einzelnen Form von Menschenverachtung, nämlich des Judenhasses. Alles andere wäre nämlich so, als vergliche man die "Wehrmacht mit der Heilsarmee, einen Bikini mit einer Burka und die GEZ mit der Camorra." Was ist der Hass auf "den" Islam schon verglichen mit dem Antisemitismus? Und der Sonderstatus grüßt fröhlich durch die Hintertür...

Insofern muss ich Ihnen, Herr Broder, direkt dankbar für den Vorgang sein. Manchmal können also selbst herrschaftsfreie Diskurse, die gar keine sind, weil in Ihren Ausfällen Argumente keinen Platz haben, etwas bewirken. Die Stelle ist nun "korrigiert" und www.endstation-rechts.de bleibt Ihnen natürlich weiter gewogen. Denn wer Spaß daran hat, wenn Sie andere vermöbeln, kann sich nicht beschweren, wenn es einem selbst passiert. Nur Argumente wären dabei nicht schlecht - wenigstens ab und zu.
Mathias Brodkorb

Mathias Brodkorb

Mitglied des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern für die SPD, Gräzist und Philosoph, Mitbegründer von www.endstation-rechts.de

Website: www.endstation-rechts.de

23 Kommentare

  • Kommentar Link normaler_bürger Samstag, den 30. Januar 2010 um 12:04 Uhr veröffentlicht von normaler_bürger

    "Denn wer Spaß daran hat, wenn Sie andere vermöbeln, kann sich nicht beschweren, wenn es einem selbst passiert."

    Starke Haltung!

    Als mögliche Anregung (denn man weiß ja nie, wann die Wahrnehmung eines anderen Menschen einen das nächste Mal kalt erwischt ;-) ) möchte ich folgenden Gedanken einfach mal unkommentiert in den Raum stellen. (Ist nicht neu, aber diese Formulierung kannte ich vorher so auch noch nicht).

    Nicht jedes "Feedback" über die eigene Person muss man auch annehmen. Man könnte es ähnlich handhaben wie beim Essen, man probiert (prüft) es und wenn man dabei zu der Überzeugung gelangt, dass es wirklich überhaupt nicht auf einen zutrifft, dann lehnt man es einfach ab. Denn man würde - um bei dem Vergleich zu bleiben - verdorbenes Essen ja auch wieder ausspucken.

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  • Kommentar Link Günter Samstag, den 30. Januar 2010 um 13:11 Uhr veröffentlicht von Günter

    Der Streit ob Auschwitz ein singuläres Ereignis ist wird immer nur von Antisemiten vom Zaun gebrochen. Es ist und bleibt so, wer einen Vergleich mit Auschwitz oder dem Antisemitismus übt hat nichts anderes im Sinn als Auschwitz und den Antisemitismus zu relativieren. Allgemein gesprochen ist ein Vergleich immer eine Relativierung. Man betrachtet des eine relativ zu dem anderen. Der interessierte Leser möge das hier verinnerlichen: http://www.deathcamps.org/belzec/gerstein_de.html
    Und dann vergleicht mal schön weiter……..

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  • Kommentar Link L.B. Samstag, den 30. Januar 2010 um 19:12 Uhr veröffentlicht von L.B.

    Ist ja wirklich ulkig, dass Äitsch. Ämm. Broder einen nicht zur Veröffentlichung autorisierten Mail-Kontakt dennoch veröffentlich hat. Dies scheint die brodersche Masche der Selbsterheiterung zu sein. Es wäre ja nicht das erste mal. Nun, ja, was allerdings schade ist, ist, dass Herr Broder, der sich sonst so streitlustig gibt und ein unerschöpfliches Reservoir an Giftpfeilen unter dem eigenen Bett zu beherbergen scheint, sich so konsequent einem Interview mit ER oder gar einem Gastbeitrag entzieht - klar darf es das! -, gerade jetzt, nachdem Broder Wolfgang Benz und Micha Brumlik "rhetorisch verdroschen" hat, obwohl er zumindest den ersten gar nicht verstanden hat. Eigentlich sehr schade ... oder auch nicht, wenn man außer Giftpfeilen sonst nichts anzubieten hat.

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  • Kommentar Link Jürgen Schwab Sonntag, den 31. Januar 2010 um 11:03 Uhr veröffentlicht von Jürgen Schwab

    Der Holocaust war als Massenmord in seinem Ausmaß für die Juden singulär, Judenpogrome hatte es zuvor in vielen Ländern der Welt gegeben. Der Holocaust ist in dem nationalen kollektiven Bewußtsein von Juden einzigartig, dagegen sollte man auch nichts einzuwenden haben.
    Aber vielleicht gibt es auch andere Völker und Nationen, die - wie viele Juden auch - ihre eigene nationale Brille aufhaben, und Massenmorde, die andere ihren Vorfahren angetan haben, als singulär bewerten: also die Armenier gegenüber den Türken, die Tutsis gegenüber den Hutus, die Sudetendeutschen gegenüber den Tschechen, die Tibeter gegenüber den Chinesen, die Palästinenser gegenüber den Israelis, die lateinamerikanischen Indianernachfahren gegenüber den Spaniern, die Nachkommen von ...sklaven gegenüber europäisch stämmigen Amis, usw. usw. Nur Zionisten und Philosemiten kommen auf die abwegige Idee, es gäbe nur eine singuläre Singularität ...

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  • Kommentar Link moses p. Sonntag, den 31. Januar 2010 um 13:29 Uhr veröffentlicht von moses p.

    Mensch Kollege Brodkorb,

    jetzt bin ich aber enttäuscht. multipel enttäuscht.

    1. Ich finde, es liegt auf der Hand, warum Antisemitismus und Islamophobie nicht in eins zu setzen sind und deshalb Benz' Andeutungen m.E. wenig Sinn ergeben: Neben den anti-judaistischen sowie den biologistisch-rassistischen Spielarten des Antisemitismus ist er ja auch eine (falsche und gefährliche) Reaktion auf die Moderne. Der Versuch abstrakte und komplexe soziale, politische und vor allem ökonomische Prozesse zu vereinfachen und zu personalisieren. Erklären, warum der einzelne Bauer geringere Preise auf dem Markt erzielt - ganz klar - der Jude ist schuld. Eine solche Welterklärungs-Funktion kann ich in der Feindschaft gegen den Islam (und "Islamkritik") nicht erkennen.
    Es gibt sicher noch weitere Gründe, die Antisemitismus und Islamophobie unterscheiden. Zu denken ist an die Figur von Jüdinnen und Juden als "den Dritten" neben den bipolaren Konflikten zwischen Nationen. Dem Islam(ist) wird eine solche außenstehende Rolle nicht zugeschrieben, vielmehr wird er zum Universalgegner aufgebaut.

    Auch wenn ich Broder in dieser Sache, nämlich Ablehnung einer Gleichsetzung von Antisem und Islamophobie, Recht gebe, so bleibt doch eins zu sagen: Broder ist ein rechts-konservativer Hund. Das beweist nicht nur sein altes und leider wenig skandalisiertes Interview mit der "blauen Narzisse" sondern fast alles, was er den lieben langen Tag auf allen Kanälen absondern darf. Mit seiner "Kritik" am Islam (ein Haufen von Polemik und hinkender Vergleiche) arbeitet er daran, "den" Islam und Muslime als "unseren" Universalgegner aufzubauen. Vielleicht findet er ja dmenächst mit Brinkmann und PRO-Berlin eine politische Heimat. Ehrlich wäre es ja.

    Enttäuscht bin ich also zum zweiten Mal, Kollege Brodkorb, dass gerade an dieser Stelle Ihre sonst so spitze Feder plötzlich stumpf wird. Aber ich hätte es wissen können, dass Sie für Rechtskonservative mehr Faszination als Kritik übrig haben.

    Und drittens, lieber Kollege Brodkorb, hätte ich mir eine souveränere Antwort gewünscht auf Broders Arroganz, billige Herrschaftslust und Klischeeverklebtheit ("bananenlose Kindheit"). ...

    Naja, Kopf hoch. Wird schon wieder.

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  • Kommentar Link Mathias Brodkorb Sonntag, den 31. Januar 2010 um 16:02 Uhr veröffentlicht von Mathias Brodkorb

    @ moses p.

    "Ich finde, es liegt auf der Hand, warum Antisemitismus und Islamophobie nicht in eins zu setzen sind"

    Eben! Mich überrascht daher, dass Ihre Argumente so zentral an der Debatte vorbei segeln.

    Und was Broder angeht: Der richtet sich doch selbst, indem er zur Sache gar nichts zu sagen vermag. Nachtreten wäre da geradezu unritterlich...

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  • Kommentar Link Godot Sonntag, den 31. Januar 2010 um 16:09 Uhr veröffentlicht von Godot

    Der Antisemitismus Anfang des letzten Jahrhunderts war eine Reaktion auf die Moderne und den Nationalstaat, die Islamophobie ist eine Reaktion auf die Globalisierung und das vereinigte Europa. Das konnte man ausführlich schon 2007 in Matthias Bunzls Analyse "Anti-Semitism and Islamophobia: Hatreds Old and New in Europe" nachlesen. Dass es zwischen diesen beiden Formen von Fremdenfeindlichkeit viele Parallelen gibt, wurde seitdem von Benz, Brumlik, Schiffer und zahlreichen anderen Autoren überzeugend aufgezeigt. Man muss die dazu existierende Literatur nur zur Kenntnis nehmen.

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  • Kommentar Link Hans Molitor Sonntag, den 31. Januar 2010 um 16:28 Uhr veröffentlicht von Hans Molitor

    Wo sind die wahren Rechten:
    hier, getarnt als LINKE. Befreiung von Auschwitz und wie reagiert Sarah Wagenknecht?

    FAS schreibt aktuell:
    In dieser Woche ist Frau Wagenknecht demonstrativ sitzen geblieben, als Israels Staatspräsident den Bundestag besuchte. Das hat Abgeordnete ihrer eigenen Partei aufgebracht. "Wer am Tag der Befreiung von Auschwitz nicht willens ist, während der Gedenkstunde im Deutschen Bundestag dem israelischen Staatspräsidenten und Friedensnobelpreisträger Simon Peres den nötigen Respekt zu bezeugen, der ist für mich nicht wählbar", sagte der sächsische Bundestagsabgeordnete Michael Leutert der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Auch drei weitere Abgeordnete - Christine Buchholz, Sevim Dagdelen und Heike Hänsel - haben sich nicht für Peres erhoben - ein Zeichen, dass der Antizionismus in der Linkspartei alles andere als überwunden ist.

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  • Kommentar Link L.B. Sonntag, den 31. Januar 2010 um 16:38 Uhr veröffentlicht von L.B.

    "Und was Broder angeht: Der richtet sich doch selbst, indem er zur Sache gar nichts zu sagen vermag. Nachtreten wäre da geradezu unritterlich..."

    Ganz genauso ist es!

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  • Kommentar Link Philipp Sonntag, den 31. Januar 2010 um 20:25 Uhr veröffentlicht von Philipp

    Soweit ich das jetzt richtig verstanden habe ging es Broder um die Richtigstellung einer von Herr Brodkorb falsch wiedergegebenen Paraphrasierung. Was soll er sich zur Sache weiter äußern? Herr Brodkorbs gesamter Kommentar zeugt von einer Unfähigkeit einen Fehler zuzugeben, auch ziemlich unritterlich.

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  • Kommentar Link Mathias Brodkorb Sonntag, den 31. Januar 2010 um 21:27 Uhr veröffentlicht von Mathias Brodkorb

    @ Philipp: Aber den Unterschied zwischen einer Implikation und einer Explikation kennen Sie schon, oder?

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  • Kommentar Link Philipp Sonntag, den 31. Januar 2010 um 22:22 Uhr veröffentlicht von Philipp

    Gehn wir hier jetzt den Grundkurs wissenschaftliches Arbeiten durch?

    Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
  • Kommentar Link normaler_bürger Montag, den 01. Februar 2010 um 02:19 Uhr veröffentlicht von normaler_bürger

    "Herr Brodkorbs gesamter Kommentar zeugt von einer Unfähigkeit einen Fehler zuzugeben, auch ziemlich unritterlich."

    Na jetzt würden mich doch brennend mal zwei Dinge interessieren:

    1. Woher wissen Sie dass Herr Brodkorbs Ansicht ein "Fehler" ist?

    2. Folgende Zeilen sind für Sie eine "Richtigstellung" zu der sich Herr Broder nicht weiter geäußert hat??

    "ich will sie, weil sie aus der DDR kommen und sicher eine schwere und bananenlose kindheit hatten, nicht unnötig kränken. (...) während handwerker wie ich eher zu der ansicht neigen, die welt sei von philosophen wie ihnen schon genug verhunzt worden, jetzt komme es darauf an, sie wieder richtig zu beschreiben."

    Also entweder kann ich nicht lesen, oder ich bin nicht so ganz von diesem Stern, aber bei einer Richtigstellung von falschen Fakten wäre das wirklich das absolut erste Mal in meinem Leben (und ich bin inzwischen stolze 45 Jahre alt), dass man die Herkunft eines Menschen nicht nur explizit erwähnen, sondern dazu seine möglichen Lebensumstände obendrein auch noch verhöhnen muss. Zwei Geschwister meines Vaters haben mit ihren Familien in der ehemaligen DDR gelebt und ich habe als Teenager einmal für meine Cousinen und Cousins von meinem Geld (das wir umtauschen mussten) Bananen gekauft, weil sie sich das wirklich nicht hätten leisten können. Aber das ist kein Grund über Menschen zu lachen, sie herabzuwürdigen oder ihnen Unkenntnis zu unterstellen. Solche Sätze formuliert man meiner Erfahrung nach nur, wenn man das benötigt um sein eigenes Selbstwertgefühl aufzuwerten.

    Da sind mir 1.000 Fehler von Herrn Bordkorb lieber, als ein fehlerfreier Satz von Herrn Broder!

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  • Kommentar Link Lorie Montag, den 01. Februar 2010 um 12:20 Uhr veröffentlicht von Lorie

    @normaler bürger

    aber was nützen ihnen brodkorbs aussagen, wenn sie allesamt falsch sind?
    Bzw. was wollen sie mit eintausend irrtümern von herrm brodkorb anfangen? Anstatt die beleidigte Leberwurst zu spielen, können sie auch einfach mal den Wahrheitsgehalt der Aussagen prüfen und dann ihre Prioritäten für diesen oder jenen Autor festlegen. Das würde ihnen zumindest etwas bringen.

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  • Kommentar Link Daniel Leon Schikora Montag, den 01. Februar 2010 um 15:32 Uhr veröffentlicht von Daniel Leon Schikora

    Lieber Herr Brodkorb,

    "Und dennoch bleibt unklar, was Broder Benz eigentlich anderes als die Einebnung der Singularität vorwerfen will, wenn er - den von Benz unternommenen Vergleich zurückweisend - schreibt: ''."

    Völlig unabhängig von Broders Kritik an Benz' jüngsten geschichtspolitischen Vorstößen stellt die Zurückweisung der (Benz zu Recht oder zu Unrecht zugeschriebenen) Insinuation, die Muslime seien die Juden von heute, einen Konsens in einem 'islamisierungskritischen' Milieu dar, das euphemistisch als 'rechtspopulistisch' klassifiziert zu werden pflegt. Im Falle Hunderttausender von Anhängern 'rechtspopulistischer' Parteien und Organisationen koinzidiert die ABLEHNUNG geschichtsrevisionistischer islamisch-integristischer Opfer-Diskurse (Islamophobie = Antisemitismus) mit der ZUSTIMMUNG zu anderen geschichtsrevisionistischen Topoi, vor allem anti-linken (UdSSR = Hitler-Deutschland etc. pp.).

    Fazit: Die Gegnerschaft zu der Die-Muslime-sind-die-Juden-von-heute-Rhetorik der Verharmloser des politischen Islam muß jedenfalls nicht judäozentristisch motiviert sein, wie von Ihnen im Falle Broders insinuiert. Es gibt kein Junktim zwischen einer Problematisierung der 'Islamfeindlichkeit' als eines Analogons zum Antisemitismus einerseits und der Annahme einer Singularität der Shoah und/oder der Verteidigung irgendeines jüdischen 'Sonderstatus' andererseits.

    Da ich ausschließe, daß bei Ihnen etwa die islampolitischen Stellungnahmen Susanne Winters (FPÖ) oder Jean-Marie Le Pens (FN) im Verdacht stehen, einer Singularität der Shoah das Wort zu reden oder sich der Verteidigung eines 'Sonderstatus' von Juden resp. Opfern antisemitischer Verbrechen im öffentlichen Gedenken ihrer Länder verschrieben zu haben, wäre es interessant für mich zu erfahren, warum Sie im Hinblick auf Broders Äußerungen "kaum" andere Interpretationsmöglichkeiten sehen.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Daniel Schikora

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  • Kommentar Link WP Dienstag, den 02. Februar 2010 um 13:15 Uhr veröffentlicht von WP

    @Da sind mir 1.000 Fehler von Herrn Bordkorb lieber, als ein fehlerfreier Satz von Herrn Broder!

    Alles Geschmackssache! Für mich (und viele andere) ist ein fehlerfreier Satz Broders 1000mal amüsanter als ein Fehler Brodkorbs. Und weil das so ist, darf Broder sich überall medial verbreiten und Brodkorb nicht.

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  • Kommentar Link mehrdad beiramzadeh Dienstag, den 02. Februar 2010 um 13:33 Uhr veröffentlicht von mehrdad beiramzadeh

    es ist absurd, judenhass auch nur ansatzweise mit angst vor dem islam von heute zu vergleichen.

    bekloppte antisemiten aus der rechten., linken (ja, auch die gibt es) und islamischen ecke glauben an absurditäten wie die protokole der weisen von zion, brunnenvrgiftende juden, kinderblut trinkende juden....eben an dinge, die schlicht und einfach nichts mit der realität zutun haben.

    angst vor dem islam hingegen basiert auf 100%ig reale fakten und tatsachen wie:

    -überall in der ummah von indonesien bis marokko ist der austritt aus dem islam strafbar und vielfach auch mit dem tode zu bestrafen.

    -die islamische erklärung der menschenrechte von kairo, welches von alle 57 OIC staaten ratifiziert wurde, stellt quasi die universelle erklärung der menschenrechte unter der barbarischen scharia.

    -gigantische islamische parallelgesellschaften, wo weder die deutsche sprache, noch das deutsche recht vorhanden sind.

    -das scheitern der integration türkisch-arabische muslime in ganz europa.

    -die tatsache, dass minderheiten in der islamischen welt niergendwo auch nur ansatzweise die rechte haben, die die muslime hier haben.

    -moscheen als zentren von terror, gewalt und hetze. soweit ich weiss, wurde in keine synagoge in deutschland je ein terroranschlag geplant.

    -die absolute kritiklosigkeit des islam. selbstkritik ist ein fremdwort und unislamische kritiker werden mit todes-fatwahs und mord zum schweigen gebracht.

    -die tatsache, dass es sehr wohl liberale muslime gibt (der böse böse broder weist immer wieder darauf hin), aber keine einzige islamische rechtsschule, die auch nur ansatzweise mit unserem GG vereinbar wäre.

    all dies sind tatsachen und fakten im gegensatz zu den gierigen, kinderblut trinkenden und organklauenden juden, worauf sich der alte (nazis, muslime) und der neue (linke) judenhass bezieht.

    ich bitte um veröffentlichung dieses briefes. wie sagte eure päpstin einst?

    die freiheit ist immer die freiheit des andersdenkenden.

    grüsse,

    ein iraner (und kein glatze mit springerstiefeln)

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  • Kommentar Link test Dienstag, den 02. Februar 2010 um 18:50 Uhr veröffentlicht von test

    Alles Quatsch, was Broder und Benz sagen -- Zum Glück haben wir noch Ritter Runkel und seinen Leibknecht Martin, die uns von Burg Kubitschek aus die Welt erklären:

    "Die Behauptung, daß „Antisemitismus“ pauschal in den Bereich der Hirngespinste zu verweisen sei, also mit dem tatsächlichen Verhalten und den politischen Interessen von Juden nicht das geringste zu tun hätte, beleidigt die Intelligenz und die Erfahrung aufs schärfste und ist zudem eine schon peinlich durchsichtige Nebelkerze in eigener Sache."

    siehe: http://www.sezession.de/11330/broder-vs-benz.html

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  • Kommentar Link peeka Mittwoch, den 03. Februar 2010 um 00:31 Uhr veröffentlicht von peeka

    Heißt der kleine dicke Mann mit Hund (dkdMmH) jetzt eigentlich Broiler oder Broder?
    Jedenfalls muss man weder ihm noch seine Internetkampfdackelarmee und auch nicht den Großteil seiner Gegner mit der Verbissenheit betrachten.
    Warum M.Brodkorb nun darauf erspicht ist, dass dkdMmH hier ein Interview gibt, bleibt mir ein Rätsel, denn das wenige, das er zu sagen hat, hat er doch schon überall in wenigen Variationen verbreitet. Nicht umsonst wird er doch mit Dieter Bohlen verglichen.
    Biolek hat ihm vor Jahren einmal gut gekontert, als dkdMmH sich über die Anzugpreise von Gerhard Schröder echauffierte und meinte, ein einziger Anzug des Bundeskanzlers wäre teurer als seine ganze Garderobe.
    Biolek antwortete:"Nein, nein, so schäbig sehen Sie nun auch wieder nicht aus..."
    Hella von Sinnen, die mit in der Runde saß, mußte laut loslachen, und danach ging das Gespräch in geordneten Bahnen weiter...

    Zur Sache:
    Es handelt sich um einen Feuilleton-Streit, der ohne die Beteiligten dafür aber mit vielen Ideologen geführt wird. Das gab es bei deer radikalen Linken schon Anfang der 70er, als die Arbeiter doch aufgefordert wurden, endlich zu streiken und DKP zu wählen. Das passierte natürlich nicht von Arbeitern, sondern von linken Studenten, die das Innenleben einer Fabrik bestenfalls aus einem Ferienjob kannten. Ähnlich verhält es sich mit fast allen Islamkritikern: Sie kennen gar keine der "Kopftuchmädchen", denen sie zurufen:"Reißt das Herrschaftssymbol der Religion herunter!"
    Natürlich ist der Unterschied zu früheren Jahren der, dass es in der Bevölkerung eine Mehrheit gibt, dei Vorurteile gegen Fremde teilt. Und es gibt auch z.B. eine Präsentation (http://www.conceptwizard.com/ger/pipe_ger.html), die suggeriert, es gäbe so etwas wie eine islamisch-kommunistische Weltverschwörung.
    Aber alles in allem ist es eher schade, dass die an dem Diskurs Beteiligten sich nicht in einem Kinosaal treffen und beschimpfen. Man könnte sich Popcorn kaufen und den Konflikt durch ein paar Einwürfe am Kochen halten.

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  • Kommentar Link rleon Mittwoch, den 03. Februar 2010 um 01:26 Uhr veröffentlicht von rleon

    tja, herr b., sie haben sich mit broder eben ein bisschen überhoben. als selbsternannter philosoph und altphilologe als jemand decouvriert zu werden, der den unterschied zwischen interpretation und erfindung nicht kennt, das ist schon bitter. aber kein grund zum beleidigtsein. einfach den faschismus weiter bekämpfen, die linksreaktionären gutmenschen nehmen intellektuelle defizite nicht übel

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