DVU-Chef Faust und NPD-Vertriebener Trinkaus wollen offenbar gemeinsam DVU-Strukturen in Thüringen aufbauen

dvuneue-rechteKai-Uwe Trinkaus, umstrittener Ex-Linker und Ex-NPDler aus Erfurt, traf sich vor kurzem mit dem DVU-Chef Matthias Faust in einer Erfurter Kneipe, um offenbar die Neustrukturierung der DVU-Verbände in Thüringen voranzutreiben.

Trinkaus dürfte in den Reihen der Thüringer NPD wohl zu den unbeliebtesten Figuren des nationalen Lagers gehören. Getreu dem Motto "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" unternahm nun der DVU-Chef Matthias Faust den Versuch einer Annäherungen an Trinkaus´ lose verstreute Pro-Gruppierungen in Thüringen. Indymedia veröffentlichte Ende Juni ein Foto, das Kai-Uwe Trinkaus, seinen Adjutanten Konrad Förster und Matthias Faust beim entspannten Plausch in einer Erfurter Kneipe zeigte.

Worum es bei dem Gespräch geht, ist allerdings unklar. Das rechtsextreme Szeneportal „Altermedia“ vermutet, dass sich die verschiedenen „NPD-gegnerischen Klein- und Kleinstgruppen unter dem Namen der DVU sammeln wollen“. Trinkaus bestätigt auf seiner Internetseite diese Pläne. Dort heißt es: „(E)in Bündnis aus ,Pro Thüringen‘, BZH (Bündnis Zukunft Hildburghausen – Anm. R.S.), verschiedenen freien Gruppen und Aktivisten sowie der DVU stellen dem Niedergang der Thüringer NPD eine wirkliche nationale Alternative entgegen.“

Ziel des Bündnisses scheint die außerparlamentarische Opposition gegen die außerparlamentarische NPD zu sein und soll offenbar verhindern, dass der NPD der Einzug in den Thüringer Landtag gelingt. So heißt es auf Trinkaus' Internetseite: „Die Anzahl der Mitglieder , insbesondere die aktiven, dieses Zusammenschlusses nationaler Kräfte, übersteigt jene der NPD deutlich, sodaß künftig mit entsprechendem landesweiten Wirken zu rechnen sein wird.“

Zudem wird auf der Seite die Gründung eines Erfurter DVU-Kreisverbandes angekündigt. Damit dürfte sich das vorgebliche Ziel der DVU, die Gründung einer gemeinsamen Rechten, in weite Ferne verschieben. Das Prekäre an der Sache: Das Treffen mit Trinkaus fand angeblich vor der Ankündigung der NPD den Deutschlandpakt aufzukündigen statt.

Trinkaus machte zuletzt von sich reden, als er dem Thüringer NPD-Landesvorsitzenden, Frank Schwerdt, vorwarf, Wahlbetrug begangen zu haben, da er bei den Kommunalwahl als Kandidat in Erfurt antrat, dort aber gar nicht seinen Hauptwohnsitz habe. Die Staatsanwaltschaft ermittelt mittlerweile in dieser Sache.

Vor etwa einem Jahr versuchte Trinkaus – noch als NPD-Mitglied – gemeinsam mit dem NPD-Kader Thorsten Heise einen Putsch gegen Schwerdt.  Nachdem dieser gescheitert war, nahm Trinkaus bis zu seinem Parteiausschluss eine innerparteiliche Oppositionsrolle ein.



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