Montag, den 25. Januar 2010 um 14:13 Uhr

Die "Kritische Theorie" frisst ihre Kinder - Antisemitismusforscher Wolfgang Benz ist plötzlich selbst ein Antisemit

Verfasst von Mathias Brodkorb
wolfgang_benzMan weiß kaum, was in Deutschland schlimmer ist: ob als Schwerverbrecher oder als Antisemit zu gelten. Letzteres ist nun ausgerechnet dem Leiter des "Zentrum für Antisemitismusforschung" (ZfA) der TU Berlin, Prof. Dr. Wolfgang Benz, geschehen. Bei genauerem Hinsehen erweist er sich jedoch lediglich als das konsequente Opfer der inneren Widersprüche der "Kritischen Theorie".
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Horkheimer und Adorno hatten bereits während des Zweiten Weltkriegs im Exil den "Fall Auschwitz" mit ihrem Hauptwerk "Dialektik der Aufklärung" (1944) aufgrund seiner historisch beispiellosen Ausmaße zum Zentrum ihres theoretischen Schaffens erhoben. Fortan galt beiden die Arbeit daran, dass "Auschwitz nicht noch einmal sei" (Adorno), als der kategorische Imperativ der postaufklärerischen Epoche. Da "im Zivilisationsprinzip selbst die Barbarei angelegt" und die Wiederholung von Auschwitz somit jederzeit möglich sei, könne und dürfe sich das gesamte theoretische wie praktische Schaffen nach Auschwitz diesem Imperativ nicht mehr entziehen.

Die Konsequenzen dieses moralischen Impulses, der weit über die Anhänger der "Kritischen Theorie" im eigentlichen Sinne hinaus gesellschaftliche Wirkmächtigkeit erreichte, sind ihrerseits höchst dialektisch. Zunächst erklärt sich hieraus die beständige Suche nach direkten Reinkarnationen des "Führers". Stets müssen sich professionell dünkende Nazijäger hinter der Camouflage einer "politischen Mimikry" den "heimlichen Adolf" freilegen. Der Blick dafür, dass die Fratze des Rechtsextremismus auch ganz andere Gesichter annehmen kann, geht so allerdings verloren. Und dann löst der von Horkheimer und Adorno formulierte Imperativ eine universelle Dynamik aus, dessen Opfer nun ausgerechnet der deutsche Antisemitismusforscher Nr. 1 geworden ist. Denn selbstverständlich bezogen Horkheimer und Adorno ihren Appell nie engherzig auf Juden. Es ging also nie "nur" darum, einen weiteren Holocaust gegen Juden, sondern fortan jegliche in der Moderne schlummernden Formen menschlicher Barbarei zu verhindern.

Diesen Imperativ nimmt Wolfgang Benz offenbar ernst. Bereits im Dezember 2008 veranstaltete das ZfA eine Tagung mit dem Titel "Feindbild Muslim — Feindbild Jude". Die Veranstalter wollten seinerzeit der Frage nachgehen, ob die Funktionsmechanismen des Antisemitismus "paradigmatisch" auch für die Islamfeindlichkeit sein könnten. Der Widerspruch ließ nicht lange auf sich warten und ging seinerzeit u.a. von Clemens Heni und Henryk M. Broder aus; Unterstützung hingegen erhielt Benz von Micha Brumlik.

Vor wenigen Tagen nun hat Benz in einem Beitrag in der Tageszeitung "Süddeutsche Zeitung" (SZ) erneut die These aufgestellt, dass es gerade als Antisemitismusforscher seine Pflicht sei, nach Strukturähnlichkeiten oder -identitäten in Diskriminierungsvorgängen Ausschau zu halten: "Es ist ein Gebot der Wissenschaft, die Erkenntnisse, die aus der Analyse des antisemitischen Ressentiments gewonnen wurden, paradigmatisch zu nutzen." Für Benz lassen sich im "Feindbild Islam" genau an zwei Stellen derartige Strukturähnlichkeiten finden. Zunächst sei hier wie im Antisemistismus der Mechanismus der falschen "Verallgemeinerung" am Werk. Sodann mische sich dieser außerdem mit negativen wie fiktiven Gerüchten über die Betroffenen.

Nun sollte man erwarten, dass Benz' Thesen - kurz nachdem sich halb Europa über die Schweizer Volksabstimmung über das Minarett-Verbot in Rage geschrieben und geredet hat - mit einem gewissen Wohlwollen und Verständnis aufgenommen werden. Doch das glatte Gegenteil ist der Fall. Offenbar bringt die Tatsache, dass Benz seine Thesen erneut an prominenter Stelle geäußert hat, seine Kritiker erst richtig zum Kochen. Daher wird eine schärfere Gangart eingelegt. Auf dem nach eigenen Angaben größten jüdischen online-Magazin in deutscher Sprache hagalil.com verunglimpft Ulrich W. Sahm die Thesen Benz' als "ungeheuerliche, geradezu antisemitische Hetze". Der Rechtsextremismusforscher Clemens Heni will Benz des "sekundären Antisemitismus" überführen und der Berufspolemiker Henryk M. Broder hält ihn in Sachen Judentum einfach für völlig ahnungslos. Denn der Unterschied zwischen dem Antisemitismus und der Islamophobie sei ja gerade der, dass Ersterer bloß "auf hysterischen Ängsten, Erfindungen, Projektionen und Neidgefühlen" beruhe, während die Islamkritik "eine reale Basis" habe, "die jedes Vorurteil über die dem Islam innewohnende Toleranz in ein gefestigtes Urteil" verwandle - eine These, für die Broder nun auch Unterstützung vom deutsch-jüdischen Historiker Michael Wolffsohn erhalten hat.

Das also soll der Unterschied sein: Während Antisemiten keinerlei Kontakt zum Planeten Erde aufwiesen, stünden die Islamkritiker mit beiden Beinen in der Realität des islamistischen Terrorismus. Wenn Broder allerdings meint, Benz "Ahnungslosigkeit" im Hinblick auf das Judentum attestieren zu müssen, so wird er dieses Kompliment schließlich für sich selbst mit Blick auf den nationalsozialistischen Antisemitismus akzeptieren müssen. Denn auch die NS-Ideologie lebte keinesfalls ausschließlich und nicht einmal in erster Linie von mittelalterlich verbürgten Abstrusitäten wie der These von den "Brunnenvergiftern" oder "rituellen Kindstötern". Ganz im Gegenteil: Der nationalsozialistische Antisemitismus bediente sich bei der Konstruktion seines Weltbildes umgekehrt vielmehr verschiedener Erfahrungen, die er allerdings - und das ist eben das E ntscheidende - in abstruser und unzulässiger Weise im Rahmen einer Sündenbocktheorie verallgemeinerte. Hierzu zählte zum Beispiel, dass "Juden" im Betrieb des modernen Finanzkapitalismus ebenso eine relevante Rolle spielten wie in den Führungsetagen des russischen Bolschewismus - eine Tatsache, die im Jahre 1919 selbst vom Revolutionär Kurt Eisner in den "Neuen Jüdischen Monatsheften" noch stolz hervorgehoben wurde. Im Jahr 1941 schrieb hierzu der Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels: "Man suchte bei uns den Eindruck zu erwecken, als seien sich die jüdischen Bolschewiken in Moskau und die jüdischen Plutokraten in London und in Washington spinnefeind." In Wahrheit, so Goebbels, käme aber in beiden stets nur ein und derselbe plutokratische "Jude" mit seiner "jüdischen Chuzbe" zum Vorschein.

Nun wird Broder freilich mit Recht darauf verweisen können, dass das Sprengstoffattentat eines Islamisten eine deutlich greifbarere und objektivere Bedrohung ist als der "jüdische Finanzkapitalist" oder der "jüdische Bolschewist". Allerdings kommt das eben ganz auf den eigenen politischen Standpunkt an. Denn aus Sicht eines Kommunisten ist der Finanzkapitalismus keine Kleinigkeit, sondern der wesentliche Motor der Verelendung der proletarischen Massen. Und ein bürgerlicher Demokrat oder Nationalist wird im Bolschewismus keinesfalls eine ebenso berechtigte politische Position wie seine eigene, sondern die unmittelbare Bedrohung des gesamten Abendlandes erblicken; und man darf gelegentlich daran erinnern, dass der russische Bolschewismus immerhin direkt in Terror und Massenmorde führte. Bei der These, der Antisemitismus sei ohne "reale Basis" und daher reine Halluzination, während sich der Anti-Islamismus durch ein paar durchgeknallte Sprengstoffattentäter rechtfertige, kommt es eben ganz darauf an, wessen Realität wir in den Blick nehmen.

Und so erweist sich als das Kernproblem der Debatte eben ausgerechnet jenes, das Benz - ganz dem Imperativ der "Kritischen Theorie" verpflichtet - unter dem Begriff der "Verallgemeinerung" gefasst hatte und bei dem er Strukturähnlichkeiten zwischen dem Antisemitismus und der Islamophobie erblicken wollte. Auch der Antisemitismus ist im Kern durch eine Kollektivschuldthese, also das Inhaftungnehmen aller Mitglieder einer Gruppe für die Taten Einzelner, wesentlich charakterisiert. Mag sein, dass Broder weder im Spekulieren an der Börse noch im Mitmischen beim Bolschewismus eine "Tat" in dem hier gemeinten Sinne erblicken kann, aber dieses interpretationsabhängige Werturteil hängt eben vor allem vom eigenen politischen Standpunkt ab. Freilich erklärt dies alles nicht, warum sich nationalsozialistische Antikapitalisten mit "arischen" Kapitalisten weitaus nachsichtiger zeigten als mit ihren "jüdischen" Kollegen - und genau hierin besteht ein bleibender Unterschied zwischen dem nationalsozialistischen Rassenantisemitismus und der Islamophobie. Und dennoch liegt dem Antisemitismus wie der Islamophobie eine unzulässige Verallgemeinerung zugrunde, die Benz getreu dem Motto "Wehret den Anfängen!" bereits in einem frühen Stadium und nicht erst nach einer historischen Eskalation eindämmen will. Es mag also sein, dass Muslime Attentäter sind, doch dies rechtfertigt nicht die Schlussfolgerung, dass alle Muslime Attentäter sind. Und genau um diese falsche und vorschnelle Verallgemeinerung geht es Benz: "Die unterschwellig bis grobschlächtig praktizierte Diffamierung der Muslime als Gruppe durch so genannte 'Islamkritiker' hat historische Parallelen. Derzeit wird der Islam gedanklich mit Extremismus und Terror verbunden, wodurch alle Angehörigen der islamischen Religion und Kultur mit einem Feindbild belegt und diskriminiert werden sollen."

Wer so argumentiert, muss dabei übrigens keinesfalls bestreiten, dass "der Jude" im nationalsozialistischen Rassenantisemitismus auf einer nicht-empirischen Ebene für schuldig befunden wurde und daher, egal was er tat oder dachte, seinem "Schicksal" einfach nicht entrinnen konnte. Denn Benz unterscheidet in der Sache ja selbst zwischen Islamkritik und Islamophobie, auch wenn er diese Unterscheidung in einem aktuellen Interview mit der "Berliner Zeitung" auf der Wortebene zurückgewiesen hat. Die Islamophobie ist dabei - eben im Unterschied zur Islamkritik - genau wie der Antisemitismus dadurch gekennzeichnet, dass ein nicht-empirisches Terror-Wesen aller Muslime unterstellt wird. Jedwede Tendenz zur "Zivilisierung" muss demnach als taktisch motivierte Anpassungsleistung an den westlichen Zeitgeist erscheinen, um sich im günstigsten Augenblick erst recht in die Luft zu jagen.

Doch bei genauerer Lektüre wird auch deutlich, worum es eigentlich zu gehen scheint: um einen drohenden "Paradigmenwechsel". So führt Broder aus: "Sehr in Mode sind derzeit Arbeiten über 'Antisemitismus und Islamophobie', deren Verfasser aufrichtig versichern, sie würden das eine mit dem anderen nicht gleichsetzen, sondern nur vergleichen. Und Vergleiche anzustellen sei eine wissenschaftlich bewährte und zulässige Methode. Das stimmt. Grundsätzlich kann man alles mit allem vergleichen. Die Wehrmacht mit der Heilsarmee, einen Bikini mit einer Burka und die GEZ mit der Camorra." Broder erklärt damit den Vergleich theoretisch zwar für zulässig, aber im Grunde doch für moralisch illegitim. Anders lässt sich ja kaum erklären, dass er einen Vergleich zwischen Antisemitismus und Islamophobie für ebenso absurd hält wie den zwischen der GEZ und der Camorra.

Mit dieser gekonnten Polemik zeigt Broder jedoch vor allem, dass ihm letztlich das Wesen der Wissenschaft fremd ist. Denn der Vergleich ist nicht irgendein, sondern DAS Instrument der Wissenschaft schlechthin. Erkenntnis, das wusste schon Aristoteles, besteht letztlich in nichts anderem als dem Festhalten von Unterschieden und Gemeinsamkeiten. Genau darum geht es im menschlichen Erkennen: festzustellen, welche Erkenntnisobjekte Übereinstimmungen und welche Unterschiede aufweisen - und im Hinblick worauf. Und diese Frage kann man nicht beantworten, ohne zuvor verglichen zu haben. Benz hat daher ganz Recht damit, es auch weiterhin als "Aufgabe des Wissenschaftlers" zu begreifen, "zu vergleichen, wo man vergleichen muss".

Das gilt übrigens selbst für die Shoah und deren "Singularität". Wer es für unzulässig erklärt, Auschwitz mit Blick auf die Singularität mit anderen Genoziden zu vergleichen, offenbart damit vor allem, dass er nicht verstanden hat, was er selbst tut, wenn er derartiges denkt. Denn woher sollte man denn wissen, dass Auschwitz ein historisch einzigartiges Ereignis ist, OHNE die Shoah zuvor mit anderen Genoziden verglichen und eben Nicht-Identität festgestellt zu haben? Und genau darum scheint es am Ende zu gehen: um das Problem der Singularität. Anders jedenfalls sind Broders Angriffe in der "Welt" kaum zu erklären. "Praktisch läuft der Vergleich - ausgesprochen oder insinuiert - darauf hinaus, dass die Muslime die Juden von heute sind", wirft er Benz vor. Broder scheint damit im "Judenhass eine ganz einmalige Form vorurteilsbeladenen, fremdenfeindlichen Verhaltens" (Micha Brumlik) zu sehen und für diesen einen singulären Status zu beanspruchen. Dies tut er nicht expressis verbis, aber anders lässt sich seine Argumentation kaum verstehen, da es ja sonst auch gar keinen Anlass zur Aufregung gäbe. Sekundiert wird ihm dabei auf der "Achse des Guten" jüngst erneut von Clemens Heni, der bereits in der Feststellung struktureller Ähnlichkeiten eine "Gleichsetzung" entdecken will. Das ZfA betreibe eine "Relativierung des Holocaust" und sei somit letztlich für eine "infame Derealisierung jedes einzelnen Tages des Nationalsozialismus seit dem 30. Januar 1933" verantwortlich. Ursache dieser moralischen wie wissenschaftlichen Verfehlung sei dabei die Übertretung des Gebots der "Unvergleichbarkeit".

Doch einer solchen Positionierung wird man, abgesehen von ihren inhärenten Widersprüchen, nach wie vor den Anspruch der "Kritischen Theorie" entgegenhalten müssen. Wenn es nach Auschwitz unsere Pflicht ist, eine mögliche Wiederholung der blanken Barbarei zu verhindern, so wird man kaum begründen können, dass Horkheimer und Adorno damit nicht auf alle Menschen, sondern allein auf Juden abgezielt hätten. Eine solche universelle Position wird bspw. auch vom ehemaligen Chef der Knesset, Avraham Burg, vehement vertreten, der jüngst mit der israelischen Gesellschaft hart ins Gericht ging: "Was uns anbelangt, leben wir auf dem Auschwitz-Planeten. Alles ist Shoah, und alles wird auf ihren Waagschalen gewogen. Die Lichtstrahlen, die Israel erreichen, werden im Prisma der Krematorien gebrochen. Wenn es anderen passiert, ziehen wir zum nächsten Planeten, auf dem kein Platz ist für das Leid anderer und keine Genozide, Gräueltaten und Holocausts außer unseren eigenen existieren." Mit Blick auf die Shoah und ihre universellen Konsequenzen spricht er die Mahnung aus: "Das ist uns Juden in Deutschland passiert und kann irgendwo und irgendwie in jedem Land passieren." Und genau das war es auch, was Horkheimer und Adorno über die Ambivalenz der Moderne zum Ausdruck bringen wollten: Die Barbarei lauert. Überall!

Längst wird in der Auseinandersetzung nicht mehr nur und ausschließlich mit sachlichen Argumenten ein Meinungsstreit ausgetragen. "Tatsächlich erfahre ich keine fachliche Kritik und bekomme wissenschaftlich sehr viel Zuspruch. Aber als Person schlägt mir ein ganz unglaublicher Hass entgegen", äußert sich Benz fast resigniert in einem aktuellen Interview mit der "Berliner Zeitung". Er soll nicht mehr nur in der Sache widerlegt, sondern als "Hetzer" (hagalil) und "sekundärer Antisemit" (Achse des Guten) mundtot gemacht werden. Ein weiterer Tiefpunkt in dieser Auseinandersetzung ist dabei der Versuch Clemens Henis, Benz zu einem Nazi ehrenhalber zu stempeln, weil dessen akademischer Lehrer Karl Bosl einst in das NS-System verstrickt war.

Benz erweist sich damit letztlich als das Opfer der Kollision der "Kritischen Theorie" mit einer ins Quasi-Metaphysische gewendeten Singularitätsthese, die diese allerdings selbst auf den Plan gerufen hat. Adorno formulierte noch im Spätwerk "Negative Dialektik" (1966), dass Hitler der gesamten Menschheit einen "neuen kategorischen Imperativ" aufgezwungen habe, nämlich "ihr Denken und Handeln so einzurichten, daß Auschwitz nicht sich wiederhole, nichts Ähnliches geschehe." Diesen ausdrücklich ins Universelle ausgreifenden Imperativ ("nichts Ähnliches (!) geschehe") diskursiv zu behandeln, wäre nach Adorno allerdings "Frevel": Denn "an ihm läßt leibhaft das Moment des Hinzutretenden am Sittlichen sich fühlen." Er verlieh "seinem" Imperativ damit den Status des Unberührbaren und küsste so selbst die Geister wach, in deren dialektischem Widerstreite nun die "Kritische Theorie" ihre Kinder frisst.


Mathias Brodkorb

Mathias Brodkorb

Mitglied des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern für die SPD, Gräzist und Philosoph, Mitbegründer von www.endstation-rechts.de

Website: www.endstation-rechts.de

20 Kommentare

  • Kommentar Link Harki Montag, den 25. Januar 2010 um 15:22 Uhr veröffentlicht von Harki

    Also, man mag von Benz' Äußerungen halten, was man will, aber er hat nun wirklich nichts mit irgendwelchen Adornos und Horkheimers und "kritischen Theorien" zu tun - er ist Historiker mit einer soliden Ausbildung. Die Verdienste seines Lehrers Bosl etwa um die bayerische Landesgeschichte werden auch durch sein, hm, "Engagement" im Dritten Reich nicht geschmälert, seine "Lebensformen" bleiben natürlich ein Standardwerk.

    Und was hagagaga und irgendein Heni beizusteuern wissen, ist unerheblich. Internetgeschmier halt.

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  • Kommentar Link Mathias Brodkorb Montag, den 25. Januar 2010 um 17:21 Uhr veröffentlicht von Mathias Brodkorb

    Nun, gemeint war ja nicht, dass Benz "Schüler" der KT im eigentlichen Sinne ist, sondern (u.a.) die KT einen moralischen Impuls in die Welt gesetzt hat, der ganze Zeitgeistmentalitäten noch heute codiert - auch in der Historikerzunft.

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  • Kommentar Link L.B. Montag, den 25. Januar 2010 um 22:30 Uhr veröffentlicht von L.B.

    Sehr geehrter Herr Brodkorb,
    ich finde Ihre "Kritik an der Kritk" sehr lobenswert. Ich meine, dass es Ihnen gelungen ist, pointiert und sachlich erstens die analytischen und argumentativen Widersprüche in der Gegenargumentation von Benz' Kritiker aufzudecken und zweitens, "schlimmer" noch, auch deutlich zu machen, dass Benz von seinen Kritikern, und vor allem vom Chefpolemiker himself, H.M. Broder, in keiner Weise verstanden wurde. Während Benz nach den MITTELN! bei der Konstruktion des Feindbildes "Islam/ Moslem" fragt und ob die "Islamkritiker" sich eben der gleichen MITTEL! bedienen würden wie etwa antisemitische Hetzer und Populisten, werfen ihm seine Gegner zugespitzt vor, durch einen unzulässigen wissenschaftlichen Vergleich zwischen antisemitischen und islamkritischen Diskreminierungsvorgängen "die Muslime" zu den "neuen Juden" erklärt und auf indirekte Weise die Behandlung von Juden während der Nazi-Barbarei mit der jetzigen öffentlich-medialen Diskreminierung von Muslimen in (West-)Europa gleichgesetzt zu haben - ein Vorwurf dem sich auch Faruk Sen, der Direktor des Zentrums für Türkeistudien (ZfT) in Essen, ausgesetzt sah, nachdem er die europäischen Türken als die "neuen Juden Europas" bezeichnet hatte (1.). Ferner wirft man Benz vor, (absichtlich) zu übersehen - und Sie, Herr Brodkorb, haben dies auch gut dargelegt -, dass, während antisemitischer Hetze ein reales Fundament völlig fehle, dies bei der "Islamkritik" genau das Gegenteil sein soll. Der Inhalt beider Vorwürfe ist in Benz' Fragestellung aber gar nicht enthalten, und genau deshalb läuft die Kritik an Benz absolut ins Leere.---

    Worum es Benz eigentlich geht, kann jeder in seinem kurzen Essay in der SZ vom 4.1.10 nachlesen (2.). Als argumentative und anlytische Ausgangslage für einen Vergleich zwischen antisemitischer Hetze und (der jetzigen) "Islamkritik" untersucht Benz nichts Geringeres als die individuelle und gesellschaftliche Funktion! von Feindbildern. Er schreibt u.a., dass "Feindbilder (...) verbreitete Sehnsüchte nach schlichter Welterklärung (bedienen), die durch rigorose Unterscheidung von Gut (das immer für das Eigene steht) und Böse (das stets das Fremde verkörpert) sowie darauf basierender Ausgrenzung und Schuldzuweisung zu gewinnen (sei). Feindbilder, die eine solche Welt beschwören, lindern politische und soziale Frustrationen und heben das Selbstgefühl." Außerdem, so Benz, seien "Feindbilder (...) Produkte von Hysterie. Sie konstruieren und instrumentalisieren Zerrbilder der anderen ... Bausteine des Feindbilds (seien) Verallgemeinerung und Reduktion von wirklichen oder vermeintlichen Sachverhalten auf Negativa. Gerüchte, Unterbewusstes, Hörensagen, literarische und volkstümliche Überlieferung erheben sich zu "Tatsachen" - die jedoch nur vom Glauben (lebten)." Benz zweifelt doch gar nicht daran, dass das "Feindbild Jude" - ein Zerrbild! - keine reale bzw. empirische Basis hat. Deshalb ist es doch nicht illegitim, zu bezweifeln, dass dem "Feindbild Moslem" - auch ein Zerrbild! - die reale bzw. empirische Basis ebenso fehle.---

    Es ist eben dieser AUF JEDES ZU SCHAFFENDE FEINDBILD ANWENDBARE! gesellschaftliche Feindbild-Diskurs, den Benz sich zunutze macht - was seine Kritiker offensichtlich nicht begreifen wollen/ können -, um nach "strukturelle(n) Gemeinsamkeiten zwischen Islamkritik und Antisemitismus" (3.)zu fragen. Wo es sich hierbei um Antisemitismus handeln soll, ist wirklich schleierhaft; es ist schlichtweg absurd. Was Benz also im Grunde nachweisen will - und dies macht die Feindbildforschung einem nun wirklich nicht schwierig, nur dafür müsste man sie und ihre Methoden erst einmal kennen -, ist, dass Antisemiten und die sogenannten "Islamskritiker" sich der gleichen strukturellen Argumentations- und Diskursmuster bedienen (können), um die jeweils zum Feindbild ausgesetzte Religion und ihre gesamt Anhängerschaft zu diskreditieren.
    Mehr will Benz gar nicht wissen. Das zu erkennen, ist nun wahrlich keine Meisterleistung: "Ich meine keine bestimmten Personen. Ich agiere in keinem Freund-Feind-Schema. Ich mache auf eine STRÖMUNG IN DER ÖFFENTLICHKEIT aufmerksam, die wie Antisemitismus nicht zu fassen ist. Wortführer sind nicht zu identifizieren. Es gibt ein GESELLSCHAFTLICHES GESPRÄCH, nach dem MUSTER "die Moslems sind böse" oder "die Juden sind geldgierig". Meine Aufgabe als Wissenschaftler ist nicht, Feinde zu benennen, sondern den ÖFFENTLICHEN DISKURS zu beschreiben" (4.).

    1.: http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~EA45EC73E13834109845B5EEDC43FF3DE~ATpl~Ecommon~Scontent.html
    2.:http://www.sueddeutsche.de/politik/837/499119/text/
    3.: http://www.endstation-rechts.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=4302%3Aweiter-kritik-an-benz%C2%B4-antisislamismus-antisemitismus-gleichsetzung&Itemid=618
    4.: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0125/feuilleton/0004/index.html

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  • Kommentar Link Felix Dienstag, den 26. Januar 2010 um 15:33 Uhr veröffentlicht von Felix

    Ich kann dem Versuch, Antisemitismus und Islamophobie zu vergleichen, in Sinne von Ähnlichkeiten finden, nichts abgewinnen.
    MMn erschöpft es sich dann in Belanglosigkeiten, die immer zu finden sind, wenn etwas - aus rationalen oder irrationalen Gründen - abgelehnt, gar angefeint wird.

    Zitat: "Auch der Antisemitismus ist im Kern durch eine Kollektivschuldthese, also das Inhaftungnehmen aller Mitglieder einer Gruppe für die Taten Einzelner, wesentlich charakterisiert."
    So doof es klingt, ist das nicht mit allem so? Ob ganz banal, bei extrem Fußballfans, das antikapitalistische Feindbild Unternehmer, den Antifaschismus, Feindbild Linkspartei-Lafontaine von der SPD ;) ...

    Immer gibt es Menschen, die das dann auf ein ganzes (vielleicht vermeintliches) Kollektiv beziehen.

    Aber um die Theorie mal auf die Realität hin zu prüfen:
    vertritt irgendjemand die Position, alle Muslime seien Terroristen, wie im Text behauptet? Nicht mal die schlimmsten Islamophoben, hab ich den Eindruck.


    Zitat: "Derzeit wird der Islam gedanklich mit Extremismus und Terror verbunden, wodurch alle Angehörigen der islamischen Religion und Kultur mit einem Feindbild belegt und diskriminiert werden sollen."

    Und ist es beim Christentum anders? Das wird gedanklich mit Kreuzzügen, Inquisition und Hexenverbrennung verbunden. Beim Christentum nennt man eine solche Haltung "aufklärerisch", beim Islam "islamophob".
    Mein Eindruck ist, dass vor allem mit zweierlei Maß gemessen wird. All das, was in der Auseinandersetzung mit dem Christentum gut und schön ist oder war, soll man beim Islam gefälligst unterlassen.

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  • Kommentar Link ratloser Dienstag, den 26. Januar 2010 um 17:05 Uhr veröffentlicht von ratloser

    Der Antifaschismus als kategorischer Imperativ der Moderne...auch Adorno war mitunter ... Zumal Adorno die Gleischaltungsfunktion des heiligen "Antifaschismus" bekannt gewesen sein muss, die die Kommunisten vor, während und nach dem zweiten Weltkrieg manipulativ zu nutzen versuchten. Die "Kampf gegen Rechts"-Avantgarde und alle professionellen Nazi-ghost buster wären etwas glaubwürdiger, wenn sie mal thematisieren würden, daß im Deutschland des Jahres 2010 Antisemitismus hauptsächlich in den linken autochthonen Lagern sowie in der stetig wachsenden Gruppe der muslimischen Einwanderer zu verorten ist. Und in bezug auf Verallgemeinerung einer antisemitischen Haltung kann man bei beiden Gruppen keinen Schaden anrichten...hierbei handelt es sich um eine homogene Haltung...aber Herr Benz...schweigt...und Sie auch...Herr Bordkorb... PS:auf welche Art "darf" man denn die ideologische Basis des Islam sowie die daraus resultierenden realen soziokulturellen Entwicklungen kritisieren, ohne sich zum Islamophobiker und damit Rassisten zu qualifizieren?

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  • Kommentar Link Karl Pfeifer, Wien Dienstag, den 26. Januar 2010 um 18:57 Uhr veröffentlicht von Karl Pfeifer, Wien

    Sie schreiben

    "Auf dem nach eigenen Angaben größten jüdischen online-Magazin in deutscher Sprache hagalil.com verunglimpft Ulrich W. Sahm die Thesen Benz' als "ungeheuerliche, geradezu antisemitische Hetze".

    setzen sich aber nicht mit dem Inhalt von Sahms Kritik auseinander. Warum?

    Sie schreiben "Der Rechtsextremismusforscher Clemens Heni will Benz des "sekundären Antisemitismus" überführen". Setzen sich aber nicht auseinander mit dem Inhalt von Henis Kritik.

    Ich hätte gerne Ihre diesbezügliche Argumentation gelesen.

    Karl Pfeifer, Wien

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  • Kommentar Link Johannes Müller Dienstag, den 26. Januar 2010 um 18:59 Uhr veröffentlicht von Johannes Müller

    Benz Doktorvater Bosl ist "neben seinen Versiensten um die bayerische Landesgeschichte" (ach wie wichtig) halt auch ein Antisemit. Der Schüler könnte sich schon mal davon distanzieren.
    Das andere ist insofern unwichtig, da die größte Gefährdung für Juden und Schwule, also die realen Naziopfer von
    ISLAMISTEN ausgeht.

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  • Kommentar Link Florian M. Dienstag, den 26. Januar 2010 um 20:37 Uhr veröffentlicht von Florian M.

    Sehr geherter Herr Brodkorb,
    es ist inakzeptabel, wie Sie den jüdischen Onlinedienst hagalil und den einzigen nicht-antiisraelischen deutschen Reporter in Nahost verunglimpfen.
    Sie unterstellen, dass die Juden den Kommunismus real beherrscht haben.
    Das glaubt sonst nur der MUSLIMMARKT und RADIO Islam. Ihre Verteidigung der rechtsextremen Muslime zeigt nur die geistige Verwirrung mancher Zeitgenossen!

    http://www.politikcity.de/forum/showthread.php?t=23743

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  • Kommentar Link egal Dienstag, den 26. Januar 2010 um 20:46 Uhr veröffentlicht von egal

    Selten habe ich so ein ... gelesen wie in diesem Artikel. Ergüsse eines weltfremden Radikaltheoretikers eben. Allzu viele linke Feingeister haben leider die Bodenhaftung verloren. Ob Benz ein Antisemit ist, sei dahingestellt. Das ist auch gar nicht der Kern der Dinge. Seine Arbeit jedenfalls ist peinlich: Wer Antisemitismus mit Islamkritik vergleicht, hat eine Schraube locker.
    Noch viel widerlicher ist die grünlinke Niedertracht. Die Linke führt überall einen „Kampf gegen Rechts“. Allzu offensichtliche Berührungspunkte des Islam mit dem Nationalsozialismus und Stalinismus werden aber nach allen Kräften ignoriert – genau wie die tägliche Barbarei von Schandmorden, Männlichkeitswahn und eines mittelalterlichen, von der Sippe gesteuerten Kollektivismus.
    Noch niederträchtiger ist der Versuch, aufrechte Kritiker des Islam mit Antisemiten gleichzustellen. Damit verhängen die selbsternannten Bessermenschen ein Denkverbot – denn sie stempeln jeden, der nur allzu berechtigte Kritik an den vielen Fehlern des Islam übt, als Rechtsextremen ab. Zugleich können sich die Feingeister einreden, sie stünden den armen, bedrängten Moslems im Kampf gegen die neuen Nazis bei. Irgendwie echt Widerstandskämpfer…
    Die Gründe für diese Heuchelei:
    1) Feigheit. Appeasement gegenüber den Radikalen mit dem Koran in der Hand. Das ist spätestens seit den Mohammed-Karikaturen und Fortuyn eben sehr viel sicherer.
    2) Opportunismus. Da die grünlinke Mischpoke die Meinungseliten besetzt hat – Medien, Justiz, Schule, Uni – ist es sicherer, mit den Wölfen zu heulen. Erfahrungen der Bevölkerung, die mit den islamischen Schützlingen lebt, zählen nicht.
    3) Revolustionsneid. Die zartbesaiteten Intellektuellen mit Brille und Birkenstock wünschten sich, sie wären nur einmal so radikal, wie die bärtigen Barbaren. Und dann, ja dann würden sie es dem üblen, auf Leistung fixierten Kapitalismus aber mal so richtig zeigen…
    4) Sehnsucht nach einer totalitären Welt. Wenn schon der Kommunismus und seine nationale, deutsche Spielart versagten, dann müssen es nun die Islamisten der gierigen westlichen Welt zeigen. Und hatten nicht die Denker in totalitären Staaten schon immer eine privilegierte Stellung inne?
    5) Beschäftigung. Nur die Dauerhaluzination, dass überall „die Rechte“ ihr Haupt hebt, sichert den Intellektuellen ein Auskommen. Ansonsten braucht niemand Leute wie Benz oder Brodkorb.
    Gut, dass ich schon vor langem aus der SPD ausgetreten bin.

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  • Kommentar Link Der Unterschied Dienstag, den 26. Januar 2010 um 20:51 Uhr veröffentlicht von Der Unterschied

    Sehr geehrter Herr Mathias Brodkorb, Sie schrieben:

    "Denn auch die NS-Ideologie lebte keinesfalls ausschließlich und nicht einmal in erster Linie von mittelalterlich verbürgten Abstrusitäten wie der These von den "Brunnenvergiftern" oder "rituellen Kindstötern". Ganz im Gegenteil: Der nationalsozialistische Antisemitismus bediente sich bei der Konstruktion seines Weltbildes umgekehrt vielmehr verschiedener Erfahrungen, die er allerdings - und das ist eben das E ntscheidende - in abstruser und unzulässiger Weise im Rahmen einer Sündenbocktheorie verallgemeinerte. Hierzu zählte zum Beispiel, dass Juden im Betrieb des modernen Finanzkapitalismus ebenso eine relevante Rolle spielten wie in den Führungsetagen des russischen Bolschewismus - eine Tatsache, die im Jahre 1919 selbst vom Revolutionär Kurt Eisner in den "Neuen Jüdischen Monatsheften" noch stolz hervorgehoben wurde. Im Jahr 1941 schrieb hierzu der Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels: "Man suchte bei uns den Eindruck zu erwecken, als seien sich die jüdischen Bolschewiken in Moskau und die jüdischen Plutokraten in London und in Washington spinnefeind." In Wahrheit, so Goebbels, käme aber in beiden stets nur ein und derselbe plutokratische Jude mit seiner "jüdischen Chuzbe" zum Vorschein."


    Der grundlegende Unterschied ist ein anderer: Weder die Bolschewisten, noch irgend jemand in London oder New York, hat das ganze mit "dem Judentum" oder "der jüdischen Lehre" gerechtfertigt. Man verallgemeinert im Falle des Antisemitismus unzulässiger Weise eine Volksgruppe/Ethnie, in Falle der Islamkritik versucht man aus der Auslegung des Islams durch seine Anhänger Rückschlüsse auf die Ideologie zu ziehen und sich Gedanken zu machen, ob nicht vielleicht etwas Grundsätzliches, was der Ideologie Islam innewohnt, dafür Verantwortlich seien könnte, wie grundlegende Werteentscheidungen oder Denkmuster, die schon zu Mohameds Zeiten festgelegt wurden zum Beispiel.

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  • Kommentar Link Wien.at Dienstag, den 26. Januar 2010 um 21:06 Uhr veröffentlicht von Wien.at

    Der Doktorvater von BENZ

    (nach Wikipedia)
    Karl Bosl studierte u.a. bei Paul Lehmann in München Geschichte, Germanistik, Klassische Sprachen und Mittellateinische Philologie. Als Student schloss er sich dem Katholischen Studentenverein Albertia im KV an, dessen engagiertes Mitglied er bis zum Tode blieb. Ab 1932 war er zunächst im Schuldienst an verschiedenen Orten tätig.

    Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten war Bosl ab Mai 1933 Mitglied der NSDAP und des NS-Lehrerbundes.[1] Seit 1935 arbeitete er in der Landesleitung des NS-Bundes Deutscher Osten mit. Nachdem Bosl 1938 in München promoviert worden war, erhielt er 1939 einen Forschungsauftrag zum Thema „Die Lehns- und Holzrechte im Berchtesgadner Land“, im Rahmen des SS-Ahnenerbeprojekts Wald und Baum in der arisch-germanischen Geistes- und Kulturgeschichte.[2]

    Bosl habilitierte sich 1944 an der Universität München während seiner Tätigkeit als Studienrat am humanistischen Gymnasium in Ansbach.

    Schämen Sioe sich, Herr Benz!

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  • Kommentar Link D.Arndt Mittwoch, den 27. Januar 2010 um 01:21 Uhr veröffentlicht von D.Arndt

    Es gibt sicherlich etliche Analogien zwischen der heutigen Islamophobie und dem früheren Antisemitismus. Araber und Muslime werden all zu gerne mit Terroristen gleich gesetzt. Warum sonst kommen manche User in Internetdiskussionen bei dem Begriff Palästinenser sofort auf die Begriffe Terrorist und Taliban. Das heutige Verständnis Arabern gegenüber basiert auf etlichen Irrationalitäten, ähnlich wie das früher bei dem Antisemitismus der Fall war. Die Muster sind bekannt. Wir, als christlich, aufgeklärtes Abendland gegen......die nichtchristliche, unaufgeklärte Restwelt. Wir haben dieser Aufklärung alle viel zu verdanken. Wir sollten sie allerdings nicht dazu benutzen, um Kolonialismus und Rassismus zu rechtfertigen. Auch Araber werden zu den semitischen Völkern gezählt, was auch dazu führt, dass sie von Europäern gerne als die anderen konstruiert werden. Und solche Konstruktionen sind wie beim Antisemitismus immer sehr gefährlich.

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  • Kommentar Link Christian Lehmann Mittwoch, den 27. Januar 2010 um 12:19 Uhr veröffentlicht von Christian Lehmann

    All das spiegelt die Hauptzwickmühle der herrschenden "Political correctness": Es handelt sich nämlich um nichts anderes als den sprichwörtlichen Fall: "Parkt ein Türke auf dem Frauenparkplatz".
    Was tun?
    Den Türken verweisen? - Vorsicht, Rassismus!
    Den Türken parken lassen? - Vorsicht, Frauenfeindlichkeit!

    Wie wäre es, sich langsam mal wieder zu beruhigen, die Kirchen in den Dörfern zu lassen, und zwar in ihren eigenen, sprich: Innenpolitisch das Judentum als gewachsenen, unverzichtbaren Teil unserer europäischen Kultur zu schätzen und der Islamisierung couragiert die Stirn bieten; außenpolitisch aber das Existenzrecht Palästinas einfordern und so eine Basis für die Befriedung der islamischen Welt schaffen...

    Nein? Geht nicht? Und warum nicht?

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  • Kommentar Link Mathias Brodkorb Mittwoch, den 27. Januar 2010 um 18:27 Uhr veröffentlicht von Mathias Brodkorb

    @ Florian M. "Sie unterstellen, dass die Juden den Kommunismus real beherrscht haben." Ich hoffe, dass ich das nicht getan habe, weil es Unfug wäre. Ich habe zwei Dinge behauptet: Erstens, dass auch "Juden" (wie man jüdische Identität definiert, ist ja schon wieder eine Frage für sich und ich selbst kann mit einer ethnischen Defintion des Judentums nichts anfangen) in den Führungsetagen des Bolschewismus mitgemischt und dass die Nazis dies zweitens missbraucht haben, um sich daraus ihre antisemitische Sündenbocktheorie zu basteln.

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  • Kommentar Link Mathias Brodkorb Mittwoch, den 27. Januar 2010 um 18:42 Uhr veröffentlicht von Mathias Brodkorb

    @Der Unterschied: Ich habe, ehrlich gesagt, noch nicht recht verstanden, was Sie sagen wollen. Sie stellen die Frage, ob dem Islam als Religion nicht objektiv etwas grundsätzlich Problematisches innewohne und legitimieren so zumindest Islamkritik, vielleicht auch Islamophobie - ungefähr das sagt Broder ja auch mit der "realen Basis". Aber was genau ist Ihre Aussage zum Antisemitismus? Können Sie das noch genauer/anders formulieren?

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  • Kommentar Link Mathias Brodkorb Mittwoch, den 27. Januar 2010 um 18:46 Uhr veröffentlicht von Mathias Brodkorb

    @ Karl Pfeifer:

    Die Argumentation Sahms deckt sich in ihrer theoretischen Substanz mit der Broders. Was Bosl, Benz und Heni angeht, so hielte ich eine Klarstellung von Benz für hilfreich, halte Henis Herleitungen aber für völlig übertrieben. Zur Theorie des "sekundären Antisemiten" gab es nichts Neues zu sagen:

    http://endstation-rechts.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=3510

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  • Kommentar Link Mathias Brodkorb Mittwoch, den 27. Januar 2010 um 18:56 Uhr veröffentlicht von Mathias Brodkorb

    @ egal und ratloser:

    Ich glaube, Sie missverstehen da etwas. Ich halte es für unangemessen und falsch, Menschen zu "Antisemiten" zu stempeln, weil sie dem Prinzip vergleichender (nicht gleichsetzender!) Wissenschaft folgen. Das bedeutet nicht, dass man nicht bestimmte Ausprägungen des Islam kritisieren darf und auch muss. Auch Benz müsste das, wenn ihm die Menschenrechte etwas bedeuten.

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  • Kommentar Link Christian Lehmann Donnerstag, den 28. Januar 2010 um 13:49 Uhr veröffentlicht von Christian Lehmann

    @ Mathias Brodkorb:

    Sie schreiben:
    "...wie man jüdische Identität definiert, ist ja schon wieder eine Frage für sich und ich selbst kann mit einer ethnischen Defintion des Judentums nichts anfangen".

    Dazu möchte ich anmerken, dass das Judentum sich selbst zu einem wesentlichen Teil ethnisch definiert. Beispielsweise ist ja eine Konversion zum Judentum im Gegensatz zum Christentun nicht einfach durch einen formalen Bekenntnisakt möglich. Vor allem aber war die Gründung des Staates Israel 1948 keine Gründung eines säkularen, ethnisch offenen Staates. Nein, die Kategorien Staatsgebilde - Territorium - Religion - Abstammung sind eng verflochten. Die Bibel wird als Grundbuch verstanden, das "Volk" ist ein "auserwähltes".
    Das ist der Grund, warum politisch aufgeklärte Israelkritik soglich als "Antisemitismus" verstanden werden muss. Staat, Religion und Volk sind hier offenbar nicht trennbar - und das liegt nicht an einer verzerrten Außensicht.

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  • Kommentar Link genova Freitag, den 29. Januar 2010 um 13:32 Uhr veröffentlicht von genova

    Ich war ziemlich erstaunt, als ich von den negativen Reaktionen auf Benz´ Vorstoß hörte. Meiner Meinung nach hat Benz eine Selbstverständlichkeit ausgedrückt, die er vielleicht noch klarer hätte machen können, wenn er den Begriff des Feindbildes betont hätte.

    Es geht vielen Islamkritikern (beileibe nicht allen) um Feindbildproduktion. Da Subjekt der Kritik ist Nebensache: Ob es Muslime sind oder Juden, Schwule oder Schwarze oder, wie 1914, Franzosen. Es ist das Bedürfnis, zu hassen. Das ist all diesen Kampagnen gemein. Herr Brodkorb, Sie hätten in diesem Zusammenhang nicht nur auf die Dialektik der Aufklärung, sondern auch auf die "Autoritäre Persönlichkeit" von Adorno hinweisen sollen. Die gibt hier mindestens genausoviel her.

    Dazu ein kleiner Hinweis in eigener Sache:
    http://exportabel.wordpress.com/2009/03/12/nazis-20/

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  • Kommentar Link Prof. Erhard Montag, den 01. Februar 2010 um 00:21 Uhr veröffentlicht von Prof. Erhard

    Ich muß @genova vollkommen widersprechen, da der "Vorstoß" von Benz inhaltlich einer ziemlichen Irrläuferei gleich kommt. Die Bedrohungen durch den Islamismus sind real und viele der Verbrechen werden in westlichen Ländern vorbereitet. Kritik an den dunklen Seiten des "von Allah gegebenen" Islams mit seinem pathologischen und eliminatorischen Haß auf selbstbestimmte Frauen und Homosexuelle mit Rassimsus gleich zu setzen, zeugt von völliger intellektueller Umnachtung - oder auch anderen Problemen...

    Was Benz angeht, er hat bereits die eine oder andere abstruse Kampagne gegen Demokraten gestartet und beispielsweise Norbert Blüm diffamiert - ein besonders bizarrer Fall politischer Auftragsarbeit.

    Für Demokraten ist der politische Funktionärsgünstling Benz nicht nur als vermeintlicher Wissenschaftler kaum tragbar.

    Skuril ist es, bei der Problemstellung "autoritäre Persönlichkeit" die kruden Nacherzählungen eines Adorno für originär bzw. authentisch zu halten und sich darauf zu berufen.

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