„Diese Seite könnte rassistische Themen beinhalten“ – mit einer derartigen Warnung hatten wohl die wenigsten Besucher gerechnet, die gestern Abend den Internetauftritt der Bundes-NPD ansteuerten. Und auch die Systemadministratoren der NPD dürften einigermaßen verdutzt aus der Wäsche geschaut haben. Statt NPD-Parolen fand sich der Hinweis „Hacked by RedTiger and the Leet One and Antifa“. Auf einem Foto auf der gehackten Seite ist eine Foto-Collage zu sehen, auf der ein Hitlerporträt auf einen Körper montiert wurde, der ein „EMO“ beschriftetes T-Shirt trägt. "EMO" ist eine Kurzform der Musikrichtung „Emocore“, einer Spielart des Hardcore-Punk, die sich durch das stärkere Betonen von Gefühlen wie Verzweiflung und Trauer sowie die Beschäftigung mit gesellschaftlichen, politischen und zwischenmenschlichen Themen auszeichnet.
Durch den erneuten Angriff auf die NPD-Seite scheint es, als wäre der Hack, den der „Chaos Computer Club“ (CCC) auf seinem Treffen in der vergangenen Woche durchführte, nur das Warm-Up für die eigentliche Attacke auf die Seiten der rechtsextremen NPD gewesen. So findet sich auch im Internet die Mutmaßung: „Der Angriff wurde wahrscheinlich mit Hilfe einer SQL-Injection durchgeführt, entsprechende Vorarbeit wurde auf dem Congress schon geleistet. Frei verfügbar sind die Hashs der Kennwörter für ein Verwaltungssystem, welche aus der SQL-Datenbank ausgelesen wurden.“
Kaum vorstellbar, dass dies das Passwort des Fraktionspressesprecher der NPD in MV, Andreas Molau, ist, der als Kandidat für das Amt des Bundesvorsitzenden von den Landesverbänden MV und Sachsen nominiert werden soll. Erst recht vor dem Hintergrund, dass Molau in Bezug auf seine Kandidatur ankündigte, auch im "bürgerlichern Lager" werben zu wollen und erklärte, "für einen modernen europäischen Nationalismus im Sinne Henning Eichbergs und Alain des Benoists" zu stehen, der sich von einer neonazistischen Rechten distanziert sieht.
Die Zahlenkombination "88" soll in rechtsextremen Kreisen als Synonym für die Buchstaben HH verwandt werden, was die Kurzform für "Heil Hitler" sein soll. "14" gilt als Kurzform der so genannten 14 Words, die eine Abkürzung für die aus 14 Worten bestehende Phrase: „We must secure the existence of our people and a future for white children“ („Wir müssen die Existenz unseres Volkes und die Zukunft weißer Kinder sichern“) steht. Die 14 Words werden, laut Internetplattform "Netz gegen Nazis" häufig als Grußformel genutzt und finden Verwendung in Liedtexten, als T-Shirt-Aufdruck, Aufnäher, Schmuck, Jackenembleme und auf CD-Cover. Dem Bericht zufolge ist es beliebt „die 14 mit der 88 zu kombinieren, u.a. als Autokennzeichen“.
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Die Freiheit der Anderen – taz bricht Lanze für Broder, Kelek und Ates
Written on Dienstag, 09. Februar 2010 um 09:55
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