Nach dem ihr mit der Veröffentlichung von Porno-Bildern gedroht wurde, ist Gesine Hennrich, die ehemalige Landesvorsitzende des Rings Nationaler Frauen Berlin, mit sofortiger Wirkung aus der NPD ausgetreten. Ihr Austrittsschreiben, das sie im Internet veröffentlichte, bietet Einblick in Teile der NPD, die wohl besser nicht publik geworden wären.Hennrich sei zu einem Gespräch in das Büro des Berliner Landesvorsitzenden Jörg Hähnel gebeten und „intensiv“ von ihm befragt worden, schreibt Hennrich in ihrem Austrittsschreiben, das auf der rechtsextremen Internetplattform „Altermedia“ veröffentlicht wurde. Hähnel hätte sie befragt, wie sie zu ihm und in welcher Beziehung zum stellvertretenden Landesvorsitzenden Hans-Joachim Henry stehe. Henry sei nach Angaben Hennrichs „politischer Widersacher“ Hähnels. Gesine Hennrich antwortete auf Hähnels Frage, dass sie „politisch und menschlich“ Henry sehr schätze und auch in Zukunft zu ihm stehen werde. Das Gespräch war damit beendet und Frau Hennrich wurde zum Gespräch beim Bundesvorstandsmitglied Manfred Börm zitiert.
„Dieser eröffnete mir nun“, schreibt Hennrich in ihrem Austrittsschreiben, „dass man Bilder von mir im Internet gefunden hätte, die der Pornografie zuzuordnen seien. Er forderte mich auf, bis zum kommenden Wochenende alle meine Ämter in der NPD nieder zu legen. In der Partei könnte ich jedoch bleiben. Sollte ich dieser Aufforderung nicht fristgerecht nachkommen, werde man die Bilder und Informationen veröffentlichen und mich damit diskreditieren.“
Hennrich erklärt dazu in ihrem Brief, dass es sich hierbei um eine Drohung handeln würde, die sie „in keiner Weise ignorieren“ könne, da „Börm nicht nur wegen Banküberfalls, Überfall auf ein Waffendepot und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorbestraft ist, sondern auch mehrfach wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung in Erscheinung getreten ist, er soll unter anderem auch auf eine Frau eingetreten haben“. Ihr Rücktritt sei allerdings kein „Schuldeingeständnis“ betont Hennrich, sie habe mit „Pornografie oder ähnlichem“" nichts zu tun. Es gehe ihr nur darum, ihre Familie zu schützen. Börm bestritt derweil die Vorwürfe gegenüber „Spiegel-Online““: „Es wurde überhaupt keine Drohung ausgesprochen".
Mit dem Brief Hennrichs könnte die NPD aber mehr verlieren, als eine Kreisvorsitzende und ihren ohnehin nicht guten Ruf. So erklärte die ehemalige Kreisvereinsvorsitzende Marzahn-Hellersdorf, dass mit ihr auch der gesamte Kreisvorstand zurückgetreten sei. Zudem sollen 85 Prozent der NPD-Mitglieder von Marzahn-Hellersdorf der Partei den Rücken gekehrt haben. In der nächsten Woche soll eine Sondersitzung einberufen werden. Der Kreisverband Marzahn-Hellersdorf gehört, wie Pressesprecher Klaus Beier gegenüber dem „Spiegel“ erklärt, zu den größten und aktivsten in der Hauptstadt. Auch Börm will in der nächsten Woche eine Stellungnahme abgeben.
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Written on Dienstag, 09. Februar 2010 um 09:55
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