Thomas Wulff verkündet Ende der "Volksfront" zwischen NPD und freien Kräften

thomas-wulffIn seiner Neujahrsansprache wollte der wohl scheidende NPD-Parteivorsitzende Udo Voigt noch einmal seine Trumpfkarte „freie Nationalisten“ ziehen und erklärte, dass sich die Zusammenarbeit „bewährt“ habe. Dass sahen diese aber anders. In seiner eigenen „Neujahrsansprache“ stellte Thomas Wulff als Sprecher der freien Kräfte dem Bündnis ein ganz anderes Zeugnis aus und verkündete das Ende der „Volksfront von rechts“.


„Der Deutschlandpakt und die Zusammenarbeit mit freien Nationalisten haben sich bewährt“, so Udo Voigt in seiner Neujahrsansprache. Nahezu flehend führte er weiter aus: „Unsere erfolgreiche Bündnispolitik darf nicht zur Disposition gestellt werden.“ Das ist nun offenbar zu spät. Erst kehrten große Teile des Parteivorstandes dem Vorsitzenden den Rücken, indem sie Andreas Molau zum Gegenkandidaten auf dem für Frühjahr geplanten Bundesparteitag machten, und nun scheinen sich auch die Freien Kräfte vom in den letzten Wochen nachhaltig demontierten Parteichef abzuwenden. Dabei galt Voigt als einer der Väter der Zusammenarbeit mit den Kameradschaften.

Dass es auf der anderen Seite ausgerechnet Thomas Wulff ist, der das Ende der Partnerschaft bekannt gibt, entbehrt dabei nicht einer gewissen Ironie. Schließlich war Wulff laut Süddeutscher Zeitung einige Zeit persönlicher Referent Voigts und trug den Titel  „Koordinator Freier Kräfte“. Die Koordination übernimmt er noch immer, nur nicht mehr im Zeichen parteipolitischer Interessen der NPD.

In einer Erklärung, die auf der rechtsextremen Internetplattform „Altermedia“ veröffentlicht wurde, informiert er über die Ergebnisse eines Koordinierungstreffens auf Bundesebene, dessen Schwerpunkt die „Aussprache über die Entwicklung des Verhältnisses der Freien Kräfte zur NPD“ war.

Auf dem Treffen, so Wulff, sei deutlich geworden, „wie sehr führende Parteifunktionäre eine sich ständig verschärfende Abkehr vom gemeinsamen Volksfrontgedanken vertraten“. Die Beratungen führten schließlich zu der Feststellung: „DIESE PARTEIFÜHRUNG IST ZU EINER ZUSAMMENARBEIT AUF BUNDESEBENE NICHT MEHR WILLENS UND IN DER LAGE !“

Von der „Richtigkeit dieses Konzeptes“ ist Wulff nach wie vor überzeugt, den Grund für das Scheitern sieht er in erster Linie bei den handelnden Personen auf Parteiseite. Es sei, so Wulff, „fester Wille und mit Methode betriebene Abgrenzung, Verleumdung und offene Hetze (...), was seit dem Parteitag in Bamberg von dieser Führungsriege um Holger Apfel, Peter Marx, Sascha Rossmüller, Jens Pühse und auch Udo Voigt kommt.“

udo-voigtVoigt distanzierte sich im Namen des Parteivorstandes öffentlich von Wulff, als dieser bei dem Begräbnis des Alt-Nazi Friedhelm Busse in Passau eine Fahne mit Hakenkreuz über dem Sarg ausbreitete. Nichtsdestotrotz würdigt Wulff in seiner Erklärung den amtierenden Parteivorsitzenden ob seines „großen Anteil[s] an der Entstehung der gemeinsamen Front von parlamentarischem und außerparlamentarischem Arm.“ Voigt sei bereit gewesen „unter völlig neuem Vorzeichen, diese Idee in die Partei hineinzutragen und - gemeinsam mit führenden Vertretern der freien Nationalisten - auf Bundesebene umzusetzten“, so Wulff. Voigt habe sich allerdings „ganz deutlich“ von der Volksfront verabschiedet, indem er Vertreter der freien Nationalisten als „feindliche Kräfte“ bezeichnet habe.

peter-marxWeitaus größeren Anteil am Ende der Volksfront soll allerdings der NPD-Generalsekretär Peter Marx haben: „Seine [Peter Marx´ - Anm. ENDSTATION RECHTS.] Handlungsweisen und Äußerungen“, so Wulff, „verraten seine Gesinnung. Das Udo Voigt nun hinter vorgehaltener Hand selbst die Vermutung äußert, der Marx könnte wohl durchaus auch für einen Dienst tätig sein, lässt mich nur noch säuerlich lächeln. Habe ich doch versucht, bereits vor zwei Jahren auf die zersetzende Tätigkeit und Giftspritzerei dieses Mannes hinzuweisen.“

Die schleppende Aufklärung der Finanzaffäre um den mittlerweile verurteilten EX-Schatzmeister Erwin Kemna erklärt Wulff damit, dass „jeder über die Leichen des anderen so viel zu wissen [scheint], daß keine Krähe der anderen ein Auge aussticht.“ Voigt sei daher nur ein „Königsopfer“, was dieser nach Ansicht Wulffs auch eingesehen haben soll. Allerdings soll er, so Wulff weiter, vor kurzem „ganz klar“ ausgesprochen haben, dass er „das Zepter nur an Holger Apfel weitergeben“ werde. Den nun offenbar für den Parteivorsitz kandidierenden Fraktionspressesprecher aus Schwerin, Andreas Molau, hält er für einen „lohnabhängigen, willigen, Marionettenvorsitzenden aus dem Hause Apfel/ Pastörs“.

Mit dem Kandidaten Molau, der erst kürzlich ankündigte, auch „im konservativen Bereich“ werben zu wollen, dürfte der Vorwurf der „Anbiederung“  verbunden sein, die, so Steiner, „unserer Überzeugung nach zu einer verREPzung der NPD“ führe.


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