Überfall auf NPD-Stadtrat Matthias Gärtner in der Uni
Verfasst von Robert Scholz-
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Matthias Gärtner, NPD-Stadtrat und Student der Politikwissenschaft in Magdeburg, ist gestern auf dem Weg zu einem Vortrag in der Universität von vermummten Personen angegriffen und verletzt worden. Gärtner wollte im Rahmen einer Lehrveranstaltung einen Vortrag über die „Politische Sprache im Nationalsozialismus“ halten. Gärtner ist Schulungsleiter der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ und studiert Politikwissenschaft in Magdeburg. Im Rahmen seines Studiums sollte er einen Vortrag mit dem Titel „Politische Sprachkritik: Nationalsozialismus, Rechtsradikalismus, Ausländerpolitik, Umweltpolitik“. Dass Gärtner einen solchen Vortrag halten sollte, sei bereits im Vorfeld in Internetforen angekündigt worden, berichtet die Magdeburger „Volksstimme“. Entsprechend gut sei das Seminar auch besucht gewesen, berichtete der Leiter des Seminars „Politische Symbolik, symbolische Politik“, Dr. Reinhard Wesel, gegenüber der Zeitung. So sollen mehrere offensichtliche Nichtstudenten im Raum gewesen sein, die sich auf den Hinterbänken bereits Tomaten zurechtgelegt hätten.
Wesel äußerte weiter, dass er davon überzeugt gewesen sei, „dass man sich mit einem solchen Thema konstruktiv auseinandersetzen könne und er mit einem „harten Schlagabtausch gerechnet“ habe, „aber eben nicht im wörtlichen Sinn“. Es sei keine Methode, so Wesel, „Faschismus zu bekämpfen, wenn man selbst faschistische Methoden anwendet“.
Zum Vortrag kam der Student Gärtner nämlich gar nicht mehr. Schon auf der Treppe des Universitätsgebäudes sei der 25-jährige von fünf unbekannten vermummten Personen mit Reizgas attackiert und mit blauer Lackfarbe überschüttet worden. Dabei soll er sich leichte Verletzungen an den Augen zugezogen haben, die ambulant behandelt wurden. Die flüchtenden Täter konnten trotz Einsatz eines Fährtenhundes bislang nicht gestellt werden.
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6 Kommentare
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Mittwoch, 28. Oktober 2009 um 13:18
veröffentlicht von Robocop_marvin
Die Aktion der "vermummten Personen" ist dumm und nicht zu rechtfertigen, trotzdem lenkt sie die Aufmerksamkeit auf einen mehr als naiven Umgang mit rechten Studierenden an hiesigen Universitäten.
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Wenn ein promovierter Politikwissenschaftler und Mitarbeiter an einem Lehrstuhl eine solche Aktion als "faschistisch" bezeichnet, so disqualifiziert er sich selbst. Sie ist nicht "faschistisch", sondern kriminell und gewalttätig. Und wenn derselbe Politikwissenschaftler sagt, dass er auf den Vortrag eines NPD-Funktionärs "sehr gespannt" war, darüber hinaus aber gar keine inhaltlichen oder organisatorischen Vorkehrungen getroffen hat, so spricht das für sich.
Auch der Titel des Vortrags, der in der Regel vom Dozenten vorgegeben wird, ist mehr als merkwürdig. Diesbezüglich ist der Bericht in der Magdeburger Volksstimme nicht ganz eindeutig. In der Überschrift wird als Titel des Vortrags "Politische Sprache im Nationalsozialismus" genannt, im Text selbst ist die Rede von "Politische Sprachkritik: Nationalsozialismus, Rechtsradikalismus, Ausländerpolitik, Umweltpolitik".
Der erste Titel ist für ein Referat in einer 90minütigen Sitzung viel zu allgemein. Der zweite Titel einfach wirr und konfus. Seine Formulierung lässt die Vermutung zu, dass hier in der von Rechten bekannten Diskusstrategie alles zusammengemischt, alles mit allem verglichen und so relativiert wird.
Ein kompetenter und verantwortungsbewusster Dozent hätte die Referatsthemen sicherlich anders formuliert. Erst recht hätte ein solcher aber dafür gesorgt, dass solche sensiblen Themen nicht von NPD-Funktionären in Referatsform bearbeitet werden. Sollen die sich doch zum Beispiel mit umfallenden Reissäcken in China beschäftigen, da können sie dann auf jeden Fall nicht andere mit ihrer verquasten Ideologie infizieren.
All das ist nicht geschehen und wirft ein schlechtes Licht auf den Dozenten, das politikwissenschaftliche Institut und die betroffene Universität. Ich kann den dortigen Studierenden nur empfehlen, in Zukunft die Seminare des betroffenen Dozenten zu meiden. Sollten in den anderen Seminaren aber ein ähnlich naiver Umgang mit rechten Studierenden gepflegt werden, dann bleibt nur der Wechsel der Universität.
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Mittwoch, 28. Oktober 2009 um 13:54
veröffentlicht von Waldemar
Laut "Magdeburger Sonntag" wurde Gärtner "mit blauer Farbe übergossen und dann zusätzlich mit Reizgas angegriffen...zu Boden gerissen, dort geschlagen und getreten." Sie haben also einen wesentlichen Teil der Attacke, nämlich das zu Boden reißen, Schlagen und Treten des Opfers, verschwiegen. Ich vermute, dass ihr Portal ganz bewusst kriminelle Aktionen der Linken verharmlost und die der Rechten unnötig aufbauscht.
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Donnerstag, 29. Oktober 2009 um 13:42
veröffentlicht von bebe
Und ich vermute, dass sie ganz gerne mal so einen Stuss schreiben, oder? Wenn man die Sache verharmlosen wollte, hätte man nicht darüber berichtet, oder nur die Gegenseite zu Wort kommen lassen, schon mal darüber nachgedacht? Der Artikel beschreibt lediglich den Tathergang und lässt einen halbwegs unbeteiligten Dozenten zu Wort kommen. Der kriminell-gewalttätige Charakter des Angriffs wird SEHR WOHL überdeutlich, ohne dass man jede Einzelheit des Geschehens, dass ja wohl noch Gegenstand eines Ermittlungsverfahrens ist, beschreiben müsste.
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Also manche Leute...
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Donnerstag, 29. Oktober 2009 um 20:09
veröffentlicht von Zweifelnder
Zudem der genaue Tathergang ja noch überhaupt nicht bekannt ist. Eine gesicherte Quelle für das Schlagen und Treten ist mir jedenfalls nicht bekannt. Stand halt in der Zeitung, aber von wem hat diese die Information? Von Gärtner selbst? Einen offizielle Bestätigung seitens der Ermittlungsbehörden ist mir hingegen nicht bekannt, lasse mich da aber gerne eines Besseren belehren.
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Worauf ich hinauswill: Gerade bei solchen hochgradig politischen und politisierten Vorkommnissen werden oft ungesicherte Informationen als Tatsachen verbreitet und wahrgenommen. Also erstmal abwarten mit den Verharmlosungsvorwürfen!
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Freitag, 30. Oktober 2009 um 13:10
veröffentlicht von
Prof. Erhard
Der angekündigte Titel des Vortrages wirkt in der Tat recht wirr. Andererseits ist es ein Vorteil, wenn Rechtsradikale sich klar äußern und festlegen müssen - es ist dann an einer angemessenen und guten Moderation sowie am Publikum, die ideologischen versatzstücke zu hinterfragen und zu demontieren.
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Die Gewalttat hingegen lenkt die Aufmerksamkeit auf einen Sachverhalt, der gerne verdrängt wird: Die linksextremistische Szene begeht, ebenso wie die rechtsextremistische Szene, ihre Gewalttaten nicht nur gegen Einzelne, sondern gegen die demokratische Zivilgesellschaft als Ganzes.
Linksextremisten sind massiv gewalttätig und ihre Verbrechen waren bereits in der Weimarer Republik zusammen mit den Verbrechen der Rechtsradikalen ein massiver Schaden für die Zivilgesellschaft und die Demokratie. Gewalttätige Linksextremisten und Rechtsextremisten sind bereits damals als Symbionten aufgetreten.
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Freitag, 30. Oktober 2009 um 13:11
veröffentlicht von
Prof. Erhard
Der angekündigte Titel des Vortrages wirkt in der Tat recht wirr. Andererseits ist es ein Vorteil, wenn Rechtsradikale sich klar äußern und festlegen müssen - es ist dann an einer angemessenen und guten Moderation sowie am Publikum, die ideologischen Versatzstücke zu hinterfragen und zu demontieren.
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Die Gewalttat hingegen lenkt die Aufmerksamkeit auf einen Sachverhalt, der gerne verdrängt wird: Die linksextremistische Szene begeht, ebenso wie die rechtsextremistische Szene, ihre Gewalttaten nicht nur gegen Einzelne, sondern gegen die demokratische Zivilgesellschaft als Ganzes.
Linksextremisten sind massiv gewalttätig und ihre Verbrechen waren bereits in der Weimarer Republik zusammen mit den Verbrechen der Rechtsradikalen ein massiver Schaden für die Zivilgesellschaft und die Demokratie. Gewalttätige Linksextremisten und Rechtsextremisten sind bereits damals als Symbionten aufgetreten.
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