Auf dem 'sächsischen Weg'? Holger Apfel wird Mitglied der NPD-Strategiekommission
Verfasst von Robert Scholz-
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Der sächsische Landesvorsitzende und Fraktionschef Holger Apfel wird Mitglied der vom NPD-Vorsitzenden Udo Voigt für Januar angekündigten Strategiekommission. Damit dürfte der deutsche Weg der Bundes-NPD kurzfristig ein sächsischer werden.
Apfel bestätigte dies gegenüber dem „Tagesspiegel“. „Süffisant“, heißt es, hätte er den Vorschlag Voigts kommentiert, eine Strategiekommission einsetzen zu wollen: „Es ist ein positiver Zug von Herrn Voigt, wenn er erkennt, dass man was ändern muss.“
Apfel und Voigt hatten nach dem letzten Parteitag unterschiedliche Vorstellungen der strategischen Ausrichtung der rechtsextremen Partei vertreten. Während Voigt für den „deutschen Weg“ eintrat, der sich offen das Ziel Systemüberwindung setzte, schlug Apfel einen „sächsischen Weg“ vor. Mit dem „sächsischen Weg“, hieß es seinerzeit in einer Presseerklärung, sollte „beispielgebend für alle politikfähigen nationalen Kräfte” bewiesen werden, dass ein „gegenwartsbezogener und volksnaher Nationalismus” letztendlich mehr Wählerstimmen erreichen wird als eine Agitation mithilfe „unpolitischer Nostalgiepflege, ziellosem Verbalradikalismus und pubertärem Provokationsgehabe”.
Eine klare Ansage in Richtung des seinerzeit erneut in den Parteivorstand gewählten Jürgen Rieger, dessen Handschrift am „deutschen Weg“ nicht zu verkennen war. Mit dem Tod des Voigt-Stellvertreters scheint nun aber auch der „deutsche Weg“ seinem Ende zuzugehen. Zumal es hieß, dass an den Wahlergebnissen abgelesen werden solle, welcher Weg erfolgreicher sei. Apfel erreichte – wenn auch unter herben Verlusten – den Wiedereinzug in den Landtag – ein Novum in der 45-jährigen NPD-Geschichte. Voigt erreichte hingegen magere 1,5 Prozent bei der Bundestagswahl, die trotz selbst angestimmter Lobeshymnen keinen Punktgewinn für ihn bedeuteten.
1 Kommentar
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Mittwoch, den 25. November 2009 um 23:13 Uhr
veröffentlicht von L.B.
Ich fände es wunderbar, ginge die Bundes-NPD den "sächischen Weg", denn das hieße einen Zweitstimmenverlust von deutlich über 50%. Die Sachsen-NPD hat bei der LTW 2004 in Sachsen 190.909 Zweitstimmen bekommen. 2009 waren es 89.611 Zweitstimmen. Das ist ein Verlust von 53% aller Zweitstimmen. Von 9,2% fiel man auf 5,4%. Und das bei ihrer hochgepriesenen lokalen Verwurzelung.
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Die Bundes-NPD hat hat bei der BTW 2005 748.568 Zweitstimmen erhalten. 2009 waren es 635.525 Zweitstimmen. Jetzt kann sich jeder selbst ausrechnen, wer besser darsteht.
Wenn es also heißt: "Mit dem „sächsischen Weg“ (...) sollte „beispielgebend für alle politikfähigen nationalen Kräfte” bewiesen werden, dass ein „gegenwartsbezogener und volksnaher Nationalismus” letztendlich mehr Wählerstimmen erreichen wird als eine Agitation mithilfe „unpolitischer Nostalgiepflege, ziellosem Verbalradikalismus und pubertärem Provokationsgehabe”, so muss man sagen, das Ziel wurde klar verfehlt. Und wie ernst es die Sachsen-NPD mit ihrer Selbstbeschänkung hinsichtlich des "ziellosen Verbalradikalismus und pubertären Provokationsgehabe" hält, konnte man an der kontinuerlichen Verwendung des Wortes "Bombenholocaust" und den unsäglichen antipolnischen Plakaten in Görlitz und anderswo sehr gut sehen. Demnächst wird die Bundes-NPD wohl am Rhein gegen die Invasion der Franzosen und in Flensburg gegen die Invasion der Dänen hetzen. Ach nee, die Dänen sind ja ein nordisches Völkchen!
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