Der Fraktionsvorsitzende der NPD im Schweriner Landtag, Udo Pastörs, beabsichtigt offenbar, rechtliche Schritte gegen die rechtsextreme Internetplattform „Altermedia“ einzuleiten. Grund ist ein auf der Plattform veröffentlichter Bericht eines Teilnehmers der Aschermittwochsveranstaltung der NPD-Saar. Der angebliche Ohrenzeuge zitiert Pastörs mit den Worten die BRD sei ein „Judenstaat, den es auszulöschen gelte“.Diese Behauptung sei allerdings unwahr und eine „Ungeheuerlichkeit“, so Pastörs, der nun mit Audiomitschnitten belegen will, dass jener Satz nicht gefallen sei. Nach Rücksprache mit seinem Rechtsbeistand habe sich Pastörs dazu entschlossen, gegen derlei Behauptungen vorzugehen.
Das rechtsextreme Internetforum „Altermedia“ fühlt sich nicht zur NPD-Hofberichterstattung verpflichtet und veröffentlicht mitunter auch brisantere Texte. Der Text eines angeblichen Augen- und Ohrenzeugen der NPD-Saar-Saalveranstaltung zum politischen Aschermittwoch gehört zweifellos dazu und könnte nun juristische Konsequenzen für die Portalbetreiber nach sich ziehen.
„Altermedia“ lässt auf seiner Seite einen angeblichen Teilnehmer zu Wort kommen, der behauptet, dass Pastörs bemüht gewesen sein soll, besonders radikal aufzutreten und dabei seinen parteiinternen Widersacher Jürgen Rieger in „Art und Weise“ deutlich überholt hätte. Diese Behauptung unterlegt der Augenzeuge mit angeblichen Zitaten des Schweriner NPD-Fraktionsvorsitzenden. So soll dieser von der BRD als „Judenstaat, den es auszulöschen gelte” sowie den vielen „Krummnasen”, die die Politik in Deutschland beherrschten und die vernichtet werden müssten, gesprochen haben.
Pastörs erklärte mittlerweile eidesstattlich: „Ich habe während der NPD-Aschermittwochsveranstaltung im Saarland am 25.02.2009 zu keiner Zeit ‚von der BRD als Judenstaat’, den es auszulöschen gelte,’ gesprochen, noch ‚von den vielen Krummnasen, die die Politik in Deutschland beherrschen und die vernichtet werden müssen’ geredet.“ Außerdem kündigte er rechtliche Schritte gegen Altermedia an. Ob er dabei Erfolg haben wird, steht aber auf einem anderen Blatt Papier. „Was hier von Altermedia zu meiner Aschermittwochsrede gebracht wurde, das unterscheidet sich nur wenig vom Pöbeljournalismus der Systempresse. Üble Nachrede und verleumderische Beleidigung zeigen, daß man es hier kaum mit einem rechten Medium zu tun haben dürfte. Eine kurze Nachfrage hätte die Redaktionsmannschaft von Altermedia eines besseren belehrt.“, wird Pastörs in einer Pressemitteilung zitiert.
Zwar gilt der Stralsunder Axel Möller als Betreiber der Internetseite, nachgewiesen werden konnte ihm das allerdings nie. Auch die CDU-Fraktion ging gegen Diffamierungen und Gewaltaufrufe juristisch vor und wollte eine einstweilige Verfügung gegen den mutmaßlichen Betreiber erwirken, die das Landgericht Berlin am 12. Oktober 2007 auch aussprach. Hiergegen setzte sich der Stralsunder allerdings erfolgreich zur Wehr. Das Gericht sah es letztlich allein aufgrund der Indizien nicht als gesichert an, dass Möller tatsächlich Urheber der Seite sei. Auch Innenminister Caffier (CDU) kündigte vor einigen Wochen an, das Thema Altermedia-Verbot auf die Tagesordnung der nächsten Innenministerkonferenz setzen zu wollen – bisher ohne Ergebnis.
Die Veranstaltung soll dem Teilnehmer zufolge unter anderem von Fernsehteams des ZDF und des NDR begleitet worden sein. Einen ersten Beitrag strahlte das Satire-Magazin „Extra3“ aus. Einen Eindruck der Pastörschen Rabulistik vermittelt schon dieser Kurzbeitrag. So fordert der Fraktionsvorsitzende der NPD M-V, den „intellektuellen Pöbel“, den es an den Universitäten gebe, zusammen mit den kriminellen Ausländern zu „expedieren“.
{mgmediabot2}type=youtube|youtubeid=YKbIMJ4OXpo|width=425|height=350{/mgmediabot2}
Nachrichten
-
Müller (NPD) zur Trunkenheitsfahrt: „Habe die Wirkung des Alkohols eindeutig unterschätzt“ Nachdem nun auch die Presse über die Trunkenheitsfahrt...
-
Ohne Sinn und Verstand?! Zwei Jugendliche gestehen Schmierereien in Limbach-Oberfrohna Wie die Freie Presse heute berichtet, haben Beamte...
-
Mutmaßliche ausländerfeindliche Angriffe in Ludwigslust und Chemnitz Auf dem Bahnhof Ludwigslust ist ein Afrikaner von einem...
-
Verfassungsschutz warnt vor Wiedererstarken der Berliner NPD Nachdem die Berliner NPD am Wochenende eine neue Führung...
-
Die Freiheit der Anderen – taz bricht Lanze für Broder, Kelek und Ates In den letzten Wochen standen die, die sonst an den...
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
Nach Bundesländern
|
Letzte Kommentare
-
Die taz ist nirgends als Brandstifterin aufgetaucht, sondern eher als…
Verfasst von Robert 35 Minutes Ago
-
Die Metaphorik in diesem Artikel läuft ein bisschen Amok. Wenn…
Verfasst von Schneeleopard 1 Hour Ago
-
Ich habe nie von einer Lüge gesprochen, ich habe auch…
Verfasst von Jörn Gronemann 2 Hours Ago
-
In der Pressemitteilung der NPD-SH hieß es, dass U-Boot sei…
Verfasst von Robert 3 Hours Ago
-
Das liegt im Bereich des Möglichen.
Verfasst von Jörn Gronemann 4 Hours Ago
-
Ich lache mich gleich tot.
Ich denke nicht, dass ein…
Verfasst von E.E.S.B. 4 Hours Ago
-
Laufen die demnächst alle in den Landtag? Na, ja wenn…
Verfasst von normaler_bürger 4 Hours Ago
-
Herr Gronemann, dann frage ich mal nach: Waren Sie nicht…
Verfasst von Robert 7 Hours Ago
-
Wann laufen die Urheberrechte des Stürmers, Völkischen Beobachters, Sieg etc.…
Verfasst von Hermann Huber 16 Hours Ago
-
Warum nur übten bloß nicht alle offen Kritik? So eine…
Verfasst von Hermann Huber 16 Hours Ago
Beliebteste Artikel
-
"Jene Zeitung kenne ich nicht" - Prof. Wolffsohn distanziert sich von "Zuerst!"
Gelesen: 1470 mal
-
Paradoxer geht's nimmer: Prof. Michael Wolffsohn im Interview mit "Zuerst!"
Gelesen: 1433 mal
-
Demoverbot in Dresden: Neonazis ziehen vor Gericht – Innenminister erwartet tausende gewaltbereite Linke – größter Polizeieinsatz seit 1989
Gelesen: 1408 mal
-
Gleichgeschaltetes Medium? – NPD-Funktionär aus M-V bringt Infoportal an den Start
Gelesen: 1330 mal
-
Verwaltungsgericht: Neonazis dürfen durch Dresden ziehen – Stadt will Rechtsmittel einlegen
Gelesen: 1313 mal
Newsletter abonnieren!
Medientipps
-
Die Freiheit der Anderen – taz bricht Lanze für Broder, Kelek und Ates
Written on Dienstag, 09. Februar 2010 um 09:55
Please enable Java Script in your browser or use a different browser to view this video. You might also need to update your flash player.






