Der Busfahrer der Demokratie – Was Landtagsabgeordneter Sebastian Ratjen von Thor Steinar hält
Verfasst von Robert Scholz-
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Zum Jahresende machte der Chaos-Computer-Club (CCC) von sich reden, als bekannt wurde, dass im Rahmen seines Jahrestreffens von Hackern die Datenbank des in der rechtsextremen Szene beliebten Modelabels „Thor Steinar“ veröffentlicht wurde. Diese illegal erschlossenen Kundendaten können im Internet abgerufen werden und brachten Erstaunliches zutage: So soll auch die Zahnarztpraxis des Landtagsabgeordneten Sebastian Ratjen (FDP) in der Kundendatenbank auftauchen. Ratjen bestreitet jedoch den Kontakt zum Unternehmen.
„Es gab nie einen Kontakt zum Unternehmen ,Thor Steinar‘“, so Ratjen auf Anfrage von ENDSTATION RECHTS. Dass seine Zahnarztpraxis in der Kundendatenbank der Firma aufgetaucht sei, kann er sich allerdings nicht so recht erklären. „Die Sache vor zwei Jahren schlug ja ganz schöne Wellen“, spielt Ratjen auf seine Unterstützung einer Einzelhändlerin, die in Greifswald „Thor Steinar“-Kleidung vertrieb, an. Seinerzeit kündigte Ratjen an, seine Solidarität mit dem Kauf einer „Thor Steinar“-Jacke zu zeigen, ließ nach öffentlicher Kritik von diesem Vorhaben aber wieder ab.
Ratjen kann sich gut vorstellen, dass der bundesweite Rummel um seine Äußerungen dazu geführt habe, dass ihn jemand ohne sein Zutun in die Datenbank eingetragen hat: „Immerhin ist es ja auch nicht meine Privatadresse, die dort auftaucht.“ Grundsätzlich hält Ratjen die Käufer der „Thor Steinar“-Klamotten ohnehin für „apolitisch“, wie er gegenüber ENDSTATION RECHTS. sagt. Es gebe jedoch zwei Gründe, warum die Personen die Sachen tragen würden: „Erstens denken sie, die Sachen sehen gut aus und zweitens ist Frau Bretschneider [Landtagspräsidentin und in Initiativen gegen Rechtsextremismus engagiert – Anm. ENDSTATION RECHTS.] dagegen.“
Auf die Frage, warum er öffentlich so häufig mit Abgrenzungsschwierigkeiten zum Rechtsextremismus konfrontiert wird, antwortet Ratjen: „Ich mache Politik aus Leidenschaft und nicht, weil ich mir das Maul verbieten lasse.“ Er stünde auf der Seite der Meinungsfreiheit und letztlich könne so auch die NPD ausgegrenzt werden, ist sich der Landtagsabgeordnete sicher. Dies könne auch daran abgelesen werden, dass die NPD in Greifswald nicht zur Kommunalwahl angetreten sei. „Wenn ich mich äußere, dann mache ich das von einem demokratischen Standpunkt und erreiche damit viele Leute.“ Man müsse die Menschen eben „abholen“, so Ratjen, „wie ein Busfahrer“.
3 Kommentare
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Mittwoch, den 06. Januar 2010 um 00:02 Uhr
veröffentlicht von FH
2008 hatte ich die Gelegenheit im Rahmen einer Berichterstattung mit Sebastian Ratjen in einer Raucherpause über seine liberal - demokratische Gepflogenheiten zu "reden".
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Schon damals behauptete Ratjen, dass man immer irgendwelche Leute irgendwo abholen müsse um selbige demokratischen Strukturen zuzuführen.
Ratjen reiht sich damit ein in eine elitäre Klientel, welcher nicht bewusst zu sein scheint, dass die Leute selber gehen können!!!
(Busfahrer passt...)
FH
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Donnerstag, den 07. Januar 2010 um 12:01 Uhr
veröffentlicht von mikka
und selbst wenn es so war?
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Wo sind wir hier gelandet im Jahr 2010 in der demokratischen Grundordnung der BRD?
Was wird sich hier eingebildet Menschen zu diskriminieren, weil sie angeblich bei Thor Steinar einkaufen?
Unser Staat lässt dieses Modeunternehmen arbeiten und erkennt es an, nun liegt es an den Demokraten in diesem Land auch das zu akzeptieren und intolleranz keinen Raum zu geben!!
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Freitag, den 08. Januar 2010 um 12:39 Uhr
veröffentlicht von Dr. Bödefeld
Also diese Hetze gegen Thor Steinar geht mir allmählich auf den Sack.
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Ich überlege mir ernsthaft ein Solidaritäts-T-Shirt dort zu bestellen.
Politische Kleidung finde ich ja eigentlich lächerlich - aber die demokratische Grundordnung darf nicht von irgendwelchen linken Journalisten kaputt gemacht werden. Solange irgendwelche "Nazis-raus" Tshirts kritiklos verkauft werden hat auch TS seine Daseinsberechtigung.
Ps: Ich war gerade auf der TS Homepage, und was da angeboten wird ist ja echt kindergartenmäßig im Vergleich zu einen links-autonomenen Kleidermarken ... warum denn eigentlich diese ganze "Storch-Heinar"-Chose... Deutschland hat doch echt andere Probleme als subtil-provokante Kleidung....
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